Cold Reading in Hamburg und der Berg ruft: Kaczmarek!

27 04 2009

Eine “Konferenz der Hellseher” fand letzten Samstag in Hamburg statt – und der Ort des Geschehens war gut gewählt: das Rudolf-Steiner-Haus. Zwar findet sich diese Veranstaltung nicht im offiziellen Programm der Antroposophenbude, aber eigentlich passt diese Konferenz sehr gut in ein Haus dieses Namens. Und die laut Bericht ca. 60 überwiegend weiblichen Gäste wurden wohl nicht enttäuscht.

Die “Zwillinge Claudia Klimek und Manuela Gehringer (43) aus Bayern, die im Kontakt mit der “Engelwelt” stehen, wie sie sagen spielten mit dem Publikum ein wenig “Cold Reading“: Einer Zuhörerin sagten sie Rückenschmerzen (wer hat die nicht?) und Probleme mit einem Mann (welche Frau hat die nicht?) – wussten allerdings ihren Namen nicht so genau. Kira ist ja auch wirklich kein gebräuchlicher Name, Erika hingegen schon. Für mich riecht das ein wenig nach Popoff für ganz Arme. Eine der beiden muss nur zu Beginn der Veranstaltung oder in einer Pause den Namen aufgeschnappt haben … … der Rest ist einfaches Raten. Bei der Popoff-Randi-Geschichte war das schon ein wenig spannender.

Der Rest scheint dann wieder etwas eklig gewesen zu sein. Eine blinde Frau, die ins Jenseits reist und mit Toten zu sprechen behauptet, eine Frau mit einer offensichtlich extrem trüben Glaskugel und die Kaczmareks – die Qualitätsleichenpendlerin Martina und ihr Mann Johann aus Groß-Wesenberg. Martina hatte es ja schon bis ins Fernsehen geschafft: in der unsäglichen SWR-Sendung “Macht der Gedanken” war sie als Seherin vorgestellt worden, die eine Leiche am Fuße eines Felsens im Hochgebirge erpendelt hatte. Was wirklich hinter dieser Story steckt konnte man in der Augsburger Allgemeinen nachlesen (Fettdruck von mir):

Den Anstoß für eine erneute Suchaktion hatte eine Hellseherin aus Schleswig-Holstein gegeben. Ein Medium habe ihr den Namen des Vermissten mitgeteilt, sagt Adalbert Heim von der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck. Die Wahrsagerin informierte sich im Internet über den Verunglückten und die vermutliche Absturzstelle. Mit einem Pendel über einer Landkarte habe sie den möglichen Fundort festgestellt und meldete dies im Februar der Polizei.

OK, das klingt noch schwer mysteriös, aber irgendwer muss die Kaczmarek ja auf die Spur gebracht  haben – wenn sie sich wirklich im Internet über ihn informiert haben will, dann muss sie einige Vorabinformationen gehabt haben.

Nachdem im Juli auch die erneute Suche via Hubschrauber ohne Ergebnis blieb, setzte sich ein Mitglied der Bergwacht mit der Hellseherin in Verbindung.

Bleibt zu hoffen, dass das Mitglied der Bergwacht ansonsten sein normales Instrumentarium nutzt, denn so toll war der Tipp der Hellseherin offensichtlich nicht:

Am 3. August suchten vier Bergretter aus Grainau auf eigene Faust am Fuß unterhalb des Riffeltorkopfes. “An dem Ort, den die Wahrsagerin auf einer Karte markiert hatte, war nichts“, sagt Anton Vogg, Bereitschaftsleiter der Grainauer Bergwacht.

So ein Mist! Frau Kaczmarek sollte sofort ihre Pendel wechseln, denn so ungenau sollte es bestimmt nicht sein:

Fündig wurden Vogg und seine Kollegen etwa 500 Meter entfernt, [...]

 

tja, und warum die Leiche vorher nicht gefunden wurde ist dem Artikel auch zu  entnehmen:

[...] an einer eher unzugänglichen Stelle.

