Wie funktionieren Bachblüten?

18 05 2013

Na ja, gar nicht – aber Wolfgang Nitschke kann das viel besser erklären:





Dieses Mal am Montag: Lesebefehle! Folge 4: Neuer Homöopathieblog, Impfen und Heilmittelwerbegesetz

13 05 2013

Meiner Enthaltsamkeit beim Schreiben von Blogartikeln sind auch die Lesebefehle zum Opfer gefallen. Auch das soll sich wieder ändern …

Mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema Homöopathie beschäftigt sich ein neuer Blog seit Anfang Mai. Das Ziel von Autor Dr. Norbert Aust ist es dabei, die von Homöopathieanhängern immer wieder zitierten, vermeintlich positiven, Studien zu analysieren. Schon der erste Text zu einer – auch in der Sendung des BR erwähnten – schweizer Studie zu Homöopathie und ADHS ist absolut lesenswert. Auf jeden Fall ein Block zum bookmarken (ist das jetzt eigentlich korrektes Deutsch?):

Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

Bei panagrellus hatte ich schon länger nicht mehr vorbei geschaut, und damit fast ein Highlight versäumt . Er bezieht sich beim Abdruck einer wirklich eindrucksvollen Grafik zum Thema “Impfen” auf den “Skeptical Dad” Matt Kaiser, der die Grafik bei Mathew Herper (Forbes) gefunden hatte. Erstellt hat das Bild der Grafiker Leon Farrant. Erklärungen gibt es natürlich unter:

Impfen, impfen, impfen

Die im Heilmittelwerbegesetz versteckten Fallstricke haben kürzlich die DHU ins Stolpern gebracht. Sie waren so stolz darauf, dass Ursula Karven nicht nur für sie warb, sondern sich auch für den Playboy nackig machen durfte. Blöd nur, dass die Richter vom OLG Karlsruhe die Werbung der DHU als Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz einstufte. Näheres im GWUP-Blog:

Gericht verbietet Schüßler-Werbung mit Ursula Karven

Und wenn wir schon bei Schüßler-Salzen sind: Auf die folgende Beschreibung zu Schüßler-Salzen in Excanwahns Bullshit-Blog kann man nicht oft genug hinweisen:

Beschüßlersches Biodingsbums

… und auf jeden Fall bis zum Ende lesen. Der Nachtrag nach dem Quellenangaben ist absolut köstlich!





Immer wieder mittwochs: Lesebefehle! Folge 2: Aktuelles zur Homöopathie

16 01 2013

OK, da mit den Lesebefehlen wäre vollkommen ausufernd, wenn ich jeden interessanten Artikel hier nennen würde. Aber ich habe mir vorgenommen jetzt immer mittwochs ein paar aktuelle Artikel und Nachrichten zu einem Thema zusammenfassen …
Heute geht es um eine Ministerin, vermeintliche „Impfstoffe“, eine Diskussion auf Facebook und ein wenig Eigenwerbung.

Fangen wir mit Sebastian Bartoschek an, der sich bei den Ruhrbaronen mit den steilen Thesen seiner Gesundheitsministerin auseinandersetzt:

Homöopathie, Impfskepsis, Reiki – Wie gefährlich ist NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens?

(da bin ich ja froh, dass ich inzwischen nicht mehr in diesem Bundesland wohne)

Aktuell gibt es in Großbritannien wieder einmal ein Skandälchen mit einigen Anbietern von Homöopathika. Diese wollen sich partout nicht damit abfinden, dass sie ihre Zuckerkügelchen eben nicht mit einem Label verkaufen dürfen sollen, auf dem etwas steht was man als “kann impfen” verstehen kann.

Die BBC berichtet:

Homeopathic ‘vaccine pills’ should be withdrawn, says regulator

… und Edzard Ernst kommentiert wie immer sehr schön:

Time for the legal profession to have a serious look at homeopathy?

Bei ZeitWissen gab es auf Facebook am letzten Wochenende eine “Diskusssion” darüber, ob man weiter über Homöopathie forschen soll oder eben nicht. Man durfte auch mit “Likes” für die beiden Texte abstimmen, die entweder dafür oder dagegen waren. Ergebnis (15.1.; 23:20) 104:47 für die von Edzard Ernst vertretene Vernunftfraktion.

