Nachwuchs für die Fluchmaschenbetrüger (Update)

18 01 2010

Es ist ja keine großartig neue Erkenntnis, dass die alte Wahrsagerabzockmasche immer noch zieht. Dem leichtgläubigen Opfer wird irgendein völlig schwachsinniger, über- (gefallene Engel) oder unterirdisch (gaanz böse Mächte, Teufel oder Ähnliches) motivierter Fluch eingeredet, dessen Beseitigung mit der Gabe ganz irdischer Euronen erfolgen kann. Hat das Opfer einmal Geld gegeben, dann  qualifiziert es sich automatisch für weitere Abzockversuche – bis entweder nichts mehr zu holen ist oder – wesentlich seltener – sich im Hirn des Opfers irgend ein Rest gesunden Menschenverstandes findet. Es kann nur ein Rest sein, denn warum sonst sollte man auf diese uralte, zig Mal publizierte Betrugsmasche sonst hereinfallen?

Im aktuellen Fall in Österreich war die gerade einmal 18-Jährige Täterin wohl auch etwas zu gierig und konnte nicht abwarten – warum sonst versucht sie nach erfolgreicher Abzocke von erstmal 3.600, und danach nochmal etwa 1.400  Euro das 26-Jährige Opfer gleich weiter zu melken? Hätte sie ein paar Monate gewartet (und dem Opfer den Fluch dann auch noch weggeredet) hätte sie wahrscheinlich weiter abzocken können – so brachte das Opfer dann ein paar Polizisten zur nächsten Geldübergabe mit …

Interessant sind die Kommentare bei dem Artikel des ORF. Nicht wenige sind der Meinung, dass das Opfer ja eine gewisse Mitschuld trägt … … ok, das mag ja sein, aber Betrug bleibt es in jedem Fall, und zwar mindestens. Dem Opfer wurde ein Bedrohungsszenario eingeredet, und es wurden negative Konsequenzen für die Nichtzahlung dieser Summe angekündigt. Klar ist das Opfer irgendwie mit schuld- jedes Kind mit katholischer Sozialisation merkt irgendwann, dass sich eben nicht der Himmel auftut und man selbst vom Blitz getroffen wird wenn man absichtlich oder aus Versehen irgendetwas “Verbotenes” tut – und von einer erwachsenen Frau erwartet man natürlich, dass sie solchen Humbug erkennen kann. Aber wie auch die Fälle aus der Vergangenheit zeigen gibt es viel zu viele Menschen, die mit solch einfachen Betrügereien auf Kindergartenniveau ausgenommen werden können. 5.000 Euro Schaden sind da ja eher eine Bagatelle … … können aber (wie in einem Fall in Deutschland) auch schon – mindestens – zu einer Bewährungsstrafe führen. Mal abwarten ob man diesen Fall noch weiter verfolgen kann …

Update:

Die junge Frau war ja wirklich ganz schön aktiv. Wie jetzt gemeldet wurde hatte sie mit dem gleichen Trick bereits letzte Woche 3.000 Euro abgesahnt …

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