Nimmt man noch ein paar andere Einzelheiten vom Zeitpunkt des Unfalls hinzu, dann bleibt von der “übersinnlichen Leichensucherin” nicht mehr viel übrig:

Anfang Mai 2006 war eine groß angelegte Suchaktion erfolglos gewesen. Zwei Tage lang hatten Mitglieder der Bergwacht mit Hunden und Hubschraubern nach Ludwig T. gesucht. Wegen Neuschnees musste der Einsatz abgebrochen werden. Seitdem galt der 24-Jährige, der ein Jahr zuvor aus dem Münchner Stadtteil Giesing nach Hurlach gezogen war, als vermisst.

Nochmals zum Mitschreiben: Der Mann stürzte an eine schwer zugängliche Stelle, kurz nach einem Absturz fiel Neuschnee! Die Leiche wurde nicht dort gefunden wo Frau Kaczmarek sie geortet hatte … … und offensichtlich hatte jemand aus dem perönlichen Umfeld von Ludwig T. ihr einige Details verraten. Beeindruckend ist da nur die Frechheit, wie die Frau dies für die wirklich spektakuären Fälle aus der Regenbogenpresse zu nutzen sucht:

Hellseherin Martina Kaczmarek hat auch Antworten auf spektakuläre Fälle, die die ganze Welt bewegen. Etwa zum Fall Madeleine (Maddy) McCann aus Großbritannien, dem Mädchen (3), das am 3. Mai 2007 während eines Urlaubs an der Algarve verschwand. Kacz­marek: „Maddy ist tot. Sie ist hier bei uns, ihre Seele hat sich an uns gewandt.“ Wie sie starb und wo die Leiche liegt – das habe die Hellseherin den Behörden bereits mitgeteilt. Wenn man dem nachgehe, sei der Fall bald gelöst. Ein weiterer Fall: Ylenia Carrisi, die Tochter von Al Bano und Romina Power. Sie verschwand 1994 in New Orleans – die Leiche wurde nie gefunden. Ihr berühmter Vater glaubt, sie habe Drogen genommen, sei im Mississippi ertrunken. Hellseherin Kaczmarek glaubt, es besser zu wissen: „Sie liegt auf dem Friedhof in New Or­leans.“ Sie wurde Opfer einer Art Sekte. Kaczmarek sagt: „Sie will, dass sich ihre Eltern wieder versöhnen…”

So steht es schon im Februar in der Zeitung, und bis heute bleibt es bei den Behauptungen. Trotz Fernsehruhm wollen “die Behörden” den erpendelten Spuren nicht nachgehen. Noch immer nicht:

Jetzt werden die beiden die Polizei noch einmal auf die Probe stellen. “Wir wissen, wo die Tochter von Al Bano und Romina Power ist: Sie wurde Opfer einer Sekte und liegt auf einem Friedhof bei New Orleans.” Und noch etwas wollen die Kaczmareks wissen: Wo die seit 2007 vermisste Madeleine McCann ist. “Wir waren da, aber der Ort ist geheim. Nur so viel: Maddie ist tot.” Eine visionäre Leistung? So viel Hellsicht besitzt wohl jeder inzwischen.

Warum veröffentlichen die Kaczmareks die Informationen nicht einfach im Internet? Gelegenheit gäbe die Webpräsenz von Frau Kaczmarek, Das einzig gute an diesen Seite sind die erstaunlich kurzen Texte – andere können die gleiche Leere seitenweise verschwurbeln. Aber wer Jenseitskontakte der folgenden Art anbietet …

Durch die vereinten Kräfte und medialen Fähigkeiten meines Mannes und mir
Ist es uns möglich, mit Verstorbenen und Vermissten in Kontakt zu treten.
Wenn diese Vermissten dann gefunden werden wollen, helfen wir, sie zu finden.