Klar, ich habe meinen Like der Vernunftfraktion spendiert – und werde das weiter tun, solange die Homöopathen nicht einmal zu dem einfachen Versuch bereit sind, den ich bereits vor über drei Jahren vogeschlagen habe:

Die Homöopathen kneifen – bis jetzt!





Zuhören! Claudia erklärt die Homöopathie …

21 11 2012

Ohne Kommentar:





Die Techniker Krankenkasse desinformiert ihre Kunden

19 10 2012

Acht Millionen Versicherte hat die Techniker Krankenkasse und ist damit die zweitgrößte Krankenkasse in Deutschland. Aktuell kann man sich dort eine Broschüre herunterladen in der es vermeintlich um “Mensch und Natur” geht – beim Lesen entpupppt sich das Ganze als profane Werbung für allerlei Scharlatanverfahren aus dem weiten Feld der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin. Wenn die TK damit ihre Kunden informieren wollte, dann wurde dieses Ziel gnadenlos verfehlt.

Das fängt schon mal damit an, dass die Broschüre schon im Vorwort 3 mal den völlig unsinnigen Begriff “Schulmedizin” (Huch, mein Tablet kennt den in der Wortvervollständigung auch!) verwendet. Aber ok, auch wenn dieser Begriff negativ konnotiert ist (weil Medizindie Lehre von der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen bei Menschen und Tieren” ist – und was braucht man mehr?), sehen wir mal darüber weg und lesen was sonst noch in diesem Werk zur Kundeninformation steht. 64 Seiten wollen ja befüllt sein …

Nach dem Vorwort geht es zunächst um die “innere Uhr” (Seite 4-11)  und die Ernährung (Seite 12-23) – beides Themen, bei denen besser informierte Personen gerne Kritik üben können (Kritik kann ja auch positiv sein), ich kenne mich da nicht so aus. Auf Seite 24 beginnt dann der Teil mit dem Titel “Natürlich gesund werden” – und da rollen sich mir mehrfach die Fußnägel auf. Dabei beginnt es noch ganz harmlos, und auf Seite 27 findet sich tatsächlich ein Abschnitt mit dem Motto “Kritisch prüfen“. Dabei findet sich auch folgender Text:

Vorsicht ist geboten, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlechtern. Es kommt leider immer noch zu oft vor, dass wichtige medizinische Maßnah-men verzögert werden, nur weil zu lange gewartet wird. Gehen Sie rechtzeitig zum Arzt.

Komisch, dass auf Seite 34 bei der Lobhudelei zur Homöopathie etwas ganz anderes steht:

Anfangs können sich dabei die Beschwerden zunächst verschlimmern, [...]

Äh, was jetzt? Soll man dann zum Arzt gehen? Oder abwarten? Bei der Homöopathie finden sich eh wunderbare Aussagen, z.B. diese (Seite 35):

Mit jeder Stufe der „Potenzierung“ wird das Mittel stärker verdünnt und dadurch in der Vorstellung der Vertreter der Homöopathie immer wirksamer – ein scheinbares Paradoxon, das die Homöopathie auszeichnet.

Das ist kein scheinbares Paradoxon, sondern schlicht und einfach Unsinn. Das ist keine “Auszeichnung”, sondern ein Beleg dafür, dass es sich bei der Homöopathie um ein Denkgebäude handelt, das einfach unseren heutigen, vielfach bestätigten, wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Diese “Vorstellung der Vertreter der Homöopathie” erweist sich eben als falsch! Es ist schon eine erstaunliche Folgerung, dass man die Tatsache, dass dieser Unsinn  jeder wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht, als “Auszeichnung” darstellt.

Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten in diesem Pamphlet. Während ganz allgemein auf Seite 25 das hohe Lied der Koexistenz beider Richtungen gesungen wird …

Aus der streng abgegrenzten „Alternativmedizin“ hat sich heute mehr und mehr eine ergänzende „Komplementärmedizin“ entwickelt, die gleichzeitig eingesetzt wird. Und das entspricht den Bedürfnissen der meisten Menschen: Über zwei Drittel der Bevölkerung wünschen sich, dass Naturheilkunde und Schulmedizin zukünftig Hand in Hand arbeiten. So kann die konventionelle Medizin die Krankheit behandeln, während gleichzeitig die Naturheilkunde die Selbstheilungskräfte anregt und die „gesunden Anteile“ des Menschen weiter kräftigt.

