Wenn der Orakelzoo richtig liegt … … spielt Deutschland im Finale

28 06 2012

Herr Kaufmann hat vor den Halbfinals dann doch noch seine Webseite aktualisiert, und auch seine Berechnungen laufen eine Wiederholung des Finales von 2008 hinaus. Mit 44,9% ist die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Titelgewinn Spaniens doch noch um Einiges höher als die für Deutschland (35,5%). Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte man diese EM auch wesentlich einfacher haben können. Von Anfang an wurden Deutschland und Spanien als haushohe Favoriten genannt, und  die Spanier haben es schon mal ins Finale geschafft. Ob die deutsche Mannschaft da nachziehen kann? Falls ja, hätten immerhin die beiden Mannschaften das Finale erreicht, für die man das von vorne herein – via entsprechender Wahrscheinlichkeiten – sowieso die höchsten Wahrscheinlichkeiten zugeordnet hatte. Man hätte sich also den ganzen Aufwand vorab fast sparen können …

Beim Rundgang durch den Orakelzoo möchte ich zunächst wieder bei den Orakeltieren beginnen, die bisher noch gar nicht daneben lagen. Fünf davon haben bereits für Deutschland gestimmt (Elefantendame Nelly, Herr Zottel, Ulli Fairkel, der BERA-Hund und Mopsdame Joyce) – und auch das Mehrere-Meerschweinchen-Orakel, Zwergotter Ferret, sowie Papagei Lorenzo setzen auf Löws Truppe. Fehlen nur noch Sau Paula von der Märkischen Zeitung und mit Werbetier Uli ein weiteres Meerschweinchen (Heuschrecke Kassandra ist übrigens raus aus der Liste – sie hatte im Viertelfinal auf Griechenland gesetzt) – bisher gibt es aber (schon wieder) ein sehr eindeutiges Votum:

8:0 für Deutschland!

Bei den restlichen Tieren überwiegt ebenfalls der Tipp auf schwarz-rot-gold. Sogar Kuh Yvonne frißt erstmals aus dem deutschen Trog! Das könnte man allerdings durchaus auch als böses Omen deuten (bisher hatte sie das ja noch nie getan), aber nach den zu Beginn der Orakelsaison von den Yvonne-Betreuern verkündeten „Regeln“ könnte es auch darauf hin deuten, dass man Yvonne solange mit Wiederholungen der bisherigen deutschen Spiele genervt hat, dass sie sich dieses Mal dann doch für die deutsche Fahne entschied. Ebenfalls auf Deutschland setzen Zwergesel Kira, Hund Anton und Esel Felix, während einzig Tiger Boris einen italienischen Sieg erfuttert.

Weitere Orakeltiere werde ich heute Nachmittag hinzufügen – jetzt habe ich erst einmal ein paar andere Termine.

Update 19:00 Uhr: Noch ein kurzer Sprint durch den Orakelzoo

Die Zeit reicht nicht, jetzt noch alle weiteren Orakeltiere und ihre Prognosen zum Halbfinale zu suchen, aber einige sollen doch noch erwähnt werden:

Auf Deutschland setzen:

Für Italien sind:

Offensichtlich sind sich die nicht ganz so perfekten Orakeltiere nicht so ganz einig – oder ist das nur ein Zeichen dafür, dass dort nicht getrickst wird? Bei einem Münzwurf würde man ja auch kein 8:0 oder 9:0 erwarten …

Ganz besonders lustig soll das Video über Pferd Henry sein, aber die Geschichte mit dem entführten Pferd (das sowieso teilweise daneben lag) und den Leutchen, die ein Pferd imitieren geht wirklich nicht als Tipp durch. Bei Mops Otto ist der Hunger so groß, dass er gleich beide Näpfe leer futtert – und die Deuter haben Schwierigkeiten: Zunächst soll Italien führen, dann Deutschland ausgleichen und dann … … ist’s doch Italien (obwohl sich Otto danach auch wieder dem deutschen Napf zuwendet). Da überzeugt der Blechnager ausnahmsweise dann doch mehr: er landet znächst zwischen beiden Fahnen (Elfmeterschießen!) bevor er auf die deutsche Fahne hüpft (auch Xaver’s Schwanken zwischen zwei Hundedamen wird entsprechend gedeutet).

