Blueprint für Nachrichtensendungen

31 01 2010

Wie gestaltet man einen Bericht für CNN, n-TV oder andere Nachrichtensender bzw. -sendungen? Charlie Brooker weiß es und verrät es auch:

(gefunden bei Patrick Pricken)





Leichenfleddererupdate für Haiti

28 01 2010

Ich habe heute eine neue Kategorie für den Blog angelegt: „Astrologische Leichenfledderei“! Wie gewohnt kann menschliches Leid gar nicht groß genug sein,  die astrologischen Leichenfledderer kommen aus ihren Löchern gekrochen und krähen ihre an Absurdität nicht zu überbietenden Erklärungsversuche der( Netz)Welt entgegen. Auf den Leichen der laut aktueller Zählung ungefähr 150.000 jämmerlich verreckten Mitmenschen in Haiti (die übrigens ganz bestimmt nicht alle eine ähnliche Konstellation im Horoskop hatten) kann man ja schön sein Süppchen kochen und zeigen, wie toll man über das Sternenzeugs schwurbeln kann. Heute im Angebot: Der aktuelle Newsletter vom Allgeier-Verlag (darauf hätte ich wetten können – ist ja nicht das erste Mal), die Astrologin Susanne Eder und ein unbekannter Mailschreiber, der meinte sich bei der GWUP melden zu müssen.

Der anonyme Mailschreiber äußerte sich so:

Ich habe am 09.01.2010 vorhergesagt das das Jahr 2010 Jahr der Katastrophen wird das mit Haiti war erst der anfang,

Ok, wann und wo diese Vorhersage (wenn überhaupt) getätigt wurde ist piepegal, denn irgend ein Schwurbifex kündigt alljährlich das „Jahr der Katastrophen“ an. Wann? Wo? Was? – Fehlanzeige! Stattdessen im Nachhinein sich in irgend einer Katastrophe suhlen und die Leichen als Trophäen der eigenen Prognosekunst präsentieren – das ist schäbig und entlarvt den Schreiber als aufgeblasenen Wichitigtuer.

Im Langzeitarchiv der österreichischen Astrologin Susanne Eder findet man ihre Texte zu früheren Jahren, sogar mit haarsträubenden „Trefferkommentaren“ garniert. Für 2009 war folgende Sequenz in ihrem Jahrestext zu finden:

WETTEREXTREME – UMWELTKATASTROPHEN
Ab April, wenn Jupiter mit Neptun in Konjunktion steht, könnte es zu extremen Niederschlägen kommen. Hochwasser und Überschwemmungen könnten viel Unheil anrichten.

Allgemeines Blabla wie tausendmal gelesen – aber was will sie damit vorausgesehen haben? Das Erdbeben in Haiti natürlich:

3) Das Erdbeeben in Haiti, war zwar erst im Jänner 2010, aber auch hier war die Jupiter-Neptun-Konjunktion noch gegeben.

Und warum nur in Haiti und nicht anderswo? Und warum gerade zu diesem Datum und nicht zu einem anderen? Aber wem Sätze wie die folgenden in die Tastatur entgleiten …

Die Theorie der Quantenphysik bestätigt eigentlich das Jahrtausende alte Wissen der Astrologen, die immer schon sagten: „Wie oben, so unten.“

… dem kann man nur empfehlen sich die Bitte von „die wahrheit“ in den nächsten 6 Wochen immer wieder anzuhören und besonders die 2. Hälfte genau zu beachten – und dann langsam das Antischwurbelmantra für jedes einzelne Wassermolekül wiederholen, das sich bei einer homöopathischen D30 Potenz um ein einziges Wirkstoffmolekül kümmern muß:

QuantensindkeinArgumentgradwennmansiegarnichtkennt erstmalkapiernumwas’sgehtbevormanseineStimm’erhebt

Und dann, aber wirklich erst dann, reden wir in aller Ruhe über Erdbeben. Aber bis dahin dürfte die Dame ein wenig beschäftigt sein (ich rechne gerne aus wie lange das dauert …).

