Mit Karmapunkten auf dem Himmelsstrich

3 03 2010

Die zehn verrücktesten sozialen Netzwerke“ lautete  eine der heutigen Überschriften bei Shortnews, aber diese Meldung war doch zu kurz, als dass man Näheres zu diesen verrückten Netzwerken lesen konnte. In der Originalmeldung bei d-news ist da schon wesentlich mehr zu finden und man erfährt, dass es ein soziales Netzwerk für Bartträger ebenso gibt wie eines für Vampirfans mit Gothicfaible (mit immerhin über 2 Millionen Registrierungen). Obwohl ich es ziemlich unsinnig finde,  sich in immer mehr dieser Netzwerke anzumelden und dann doch nicht mitzubekommen was da so läuft (… weil man sich ja noch um seinen Blog, Twitter und die 27 anderen Netzwerke kümmert …) haben dann doch zwei aus der Liste mein Interesse geweckt.

Als erstes habe ich mich bei nclüdr umgesehen, denn dort wird wirklich etwas tolles versprochen:

nclüdr is the social network where everyone and everything is your friend.

Na herrlich, aber was bedeutet das? Auf der Startseite gibt’s auch eine kurze Erklärung: „Tired of only having 60, 100, 200 friends? nclüdr is the most awesomest ultimate social network ever.“ Man soll also schnell ganz, ganz viele Freunde kriegen? Der nächste Satz wird dann noch besser:

upload photos or publish notes • get the latest news from your friends • post videos on your profile • tag your friends • use privacy settings to control who sees your info • NOT WITH nclüdr!

OK, die letzten 3 Worte sagen eigentlich alles und auch das Testimonial einer unter dem Namen „Robert E. Lee“ firmierenden Reiterstatue zeigt um was es hier tatsächlich geht: I believe this to be a fine social networking website. Of course, I must admit here in public that I don’t know what social networking is exactly …

Nicht ganz so gefaked scheint das „Wir segnen uns“-Spielchen auf der Line for Heaven (klar, das darf man mit Himmelsstrich übersetzen). Dort kann man sich kostenlos anmelden und – eben – andere Leute segnen. Dafür kriegt man sogar etwas, nämlich einen Karmapunkt. Für eine Beichte gibt’s deren 5 und wenn man weitere Personen für das Netzwerk wirbt gibt es noch viel mehr Karmapunkte (50) – und alle bringen seinen „Besitzer“ näher zu Gott. Und wenn man den ganzen Tag so um sich herum gesegnet und zwischendurch ein wenig gebeichtet hat, es aber immer noch nicht reicht mit den Punkten, dann haben die Betreiber noch einen ganz traditionellen Weg des Punkteerwerbs im Programm, den sie 1:1 beim mittelalterlichen Ablaßhandel abgekupfert haben:

Need to move up faster in line? Send us a buck and you’ll get 10 Karma points. Send us two and we’ll give you 20 Karma points… get it?
You will get 10 Karma Points added to your account for each US dollar donated.

Am Preis merkt man sofort, dass das nicht ernst gemeint sein kann, denn so billig kann der Weg zu Gott wirklich nicht sein. Als Atheist kann mir das eh egal sein, aber jetzt frage ich mich, was ich mit meinem Karmapunkt machen soll, den ich gleich nach dem Anmelden erworben habe, in dem ich mich selbst gesegnet habe … … das geht nämlich auch, zumindest ein Mal täglich.

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