In Wikipedia steht: Zahlenangaben in Prozent (lat.-it. vom Hundert, Hundertstel) dienen der Veranschaulichung und dem Vergleichbarmachen von Größenverhältnissen, indem die Größen zu einem einheitlichen Grundwert (Hundert) ins Verhältnis gesetzt werden. Normalerweise halte ich mich bei Prozentangaben zu Trefferquoten zurück – es sei denn es macht tatsächlich Sinn eine Prozentangabe zu berechnen. Bisher war das erst zwei Mal der Fall, und beides Mal ging es um den Astrologen Karsten F. Kröncke - ein Mal um seine “Abwärtsprognosen” (die er seit 2005 nicht mehr veröffentlicht) und beim 2.Mal um seine DAX-Prognosen (deren Trefferquoten er seit 2008 übrigens ordentlich dokumentiert – vorher hat er bei seinen behaupteten Trefferquoten entweder bisweilen übertrieben oder er war damals der Prozentrechnung nicht mächtig).
Jetzt wirbt die Astrologin Iris Treppner mit hohen Trefferquoten, und da schaue ich doch gerne mal nach, ob hier nicht doch ein wenig Nachhilfe im Prozentrechnen gefragt ist. Frau Treppner hat nicht nur eine ganze Reihe von Webseiten registriert (http://www.astro-pferde.com/, http://www.astro-wetten.com/, http://www.treppner-kartenlegen.de/), hinterlässt bisweilen positive Kommentare zum Wahrsagercheck (z.B. hier oder da), war bei den RTL-Wahrsagern zu sehen und lässt sich von der Regenbogenpresse zu Prognosen hinreißen. Hier geht es allerdings um eine andere Webpräsenz von ihr: http://www.astro-boerse.com/. In ihrer Rückschau auf 2008 behauptet sie eine Trefferquote von 86% – belegt sie aber nicht. Hübsch auch ihr Kommentar: “Werte, bei denen ich keine 65 % erreicht habe, werden in Zukunft von der Website entfernt”. Klar, wenn ich alle Fehlprognosen entferne, dann muss ja ein hoher Prozentsatz herauskommen. Besonders interessant ist ihre Behauptung, sie hätte beim Goldpreis zu 100% richtig gelegen, bietet sie doch deshalb ihre Goldprognosen für 2009 und 2010 gegen ein geringes Entgelt von 150 Euro – pro Jahr – zum Kauf an. In diesem Fall bietet sie ihre Belege als pdf-Datei zum Download an, und die musste ich mir natürlich anschauen und hätte sie gerne mit dem Goldfixing von 2008 verglichen. Das geht allerdings gar nicht, denn Frau Treppner legt sich überhaupt nicht fest was sie meint, wenn sie schreibt, der Goldpreis könnte an einem bestimmten Datum steigen oder fallen. Gilt das gegenüber dem Vortag? Und wenn ja geht es um das Vormittagsfixing gegenüber dem Nachmittagsfixing des Vortags oder sollen die beiden Nachmittagsfixings verglichen werden? Geht es um den Preis in Dollar, britischen Pfund oder Euro? Und das mit dem ungefähren Datum habe ich ja schon in den oben verlinkten Texten über Herrn Kröncke im Detail ausgeführt.
Aber die genaue Sicht ist bei einer 100%-Behauptung gar nicht notwendig, denn 100% heißt, dass jede Prognose richtig sein muß – und sie sagte ja z.B. auch Folgendes voraus:
Februar/März/April – geschäftliche und wirtschaftliche Hochburg, der Kurs könnte noch einmal kräftig steigen
Tja, Der Goldpreis lag beim ersten Fixing am 1.2. bei 933 USD, Ende April (Nachmittagsfixing 30.4.) jedoch bei 871 USD. Eine wahrlich kräftige Steigerung …

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