Den Vogel schießt aber wieder einmal der aktuelle Alllgeier-Newsletter ab: Nachdem für die Fakten wikipedia zitiert wird geht’s los:

In der Januar-Ausgabe von STERNBILD schrieben wir unter der Rubrik „Wetter“: „Saturn im Quadrat zu Pluto zeigt im gesamten Januar weltweit eine Gefahr von Naturkatastrophen an.“

Na und? Das haben zig andere auch geschwurbelt! Und was hat das Wetter mit Erdbeben zu tun????

Wie wir nun in der Vergangenheit immer wieder beobachten konnten, ist vor allem Pluto an Erdbeben beteiligt.

Pluto? Der Nichtmehrplanet? Böser Pluto!

Astrologisch gesehen herrscht Pluto ja auch über die tieferen Regionen der Erde.

Und wie macht der Pluto das?

Zurück zum Beben von Haiti. In diesem Unglückshoroskop tritt wieder einmal der schnell laufende Mond als Zündfunke in Erscheinung.

Das hatten wir doch schon ‚mal! Auch beim Amoklauf eines Schülers in Ansbach und beim S-Bahn-Mord in München war doch der Mond der Schuldige – schön, dass die Allgeiers so wunderbar Bescheid wissen – läuft also der Mond auf Saturn zu, dann gibts laut den Allgeiers Mord und Amoklauf, wendet er sich gen Pluto dann bebt die Erde …

Er läuft auf Pluto zu, der sich nicht nur in diesem großen und lang andauernden Quadrat zu Saturn befindet, sondern an diesem Tag zusätzlich eine enge Konjunktion mit dem rückläufigen Merkur bildet.

… aber nur wenn gleichzeitig … … was für ein hanebüchenes, dummdreistes Geschwafel im Nachhinein! Können die Macher dieses Newsletters nicht einfach ‚mal sagen, dass sie etwas nicht vorausgesehen haben?

Eine Konstellation, die im Sinne der möglichen astrologischen Analogien etwa auch zu Massenunfällen hätte führen können.

War aber nicht – was soll den die ganze Prognostiziererei, wenn die „Profis“ nicht mal sagen können ob’s auf der Autobahn kracht oder sich irgendwelche tektonischen Platten verschieben?

Der Mond läuft nun in diesem Horoskop nicht nur auf Pluto zu, er bezieht auch Uranus in das Geschehen mit ein, indem er ein Quadrat zu ihm bildet. Man könnte sagen, dass der Mond im Zulauf auf Pluto und im genauen Quadrat zu Uranus eine schicksalhafte Brücke zwischen Uranus und Pluto baute, die die Kräfte der Zerstörung passieren ließ.

Blubberitis im Endstadium. Aber wenn man sich im Archiv dieses Newsletters umschaut gibt’s eh nur 2 Alternativen: Entweder die Macher sind gnadenlose, von allen Skrupeln  längst erlöste Abzocker oder sie haben eine behandlungsbedürftige astrologische Vollmeise!

Interessant ist, dass wir in diesem Horoskop auch eine sehr schöne Konjunktion zwischen Sonne und Venus im 7. Haus, dem Bereich des Du haben, die zusätzlich mit dem aufsteigenden Mondknoten Kontakt hat. Sonne und Venus bilden allerdings auch ein Sextil zu Uranus, wodurch Uranus weitere Energie erhält. Dennoch: Vielleicht sind der Mondknoten sowie Venus und die Sonne in Haus 7 eine Aufforderung an die Menschlichkeit, an ein weltweites Zusammenstehen in der größten Not.

Tja, und am Ende wird nach dem ganzen zynischen Astrogemeier  ja fast noch die Gutmenschenkappe aufgesetzt. Aber einen Spendenaufruf für die Opfer sucht man im Newsletter vergeblich – dass man aber auch alles selber machen muss, denn …

… zu Haiti gibt’s ja eigentlich nur eins zu sagen:

BITTE SPENDEN!

und am besten für eine richtig gute Organisation (das Geld geht an „Ärzte ohne Grenzen“ und das „Rote Kreuz“).






