Wird Schumi nochmal Weltmeister?

31 05 2012

Auch wenn ich dem Unsinn des Möglichst-Schnell-Im-Kreis-Herum-Fahrens noch nie etwas abgewinnen konnte, die Fans der Formel 1 sollten jetzt ‚mal aufpassen. Ich weiß nämlich, dass Michael Schumacher in diesem Jahr große Chancen hat, nochmal Weltmeister werden wird! Doch! Ganz sicher! Es sieht zwar zur Zeit gar nicht danach aus, aber in dieser Woche hat eine Hannoveraner Hexe mit eindeutigen Erfahrungen das Heft in die Hand genommen, und das lässt seine Chancen immens steigen!

Den Beweis liefert dieser Artikel, in dem außerdem enthüllt wird, warum 2010 Sebastian Vettel zum jüngsten Formel 1 Weltmeister aller Zeiten avancierte:

Die Magierin aus Hannover befreite vor zwei Jahren schon Sebastian Vettel (24) von dessen Fluch. Über 100 Punkte vermasselten ihm sein Team und sein Pannen-Auto „Luscious Liz“, bis Levine im Mai einen Schutzzauber auf ihn legte.

Zweifler werden anmerken, dass zum Zeitpunkt des Schutzzaubers erst 5 Rennen durchgeführt waren (nachzulesen im ersten von drei Artikeln auf dieser Seite) und Vettel immerhin schon 60 (von 125 möglichen) Punkte errungen hatte (er hatte also keineswegs zu diesem Zeitpunkt bereits „über 100 Punkte vermasselt“). Vielleicht merkt auch Mancher an, dass Vettel nach dem Schutzzauber noch mehrere, teilweise sogar peinliche, Ausfälle und Pannen zu verkraften hatte …. … aber am Ende hat er es ja doch geschafft. Und nur weil diese Hexe aus Hannover ihren Schutzzauber auspackte!

Ob, und wenn ja wie viel, Vettel für diese Dienstleistung – die hier* in verschiedenen Varianten für Jedermann/frau angeboten wird – bezahlt hat, erfahren wir leider nicht. Schumacher jedenfalls hat wohl noch die Chance bei der guten Frau einen Schutzzauber zu buchen, denn wie die Hexe aus einem Blick in die Tarotkarten folgerte:

Ein Schutz-Zauber ist möglich

Ob wir dann davon erfahren werden hängt übrigens weder von Schumi noch von der Hexe ab. Offensichtlich hat ein Herr „OLIVER REUTER“ die Exklusivrechte an der Verbreitung solchen Unsinns der Hexennachrichten. Dieser Name ziert nämlich nicht nur den aktuellen, sondern auch die drei vorigen Artikel, in denen die selbst ernannte Hexe erwähnt wird**.

* Auch eine interessante Geschäftsidee! Eine magische Aufladung lässt sich ja glücklicherweise nicht nachweisen, also würde es reichen, wenn man das Zeugs einfach nach ein paar Tagen an den Absender zurück schickt (… aber nur wenn Vorkasse geleistet wurde) und vielleicht noch ein nettes „Zertifikat“ beilegt …

** Über die persönlichen Beziehungen zwischen Journalist und Hexe werde ich keinesfalls in irgendeiner Form spekulieren wollen …





Die Wahrheit über das Dalaidings …

30 05 2012

… erzählt Colin Goldner in diesem wunderbaren Vortrag anlässlich des Besuchs eines Exiltibeters in Österreich. Das ganze heißt „Hinter dem Lächeln des Dalai Lama“ und gibt einen kleinen Teil der von Goldner über viele Jahre akribsch gesammelten Informationen zu diesem Grinsekasper wieder. 90-Minuten-Videos sind nicht jedermanns Sache, aber als lehrreiches Kontrastprogramm für Fußballmuffel während der in Kürze beginnenden Fußball-EM eignet sich dieser Vortrag hervorragend. Und wer dieses (740-seitige!!) Buch nicht kennt, dem kann ich einen Staunfaktor garantieren, den ein EM-Kick kaum erreichen wird:

 





Das Eurobarometer und die Astrologie

25 05 2012

Die bei Astrodicticum Simplex schon vor einem halben Jahr ausführlich beschriebene (und diskutierte) Studie zu „Astrology Beliefs among Undergraduate Students“ habe ich mir erst jetzt im Detail angesehen – und dabei sind mir zwei andere Studien eingefallen, die ich hier kurz vorstellen möchte. Die EU-Komission fragt nämlich immer mal wieder die Menschen in den Mitgliedsländern (… und sogar darüber hinaus) was sie zu bestimmten, nicht nur aktuellen Themen denken. Eurobarometer heißt das Ganze und bei den beiden Umfragen zum Thema „Europeans, Science and Technology“ aus den Jahren 2001 und 2005 war auch die Einstellung der Europäer zur Astrologie Thema.

