Haftstrafe für Wahrsagerin

19 03 2009

Der Prozess gegen eine Kölner Wahrsagerin in Stuttgart ist zu Ende. Zwei Jahre und neun Monate lang kann die nun Verurteilte ihre “Dienste” lediglich hinter Gefängnismauern anbieten. Zwar hatte die Staatsanwaltschaft eine weit höhere Strafe gefordert, aber die Dummheit ihrer Kunden (die ja “freiwillig” bezahlten) wurde strafmildernd angerechnet. Ganz freiwillig haben die natürlich nicht bezahlt, denn sie wurden von der Wahrsagerin massiv unter Druck gesetzt. Und die kurz skizzierten Einzelfälle zeigen wie so oft: Menschen in Lebenskrisen sind leichte Opfer für Scharlatane und  Betrüger – und für die Täter wirkt sich die Schwäche der Opfer sogar noch strafmildernd aus.
Dass die Frau – laut Stuttgarter Nachrichten – einen “Wahrsager-Gewerbeschein” hatte verwundert mich. Kann man tatsächlich in diesem unseren Lande einen Gewerbeschein zum Betrügen von Kunden erwerben? Oder war es ein “Irgendwelche- Beratungsdienstleistungen-Gewerbeschein-zu-Unterhaltungszwecken”, mit dem die Verurteilte auf Kundenfang ging? Im letzteren Fall war das für die Geschädigten eine sehr teure “Unterhaltung” …
Wie hoch die Dunkelziffer bei solchen Betrügereien ist möchte ich mir gar nicht ausmalen. Nur wenige haben den Mut öffentlich zu bekennen, dass sie auf diese Art ausgenommen wurden. Da meine Telefonnummer über die GWUP-Seiten leicht ermittelbar ist erhalte ich im Schnitt ein Mal pro Monat Anrufe von auf diese oder ähnliche Weise Geschädigten, die jedoch nicht bereit sind darüber in der Öffentlichkeit zu reden – auch wenn der angerichtete monetäre Schaden schon mal locker für den Kauf eines kleinen Neuwagens (mal mit, mal ohne Abwrackprämie) gereicht hätte.








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