Bombendetektoren mit „Wünschelrutentechnik“: Hersteller verhaftet! (Updates)

24 01 2010

Im Novemer waren ernsthafte Zweifel an einem Gerät publik geworden, das im Irak zum Finden von Bomben und Sprengstoffen weit verbreitet zu sein scheint. Die Behauptungen, das Gerät könne Sprengstoffe noch in ein bis drei Kilometern Entfernung irgendwie „entdecken“ schien schon damals höchst fragwürdig, insbesondere da die britische Herstellerfirma nicht erklären konnte wie das Ganze funktioniert. James Randi hatte die Hersteller aufgefordert, die Fähigkeiten ihres Gerätes in einem Test zu zeigen, doch die wollten sich nicht darauf einlassen.

Inzwischen wurden die Bombendetektoren genauer untersucht, und das von der BBC ausgestrahlte Ergebnis bestätigt die Skeptiker in vollem Umfang:

Fazit: Ein leeres Plastikkästchen, das mit einer funktionslosen „Karte“ gefüttert werden muss …

Erste Konsequenzen wurden gezogen: laut Times wurde Jim McCormick – Chef des Herstellerunternehmens ATSC – inzwischen verhaftet (Update: gegen Kaution ist er offensichtlich wieder auf freiem Fuß) und diese „Geräte“ dürfen nicht mehr exportiert werden. Jim McCormick’s Umgang mit skeptischen Einwänden ist angesichts vieler Toter bei Bombenattentaten im Irak an Zynismus kaum zu überbieten:

We have been dealing with doubters for ten years. One of the problems we have is that the machine does look a little primitive.

Die bösen Skeptiker zweifeln an der Funktionsfähigkeit weil das Gerät „zu primitiv“ aussieht? Das kann man ja ändern:

We are working on a new model that has flashing lights.

Unfassbar! Mit ein paar bunt, blinkenden Lichtern kann man vielleicht kleinen Kindern Funktionsfähigkeit sugerrieren …

Mehr dazu gibt’s bei Skepchick!

… und ganz aktuell bei SpiegelOnline

… und Markus Kuhn, der die funktionslose Chipkarte untersucht hat, berichtet darüber in seinem Blog

… auch James Randi kommentiert





VHS-Esoterik: Aktuelle Beispiele aus Mainz und Cuxhafen

21 01 2010

Jetzt wohne ich ja schon seit über eineinhalb Jahren nicht mehr in Mainz, und was passiert? Auf der Mailingliste der Skeptiker werden esoterische Angebote der VHS Mainz diskutiert. OK, dort gibt es ein paar fragwürdige Kurse aus dem Bereich der Esoterik, und es gibt sie schon seit vielen Jahren. Ob  solche Kurse wirklich der kritischen Ausseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema dienen möchte ich doch bezweifeln, auch wenn Herr Leder, der Leiter der VHS Mainz, dies gegenüber der FAZ als Motivation für entsprechende Kursangebote nannte. In dem Artikel aus dem August 2009 kam auch Frau akir-Wahl, Leiterin der VHS Frankfurt, zu Wort:

Entgegen der Vorurteile und trotz der Freiheit der Volkshochschulen, ihr Programm zu großen Teilen nach eigenem Ermessen zu gestalten, stellen alle VHS-Leiter heraus, Esoterisches spiele keine Rolle. Tatsächlich finden sich in den Broschüren eher vereinzelt Angebote wie „Die schamanische Reise“ und „Pendelpraxis 1“ (VHS Mainz) oder „Der Einfluss der Ahnen im Horoskop“ (VHS Frankfurt). Ihr Vorhandensein begründet VHS-Chef Leder damit, auch diese Themen gehörten zur „Kommunikationszentrale VHS dazu“. Immerhin führten derartige Kurse dazu, dass die Teilnehmer sich auch kritisch mit esoterischen Praktiken auseinandersetzten. Und akir-Wahl sagt, die VHS gehe damit auf ein steigendes Interesse in der Gesellschaft an Esoterischem ein. „Das breite Angebot ist eben ein Markenzeichen der VHS. Wie sinnvoll aber gerade die Astrologiekurse sind, werden wir noch einmal prüfen.“