… ist entweder auf dreiste Abzocke aus oder schon lange jenseits von Gut und Böse. Bei einer fünffachen Mutter hoffe ich nur, dass die Kinder dies ohne Schaden überstehen …

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27 responses

28 04 2009
Elke

Da sieht man mal wieder die Kreativität von Hellsehern. Jeder hat sein eigenes Fachgebiet :-) :-) :-)

Sylvia Herrmann – Kristallkugelseherin
Manuela Gehringer – Engelmedium
Claudia Climek – Seelenseherin
Martina & Johann Kaczmarek – Hellseher
(Auffinden von Vermissten)

Die hellsichtige Auswanderberaterin hätte auch noch schön zur Konferenz gepasst :-)

Vielleicht war ja auch der Geist Rudolf Steiners anwesend, (bzw. er in feinstofflicher Form) um zu erklärte, wie man mit dem Jenseits Kontakt aufnehmen könne :-)

28 04 2009
wahrsagercheck

@Elke
Dabei fehlen ja einige der schönsten “Fachgebiete” noch – die Liste bei der GWUP bietet noch so viele schöne Methoden … … ich neige ja zur Oenomantie und bisweilen in der Folge zur Gelomantie…

29 04 2009
Udo

[...] “Gelegenheit gäbe die Webpräsenz von Frau Kaczmarek, Das einzig gute an diesen Seite sind die erstaunlich kurzen Texte – andere können die gleiche Leere seitenweise verschwurbeln.” [...]

Tja, die “Webpräsenz” strahlt ja bereits gleißend hell vor lauter “Licht und Liebe”….TOLL :lol:

[...] “Beeindruckend ist da nur die Frechheit, wie die Frau dies für die wirklich spektakuären Fälle aus der Regenbogenpresse zu nutzen sucht:” [...]

Aha, wie heißt es dort: “Die Seelen drängen sich in ihrem Haus”

Vielleicht wäre es ja dann an der Zeit, diese “Seelen” in den Garten zu schicken und an der Eingangstür etwaige Eintrittskarten zu verkaufen?… oder eventuelle auch ´mal eine “Hausreinigung” durchzuführen, oder?… :-)

2 05 2009
Ingo

Ich wollte mich mal äußern zu dem Artikel.
Ich kenne Frau Kaczmarek persönlich und ich bin der Meinung, dass sie keine Person die sich in irgend einer Weise bereichern möchte mit einer Art Zauberzirkus oder sonst was. Das ganze hat doch Hand und Fuß. Sie kannte diesen Mann nicht und hat offensichtlich die Absturzstelle gefunden, ohne jemals dort vor Ort gewesen zu sein. Scheiß auf die 500m. Außerdem will sie überhaupt nicht berühmt werden, oder so. Ich finde das die Kommentare teilweise sehr unfair sind. Der Author gibt sich ja noch nicht mal zu erkennen! Kennen Sie Frau Kaczmarek denn persönlich? Ich finde um solche Urteile zu fällen, muss man die Menschen erst mal kennenlernen aber wenn sie unbedingt der Meinung sind, allen Ihre offensichtlich sehr einseitige Meinung kund zu tun, dann bitte. Es muss sich eben jeder selber seine Meinung bilden.

2 05 2009
wahrsagercheck

@Ingo
Die Behauptung, man könne per Pendel vermisste Personen finden ist absurd. Wenn Frau Kaczmarek dies wirklich kann, dann soll sie bitte veröffentlichen wo man die Leichen von Ylenia Carrisi und Maddie McCann finden kann. Dann kann man dies nachprüpfen – aber das tut sie seit Monaten nicht! Stattdessen gibt es von ihr nur entsprechende Behauptungen. Und wer sich an diese, in der Regenbogenpresse so breitgetretenen, Vermisstenfälle dranhängt, der tut dies einzig und alleine aus Publicitygründen. Ansonsten könnte sie ja die beiden Orte einfach den Behörden – oder der Regenbogenpresse – nennen.

Ansonsten finden sie dort ein Impressum.

2 05 2009
Ingo

Ihre Behauptungen sind ja auch nur Behauptungen. Ich kann nichts beweisen und Sie auch nicht. Ich wollte bloß anmerken, dass man den Fall nicht alleine aus dem Blickwinkel von zwei Zeitungsberichten betrachten kann. Da müssen sie schon selber ein Interview mit Frau Kaczmarek machen. Ich finde nur die Unterstellungen einfach frech. Außerdem hat sie den Orte der Leiche bereits den Behörden genannt, wenn auch nicht auf den cm genau, das war ja bei dem ersten Fall auch nicht so. Die Behörden haben nur dem Anschein nach noch nichts unternommen. Also was reden Sie da eigentlich für ein Unsinn. Desweiteren weiß ich, dass die ,,Regenbogenpresse” selbst auf Frau Kaczmaek zugekommen ist und nicht andersherum. Aber egal, ohne weitere Informationen, können wir noch ewig weiter diskutieren.

