Das Blabla der Feiglinge

28 09 2009

Nein, ich äußere mich hier nicht zum Ergebnis der Bundestagswahl. Warum auch? Die Überschrift würde selbstverständlich zu den Aussagen der Wahlkämpfer in den letzten Wochen passen, aber bei denen weiß man ja wie’s gemeint ist. Lustig fand‘ ich nur, dass die Linke hintereinander die Plakate „Reichtum für alle“ und „Reichtum besteuern“ an die Straßen gehängt hatte, was zusammen ein wenig überraschendes „Alle besteuern“ ergibt.

Aber nun  zu den wahren Meistern des Wahlblablas, denn die gewohnt windelweichen astrologischen Prognosen mit eingebautem Hintertürchen schienen bei dieser Wahl ganz besonders weit verbreitet zu sein. OK, der Wahlsieg von Angela Merkel hat nicht wirklich überrascht. Diesen schon zu Jahresbeginn vorauszusagen war also nicht allzu schwer. Die Frage nach der zukünftigen Koalition war auf Grund der Umfrageergebnisse dieses Jahres nur in den letzten Wochen ein wenig spannender. Die Demoskopen hatten ja schoin seit Monaten auf Schwarz-Gelb getippt, waren allerdings durchaus vorsichtig, da sie zum einen natürlich die hohe Anzahl unentschlossener Wähler noch mit berücksichtigen und zum anderen natürlich auch ihre „Unschärfe“ (die bei solchen Umfragen in der Regel bei +-2% liegt) in Betracht ziehen mussten. Die Astrologen müssen solche Unschärfen natürlich nicht berücksichtigen, denn wie die Sterne am Wahltag stehen ist extrem genau vorausberechenbar. Trotzdem wollte sich die Sterndeuterfraktion nur wenig genau äußern und lieferte neben ausufernden Konjunktivformulierungen immer wieder irgendwelche wenns, die sie daran hinderten eine klare und deutliche Prognose  aus den Sternen herauszulesen. Ich würde das ja einfach als Feigheit vor der Prognose bezeichnen. Und die Ausreden sind vielfältig – zum Beispiel fehlen einfach Daten … … aber wieso macht man überhaupt eine Prognose wenn die Daten fehlen?

Angela Merkel hat sehr gute Aussichten, Kanzlerin zu bleiben. Probleme könnte es mit der Koalitionsbildung geben. Die FDP dürfte sicher mit dabei sein, die SPD wohl nicht. Von den Grünen habe ich zu wenige Daten, sie könnten gut im Trend liegen. (Konrad Gruber)

Am Ende bleibt die Abwägung bei den Parteien ähnlich schwierig und fraglich wie bei den Kandidaten. Wenn bereits mit drei Parteien bzw. Kandidaten kein einheitliches Ergebnis erzielt werden kann, so erübrigt es sich meines Erachtens, tiefer in die Diskussion weiterer Parteien einzusteigen. (Gerhard Lukert,,der trotzdem – richtig – auf Schwarz-Gelb setzte)

Aber damit hat der Astrologe natürlich auch gleich ein Feigenblatt parat, wenn seine Prognose eben nicht stimmt. Andererseits wird natürlich jede Erwähnung eines richtigen Ergebnisses als Treffer gefeiert. Da ist es auch ganz egal, ob die Details stimmen:

Dennoch: sowohl Venus, als auch Mars haben eine positive Beziehung zum MC. Daher meine Voraussage: es wird knapp für CDU/FDP reichen. (Markus Termin am 26.9. in seinem Blog)

So richtig knapp war es dann ja doch nicht, aber immerhin CDU/FDP war richtig. Nur 2 Wochen vorher (am 12.9.) las sich das beim gleichen Autor noch etwas anders:

Wie aber geht die Wahl aus? Ich rechne damit, dass sie entweder wird wiederholt werden müssen, oder aber die nächste Regierung recht bald Neuwahlen wird ansetzen müssen. Und zwar wegen des Merkur rückläufig. (Markus Termin am 12.9. in seinem Blog)

Aha, und weiter:

Und es wird an den Mehrheitsverhältnissen liegen. Es wird schlicht ganz knapp nur für eine große Koalition reichen, weil sich die Grünen weigern werden, mit der FDP zu regieren. Die Piratenpartei wird um die drei Prozent bekommen. Die Linken werden enorm zulegen, aber nicht genug, um eventuell mit SPD und den Grünen zu regieren.

