Taiwan ohne Beben, Münchnerin ohne Geld

11 05 2011

Nicht nur für Rom hatte ein Hellseher ein katastrophales Erdbeben angekündigt,  auch Taiwan sollte an einem der letzten Tage eine furchtbare Katastrophe ereilen. Autor dieser extrem genauen Prognose – sogar die  Uhrzeit (10.42 Uhr und 37 Sekunden) war genauestens angekündigt und das (natürlich!) einen Tsunami auslösende Erdbeben sollte die Stärke 14 (!!!) haben – war ein Herr namens Wang Chao-hung. Da die Katastrophe dann doch nicht eingetroffen ist vermutet man in Taiwan nun, dass der Herr seine Schreckensprognose nur dem schnöden Mammon wegen abgegeben hat:

Seit er Frachtcontainer als einzig sichere Notunterkünfte anpries, ist deren Absatz in Taiwan rapide angestiegen. Mancher vermutet, dass die Kontakte von „Lehrer Wang“ zur Containerindustrie besser seien als die zu den Geistern, die ihm Ereignisse aus der Zukunft zuflüstern.

Nur ums Geld ging es einer 15-jährigen(!!!) Österreicherin in München: bei ihrem 29-Jährigen Opfer nutzte dabei die altbekannte Masche aller einschlägig tätigen Betrüger: erst Vertrauen erwecken, dann Angst machen und schließlich abkassieren. Wie die Polizei (und mehrere weitere Medien) berichtete war das wirklich kinderleicht:

Im Oktober letzten Jahres wurde eine 29-jährige Münchnerin von einer 15-jährigen Wahrsagerin aus Österreich in München angesprochen. Die 15-Jährige sagte der 29-Jährigen, dass sie ihr ansehe, dass sie größere Probleme hätte. 

Cold Reading für ganz Arme scheint also wunderbar zu funktionieren, denn …

Die 29-Jährige fasste zu der Wahrsagerin Vertrauen.

… und es folgte der übliche Abzockmechanismus:

Daraufhin forderte die 15-Jährige immer wieder hohe Geldbeträge von der 29-Jährigen, um zu verhindern, dass ihr etwas Schlimmes passieren würde und um ihr Heilkräuter zu verkaufen. Die Drohungen wurden immer massiver und die Geldforderungen hörten nicht auf.

Neu ist das natürlich nicht, und auch die Folgen waren durchaus vorhersehbar:

Dadurch geriet die Münchnerin in eine existenzbedrohende Situation, da sie bereits weit über 10.000 Euro an die Wahrsagerin bezahlt hatte. Sie vertraute ihr Problem einem Bekannten an und daraufhin wurde die Polizei informiert.

Immerhin, das Mädel wurde gefasst! Aber ob das hilft? Wetten, dass dieses Jahr noch ein paar ähnliche Stories durch die Medien geistern werden?


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