3 05 2009
Udo

@ Ingo,

in Ihrer Sichtweise liegen Sie hier völlig daneben. Sie sollten zunächst bedenken, dass die Beweislast für irrationale Behauptungen nicht bei den Skeptikern/Kritikern liegt.

[...] “Außerdem hat sie den Orte der Leiche bereits den Behörden genannt, wenn auch nicht auf den cm genau, das war ja bei dem ersten Fall auch nicht so. Die Behörden haben nur dem Anschein nach noch nichts unternommen. Also was reden Sie da eigentlich für ein Unsinn.” [...]

Welche Fundorte für welche Leiche(n) hat Frau Kaczmarek welchen Behörden genannt? Wenn Sie dies auf die von “wahrsagercheck” genannten Fälle (siehe Kommentar vom 02.05.09) beziehen wollen, können Sie hierfür auch entsprechende Belege beibringen? Können Sie ferner irgendwie nachweisen, dass auf ggf. erbrachte Hinweise an die Behörden diese angeblich nicht darauf reagieren würden?

Wenn dies der Fall wäre, hätten sich die Behörden zumindest begründet dazu geäußert, warum sie eventuellen Hinweisen nicht folgen wollen, meinen Sie nicht auch?

Ich meine, sofern jemand behauptet, er hätte mit Toten aus dem Jenseits irgendwelche Kontakte oder könne mit diesen Kontakte herstellen, ist dies hanebüchener Unfug und daher auch aus meiner Sicht völlig absurd. Und Tote anhand von “Pendelschwingereien” finden zu können, ist noch mehr als grotesk. Es zählen ausschließlich nachprüfbare, seriöse Beweise und keine esoterisch zusammengeschusterte Hokuspokus-Schwurbeleien.

Es doch ferner vollkommen gleichgültig, ob man jemanden – welche(r) esoterische Unsinnigkeiten von sich gibt – persönlich kennt oder nicht; …das macht die Angelegenheit letztendlich weder glaubwürdiger, noch besser.

9 05 2009
Zaphod

Da hat mein grün-weißer Lieblingsverein es ja nicht nur den Hamburger Rivalen, sondern auch den Wahrsagern wieder richtig gezeigt!

Lebenslang Grün-Weiß!

9 05 2009
Zaphod

Ups, mein Kommentar gehört natürlich zu dem anderen Post.

22 05 2009
Udo

[...] “Hellseherin Martina Kaczmarek hat auch Antworten auf spektakuläre Fälle, die die ganze Welt bewegen. Etwa zum Fall Madeleine (Maddy) McCann aus Großbritannien, dem Mädchen (3), das am 3. Mai 2007 während eines Urlaubs an der Algarve verschwand. Kacz­marek: „Maddy ist tot. Sie ist hier bei uns, ihre Seele hat sich an uns gewandt.“ Wie sie starb und wo die Leiche liegt – das habe die Hellseherin den Behörden bereits mitgeteilt. Wenn man dem nachgehe, sei der Fall bald gelöst.” [...]

Aktuelle Neuigkeit vom 22.05.09: “Fall Madeleine. Heiße Spur führt nach Deutschland”, nachzulesen unter http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/welt/2009/5/22/news-120574023/detail.html

Warum gehen die Behörden denn dieser neuen Spur nach und folgen nicht schon lange den angeblichen Hinweisen der Hellseherin Frau Kaczmarek? Kann es sein, dass die Behörden die angeblichen Hinweise aus Mangel an Glaubwürdigkeit oder wegen totaler Lächerlichkeit einfach ignorieren? Liegen den Behörden überhaupt irgendwelche Hinweise von der Hellseherin vor?

Fragen über Fragen, zu denen die ach so “tolle” Hellseherin ´mal eindeutig Stellung nehmen sollte – evtl. ja auf ihrer “hellerleuchteten” Homepage, oder auch gegenüber der Presse?