Ach ja, auch eine weitere astrologische Prognose gibt es noch zum Italienspiel. Neben pseudogenauen Schwafeleien wird es dieses Mal sogar im Fazit überraschend konkret:

Fazit: Vieles wird davon abhängen, ob Deutschland seine Chancen in der ersten Halbzeit nutzt. Zwei Tore gegen Italien erscheinen zwar statistisch unwahrscheinlich, wären aber durchaus möglich. Mit diesem Polster könnte man dann die zweite Halbzeit überstehen, selbst wenn noch ein Tor für Italien  fallen sollte.
Denn bei Löw gibt es astrologisch gesehen ein ganz dickes Plus. Während Prandelli „nur“ eine Deklinations-Konjunktion zwischen Merkur und Saturn hat (eher schwierig), steht die Spiel-Sonne in einer genauen Kontraparallele zu Löws Mars und Jupiter. Das lässt auf ein kämpferisches und letztendlich erfolgreiches Spiel seiner Mannschaft hoffen.

Prognose: Deutschland gewinnt in einem dramatischen und spannenden Spiel mit ein bis zwei Toren Unterschied. Die Möglichkeit einer Verlängerung besteht aber.

Die Fans dürften hoffen, dass die Astrologen vielleicht dieses eine Mal doch Recht haben.


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2 responses

29 06 2012
Statistiker

Soso…..

„Fazit: Vieles wird davon abhängen, ob Deutschland seine Chancen in der ersten Halbzeit nutzt. Zwei Tore gegen Italien erscheinen zwar statistisch unwahrscheinlich, wären aber durchaus möglich. Mit diesem Polster könnte man dann die zweite Halbzeit überstehen, selbst wenn noch ein Tor für Italien fallen sollte.“

Tja, da kann man nur zu sagen: Zu 100 % vergrüßt. Bitte einmal um 180° wenden….

29 06 2012
Horst Lauer - Der Skeptiker

Kein Wunder herrscht nun Verwirrung und es finden Wenden statt, die schwer nachvollziehbar sind, hat sich doch hier ein Thema breit gemacht, für welches ein skeptischer Blog ein doch fragwürdiges Umfeld ist. Die Rede sei dabei nicht von der Beschäftigung mit einer vermeintlich divinatorisch begabten Fauna allein, sondern der bedauernswerte Umstand, daß der Fußballsport als solcher und der Umgang mit diesem völlig unkritisiert als gegeben hingenommen, ja gar befördert wird.

Sport hat seinen logischen Zweck im Erhalt von Gesundheit und Tatkraft, seine physiologischen Wirkungen sind das Entscheidende. Vorbild sei uns der junggebliebene Bundespräsident Freiherr von Weizsäcker, der nie das Streben aufgab, sich das gute deutsche Sportabzeichen auf das Neue zu erarbeiten.

Daß nun aber jene schlimme, gerade den Fußballsport umgebende Emotionalität hier unkritisiert bleibt, ist erschütternd. Der gute Fußball ist an und für sich eine begrüßenswerte Betätigung, die durchaus logische Ursprünge hat. Das leider nur digital erhältliche Lexikon „Wikipedia“, aus dem ich gerne zitieren möchte, erläutert dazu: Fußball wurde „als militärisches Ausbildungsprogramm zum Training der Soldaten durchgeführt (…)“.

Inzwischen wurde dieser wunderbare Sport jedoch pervertiert, zu einem Geschäft, das aus der Erregung billiger Affekte seinen monetären Nektar zieht. Die bei Fußballsportturnieren zu besichtigenden Gefühlsausbrüche, das „Fan“-Gebaren (man sehe mir diesen teilweisen Anglizismus nach), das Hüpfen und Tröten, das Betäuben der Sinne mit Alkoholika, hat uns nicht ungerührt zu lassen.

