Auf ein Neues: Die ersten Prognosen für 2010

17 12 2009

Nachdem der Prognoserückblick veröffentlicht ist und ich die erste Interviewrunde hinter mir habe geht’s jetzt an die neue Sammlung. Natürlich werden die Wahrsager, Hellseher und Astrologen auch für das kommende Jahr ihre Prognosen veröffentlichen bzw. einige haben es bereits getan. Hier ein kurzer Überblick über die ersten Kandidaten für den Prognoserückblick 2010 …

Nikki Pezaro hat sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und bietet weit über 200 ihrer kurz und knackig formulierten Prognosen an. Einige Passagen aus ihrer Liste sind wortwörtlich aus den (Fehl-)Prognosen des Vorjahres kopiert und leider fehlt meines Erachtens für 2010 so ein richtiger obskurer Knaller. Hatte sie für 2009 noch den Fang von Nessie, für 2008 die Entdeckung eines Riesenkaninchens in Südengland und für 2007 die Landung eines Ufos vor dem Weißen Haus oder die Entdeckung eines Riesenaffen a la „King Kong“ im Urwald von Costa Rica vorausgesagt, so wendet sie sich für 2010 bekannteren Spezies zu und kündigt in den Nummern 9 und 14 aus ihren „World Predictions“ folgendes an:

  • Reptiles invading El Passo, Texas.
  • Giant bats will attack a city in South America.

Ansonsten gibt’s die üblichen Katastrophenprognosen (Erdbeben in Kalifornien, Tsunamis, wieder mal ein Ausbruch des Mt. St. Helens etc.) und endlos viele Mutmaßungen über irgendwelche Promis (George Clooney soll mal wieder heiraten …).

Nur allgemeines Blabla liefert Winfried Noé in seinen drei Texten zu 2010. Unter dem Titel „Das Sonnenjahr 2010: Krise und Chance“ schwurbelt Noé über einen bevorstehenden Bewußtseinswandel und erwähnt einen „kardinalen Konflikt“ ohne diesen bzw. dessen Auswirkungen näher zu erläutern. Unter „2010 und die Numerologie“ findet er in der „Neun“ die Ursache des wissenschaftlichen Fortschritts im 20. Jahrhundert …

Diese Zahl hat uns im gesamten 20. Jahrhundert begleitet und uns eine Zeit der Hochblüte der Wissenschaft gebracht: Seit dem Jahre 1900 hat diese Welt eine rasante Entwicklung gemacht, die dem Einfluss der Neun zuzuschreiben ist

… und läutet eine „Phase der Kommunikation ein:

Mit dem Wechsel in das Jahr 2010 kommen wir weg von einer analytischen Phase – hin zu einer Phase der Kommunikation. Denn dafür steht die „Eins“.

Unter „Die besten Tage 2010“ beschreibt Noé ganz allgemein wann es bei den Themen „Liebe“, „Kraft, Gesundheit und Fitness“ sowie „Beruf und Karriere“ aus astrologischer Sicht Besonderheiten zu beachten gibt. Jetzt wissen wir’s also ganz genau: „ab 25. April beginnt die Zeit des Flirtens„, „Ab 20. Mai stellt Venus im Krebs die Vorzüge von Häuslichkeit und Familie wieder mehr heraus.“ und ab dem 8. September gilt: „Große, leidenschaftliche Gefühle werden wach.“ Da sind wir doch mal gespannt, ob das mit dem Flirten ab Ende April klappt. Sehr schön sind auch seine Fitnesstipps, bzw. -warnungen: „Bei gefährlichen Sportarten besonders vorsichtig sein!“ lautet seine tiefgreifende Erkenntnis, auf die man natürlich ohne eine knallharte Analyse der Gestirnsstände niemals kommen könnte! Für Verletzte besteht übrigens Hoffnung auf schnelle Genesung, denn

Spontanheilungen sind verstärkt möglich, wenn Jupiter und Uranus zusammenwirken: Im Mai in den Fischen, von Juni bis August im Widder und den Rest des Jahres erneut in den Fischen.

und außerdem soll gelten

Venus konzentriert ihre Heilschwingungen zwischen September und Dezember im Skorpion und ermöglicht eine tief greifende Regeneration.

Schade, dass die Venus erst so spät im Jahr ihre Heilschwingungen konzentriert – ich wollte doch schon im Frühjahr wieder mit dem Joggen beginnen …

Gabrielle Moog schaut auch schon mal ins Jahr 2010 und widmet sich in Teil 3 ihrer Vorschau auf 2010 den „wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potentialen“ nachdem sie in Teil 2 über die „Fröhöhliche Weihnacht“ im Familienkreis spekulierte und im 1. Teil („Das Jahr der Frauen … Und Männer!„) auch das Thema Schweinegrippe nicht auslassen wollte. Insgesamt besteht der Text aus mit astrologischen Buzzwords verziertem allgemeinem Gelaber – Beispiele hierfür:

Durch die Jupiter-/ Neptun-/Chiron-Konstellation in Opposition zum Mars im Jahreshoroskop 2010 ist es möglich, dass Bedingungen im Arbeitsumfeld in 2010 durch die Anforderungen der geschäftlichen Partner oder des Kundenstammes geprägt werden.