Ach was! Damals also eher „Große Koalition“ und jetzt „Schwarz-Gelb“? Da müssen sich die Sterne ja inzwischen ganz schön weit verschoben haben, oder? (@Markus Termin: die Texte habe ich natürlich gesichert- nachträgliche Änderungen ihrerseits kann ich jederzeit mit den entsprechenden Originaldateien kontern – da ist mir der rückläufige Merkur schnurz).

Wirklich überraschend scheint jedoch für die Sterndeuterfraktion der klare Wahlausgang gewesen zu sein. Angela Merkel scheint ja zur Zeit alles daran zu setzen, diese Prognose von Iris Treppner zu widerlegen:

Aus astrologischer Sicht liegt deshalb der Verdacht nahe, dass es Neuwahlen geben könnte, weil eine Regierungsbildung fehlschlägt, bzw. es wird eine geraume Zeit in Anspruch nehmen, bis Verhandlungen der verschiedenen Parteien einen günstigen Ausgang finden.

Aber Frau Treppner war mit dieser Einschätzung ja nicht alleine (siehe die Wahlprognosen von gestern, insbesondere Manfred Gregor und Wilma Sommer) – und offensichtlich ist es der Realität völlig egal, welchen Verdacht irgendwelche Schwurbifexe aus astrologischer Sicht äußern. Wenn die Astrologen schon mutiger deuten, dann verschieben sie diese Teile der Prognose gerne in die weitere Zukunft. So nicht nur der bereits erwähnte Manfred Gregor (Neuwahlen mit Parlamentseinzug der Piraten und Gabriele Paulis Splitterpartei) auch Silivia Grotsch traut sich hier eine ungewöhliche Prognose zu:

Im Horoskop von Angelika Merkel sieht man derzeit keinen Grund, dass sie die Wahl am Sonntag verliert. Die folgenden vier Jahre könnten für sie jedoch zu einem Abbruch ihrer Karriere führen, denn sie steht unter starken Spannungen und Angriffen.

Ja, ja – wieder mal der beliebte Konjunktiv „könnte“ … … mutige Auguren mit klaren Prognosen scheint es einfach nicht zu geben.

Bei all den Widersprüchen, die im Wahlhoroskop auftauchen, fragt man sich, ob überhaupt eine Einigung zustande kommt. Es wird auf jeden Fall schwierig, Mitglied der kommenden Regierung zu sein, denn die neue Regierung wird von Streit und schwer beizulegenden Differenzen geprägt sein.

Wenn Frau Grotsch mit diesen Worten Recht hat, dann werden die nächsten Jahre jedenfalls nicht langweilig.

Am Ende möchte ich noch die meiner Meinung nach genialste Prognose zu dieser Wahl prämieren. Erwähnt hatte ich sie schon gestern, aber die Chuzpe diesen Satz als Prognose zu verkaufen verdient durchaus Respekt:

Die CDU bekommt jedenfalls die meisten Stimmen.

Da Frau Keidel-Joura in ihrem gesamten Text niemals erwähnt, dass es auch eine CSU gibt, muss ich davon ausgehen, dass ihre Prognose das Ergebnis von CDU und CSU gemeinsam betrifft … … und damit hat sie ziemlich genau den Wert einer Prognose des allmorgendlichen Sonnenaufgangs. Ansonsten war im Text der Dame natürlich aller nur erdenkliche Nonsens zu finden – zum Beispiel Folgendes:

So gesehen dürften Grüne, Linke, FDP und SPD annähernd gleich viele Stimmen haben, zumindest im Vergleich mit anderen Wahljahren.