… gilt das offensichtlich nicht innerhalb der Quacksalberverfahren – Entschuldigung, ich meinte natürlich der Naturheilkunde. Oder warum sonst wird unter “Homöopathie oder Schüßlersalze – ein Unterschied?” (Seite 34) folgendes geschrieben:

Während einer homöopathischen Behandlung sollten übrigens keine Schüßlersalze eingenommen werden, weil der behandelnde Arzt sonst nicht mehr unterscheiden kann, was wirkt.

Der Arzt kann bei jeder Mischung von Therapieverfahren nicht wissen, was im Endeffekt gewirkt hat, wenn es denn gewirkt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Homöopathie (oder die Schüßlersalze oder was auch immer) war, ist aber gegenüber anderen, wissenschaftlich erforschten Heilmethoden (… oder einfachen Nichtstun) so verschwindend gering, dass eine solche Aussage nicht mehr als eine Werbung für ein in allen wissenschaftlich relevanten Tests gescheitertes vermeintliches Heilverfahren darstellt. Dies den Kunden mit positiver Konnotation zu präsentieren ist entweder eine glatte Lüge oder absoluter Unwissenheit geschuldet.

Der absolute Hammer findet sich aber auf Seite 32. Es geht um Phytotherapie, und da werden auch die (mit der Phytotherapie absolut inkompatiblen) Bachblüten erwähnt. Es heißt dort:

Für die Wirksamkeit dieses Verfahrens gibt es noch keine wissenschaftlichen Beweise.

Stimmt, und tausend Argumente warum bei diesem Zeugs nichts außer den beliebten Placeboeffekten wirken kann! Aber Wahrheit, wissenschaftliche Erkenntnisse und echte Verbraucherinformation scheinen die Techniker Krankenkasse sowieso nicht die Bohne zu interessieren.

Das Ganze ist in großen Teilen leider nur eine halbgare Werbepostille für wissenschaftlich nicht haltbare Pseudomedizin und verfehlt ihr Ziel (Kundeninformation) völlig. Ich bin fast froh, dass ich bei einer anderen Krankenkasse untergekommen bin!





Sensation: Homöopathiekonzern zahlt Geld zurück

23 04 2012

Der Homöopathiekonzern Boiron – das ist der mit der unendlich verdünnten Ententeilen, der bereits vor einigen tagen hier erwähnt wurde – zeigt sich kundenfreundlich, zumindest in diesem einen Fall. Was war passiert? Ganz einfach: Carrie, die eine Hälfte des wunderbaren Podcasts Oh No, Ross and Carrie! hatte sich nämlich einem heroischen Selbstversuch unterworfen. Das war übrigens ganz im Sinne des Untertitels des Podcasts: “we show up so you don’t have to.” – durch den man sich zum Beispiel den Besuch eines Kreationistenmuseums dank ihres sehr lustigen und lehrreichen Berichts ersparen kann.
Auf YouTube hat sie aber nicht nur ihren Schnupfen dokumentiert, sondern auch ihre Anfragen wegen des verwendeten Boiron-Homöopathikums.

Sehr schön ist natürlich schon nach etwa o:45 Minuten die Antwort des “Poison-Centers” – also einer Art Giftnotrufzentrale – auf ihren Anruf, sie hätte versehentlich die doppelte Dosis eingeworfen. Was die Worte “bogus” und (total!) “rip-off” bedeuten kann jeder, der des Englischen nicht mächtig ist, bei Leo nachlesen. Da die Boiron-Dame bei ihrem Rückruf nur ziemlich lächerliche Ausflüchte findet, schreibt Carrie noch einen Brief, legt die Rechnung bei und wartet …

… und das Unglaubliche passiert: Boiron ersetzt ihr die bezahlten 10,29$ – mittels eines echten Schecks (also keine homöopathische Bezahlung!), für den das Unternehmen nochmals 6 $ löhnen muss. Man mag sich gar nicht vorstellen was passieren würde, wenn das alle Käufer von Homöopathika machen würden …