20 01 2010
Andrea Zacherl

Jetzt muß ich mich hier auch mal äußern. Ich habe Claudia Klimek vor Jahren zufällig kennen gelernt. Seitdem hat sie mir in schweren Zeiten immer geholfen nicht den Mut zu verlieren. Ich möchte hier keine Details nennen weil mir das zu privat ist, aber ich möchte klarstellen daß Claudia Klimek eine ganz normale, nette Frau ist, die mit Ihrer Gabe anderen Leuten das Leben leichter machen kann und das auch tut.

20 01 2010
wahrsagercheck

@Andrea
Frau Klimek behauptet mit einer “Engelwelt” in Kontakt zu stehen. Kann sie das belegen? Wenn ja, wie? Für solche Belege gibt’s übrigens 1 Mio. Dollar von der James Randi Foundation …

Was der Bericht in der Zeitung dann liefert ist ein Beispiel für Cold Reading für ANfänger. Ich habe Ähnliches vor Kurzem vor laufenden Fernsehkameras in einer deutschen Fußgängerzone ebenfalls erfolgreich praktiziert … … und dass die “Engelwelt” nicht mal den Namen der Person weiß, war ja schon ziemlich doof (die Engelwelt weiß das nicht? Was sind denn das für Stümper!)?

Ob Frau Klimek ihren Kunden mit viel Empathie und Freundlichkeit begegnet, darüber habe ich nichts geschrieben und ich werrde mich dazu auch nicht äußern.

20 04 2012
Niclas

ich möchte hier mal Anmerken, dass sich das Ganze in eine seltsame Richtung entwickelt hat. Ihr glaubt alle nicht an Medien, zumindest die meisten. Das kommt ganz natürlich von dem rationalen Menschenbild und der Gesellschaft, die für alles eine Erklärung parat hat und das Paranormale schlicht als Tabuthema betrachtet. Mir ist an den Kommentaren der meisten Leute hier aufgefallen, ich möchte zudem Ingo mal etwas unterstützen, dass die meisten sich wohl nicht mit Medien beschäftigt haben. Ja, große Teile der Esoterik sind von Schwindlern geprägt, Leuten die Geld machen wollen. Ich kenne das benannte Medium hier nicht, kenne aber persönlich 2 Leute mit paranormalen Fähigkeiten, die diese für sich auch mehrfach unter Beweis gestellt haben. Da anekdotische Beweise hier aber nicht gewollt sein werden, führe ich das nicht aus und berufe mich lieber auf ausführliche Studien von Julie Beischl aus dem Windbridge Institute, von Dean Radin vom Noetic Institute und von Gary E. Schwartz. Diese Leute mit wohlgemerkt akademischer Ausbildung haben im Labor teils triple-blind Versuche durchgeführt, bei denen bewiesen wurde, dass EINZELNE, nicht alle, Medien überprüfbare Fähigkeiten haben. Die “Trefferquote” bei Medien liegt je nach Fall im Schnitt bei 86%, die von der Kontrollgruppe ohne mediale Fähigkeiten bei 36%.
Des Weiteren gibt es mehrere Medien, überall zu finden und vor allem für jeden der sich überzeugen will, kontaktierbar, die ihre Fähigkeiten, wenn Bedarf besteht, zeigen.

Dass es bei James Randi keine Gewinner gibt hat mehrere Gründe:

1) Er lässt nicht jeden zu, sagt mehrmals nicht populären Leuten ab.

2) Nicht jeder, der was auf sich hält, Bsp. Dean Radin würde dort überhaupt hingehen. Randi hat keinerlei akademische Ausbildung, ist lediglich Stage-magican und hat die Organisation gegründet. Er verfügt über keine wissenschaftliche Herangehensweise, während renommierte Parapsychologen dies tun.

3) Die Fähigkeiten sind je nach Bedingung eben auch einmal nicht funktionell. Jedes ausgebildete Medium hatte, speziell in Stresssituationen, Fälle in denen das Reading keinen Sinn gemacht hat oder Fälle, in denen Verstorbene nicht reden wollen, speziell nicht zum schlichten Beweis.

Dies solltet ihr alle bitte berücksichtigen, bevor ihr euch äußert. Wenn Bedarf besteht vermittle ich Medien die ich kenne, die Fähigkeiten haben oder gebe gerne die akademischen Studien, allerdings auf Englisch, durch, die von Fachleuten veröffentlicht wurde.