Wow! Eine Vierfachfehlprognose in einem Satz! Sie hatten weder annähernd gleich viele Stimmen untereinander noch – zu drei Vierteln – im Vergleich zu anderen Wahljahren. Und dazu noch ein interner Widerspruch zu

Für die Roten, insbesondere die SPD, ist aus astrologischer Sicht der rote Planet Mars zuständig. Jener befindet sich am Wahltag im Zeichen Krebs „im Fall“, was auf Stimmenverluste für die SPD hinweist.

Aber das ist ja nichts Neues: In der Astrololgie geht alles und nichts gleichzeitig und natürlich auch das Gegenteil. Dazu poste ich doch gerne mein Lieblingshoroskopbild – aus dem Astrologen mir doch bitte einfach mal erklären sollen, was so aus jeder einzelnen bunten Linie, jedem Deutungsobjekt in irgendeinem Haus (wenn ich alle Häusersysteme noch mit berücksichtigen wollte, dann hätte ich mehr als ein Dutzend unterschiedliche Bilder hier anfügen können) und nach jeder beliebigen Astrologieschule aus diesem Horoskop für einen Profiastrologen lesbar ist  … (Für Insider: Natürlich sind auch die real nicht existentenTransneptuner im Horoskopbild berücksichtigt!):

Horoskop "Freie AUswahl"

Horoskop "Freie Auswahl"





Noch mehr astrologische Wahlprognosen …

27 09 2009

Kurz vor Schließung der Wahllokale hat sich auch bei den astrologischen Wahlprognosen noch einiges getan. Auf Astrologix hat Gerhard Lukert gleich 6 astrologische Wahlprognosen eingestellt. Dabei gibt es neben den üblichen Vermutungen über den Wahl-Ausgang (Schwarz-Gelb vs. Schwarz-Rot 4:2) noch einige wunderbare Stilblüten zu lesen. So weiß Manfred Gregor:

Die größte Instabilität ergibt sich jedoch dadurch, dass astrologisch mit großer Wahrscheinlichkeit die gesamte Wahl annulliert wird und wiederholt werden muss. Gabriele Pauli mit der Freien Union (und auch andere) haben beste Aussichten, mit einer Klage gegen ihre Ausgrenzung zu gewinnen.

Aha, nochmal wählen! Und wie’s dann ausgeht, das weiß Manfred Gregor auch schon:

Falls Neuwahlen stattfinden, wird der Erdrutsch perfekt: die CDU/CSU verliert nochmals Stimmen und Prozente, die Freie Union und die Piratenpartei ziehen in den Bundestag ein, eine große Koalition ist politisch nicht mehr durchsetzbar. Es wäre eine Form von Revolution – oder Instabilität wie in der Weimarer Republik: eine noch nie dagewesene Koalition würde sich bilden: rot-rot-grün, Jamaika. Welche, das hängt astrologisch entscheidend von dem Neuwahltermin ab.

Mal sehen, ob er jetzt besser geraten hat als bei seiner Fußballprognose vor einigen Monaten …

Wie Herr Lukert darauf kommt, dass Konrad Gruber „eingängig formuliert“ weiß ich nicht. Abschnitte wie der Folgende (und davon gibt es viele) lassen mich doch eher ratlos zurück:

PLtr = MAr „Ich setze mich durch!“

JUtr = MAr

0.00 0.29

„Ich bin erfolgreich!“

URtr = JUr

0.00 -0.15

Bei Brigitte Hamann findet erstaunlicherweise mehrfach die Sonnenfinsternis vom 2.7.2009 Erwähnung. Ansonsten ist das Geschwurbel zumindest klar gegliedert und mit denm beliebten Konjunktiven versehen. Lukert zählt diese Prognose zu den Schwarz-gelben, bei Hamann selbst liest sich das etwas vorsichtiger:

Wenn Merkel diese Wahl gewinnt, wird sie die Möglichkeit haben, ihre Vorstellungen besser durchzusetzen als in der Großen Koalition, trotz der Schwierigkeiten zwischen CDU/CSU und FDP.

… und wenn nicht?

Der Text von Christine Keidel-Joura ist auf jeden Fall der bisher am besten lesbare. So richtig spektakulär ist die leider nicht datierte Prognose allerdings nicht. Neben lächerlichen Trivialitäten wie …

Die CDU bekommt jedenfalls die meisten Stimmen.