Astrologie soll also in Frankfurt überprüft werden, die Pendelpraxis in Mainz nicht? Den Rest des Beitrags lesen »





Armutszeugnis bleibt Armutszeugnis

20 01 2010

Dass der Astrologe Alexander Rostami mit „Astrologie von Weltklasse“ wirbt hatte ich schon erwähnt als ich seine lächerlichen Prognosen vorstellte. Jetzt hat der Mann aus dem vorderen Odenwald nachgelegt und seine Prognosenseite mit einen Erklärungstext versehen. Was der Mann zu den „Möglichkeiten und Grenzen der Astrologie“ schreibt ist angesichts seiner höchst banalen Prognosetexte kaum überraschend, denn es ist nicht mehr als die üblichen  Pseudoerklärungen der Astrologen garniert mit ein paar faulen Ausreden  … … ich hab’s mal ein wenig kommentiert:

„Ein Astrologe ist weder allwissend noch unfehlbar (Echt nicht? Ich dachte schon …), sondern er deutet ein Horoskop, also eine Symbolsprache, die entschlüsselt und interpretiert werden muss (Wieso muss? Wird ein Astrologe dazu gezwungen?). Das kann der eine besser, der andere schlechter (…) (Besser als was? Besser als reines Raten wäre schon mal ein guter Ansatz …) Dadurch sind  immer wieder beeindruckende Prognosen möglich (Tatsächlich? Und wo sind die Belege dafür? Meines Erachtens ist es viel beeindruckender, dass Astrologen dies angesichts einer riesigen Menge von – auch eigenen – Fehlprognosen immer wieder behaupten. Wenn sie den Kram tatsächlich glauben, dann ist das ein beeindruckender Beleg für kognitive Dissonanz und Selbstbetrug – ansonsten ist es reine Abzocke!), auch wenn die Methodik an sich, gemessen an heutigen wissenschaftlichen Standards, wissenschaftlich nicht erklärbar ist (Ach Quatsch! Die Methodik ist nicht erklärbar? Und wieso kann man dann in irgendwelchen Astrologiekursen genau diese Methodik lernen? Dass diese Methodik Unsinn ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt … … und der Grund dafür ist auch eigentlich ganz einfach: Die Astrologie „funktioniert“ einfach nicht!) und so natürlich in die Domäne der Esoterik (Ja!) und der Glaubensfragen gehört (Eigentlich nicht, denn Glaubensaussagen sind nicht überprüfbar, die Fragen auf die die Astrologie Antworten geben zu können behauptet aber schon … … und Überprüfungen zeigen, dass die Astrologie bzw. die Astrologen da jederzeit ohne eine winzige Einbuße an Erkenntnisgewinn durch einen Zufallsgenerator ersetzt werden könnten …). (…) Und selbstverständlich könnte auch der beste Astrologe der Welt die Lottozahlen ebensowenig vorhersagen wie exakte Börsenkurse oder Währungsstände (… oder sonst irgend etwas was in der Zukunft passiert). Aber wir können sehr genau (wie genau?) Tendenzen, Stimmungslagen und Trends erkennen, die guten alten Zeitqualitäten (Na endlich! Der Oberschwurbelbegriff! Was bedeutet das jetzt?)! (…) Gute Astrologie erkennt man deshalb daran, dass die Vorhersagen einerseits präzise genug sind, um überprüfbar zu sein (Da liefert der Mann ja eindrucksvolle Beispiele …), andererseits aber nicht zu detailgenau und den Menschen nicht die Entscheidungsfreiheit und Verantwortung über ihr Leben nehmen (Ach nee – die Entscheidungsfreiheit ist also Schuld daran, dass die Astrologen nixc voraussagen können – während sie andererseits bei ihren Kunden genau in diese eingreifen, indem sie diese mit irgendwelchen erfundenen Astrobegründungen diese Entscheidungen nahelegen). Astrologie und freier Wille schließen sich nicht aus, nein, sie bedingen einander sogar.  (…) Wer mehr von Astrologen erwartet, hat den bescheidenen Selbstanspruch der Astrologie nicht verstanden. (…) Ein Astrologe, der  konkrete Zahlen und Daten orakelt, Ereignisse bis ins Detail vorhersagt und sich für unfehlbar hält, ist kein Astrologe (Ach so, warum wirbt Herr Rostami denn dann mit seiner genauen Prognose der Finanzkrise, deren Beginn er im Detail vorausgesagt haben will? Ist der Mann am Ende gar kein Astrologe?), weil mittels der Astrologie so etwas gar nicht möglich ist (… logische Schlußfolgerung: Die Selbstbezichtigung von Herrn Rostami ist die eines reinen Glückstreffers ). Andererseits sollten wir als seriöse Astrologen, und davon schließe ich die Hotline-Gurus und Astrofritzen (… und was ist mit den Astroalexandern?) eindeutig aus, auch nicht unser Licht unter den Scheffel stellen, denn es ist schon immer wieder erstaunlich, was wir  prognostisch leisten (Genau! Ich staune auch immer wieder über die Rechtfertigung solcher Astrologenprognosen – das läuft unter dem Motto „jeder blamiere sich so gut er kann am besten selbst“).“