Ich glaube ja nicht, dass deutsche Hersteller von Homöopathika ähnlich kundenfreundlich agieren würden. Aber vielleicht sollte man’s mal versuchen – ist ja gar keine schlechte Idee …





Nachtrag zur Woche der Homöodingsbums

13 04 2012

In den Begleitmaterialien zur Woche der Homöopathie (Motto: Homöopathie bei unerfülltem Kinderwunsch) sind auch zwei Studien angegeben, die Belege für die Wirksamkeit der Verschüttelungsmedizin bei diesem Thema liefern sollen. Der RatioBlog hat sich die Studien unter dem Titel “Macht Homöopathie Kinder?” angesehen. Die eine Studie (Männer) sagt nichts aus, bei der anderen (Frauen) werden gar keine “richtigen” Homöopathika getestet (es ist ein so genanntes Komplexmittel mit drei Wirkstoffen in der “Potenzierung” D5 – also nichts anderes als ein stark verdünntes “normales” Arzneimittel), was aber bei einem nicht signifikanten Ergebnis sowieso egal ist.

Aber so sind sie, die Homöopadingenskasper. Die Realität wird ausgeblendet, wenn sie nicht zum eigenen Weltbild passt. Mein Lieblingsbeispiel fand sich schon vor einiger Zeit ebenfalls beim RatioBlog: Hier zeigten sich Wirkungsunterschiede ganz offensichtlich in Abhängigkeit vom Alkoholgehalt (also dem Verdünnungsträger!) der verschiedenen verwendeten Mittelchen – diese widersprachen vollständig der homöopathischen Leere, aber die Homöopathen schrieben trotzdem ein positives Ergebnis für ihre Verschüttlungen auf.

Und dass aus Marketinggründen auch ganz klar formulierte Sätze aus einer Studie umdefiniert werden zeigt dieser Bericht bei Excanwahn





Die Woche der homöopathischen Widersprüche

10 04 2012

Aktuell haben wir ja die Internationale Woche der Homöopathie. Zeit für den RatioBlog auf eines der absurdesten Homöopathika hinzuweisen, das es überhaupt gibt: Oscillococcinum – das Zeugs, das zwar irgendwie aus Entenleber hergestellt werden soll, das aber bei dieser Potenzierung Verdünnung (C200 = 1:10 hoch 400 – das Abtippen der vielen Nullen erspare ich mir jetzt) absolut gar keine Entenleber enthalten kann. Der Hersteller hatte es im letzten Jahr zu einiger Berühmtheit gebracht, da er drohte einen italienischen Blogger wegen eines kritischen Artikels abzumahnen (es gibt natürlich noch viel mehr Links zu diesem Thema …).

Das Motto der diesjährigen Woche ist sehr interessant: Homöopathie bei unerfülltem Kinderwunsch
In der kurzen Beschreibung werden natürlich auch vermeintlich wissenschaftliche Untersuchungen erwähnt, die zeigen sollen, dass mittels Homöopathie bei Männern die Anzahl der Spermien steigt. Ist das aber nicht vollkommen unhomöopathisch? Müsste nicht bei Männern mit einer hohen Spermienverdünnungpotenzierung mit einer viel höheren Fertilisationsrate gerechnet werden? In etwa so wie in diesem schönen Bild:

Und selbstverständlich gibt es auch das Homöopathikum Sperma hominis

… wobei ich gar nicht darüber nachdenken möchte wie das Zeugs in den verschiedenen Darreichungsformen Globuli, Tropfen und Zäpfchen (die Größe ist leider nicht angegeben) zur Anwendung kommen soll.

Noch schöner ist aber diese Seite. Es geht um “Cousto´s neues Verfahren zur Herstellung von Hochpotenzen für die homöopathische Medizin“, das im Folgenden beschrieben wird. Eindrucksvoll ist schon der Anfang des Textes:

Der Schweizer Mathematiker und Musikforscher Hans Cousto ist durch seine Publikationen über das von ihm entdeckte Gesetz der “Kosmischen Oktave” und den daraus hervorgegangen planetaren Tonfrequenzen weltweit bekannt geworden. Die Planetentöne werden von Therapeuten insbesonders für die Tonakupunktur mit Stimmgabeln angewendet (Ausführliches hierzu unter tune in).