Die Umfrage aus dem Jahr 2001 war seinerzeit zu einer gewissen Berühmtheit gelangt, weil neben der Einstellung der Europäer zu verschiedenen echten oder vermeintlichen Wissenschaftsbereichen auch verschiedene Aussagen mit  Wahr/Falsch/Weiß Nicht bewertet werden sollten – und die Ergebnisse durchaus überraschend waren:

Jeder 5. glaubte also, dass die Erde nur einen Monat braucht um die Sonne zu umrunden, und jeder 4. lässt die Sonne um die Erde kreisen – da wundert man sich nicht einmal, dass in der damaligen Umfrage über die Hälfte der Befragten die Astrologie als „eher wissenschaftlich“ erachtete:

Wobei diese Einschätzung weitgehend unabhängig vom Bildungsniveau zu sein schien, wie folgende Unterscheidung nach dem „Ausbildungsende“ zeigte:

Bei den oben gezeigten 13 einzuschätzenden Aussagen war die Anzahl der richtigen Antworten übrigens direkt vom Bildungsniveau abhängig, denn während Europäer, die ihre Ausbildung vor dem 15. Lebensjahr vollendet hatten im Schnitt nur 6,4 Aussagen richtig bewerteten lagen solche, die beim Ende ihrer Ausbildung älter als 20 Jahre waren mit 9,0 Richtigen doch wesentlich besser.

In 2005 wurden die Fragen zur Wissenschaftlichkeit dann ein wenig geändert. Dieses Mal mussten die Europäer die verschiedenen Fachgebiete auf einer Skala von 1 (absolut unwissenschaftlich) bis 5 („harte“ Wissenschaft) bewerten – und auch die Homöopathie tauchte in der Liste auf. Als weiteres Schmankerl ließ man die eine Hälfte ihre Einschätzung zur Astrologie angeben, die andere zu Horoskopen. Letztere Unterscheidung zeigte ein wahrlich beeindruckendes Ergebnis: Während 41% der Befragten die Astrologie auf obiger Skala mit 4 oder 5 bewerteten …

… waren es bei Horoskopen gerade ‚mal 13%.

Offensichtlich können die Menschen also sehr gut zwischen Astrologie und Horoskopen (in Zeitungen etc.) unterscheiden und billigen letzterem Thema Wissenschaftlichkeit nur in homöopathischen Dosen zu. Deutlich wird das auch, wenn man sich die durchschnittlichen Bewertungen anschaut …

… und noch deutlicher, wenn man die Achse an die richtige Stelle verschiebt (eine Bewertung mit „0“ war gar nicht möglich):

Es überrascht mich nicht, dass jeder Dritte der Homöopathie und gar 41% der Astrologie eine hohe Wissenschaftlichkeit zubilligen. Mit einem gewissen Prozentsatz mehr oder weniger fanatischer Anhänger solcher reinen Glaubenssysteme wird man wohl immer leben müssen, es wäre aber schön, wenn es nicht gar so viele wären. Vielleicht hilft ja die Resolution vom Welt-Skeptiker-Kongress am letzten Wochenende (es war absolut Klasse!), diese Anteile zu verringern …





Wer gewinnt heute Abend? Sissi und Rosi oder Nicholas?

19 05 2012

Beim Finale der Fußball-Champions-League heute Abend in München scheinen sich drei Orakeltiere für die kommende Fußball-EM qualifizierrn zu wollen. Und schon jetzt steht fest, dass mindestens ein Tier gewinnen wird.
Die tierischen Tipps sind dabei wenig überraschend:
Die Münchner Dackeldamel Sissi und Oktopus Rosi aus dem örtlichen SeaLife Aquarium (ohne Orakelkrake scheinen solche Spielchen – seit Paul’s Glückssträhne bei der WM 2010 – der Öffentlichkeit nicht zumutbar zu sein) sollen die Bayern favoritisieren, das in England lebende Lama Nicholas setzt auf Chelsea.
Ob wir heute den Beginn der erfolgreichen Karriere eines Orakeltiers sehen wird sich dann bei der Fußball-EM zeigen. Das „erfolgreiche“ Tier darf sich mit Sicherheit bald am jeweiligen Nationalteam ausprobieren.





Quathemoc verletzt! Nachnominierung oder Weltuntergang?

10 05 2012

In den Wochen vor Fußballgroßereignissen steigt traditionell die Nervosität unter den Fans. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sich immer wieder nominierte Spieler in Training oder Testspielen verletzen, so dass dann tagelang diskutiert werden kann, ob der Spieler vielleicht doch noch rechtzeitig gesundet oder ob nicht vielleicht doch ein anderer nachnominiert werden sollte. Aber wer interessiert sich schon für eine Fußball-EM, wenn es bei dem in der Überschrift erwähnten Quathemoc um nichts weniger als den Weltuntergang geht?