Danke, dass sie ihr sich selbst mittels ihrer Prognosen ausgestelltes Armutszeugnis so vehement bestätigen …

 





Frisches Futter für die Leichenfledderer

19 01 2010

Kaum war die Nachricht von einem katastrophalen Erdbeben in Haiti in den Nachrichtensendungen angekommen, schon krochen die astrologischen Leichenfledderer wieder aus ihren Löchern. Es folgte das bekannte zynische Erklärungsritual: Man nehme irgendwelche astrologischen Konstellationen zum Zeitpunkt des Ereignisses (hier war’s das Erdbeben, im letzten Jahr z.B. der Amoklauf von Winnenden), füge ggf. noch weitere Konstellationen hinzu (hier z.B. das „Länderhoroskop von Haiti“; im Fall Winnenden ein ungefähres Geburtshoroskop des jugendlichen Amokläufers) und schon hat man ganz viel Material mit dem man der Öffentlichkeit zeigen kann, dass das Geschehene ja irgendwie doch astrologisch unausweichlich  – und damit prinzipiell vorhersagbar – war. Florian Freistetter hat sich ein paar dieser Texte angeschaut – und wie immer stellt sich dabei eine ganz einfache und banale Frage:

Warum hat keiner der zitierten Astrologen vor der Katastrophe gewarnt?

Die Antwort ist einfach: Weil sie es nicht können!

Wenn sie jetzt im Nachhinein anderes behaupten, dann ist das der zynische Versuch auf dem Leid vieler Menschen ihr übliches Werbesüppchen zu kochen. An dieser besonders ekligen Form der astrologischen Erklärungsdiarrhoe leiden glücklicherweise nicht alle Sterndeuter, manche geben sogar offen zu, dass sie solche Voraussagen gar nicht machen können:

Das Erdbeben habe ich natürlich nicht vorhergesagt, weil es ohnehin sinnlos wäre sich mit derlei Prognosen zu beschäftigen, da man sie weder lokalisieren noch verhindern kann.

