Meine Wahrsagerpremiere (Update)

20 12 2009
Kleine Erklärung für das zwischenzeitliche Verschwinden dieses Textes
Den folgenden Text hatte ich am 8. Dezember geschrieben und hier veröffentlicht. Der Autor des Planetopia-Beitrags hatte mich gebeten, ihn bis zur Sendung vom Netz zu nehmen, und dieser Bitte bin ich natürlich gerne nachgekommen …

Am Montag war ich fast den ganzen Tag in Köln unterwegs – aber ausnahmsweise nicht beruflich, sondern wegen ein paar Fernsehaufnahmen. Im Rahmen eines Beitrags zum Thema Wahrsager hatte mich die SAT1-Sendung Planetopia kontaktiert und nachdem ich das Treffen des Redakteurs mit einer Wahrsagerin kommentieren durfte (die Frau war sehr nett, beherrschte aber nicht ‚mal einfachste Cold-Reading-Techniken … … und als Ergebnis gab’s viel wirres und überwiegend zusammenhangloses Geblubber) sollte ich in der Fußgängerzone meine Fähigkeiten unter Beweis stellen. OK, ich hatte dem Redakteur vorher gesagt, dass ich solcherlei noch nie gemacht habe und dass andere das viel, viel besser können, aber jetzt musste ich da durch.

Hinter dem Dom standen also der Kameramann, der Assistent, der Redakteur und ich, auf meinen ersten Einsatz als Wahrsager wartend. Der Redakteur versuchte freiwillige Testpersonen zu finden, und gleich die erste zeigte, wie das mit dem Cold-Reading funktioniert. Ich hatte mir – für Menschen, die offensichtlich Ü30 sind – folgende „Eingebung“ zurechtgelegt: „Sie haben in letzterZeit an jemanden gedacht, den sie schon lange, vielleicht viele Jahre lang, nichtmehr gesehen haben.“ Klar, das ist primitivstes Cold Reading, denn eigentlich denktjeder immer mal wieder an irgend Jemanden, den er/sie seit Jahren nicht mehr getroffen hat. Gleich die erste Frau schüttelte erst den Kopf und gerade als ich an meiner Strategie verzweifeln wollte sagte sie „Ja, meine Schwester!“. Ui! Ich war so überwältigt, dass sie genau das tat, was Wahrsagerkunden in solchen Fällen tun (ein diffuses, höchst allgemeines Statement durch eigene Erinnerungen verifizieren), dass ich die Situation gleich aufgelöst habe und mich als Nicht-Wahrsager zu erkennen gab (… ich hatte ja gesagt, dass ich das nicht so einfach aus dem Stegreif kann). Für die Sendung hatte ich noch ein paar weitere Plattitüden ausprobiert und bei den wenigen Versuchen eine durchaus respektable Trefferquote erzielt – zumindest besser als die Profiwahrsagerin beim Planetopia-Redakteur (… das werde ich jetzt natürlich nicht verraten, am 20.12. kann man sich’s anschauen …). Meinen Supertreffer erzielte ich bei einem jungen Österreicher, dem ich  ein sportliches Hobby auf den Kopf zusagte (typisches Coild Reading) und dann mit „Sie spielen Fußball“ (das war geraten, aber für einen Basketballer oder Voleyballer war er einfach zu klein und für einen Handballer fehlten die breiten Schultern) ihn auch wirklich überraschte. Die Vermutung von Narben am Bein war zwar falsch, aber nicht ganz, da er – klar, Fußballer! – blaue Flecken beklagte.

Insgesamt war mein Auftritt als Wahrsager mit Sicherheit ausbaufähig, und ich verspreche, dass ich das weiter üben werde. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht, und ich war überrascht wie die Leute auf meine – für Wahrsagerverhältnisse – grottenschlechte Performance reagierten.

PS: Dass ich in den letzten Wochen hier nichts geschrieben habe lag nicht an mangelnden Themen, sondern an unserem Umzug. Wenn ich die nächsten 10 Kisten im neuen Häuschen einsortiert habe, werde ich mich auch einigen inzwischen aufgelaufenen Kommentaren widmen …

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One response

9 12 2009
Tedora

Gefällt mir, nette Geschichte!

Ich kann es mir vorstellen, dass Sie viel Spass dabei hatten. Hätten Sie gesagt, dass Ihre „Klienten“ demnächst zwar ohne Namen aber in ein Online Erfarungsbericht erwähnt werden, wäre noch ein Volltreffer dabei gewesen 😉

Ich wünsche viel Freude im neuen Haus und guten Umzug.

Tedora

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