PS: Cold-Reading kann nicht stattfinden, wenn der Angehörige nicht einmal im Raum ist und das Reading mit einer Dritten Person über Telefon stattfindet. ;)

Mfg,

Niclas

20 04 2012
wahrsagercheck

@Niclas
1. Wen hat Randi wann abgelehnt? Belege bitte! (Es gibt natürlich einige, die sich nicht auf ein doppelblindes Vorgehen einlassen wollten).
2. Ebenso würden mich die genannten Studien interessieren – wurden diese in einer echten wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht? Falls ja, wann und wo? (Dass Radin bisweilen einen sehr “kreativem Umgan”g mit statistischen Methoden pflegt ist mir übrigens seit Jahren bekannt)
3. Wenn Sie eines der Medien kennen, solche Tests werden auch regelmäßig in Deutschland durchgeführt. Den Kontakt kann ich herstellen. Diese Tests finden übrigens in der Regel im Bio-Zentrum an der Uni Würzburg statt.

20 04 2012
Niclas

Hey.
2) Quellen bitte, die belegen, dass Radin diese Art Umgang pflegt, anhand seiner Arbeit.
Studien/ Quellen dazu wären:

http://www.windbridge.org/papers/BeischelEdgeScience3_p10-12.pdf

http://veritas.arizona.edu/papers/Beischel%202007%20Rhine.pdf

http://skepdic.com/essays/gsandsv.html

Weitere Quellen gerne später, denke aber das wäre erstmal genug zu lesen, auch wenn eins nicht in Form einer Forschungsarbeit an sich ist.
3) An Medien kenne ich Gordon Smith, der sehr überzeugend ist. Kenne 2 unpopuläre persönlich, die ich hier nicht offenbaren werde, ansonsten gibt es die über mehrere Monate getesteten Medien vom Windbridge institute:
http://www.windbridge.org/ dort namentlich zu finden. Können Sie gerne testen, würde mich auch interessieren, wobei sie dort eben bereits mit Julie Beischl an der Prozessfokussierten Arbeit statt an der Beweisfokussierten sind, um die Survival-hypothesis in Kontroverse mit der Super-Psi Hypothese zu untersuchen.
1) Möchte unterstreichen, wiederholt, dass Randi noch immer keine akademische Ausbildung hat, weswegen die tests nicht wissenschaftlich sind.
Trotzdem:

http://www.247news.net/2000/20001011-randi.shtml

http://ufoetblog.com/?p=5506 , Rico Kolodzey ( bei wiki zu finden). Ja, Lebensgefahr, wenn er nichts isst, kann aber medizinisch eingegrenzt werden und ggf. abgebrochen werden. Spätere Einigungen waren nicht erfolgreich, warum kann ich nicht beurteilen, gibt die Seite, dass er nicht will oder dass Randi’s Arbeit/Vorgehen ihm argh unsympatisch geworden ist. Man muss erkennen, dass die meisten Leute in dem Bereich ihre Fähigkeiten auf eine Harmonie stützen, die dort oft nicht vorhanden ist, wenn sie lediglich dorthin gebracht werden um ‘entlarvt’ zu werden.
“Anwärter müssen des Weiteren öffentliche Vorführungen durchgeführt haben und durch ein Mitglied der akademischen Gemeinschaft unterstützt werden.”
Und dies wäre die neue Einschränkung, die manchen Leuten den Zutritt nicht ermöglicht.

Die Frage ist eben, warum schenkt die Öffentlichkeit Randi Aufmerksamkeit statt promovierten Forschern, die daran arbeiten? Randi und die Öffentlichkeit haben nicht die Qualifikation, das zu testen und zu beurteilen. Wundert mich nur etwas.

