Auch heute kein Weltuntergang …

21 10 2011

… obwohl Harold Camping (inzwischen sogar mit dem IgNobel geehrt) seine lächerliche Prognose scheinbar – wenn auch in etwas abgeschwächter Formnochmal wiederholt hat. Auf seiner Webseite kann man übrigens ein paar seiner Ergüsse im pdf-Format kostenfrei herunterladen – aber weder in diesem 92-seitigen Büchlein (auf das die IgNobel-Leute in ihrem letzten Newsletter hingewiesen haben) noch in einem anderen, etwas ausführlicheren Werk habe ich auf die Schnelle irgendwelche Hinweise auf das heutige Datum entdecken können (dabei hätte mich diese Berechnung doch wirklich interessiert). Dafür erfährt man andere Ergebnisse seiner lächerlichen Zahlenspiele:

So we have found three excellent “fixes” that relate the Biblical calendar to the Julian calendar. When we add those that identify with the pharaohs of Egypt and which we will presently examine, we can believe with the utmost confidence that we can project our Julian calendar all the way back to creation in 11,013 B.C. [S. 81 im ersten verlinkten Werk]

Auch die Sintflut kann Camping genau terminieren (4990 B.C.), danach soll es eine  Eiszeit und im Jahre 3153 B.C. die „continental division“, also das Aufbrechen der Kontinente gegeben haben [S. 225/226 im anderen Buch]. Lesbar ist das Ganze meines Erachtens eh nur in einem sehr weit von der Realität entrückten Geisteszustand …

Vielleicht gibt es ja zu dem folgenden Gedicht (Weltenende von Jacob von Hoddis) auch eine englische Version, über die Herr Camping angesichts des heutigen Tages ein wenig meditieren kann. Die vorletzte Zeile dieses Werkes scheint dabei sogar gar nicht so ganz falsch (zumindest in meinem Umfeld):

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Ergänzung (22:00 Uhr):

Auf Anregung eines Kommentators zum gleichen Thema bei Astrodicticum Simplex empfehle ich Herrn Camping folgendes Liedchen – auch wenn das Datum nicht ganz stimmt:

 


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One response

22 10 2011
Die rote Kuh ist da! Jetzt kommt das Ende. at gwup | die skeptiker

[…] Mann so bekannt, dass auch in Deutschland viele Plätze nach ihm benannt sind … Scheint aber trotzdem nix zu werden. […]

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