Denn, meine Herren, verehrte Frau Silvia, wie begannen die Menschen denn, Dinge zu sehen, die gar nicht existieren? Alles nahm seinen Anfang in Momenten exstatischer Zustände, affektgetrieben und ohne Beherrschung der Leidenschaften.

In einem skeptischen Umfeld haben wir also darauf zu achten, dass wir uns nicht ex-statisch gebärden und einem solchen Verhalten weder Vorschub zu leisten, noch es unkritisiert zu lassen.

Eilfertig zu beklagen, daß Plapperer die Behauptung vorbringen, man könne für 1 Euro und 99 Cent (das sind circa 3 Mark und 94 Pfennige) wahlweise seinen Großpapa oder seine Großmama im Jenseits anrufen, ist das eine. Das Entscheidende aber wäre doch zu fragen, wie es zu solchen gar schlimmen Verirrungen kommen konnte. Welcher Gestalt ist der Humus, in dem diese Saat aufgehen kann?

Hier ist nun klar und ohne Kompromisse zu antworten: der Grund liegt in der generellen Unbeherrschtheit der Menschen, im Gewährenlassen oder gar Gutheißen von Affekten aller Art. Wer Liebesschnulzen und Humbamusik im Radio und im Filmtheater nicht kritisiert, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die Mitmenschen sich auch anderen irrationalen Dingen öffnen.

Selber sich völlig unlogisch mit dem Alkohol die Sinne zu benebeln, Tralalamusik zu lauschen, um sich von ihr emotional (irrational!) forttragen zu lassen, sich an Mode und dem neuesten Schick zu ergötzen, um dann zu beklagen, daß andere sich an dem Glauben an Ufonauten aus dem Andromedanebel erfreuen – das ist nun allerdings allzu bigott, scheinheilig und geradezu obszön.

Es ist hohe Zeit, den Siegeszug unserer lieben Vernunft einzuleiten! Affekte, Gefühle, sind nur ein problemverursachendes Abfallprodukt menschlicher Entwicklung, die einem primitiven evolutionären Stadium zugehörig und inzwischen längst überholt sind.

Vernunft ist das einzig Legitime! Gefühle sind unvernünftig, irrational und ob dieses unleugbaren Umstandes zu kritisieren. So sollten alle begrüßen wollen, wenn künftig auch Emotionsauswüchse Gegenstand der skeptisch-kritischen Betrachtung würden.

Ich kann dabei aus eigener Erfahrung sehr empfehlen, durch genaue Selbstbeobachtung, ausgewogene Ernährung und reichlich Wechselbäder seine Temperamente zu überwinden. Denn nur ein Stoiker ist ein wahrer Skeptiker. Gerne lasse ich Sie teilhaben an meinem diesbezüglichen Wissensschatz zu diesem so wichtigen Sachverhalt, der Ihnen Stütze sein wird auf dem Weg, ein wahrhaft skeptischer Mensch zu werden.

Wohlan die Herren, und auch verehrte Frau Silvia, lassen Sie uns dies niemals vergessen: der wahre Skeptiker geht zu allererst mit sich skeptisch zu Gericht.

Nehmen Sie sich nun diesen Nachmittag zur Einübung der rechten Haltung. Entfernen Sie die alle unnötigen Genußmittel aus der Vorratshaltung und lesen Sie die Werke von Panaitios und Seneca.

Überhaupt wäre darüber nachzudenken, ob man nicht allen spiritistisch und affektiert Verwirrten, die Schriften Chrysippos von Soloi‘ zugänglich machen sollte.

Auch Ihnen, verehrter und geschätzter Herr Blogpfleger, darf ich Chrysippos von Soloi wärmstens empfehlen. Das Studium seiner Texte wird gewiss auch Sie erbauen und Ihnen behilflich sein, Ihre in Ihren Beiträgen bisweilen durchscheinenden Affekte noch besser zu kontrollieren.

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