Mfg,

Niclas

20 04 2012
wahrsagercheck

@Niclas
zu 2.: Ich habe nach wissenschaftlichen Publikationen gefragt, nicht nach eigenen Webseiten. Für wissenschaftliche Publikationen gelten bestimmte Regeln (z.B. die, dass ein Fachgremium diese erst prüft), für Veröffentlichungen auf eigenen Webseiten gelten die nicht.
zu 3.: Ich kenne diesen Namen nicht, aber wenn er sich testen lässt, dann wird’s – vielleicht – spannend.
zu 1.: Die Wissenschaftlichkeit eines Testes hängt nicht davon ab, wer diesen organisiert. Es geht einfach darum, dass die verwendete Methode wissenschaftlich ist. Wenn sie das – sehr empfehlenswerte – Buch “Der Hund der Eier legt” lesen, dann werden sie sehen, dass bisweilen – in manchen Fachgebieten sogar häufig – Untersuchungen von Wissenschaftlern die methodischen Anforderungen nicht erfüllen können (… weil z.B. statistische Methoden falsch angewendet werden). In der Wissenschaft ist es übrigens völlig egal ob ein Mensch einen Titel oder eine Ausbildung hat – solange er sich an die Methodik hält werden seine Ergebnisse akzeptiert, wenn er sie denn hinreichend gut belegen kann.

20 04 2012
Niclas

wenn er das denn kann. Weil ein einziger Test auf der Bühne von James Randi natürlich auch Reproduzierbarkeit, Ausgrenzung von Faktoren, die das Ganze beeinflussen können etc. jegliche wissenschaftlichen Anforderungen erfüllt.

Sie haben die Kritik an Dean Radin noch immer nicht ausgeführt.:)

Was die zweite Quelle von Julia Beischl und Schwartz angeht bin ich mir ziemlich sicher, dass sie seriöser Natur ist, zumal die beiden von mehreren Parapsychologischen Forschungsinstanzen namentlich genannt werden, was Studien betrifft. Welche Fachgremien sollen denn passiert werden?
Schließlich wird Parapsychologie ja ohnehin als Scheinwissenschaft von Mainstreamwissenschaftlern eher ignoriert.

Die Ausbildung zum Wissenschaftler suggeriert zumindest, dass wissenschaftliche Methodik bekannt ist, was man bei Randi, und besonders anhand seiner Tests, nicht sagen kann. Zwar sind viele Tests aussagekräftig, bzw. erscheinen so, wissenschaftliche Untersuchungen stellen sie aber nicht da.

20 04 2012
wahrsagercheck

@Niclas
Ich habe lediglich wiedergegeben, wie sich Wissenschaftler wie Ray Hyman oder Robert T. Carroll zu Radin geäußert haben. Wer etwas behauptet – in diesem Falle Sie – ist auch belegpflichtig, und ihre Behauptung habe ich mit einer Gegenbehauptung (die sich auf die Expertise dieser beiden Wissenschaftler stützt) beantwortet. Wir können uns natürlich gerne über den “File-Drawer-Effekt” unterhalten (darum geht es), ich gebe aber zu, dass ich mich in diese spezielle statistische Methode erst wieder ein wenig einarbeiten muss.

Ansonsten gibt es selbstverständlich auch Fachliteratur der Parapsychologen. Dort werden die gleichen Review-Prozesse wie in anderen Wissenschaften benutzt. Die Ergebnisse sind allerdings weiterhin zweifelhaft, wenn solche Dinge passieren wie jüngst in diesem Fall.

Und nochmal: Der wissenschaftlichen Methode ist es schnurzpiepegal, ob derjenige, der sich ihrer bedient, siebzehn akademische Titel hat oder noch niemals eine Schule von innen gesehen hat.

Wie ich schin schrieb: Wissenschaftliche Ausbildung garantiert für nichts (da gibt es viele Beispiele) und auch Nobelpreisträger haben in ihrem Leben viel Unsinn erzählt (Paradebeispiel: Linus Pauling und sein Vitamin C Wahn: Der Mann hat propagiert, dass möglichst viel Vitamin C so ziemlich alle Krankheiten heilen kann, obwohl man schon damals wusste, dass dies schlicht und einfach Unsinn ist!).

20 04 2012
Niclas

und trotzdem geht Randi nicht wissenschaftlich vor. Ja, es gibt Tests, die negative Ergebnisse haben und solche mit positiven. Die Parapsychologischen Instanzen mit denen ich gesprochen habe, halten die Effekte für Real, haben teils verschiedene Erklärungen. Werde aber mal die Windbridge-Medien kontaktieren.

In diesem Sinne, liegt viel interessantes in der zukunft.