Durch die konsequente Anwendung des Oktavgesetzes und neuer Erkenntnisse aus der Forschung von Hans Cousto im Bereich der klassischen Homöopathie entstand eine vollkommen neue Art der Herstellung von Hochpotenzen. Die ersten Grundüberlegungen basieren auf der Frage, warum eigentlich die Hochpotenzen nach Hanemann im Dezimalsystem hergestellt werden, obwohl weder die chemischen Elemente, noch der genetische Code auf der Basis 10 aufbauen. Sich auf die Schwingungsgesetze der Natur berufend, kam die Einsicht, daß die homöopathischen Hochpotenzen nicht mehr auf der Basis 10 sondern auf der Basis der 8 hergestellt werden müssen!

Der Rest ist so richtig herrlich abgedrehtes Wort- und Zahlengeschwurbel (auch die anderen Seiten dieser Internetpräsenz sind absurd: z.B. die erwähnte “Phonophorese“, also Tonpunktur – eine Art Akupunktur mit Stimmgabeln!!!), dass man fast überliest, dass der Autor hier tatsächlich Spermien schüttelt. Eine völlig neue Potenzierungsschreibweise ist dem Mann auch eingefallen: “CCLVI 16“, also 256 hoch 16. Wenn man bei Erwähnung des “Hare Krishna” Mantras (in voller Länge tatsächlich 32 Silben – passt also zur Basis 8) und irgendwelchen Mandalas als weitere Schüttelhilfsmittel glaubt, das war’s jetzt an Abstrusität, dann setzt der Mann locker noch eins drauf:

Eine Musik zur Begleitung dieser Schüttelvorgänge sollte im Ton G mit 194,18 Hz gestimmt sein, da die Hauptresonanz der DNS-Ketten ein G ist und ein G auch der Tageston der Erde ist.

Und natürlich hilft das:

Die Wirkung dieser Spermahochpotenzen ist übrigens erstaunlich – eine ganze Reihe von Freunden haben mir das schon nachgemacht und sind danach echt geiler geworden.

Nur das Ende dieser Seite ist eine Enttäuschung, ja eigentlich sogar ein Skandal! Der Autor weist auf Nebenwirkungen hin! Seine und seiner Freunde selbstgeschüttelte homöopathische Spermien (das meine ich natürlich nur im Sinne seiner beschriebenen Anweisungen) haben negative Auswirkungen:

Eine ganze Reihe hat allerdings so zwei bis drei Wochen nach Beginn des Einnehmens über Nierenschmerzen geklagt.

Ist das der Preis für’s – na ihr wisst schon? Ist ja nicht allzu hoch, denn …

Diese sind dann aber nach etwa 2 bis 3 Wochen wieder verschwunden (ohne absetzen der Hochpotenz).

Na bitte! Und was machen die – offensichtlich – Jungs dann:

Nun sind wir da am Weiterexperimentieren – und am Genießen der Wirkung !

Die Vorstellung ist betäubend: Ein paar Männer sitzen bei eigenartiger Musik, Mantras murmelnd vor Mandalas … …  und wenn sie nicht gestorben sind dann schütteln sie immer noch, und schütteln und schütteln und schütteln …





Vermeintliche und echte Aprilscherze – mit und ohne Homöopathie

4 04 2012

Ich bin ja kein großer Freund von Aprilscherzen. Entgehen kann man ihnen kaum, und zumindest in den Medien gibt es immer mal wieder den einen oder anderen, der mir zumindest ein Schmunzeln, wenn nicht gar ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Dieses Jahr war es eine Meldung in Telepolis. Natürlich ist es Quatsch, dass die Bewohner der ehemaligen DDR für ihren damaligen Konsum des Westfernsehens von der GEZ nachträglich zur Kasse gebeten werden sollen. Andererseits – und das macht für mich einen guten Aprilscherze aus – liegt diese Meldung gar nicht so weit neben der Realität. Vielleicht wurde dieser Scherz ja wirklich von dieser echten Meldung inspiriert: Ein Mann soll für die Zeit seiner Obdachlosigkeit GEZ-Gebühren nachzahlen