Denn Quathemoc ist der aus Vulkanstein gefertigte Maya-Schädel, der als einer von 13 am 21.12.2012 im Maya-Land irgendwie den Weltuntergang verhindern soll. So erzählte es zumindest die BILD und beruft sich dabei auf einen Herrn, der hier schon mehrfach erwähnt wurde. Aktuell erzählt der Mann sogar in einem Video ähnlichen Unsinn, nur das mit dem Weltuntergang verkneift er sich und überlässt das dem Schreiberling der Zeitung mit den großen Buchstaben. Blöd ist jetzt allerdings, dass der Schädel heruntergefallen ist und nun im Kinnbereich eine Macke hat:

Die ist zwar – wie man hier sehen kann – minimal im Vergleich zu der im Video dokumentierten Macke des Herrn Kristallschädelschwurblers (… obwohl: Wenn man bedenkt dass der Typ sogar Kristallschädelwasser vertreibt, könnte man auch auf die Idee kommen, dass der Mann nur ganz konsequent Leichtgläubige von der Last ihres monetären Besitzes befreien will), aber ob der Schädel jetzt noch „funktioniert“ und zum Beispiel nochmals seinen Namen telepathieren kann oder stattdessen nur noch „AUAUAUAUAUAUAUAUAUAUA“ aussendet, das bleibt abzuwarten. Ob das mit dem Aufstieg oder der Weltrettung mit einem verletzten, ja quasi demolierten Quathemoc überhaupt noch funktioniert? Wieso muss eigentlich so ein sensationeller Kristallschädel Schaden nehmen, wenn er von einem profanen Tisch plumpst? Hätte der (ich mein‘ den Schädel, nicht den Tisch) nicht zumindest kurzzeitig die Gravitation aufheben können? Oder wenigstens eine Delle im Fußboden verursachen?

Aber vielleicht ist der Kristallschädelfritze sowieso irgendwie getäuscht worden. Vielleicht hat Quathemoc ja gelogen! Der Besitzer des jetzt demolierten Schädelsteins behauptet zum Beispiel, für den 21.12. wären Maya-Schädel in verschiedenen Farben wichtig, die irgendwie zusammen kommen müssten (weil – wir erinnern uns: Die Nazis waren der Überzeugung, dass 13 solcher Schädel existierten. Wer sie zusammenführt, besitzt einen Schlüssel zur Beherrschung der Welt. – Uäääährxxxx!). In diesem Text  kann man lesen, dass es doch einzig und allein um 13 Kristallschädel geht, und die haben (auch in der reichhaltigen Bebilderung) nur eine Farbe …

Nun gut, das mit den 13 Schädeln ist offensichtlicher Unsinn. Außerdem gibt es ein paar mehr davon, laut dieser Meldung sind’s 51! Die stammen übrigens mitnichten von den Maya (dort gibt’s das notwendige Ausgangsmaterial dafür gar nicht) sondern wahrscheinlich aus Idar-Oberstein. Von solchen Ausflügen in die Realität (… oder die deutsche Provinz – womit ich nichts gegen Idar-Oberstein gesagt haben möchte: ich fand das Städtchen bei meinen paar Besuchen durchaus nett) dürften sich Kristallschädeladepten keinesfalls beunruhigen lassen. Vielleicht grübeln die unterdessen darüber, wie man Quathemoc ggf. ersetzen, oder vielleicht auch reparieren heilen könnte. Für Letzteres bräuchte man einen Superkleber, für die Nachnominierung wohl eher einen neuen Schädel. Aber auch hier hilft das Internet:

Hier gibt’s ein Luxusstück für schlappe 2.400 Euro! Sieht genauso aus wie Quathemoc und wenn der Besitzer ein paar bewusstseinserweiternde Pilze (oder Ähnliches) einwirft, wird ihm auch sicher ein neuer Name dafür eingeflüstert werden einfallen (oder er postuliert -ganz langweilig – Quathemoc’s Kristall-„Seelenwanderung“).

Wenn’s dann doch ein Kristallschädel sein soll, kann man sogar Geld sparen. Der hier kostet nur 900 Euro …

… und im gleichen Laden gibt’s übrigens noch viel mehr Kristallschädel, und auch -schädelchen. In verschiedenen Größen und Farben kostet der Spaß zwischen 14,90 € (40 mm) und 433,00 € (13 cm). OK, da fehlt noch eine Kleinigkeit. Die Steine werden zu diesen Preisen quasi nackt angeboten. Der richtige Esoteriker leistet sich natürlich dazu noch die 25 € teure Aktivierung

Ob Klebstoff und eine Portion frische Aktivierung für Quathemoc reichen um den Weltuntergang zu verhindern?








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