… wird gewohnt unscharf formuliert. Aussagen wie die, dass die Grünen „so viele Stimmen bekommen wie erwartet“ sind schlicht und einfach nichtssagendes Blabla.

Den langen Text von Gerhard Lukert habe ich mir noch nicht angetan – ich werde mir das Ganze später zu Gemüte führen. Glücklicherweise ist aber inzwischen auch der Text von Wilma Sommer online (der um 17:00 noch nicht verfügbar war). Auch ihr Fazit ist – wie üblich in der Astrologie – nicht ganz klar:

Die Prognose für die Bundestagswahl 2009 kann aus mundan- astrologischer Sicht nur lauten:

Die Wähler werden für eine CDU/ CSU und FDP Regierung votieren, die aber evtl. die Grünen als Koalitionspartner gewinnen muss, um die erforderliche Mehrheit zu erreichen.

Es reicht also für Schwarz-Gelb, oder auch nicht …

Warten wir’s also ab – in 20 Minuten sind wir alle schlauer!





Vermischtes: Wahlprognosen, Lourdeswunder und Abmahndrohung (Teil 3)

22 09 2009

Eigentlich wollte ich ja schon letzte Woche etwas zu den Wahlprognosen verschiedener selbst ernannter Auguren schreiben, aber irgendwie fand ich nicht die Zeit dazu. Jetzt hat Florian ein paar Prognosen (u.a. Monika Piper-Albach, Winfried Noe, Markus Termin und Chritiane Durer) schon mal sehr schön zusammengefasst … … und dem ist nicht viel hinzuzufügen. OK, es gab natürlich noch weitere Prognosen, aber die waren weder besser noch genauer. Ein paar Beispiele möchte ich noch ergänzen:

Hans-Jürgen Butz hat laut Münchner TZ vom 30.12.2008 das „zweite Gesicht“ und immerhin bei seinen Fußballtipps (Meister wird nicht der FC Bayern sondern eine Überraschungsmannschaft) richtig gelegen. Ob seine Merkelprognose stimmt? „Sie bleibt nach der Bundestagswahl nicht Kanzlerin. Das wird ein Mann.“ meint Butz, nennt aber nicht den Namen des Nachfolgers. Im gleichen Artikel hatte sich die Kartenlegerin Klaudia Braungart nicht zu einer Wahlprognose entschliessen können (Angela Merkel muss sich auf einen harten Kampf bei der Wahl zur Bundeskanzlerin einstellen: „Das wird ein knappes Ergebnis.“), während die „Hexe“ Luisa Francia keinen Wechsel im Kanzleramt voraaussah. In der Brigitte durfte Roswitha Broszath ihre astrologischen Pseudo-Erkenntnisse zu einigen Spitzenkandidaten im Bundestagswahlkampf loswerden. Die einige bekanntermaßen höchst absurde Diagnosemethoden benutzende Heilpraktikerin (dass die Irisdiagnose Unsinn ist hat sich sogar bis zur AOK herumgesprochen; der ebenso zur Anwendung kommende Vegatest ist eine „Weiterentwicklung“ der Elektro-Akupunktur nach Voll und wurde bereits bei Quackwatch „gewürdigt“) findet in den Sternen von Merkel, Steinmeier, Westerwelle, Lafontaine, Künast und Trittin Trivialitäten zuhauf. Wer hätte denn gedacht, dass bei Lafontaine die Sterne auf „Genussorientierung“ hindeuten, dass „er dem luxuriösen Leben nicht abgeneigt“ ist und dass er „die sozialen Aspekte hoch“  hält? „Einfluss haben, Macht ausüben“ das sagen die Sterne zu Angela Merkel (für welchen Politiker gilt das nicht???) – nur bei Westerwelle verwirrt mich, dass „das weibliche Prinzip etwas kompliziert besetzt“ sein soll … … insgesamt viel Blabla ohne wirklichen Inhalt und nach der ergebnislosen Erörterung der Frage „wer passt zu wem“ weiß Frau Broszath noch, welche Planeten angeblich schuld sind, wenn das Volk sich partout nicht entscheiden kann: Am Wahltag ist Volkes Wille gespalten, das liegt am Einfluss von Saturn und Uranus. Aha!