Na, immerhin – warum Karl-Heinz Waldenberger dann trotzdem mit irgendwelchen astrologischen Scheinbegründungen herumjongliert muss er selbst wissen. Aber eigentlich braucht er die Astrologie ja gar nicht, denn sein „Unbewußtes“ hat ja schon Ende 2009 auf die Gegend hingewiesen:

Also irgendwie scheint mein Unbewusstes im Vorfeld von Ereignissen zu reagieren, wie sonst wäre ich auf ausgerechnet auf die Karibik und den Ort Cayo Samana gestossen …. seltsam!

Seltsam ist bestenfalls dieser lächerliche Versuch einen Urlaubstipp an einen Kunden (DomRep) vom 31.12.2009 irgendwie mit dem Erdbeben in Verbindung zu bringen. Ich könnte ja jetzt behaupten, dass „mein Unbewußtes“ noch viel näher dran war: Ich hatte mich nämlich gerade mal drei Tage vor dem Erdbeben mit einem Bekannten über dessen Urlaubspläne unterhalten, und der wollte doch tatsächlich an einer Karibikkreuzfahrt (incl. einem Stopp in Haiti!!!!) teilnehmen …





Nachwuchs für die Fluchmaschenbetrüger (Update)

18 01 2010

Es ist ja keine großartig neue Erkenntnis, dass die alte Wahrsagerabzockmasche immer noch zieht. Dem leichtgläubigen Opfer wird irgendein völlig schwachsinniger, über- (gefallene Engel) oder unterirdisch (gaanz böse Mächte, Teufel oder Ähnliches) motivierter Fluch eingeredet, dessen Beseitigung mit der Gabe ganz irdischer Euronen erfolgen kann. Hat das Opfer einmal Geld gegeben, dann  qualifiziert es sich automatisch für weitere Abzockversuche – bis entweder nichts mehr zu holen ist oder – wesentlich seltener – sich im Hirn des Opfers irgend ein Rest gesunden Menschenverstandes findet. Es kann nur ein Rest sein, denn warum sonst sollte man auf diese uralte, zig Mal publizierte Betrugsmasche sonst hereinfallen?

Im aktuellen Fall in Österreich war die gerade einmal 18-Jährige Täterin wohl auch etwas zu gierig und konnte nicht abwarten – warum sonst versucht sie nach erfolgreicher Abzocke von erstmal 3.600, und danach nochmal etwa 1.400  Euro das 26-Jährige Opfer gleich weiter zu melken? Hätte sie ein paar Monate gewartet (und dem Opfer den Fluch dann auch noch weggeredet) hätte sie wahrscheinlich weiter abzocken können – so brachte das Opfer dann ein paar Polizisten zur nächsten Geldübergabe mit …

Interessant sind die Kommentare bei dem Artikel des ORF. Nicht wenige sind der Meinung, dass das Opfer ja eine gewisse Mitschuld trägt … … ok, das mag ja sein, aber Betrug bleibt es in jedem Fall, und zwar mindestens. Dem Opfer wurde ein Bedrohungsszenario eingeredet, und es wurden negative Konsequenzen für die Nichtzahlung dieser Summe angekündigt. Klar ist das Opfer irgendwie mit schuld- jedes Kind mit katholischer Sozialisation merkt irgendwann, dass sich eben nicht der Himmel auftut und man selbst vom Blitz getroffen wird wenn man absichtlich oder aus Versehen irgendetwas „Verbotenes“ tut – und von einer erwachsenen Frau erwartet man natürlich, dass sie solchen Humbug erkennen kann. Aber wie auch die Fälle aus der Vergangenheit zeigen gibt es viel zu viele Menschen, die mit solch einfachen Betrügereien auf Kindergartenniveau ausgenommen werden können. 5.000 Euro Schaden sind da ja eher eine Bagatelle … … können aber (wie in einem Fall in Deutschland) auch schon – mindestens – zu einer Bewährungsstrafe führen. Mal abwarten ob man diesen Fall noch weiter verfolgen kann …

Update:

Die junge Frau war ja wirklich ganz schön aktiv. Wie jetzt gemeldet wurde hatte sie mit dem gleichen Trick bereits letzte Woche 3.000 Euro abgesahnt …








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