20 04 2012
wahrsagercheck

Nochmal: In der Wissenschaft geht es darum einen Effekt oder ein Experiment so zu beschreiben, dass andere es nachvollziehen bzw. nachstellen können. Erklärungen sind erst dann notwendig, wenn sich ein Effekt (der kann natürlich auch sehr klein sein) als stabil erweist. Sie haben es selbst geschrieben:

Ja, es gibt Tests, die negative Ergebnisse haben und solche mit positiven. Die Parapsychologischen Instanzen mit denen ich gesprochen habe, halten die Effekte für Real, haben teils verschiedene Erklärungen.

Die Effekte werden für real gehalten – solange sie sich nicht als stabil reproduzierbar erweisen, können andere sie für nicht real halten.
Solange also die Parapsychologen keinen Effekt nachvollziehbar und verlässlich reproduzieren können (darum geht es in der Wissenschaft) lohnt es sich nicht darüber nachzudenken.

20 04 2012
Niclas

es ist mit einer bestimmten wahrscheinlichkeit reproduzierbar, dies ist der fall. aber es ist eben situationsabhängig, was der eigentliche punkt ist, den ich öfters nenne. wenn die medien gestresst sind, kommt auch kein gutes reading dabei raus. Solche Dinge SIND reproduzierbar, aber treffen nicht in 100% der fälle ein. Umso schlimmer, dass Randi meist nur einen Test macht.

20 04 2012
Niclas

http://www.reason9.com/JP71_2007-2008_Beischel_Methods.pdf

die Studie wollt ich noch anfügen. Ist von Parapsychologen auch angesehen.

20 04 2012
wahrsagercheck

Wenn es mit einer bestimmten (vorher festgelegten) Wahrscheinlichkeit reproduzierbar wäre, dann wäre es reproduzierbar. Reproduzierbar heißt nicht zu 100%, sondern nur zu einem signifikanten Prozentsatz (so sind auch Randis Tests aufgebaut),
Bei solchen Tests werden die Bedingungen übrigens vorher ausgehandelt und von beiden Seiten per Unterschrift besiegelt. Das heißt, wer diesen Test dann durchführt, der hat auf die Testbedingungen allen Einfluß den er haben kann – allerdings muss die Wissenschaftlichkeit gewährleistet sein.

Bei den Rutengänger- und Pendlertests, die ich vor Jahren live mitbekommen habe, hatten die Testpersonen vorab bestätigt, dass alles zu ihrer Zufriedenheit vorbreitet war. In einem offenen Tests konnten sie vorher und nachher ihre Fähigkeiten zeigen … … während des echten Doppelblindtests dann jedoch nicht. Alle hatten übrigens vor der Auswertung des Tests großen Optimismus bezeugt …

20 04 2012
Niclas

pendel und routen sind ja nun durch ideomotorik erklärbar, das problem wär ja gelöst.

da die wirksamkeit von medien sowohl von den umständen, den medien selbst als auch den verstorbenen abhängig ist, können diese die wahrscheinlichkeit nicht vorraussagen. kann nur allgemeinernd für große gruppen auf ca. 86% gesetzt werden.

warum sollte ein medium also einen vertrag unterschreiben wenn es selbst weiß dass genau so gut nichts passieren könnte?

Zumal ja bei Beischel tripleblind-tests gelungen sind. abgesehn davon, wie gesagt, ich frag bei denen mal an und geb meine ergebnisse durch.

20 04 2012
wahrsagercheck

Ich selbst wäre vor einigen Jahren eine wunderbare Testperson für ein Medium gewesen. Aufgabe des Mediums: Auf welchen Namen wurde mein Vater getauft.
Ich selbst erfuhr erst im Rahmen meiner ersten Heirat, dass mein Vater seinen Vornamen im Alter von 26 Jahren ändern liess (nach dem Grund konnte ich ihn nicht mehr fragen).
Solche Tests würden als valide angesehen werden …

20 04 2012
Niclas

tja. windbridge.org. :D frag ihn ;)

schönen Abend noch, ich bin erst einmal weg. bis später vielleicht, ich geb bescheid, wenn ich medien getestet hab

25 04 2012
Martin Hermann

ich glaube, Adolf kam damals als Vorname irgendwie aus der Mode…

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