Polizei warnt vor Betrugsmasche vermeintlicher Wahrsagerin …

20 07 2009

Die bayerische Polizei warnt vor einer vermeintlichen Wahrsagerin, die in den letzten Tagen in Günzburg und Kempten geschätzte 40.000 Euro ergaunert hat. Auch wenn der erste Teil der Masche der Täterin alles andere als neu ist (dass man seinen Opfern Angst vor irgend einem Unheil einredet um dieses dann gegen Entgeld irgendwie zu beseitigen, das kennt man von einer Vielzahl esoterischer Abzockangebote), so ist der dann folgende „Trick“ älteren Kinofans aus der Anfangssequenz des 1974 mit 7 Oscars prämierten Filmklassikers „Der Clou“ bestens bekannt:

Chicago 1936: Der junge Trickbetrüger Johnny Hooker und sein erfahrener Kollege Luther Coleman betrügen einen Gangster namens Mottola. Luther täuscht als reicher Mann verkleidet einen Diebstahl seiner Brieftasche vor. Er bittet Mottola, einen größeren Betrag als Schutzgeld bestimmt für ihn schnell an einem bestimmten Ort abzuliefern. Johnny zeigt ihm, dass er sein Geld, in einem Taschentuch eingewickelt, in der Hose verstecken soll. Dabei tauscht er das eingewickelte Geld von Mottola geschickt gegen ein Päckchen mit wertlosem Papier aus. Mottola steigt in ein Taxi und wundert sich, dass ihm jemand so viel Geld anvertraut hat. Er fährt, anstatt das Geld wie vereinbart abzuliefern, in die entgegengesetzte Richtung und bemerkt, dass die beiden ihn reingelegt und um elftausend Dollar erleichtert haben.

In Günzburg lief das ganz ähnlich ab:

Am 14.07.09, gegen 10.30 Uhr, begab sich eine 54-jährige Frau auf den Wochenmarkt in Günzburg. Dort wurde sie von einer ihr unbekannten Frau mit vermutlich osteuropäischer Herkunft angesprochen, die sich als Wahrsagerin ausgab und der Frau einredete, dass sie sehr krank sei und die Ärzte ihr nicht helfen könnten. Eine zweite Täterin kam hinzu und bekräftigte die Heilkraft der Wahrsagerin.

Soweit so gut, aber mit dem bischen Geld, das man normalerweise beim Besuch des Wochenmarkts in der Tasche hat gaben sich die Betrügerinnen nicht zufrieden, denn …

Die Frau wurde überredet, ihr ganzes Bargeld in Scheinen von zu Hause zu holen, wobei ihr versichert wurde, dass ihr Geld bei ihr bleibt und es nur zur Heilung benötigt würde. Die Frau ging mit einer Täterin nach Hause, holte ihr ganzes Bargeld und die beiden Frauen trafen sich anschließend mit der zweiten Täterin im Stadtzentrum.

… sie wollten – natürlich – mehr, bekamen es auch und verschafften sich 3 Tage Vorsprung:

Auf einer Parkbank packte nun eine der Täterinnen das Geld in ein von ihr mitgebrachtes neues Geschirrtuch, verschnürte das Päckchen und gab es der Frau. Diese sollte das Päckchen nun 3 Tage unter ihr Kopfkissen legen, nicht öffnen und dann wollte man sich an gleicher Stelle wieder treffen. Als die Geschädigte am 18.07.09, um 05.00 Uhr, zuhause das Päckchen öffnete, befanden sich darin nur Papierschnipsel. Sie hatte nicht bemerkt, wann die zwei Päckchen miteinander vertauscht wurden.

Wie die Polizei weiter berichtete scheinen die Betrüger schon länger unterwegs zu sein:

Ein vergleichbarer Fall hatte sich bereits vor wenigen Tagen in Kempten ereignet. Auch hier wurde einer Frau eine Erkrankung suggeriert. In den beiden Fällen konnten die vermutlich identischen Täterinnen insgesamt rund 40.000 Euro ergaunern. Offensichtlich handelt es sich um überregional agierende Täterinnen. Ähnliche Fälle wurden aus anderen Regionen Schwabens ebenfalls gemeldet. Die Polizei warnt dringend davor sich auf entsprechende „Geschäfte“ einzulassen. Bei Antreffen der Personen wird um umgehende Verständigung der Polizei gebeten.

Schon im April dieses Jahres hatte der Ratgeber-News-Blog von einer ähnlichen Warnung berichtet, nachdem eine einschlägig vorbestrafte „Fluchaustreiberin“ 2 Jahre nach ihrer Verurteilung wieder im Raum Aalen aufgetaucht war…

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2 responses

27 07 2009
Udo

Die miesen Abzockermethoden angeblicher Hellseher, Wahrsager und Konsorten verbreiten sich wohl in zunehmenden Maße und erfreuen sich allem Anschein nach wachsender Beliebtheit.

So warnte auch die Polizei Stade (Niedersachsen) Ende Mai 2009 vor einem dreisten Abzocker, welcher sich „Krysto de La Tour“ nennt, und bevorzugt ältere Damen durch dubiose Anschreiben – natürlich mit völlig absurden Inhalt – um Geldbeträge erleichtern will. Dass es sich hierbei nur um relative geringe Beträge (um deren Überweisung er bat) handelte, dürfte meines Erachtens dabei wohl eine untergeordnete Rolle spielen…

Es ist immer wieder erstaunlich, dass es Personen gibt, die auch noch auf solche offensichtlich betrügerischen Methoden solcher Gauner(innen) hereinfallen…(!?)

Diese oftmalige blinde Gläubigkeit an irrationalen esoterischen Humbug ist und bleibt für mich ein Rätsel. Oder liegt es etwa daran, dass bereits länderübergreifend ein großer Anteil der Bevölkerung an rasant zunehmender esoterischer Verblödung leidet?

6 03 2010
valentina

wurde in letzter Zeit sehr oft von den so gennanten Wahrsagern angeschtieben. es ist unglaulich wie es ihnen immer wieder geligt die Menschen reinzulegen. Bin selbst da drauf rein gefallen. Habe hier endlich viele ,,Wahrsager“ entlarfen können dadrunter auch diesen Krysto.

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