Wissenschatliche Scherze sind bisweilen schwerer zu entdecken. In Brasilien versuchte der Scientific American mit einer Homöopathiestory den 1. April zu feiern. Den Text selbst fand allerdings nicht nur ich wenig lustig, denn das Ganze könnte ohne eine einzige Änderung tatsächlich in irgendeinem Homöopathiebuch stehen. Das Ganze beginnt – wie hier berichtet wird – so:

Homeopathy is known as an alternative treatment for human beings, but few people know about its utilization on animals, plants, soils, and water. This technique is the target of critiques regarding results and efficacy.  One of them is about the “placebo effect” of its remedies, which do not contain any trace of the raw material used in its preparation. To answer this criticism, a clarification is necessary: homeopathy is not related to chemistry, but to quantum physics, because it works with energy, not with chemical compounds that can be qualified and quantified.

Aber Moment! War das jetzt überhaupt ein Aprilscherz oder meint der brasilianische Scientific American das Ernst? Gibt es überhaupt eine brasilianische Version des Scientific American? Ok, die letzte Frage lässt sich einfach beantworten: Ja, es gibt eine. Um die erste Frage zu beantworten müsste man schon mehr über den Artikel wissen. Auf der verlinkten brasilianischen Internetseite konnte ich ihn nicht finden (das muss aber nichts bedeuten, denn ich kann kein portugiesisch). Ein Aprilscherz auf der zitierenden Seite kann man ausschließen, denn der Artikel trägt das Datum 3. April. So darf also weiter – zum Beispiel hier – darüber diskutiert werden, ob das jetzt ein missglückter Aprilscherz oder völlig missglückte Wissenschaft war. Letzteres wäre viel ärgerlicher!

Bei diesem Beitrag in den Science-Blogs geht es – zum 1.April – auch um Homöopathie, bzw. einen vermeintlichen Beweis dafür. Hier erschließt sich der Scherz auch nicht beim schnellen Querlesen, aber es reichen schon ein genauer Blick auf die ersten beiden Sätze nach der Einleitung:

Behandelt wurden Menschen, die mindestens 5 Jahre an morbus algia imperceptible litten, einer sehr seltenen Schmerzerkrankung des Metencephalon. Die Studie wurde an 5.000 Patienten und Patientinnen in einem Krankenhaus in Barcelona durchgeführt.

Eine sehr seltene Krankheit soll an 5.000 Patienten über 5 Jahre beobachtet worden sein? Das ist natürlich lächerlich, aber noch lächerlicher ist, dass die Krankheit ja “imperceptible”, also gar nicht wahrnehmbar sein soll.

Interessant wird in beiden Fällen sein, ob nicht vielleicht irgendwelche Homöopathen diese Artikel auf ihrer Homepage oder in irgendwelchen Veröffentlichungen als Argument dafür verwenden, dass ja sogar die „richtige Wissenschaft“ sich durchaus positiv zu ihrer glaubensbasierten Pseudomedizin äußert. Dass Aprilscherze – wenn sie gut gemacht sind – durchaus ein längeres Eigenleben führen können, war im Mathlog nachzulesen: Eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung aus diesem SB-Artikel zum 1. April 2009 fand ihren Weg sogar in die deutschsprachige Wikipedia – und wurde erst nach der Veröffentlichung des Mathlog-Artikels bereinigt.

Auf Heilpraxis.net scheinen die Autoren ein wenig verpennt zu haben, denn ihr Aprilscherz stammt vom 2. April. Alleine die 2. Überschrift spricht Bände:

Anti-Homöopathie-Gegner planen keine Aktionen mehr

Herrlich! Den Rest kommentiert Bernd Harder - inclusive echter homöopathischer Tipps – auf dem GWUP-Blog.





So funktioniert die Alternativmedizin

31 10 2011

Oh Mist! Da habe ich es tatsächlich geschafft bisher kein einziges Mal xkcd-Cartoons zu empfehlen … … dabei gibt es dort doch so viel Schönes zu entdecken. Zum Beispiel diese absolut treffende Beschreibung der Alternativmedizin – äh, ich meine natürlich Alternativliteratur:








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