Lourdes 16072009

Ab heute sollen sich – laut der Nostradamus-Exegese von Ray O. Nolan – in Lourdes diverse Wunderheilungen ereignen. Ich bin schon mal gespannt, ob die großen Nachrichtensender dann vielleicht live berichten wenn die Leute reihenweise ihre Krücken wegwerfen oder aus ihren Rollstühlen aufstehen. Warum gerade dieses Datum interessant sein soll, findet sich übrigens nicht nur bei Nolan, sondern wortgleich im Wikipedia-Artikel zu Bernadette Soubirous, jenem Mädel, dass den ganzen Rummel durch ihre angebliche Vision im Jahre 1858 startete: Vor genau 100 Jahre wurde nämlich ihr Leichnam (warum auch immer) exhumiert …  … ob das die florierenden Geschäfte mit allerlei Behältnissen zum Transport des vermeintlich wunderwirksamen Wassers besonders begünstigt weiß ich natürlich nicht. Zu Engpässen dürfte es in den vielen Souvenirläden aber nicht kommen, denn so wie auf nebenstehenden Foto vom 16.Juli dieses Jahres sieht es vor jedem Laden dort aus (man beachte die Plastikmadonnen mit abschraubbarem Kopf …).

Die Abmahndrohung von Herrn X eskaliert inzwischen weiter. Nachdem mir eine Unterlassungserklärung zugesandt worden war die mir im Falle des Nichtentfernens seines Textes von meiner Webseite eine Strafe von sage und schreibe knapp 23 Euro pro zitiertem Wort androht, habe ich die Sache einem Anwalt übergeben. Jetzt bin ich mal gespannt, wie das Ganze ausgeht …





Bundesagentur zahlt für Astrologieausbildung???

18 09 2009

Noch nicht könnte man erleichtert aufatmen. Aber wenn schon die Österreicher solche Ausbildungen Scharlateneriekurse fördern, dann probieren einschlägige Anbieter natürlich auch hierzulande irgendwie an die öffentlichen Fördertöpfe zu gelangen.  In einer Meldung auf Astrologie.de spricht Helen Fritsch schon mal vorab ganz gezielt Arbeitslose an und wirbt für ihre Ausbildung zum Astrologen/ zur Astrologin mit folgender Überschrift:

Arbeitslos und an einer Astrologie-Ausbildung interessiert, die 100%-ig durch die Bildungsagentur für Arbeit finanziert wird?

Weiter heißt es in der Meldung:

Unsere Ausbildung ist staatlich zugelassen und voraussichtlich ab 1. Oktober 2009 nach AZWV- zertifizert. Das bedeutet für Arbeitslose, dass eine 100%-ige Finanzierung der Ausbildung über Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit möglich ist!

OK, das heißt also, dass diese Ausbildung noch nicht AZWV-zertifiziert ist, die Ausbildungsträger jedoch bis Anfang nächsten Monats mit einer Zertifizierung rechnen. Tatsächlich findet man in der Systematik auf KURSNET, dem Portal für berufliche Weiterbildung, unter C771-14-c5 (das sind die  Fortbildungen zu Astrologie, Graphologie und parawissenschaftliche Therapien) 14 Kursangebote,  die allerdings derzeit noch nicht über Bildungsgutscheine finanziert werden können (man kann bei KURSNET nach Kursen filtern, für die Bildungsgutscheine eingesetzt werden können).