Dadurch, dass Venus, Merkur und aufsteigender Mondknoten im Steinbock stehen, ist strategische Planung mit gesundem Menschenverstand angesagt. D.h. man sollte nicht ohne weiteres alle Regeln über Bord werfen, sondern sich auf Daten, Fakten und Zahlen, also konkrete Erfahrungen stützen. Ganz entsprechend der Erkenntnis, dass das Angebot die Nachfrage regelt und die Nachfrage wiederum das Angebot, ist es wichtig, offenen Auges und mit wachem Verstand Situationen richtig und schlüssig zu beurteilen.

Goldene Tipps für 2010 hat auch Susanne Eder auf Lager. Ähnlich wie für 2009 empfiehlt sie „sparen Sie nicht zu viel, denn besser, Sie geben heute Ihr Geld aus, als Sie warten, bis es morgen nichts mehr wert ist!“ und möchte die heimische (österreichische) Wirtschaft mit Aufforderungen wie „kaufen Sie österreichische Produkte, konsumieren Sie Urlaub in Österreich, investieren Sie in Ihre Wohnung, in Ihr Haus“ stärken. Auch für die triviale Erkenntnis, dass in Krisenregionen Kriegsgefahr besteht, bemüht sie natürlich die Sterne und relativiert gerne mit dem Prognosekonjunktiv „könnte“:

Wahrscheinlich wird es zu Kriegen und Unruhen in den diversen Krisenregionen dieser Welt kommen, denn das T-Quadrat, an dessen Spitze sich Pluto befindet, macht im August 2010 einen Spannungsaspekt zu Jupiter-Uranus auf der einen und zu Saturn-Mars auf der anderen Seite. Macht (Pluto) und Reform (Uranus) in Glaubensangelegenheiten (Jupiter) und die gnadenlose Durchsetzung (Mars) von alten Werten und Strukturen (Saturn) prallen aufeinander, das ist eine sehr gefährliche Mischung. Glaubenskriege sowie extremer Fanatismus, Terroranschläge und andere Extreme könnten die Folge sein.

Bereits Mitte Oktober hatte sich ein Wahrsager namens Nestrovo im Berliner Kurier zu den Chancen der Fußballer des am Tabellenende der Fußball-Bundesliga herumdümpelnden Hauptstadtclubs Hertha BSC geäußert, sein Fazit: „Trotz aller Zerwürfnisse auf dem Weg – am Ende ist klar: Hertha steigt nicht ab.“ OK, am Ende der Saison wissen wir mehr.

So, genug fürs Erste – das Telefon hat mich gerade zum nächsten Interview gerufen …

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3 responses

29 12 2009
Hans-Detlev v. Kirchbach

Sehr geehrter Herr Kunkel,

unter folgenden URLs sind glossierende Resümees Ihrer „Jahresprognosechecks“ für 2007 und 2008 in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ (www.nrhz.de) archivalisch erreichbar:

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11938
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11970
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13313

Auch ohne Zuhilfenahme okkulter Instanzen prophezeiht der Autor der o.g. Astro-Rezensionen eine aktuelle Fortsetzung dieser kleinen Reihe in der NRhZ zum Jahresbeginn 2010, basierend auf den Resultaten der Prognoseauswertung für 2009 und den ersten Voraussichten auf 2010.-
Immerhin hat Michael Jackson ja nun der transzendenten Prognose endlich den gehörigen Tribut gezollt.
Zu überprüfen wäre vielleicht sicherheitshalber noch, ob es sich bei dem prognosewidrig am Leben befindlichen Barack Obama um diesen selbst handelt oder womöglich um einen Doppelgänger.

In unfehlbarer Voraussicht eines feucht-fröhlichen Jahreswechsels,
mit freundlichen Grüßen

Hans-Detlev v. Kirchbach

31 12 2009
FanTasMo_42

Der obskure Knaller von Nikki Pezaro ist die 90: „A daredevil will scale the Eiffel Tower.“

Servus,
Stephan

31 12 2009
wahrsagercheck

@Stephan

Wieso? Es gab doch schon jemanden, der das getan hat: Am 19.11.2007 kletterte Mike Robinson auf den Eiffelturm um gegen die Unterstütztung der burmesischen Regierung durch die Ölfirma Total zu protestieren … … da das Ganze wohl nicht allzu schwierig war ist die Prognose meines Erachtens wenig obskur, sie gehört eher in die Kategorie „gar nicht so unwahrscheinlich“ (… die für einen Treffer schon eine möglichst genaue Datumseingrenzung erfordert). Zum Eiffelturmkletterer: http://www.klettern.de/news/sonstiges/mike-robertson-klettert-aus-protest-auf-den-eiffelturm.90735.5.htm
Auch der Franzose Alain Robert (Freeclimbspezialist) ist schon hinaufgeklettert: http://www.sowieso.de/zeitung/Klettern-gegen-Klimawandel.html

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