Falsches Blechhoroskop!

27 02 2009

Auf der österreichischen Nachrichtenplattform news.at gibt derzeit eine Diashow zur DVD-Veröffentlichung des Pixar-Animationsfilms Wall-E. Wie in solchen Fällen nicht unüblich gibt es auch ein kleines Gewinnspiel – na ja, eigentlich ist es eher eine Art organisierter Datensammlung, denn „Mitspieler“ müssen lediglich ihre eigenen Kontaktdaten im Antwortformular erfassen.

Zu gewinnen gibt es dabei etwas durchaus Ungewöhnliches: ein Partnerhoroskop von tierkreis.at. Zur Motivation dieses Gewinns gibt es dazu noch eine 5-seitige astrologische Würdigung der Blechbüchsenliebesgeschichte zwischen Wall-E und Eve, die man sich sogar als pdf herunterladen kann.

Der Autor – Astrologe Gerald Peraeus – schildert die animierten Roboterprotagonisten als Vertreter verschiedener astrologischer Prinzipien, und hat sogar ein Horoskop für Wall-E zu bieten. Als „Geburtsdaten“ verwendet er den 27.6.2008 mit der Uhrzeit 20:00 Uhr und dem Ort Washington. Wie er darauf kommt beschreibt er auch:

Nachstehend die Radix der Premiere in den USA bezogen auf die Hauptstadt Washington.

Dass diese Daten rein willkürlich gewählt sind, das zeigt schon ein Blick auf die Releaseinfos des Films. Die Premiere fand nämlich bereits am 23.6.2008  statt, und – wie es sich für einen Kinofilm gehört – in Los Angeles. Die „Geburtszeit“ ist ebenfalls willkürlich gewählt, denn da der Film auch Kinder ansprechen sollte dürfte er am ersten offiziellen Spieltag (das war der 27.6.2008) selbstverständlich auch schon vor der Abendvorstellung gelaufen sein. Aber im Horoskoptext passt ja alles astrologisch soooo schöööön zusammen … … dann müssen diese Daten einfach „richtig“ sein.

Ein rein logisches Problem habe ich aber mit den Geburtsdaten von Eve. Hat diese Blechbüchse nicht die selben Geburtsdaten wie Wall-E? Falls nein, warum nicht? Falls ja, wie kann Eve dann – wie von Herrn Peraeus in seinem Text beschrieben – ein ganz anderes „astrologisches Prinzip“ vertreten? Na ja, Logik ist ja bekanntlich nicht die Stärke der Astrologen …

Insgesamt muss man natürlich Herrn Peraeus gratulieren: auf die Idee die DVD-Veröffentlichung eines Animationsfilms als Werbeträger für seine unsinnigen astrologischen Dienste zu benutzen muss man schliesslich erstmal kommen.

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