Hoffentlich bleibt das auch so, es ist ja schon schlimm genug, dass in KURSNET seitenweise esoterische Nonsensfortbildungen aufgelistet werden. Sollten Astrologie-Ausbildungen tatsächlich über Bildungsgutscheine – und damit von der Allgemeinheit –  finanziert werden können, dann spricht nichts dagegen, dass auch für den Besuch der folgenden (Online-)Kurse Bildungsgutscheine eingesetzt werden können:

  • Aufzucht und Haltung von Dinosauriern“ (im Bereich Tierzucht, -pflege, -haltung), immerhin gibt es dazu ein wunderbares Lehrbuch (das man vor einigen Jahren als Spektrum-Abonnent in einer pdf-Version herunterladen durfte)
  • Ausbildung zum „Gästeführer(in) Atlantis“ (im Bereich Reiseleitung, Fremdenführung), analog der sicherlich hervorragenden Ausbildung „Gästeführer(in) Eifel“ – mit dem kleinen Unterschied, dass das Reiseziel nicht so genau festglegt ist. Die Lokalisierungshypothesen erfordern ja Reisen in eine ganze Reihe touristisch interessanter Gegenden (die dann natürlich auch über die Bildungsgutscheine bezahlt werden sollten) …
  • „Tastaturbedienung per Telekinese“ – ein Kurs zur Optimierung der Computer-Skills: Kaum gedacht bewegen sich die Tasten automatisch, und das unabhängig davon ob nur Texte abgetippt oder komplexe Programme geschrieben werden sollen (für den Bereich EDV-/IT-Grundlagen)

Weitere Kursvorschläge nehme ich gerne entgegen – die Gründung eines Ausbildungsinstituts dürfte ja nicht allzu schwer sein. Und die Zertifizierung wird mit dem Verweis auf die Astrologie dann ganz bestimmt auch klappen.

Ich muss mur mir nur noch Gedanken um die Kosten machen – immerhin schlägt die Anerkennung laut Bundesgesetzblatt (siehe letzte Seite) locker mit 10.000 Euro zu Buche. Ich glaube ich mach’s wie Frau Fritsch: Bei etwas über 2000 Euro pro Kurs (das verlangt sie nämlich) brauche ich nur 6 Ausbildungswillige um aus dem Minus zu kommen …





Skeptische Kartenspiele und mehr von Crispian Jago

1 09 2009

Kaum schludert man mal ein paar Tage beim Besuch seiner Lieblingsblogs, schon hat man fast einen wunderbaren Link verpasst. Amphibol hat bereits vor mehr als einer Woche auf das skeptische „Quartettspiel“ hingewiesen, das auf Crispian Jago’s Blog „Science, Reason and Critical Thinking“ zu finden ist. Im Stile der Simpson’s gemalt finden sich einige bekannte Skeptiker mit ihren „Super Powers“ wieder und jetzt weiß ich auch warum Ludmilla von „Hinterm Mond gleich links“ letzten Freitag das geniale Stück „Storm“ von Tim Minchin als Skeptiker Hymne bezeichnet hat: Genau das wird als „Super Power“ von Tim Minchin auf der entsprechenden Karte vermerkt, die Amphibol bereits am letzten Dienstag präsentierte. Einen weiteren Link zu Storm möchte ich mir ersparen (hatte ich schon vor Monaten und hat dazu geführt, dass ich inzwischen 3 schöne CDs von dem Herrn besitze …), aber sehr nett sind auch ein paar weitere Artikel bzw. „Ideen“ von Crispian Jago.

Da wären zum Beispiel die skeptischen Tarotkarten oder die Celebrity Quack Trumps (noch eine Art „Quartett“ – dieses Mal mit Promis die Nonsens promoten), unter denen er sich im 2. Teil auch selbst einsortiert hat. Immerhin hatte er sich ein paar eigenwillige Alternativmethoden ausgedacht Das „Arse Candling“ finde ich wirklich sehr gelungen und es würde mich nicht wundern, wenn es das tatsächlich gäbe. Die „Vinddox„- Beschreibung erinnertmich daran, mal wieder ein indisches Restaurant aufzusuchen um ein leckers Vindaloo-Gericht zu verzehren – natürlich nur aus therapeutischen Gründen.  OK, das mit dem Mammary Energy Balancing ist nicht wirklich neu, ein entsprechendes Schild (na ja, ist ’ne Postkarte) kann man sich hierzulande für kleines Geld kaufen und an die Tür kleben – oder man inseriert gleich auf seinem Kleinwagen.








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