Morgen im Programm: Entrückung in den FKK-Himmel

23 07 2012
Vor gut einem Jahr, kurz vor dem 21. Mai 2012 sorgte ein spinnerter amerikanischer Prediger für einen kleinen Medienhype als er just für diesen Tag die „Entrückung“ ankündigte, der nur ein halbes Jahr später das unwiderrufliche Ende der Welt folgen sollte. Harold Camping heißt der Mann, der – nachdem er Ähnliches schon 1994 falsch prophezeit hatte – inzwischen solchen Voraussagen abgeschworen hat. Für alle, die sich nicht mit „Entrückung“ auskennen: Es bedeutet, dass die braven, Rechtgläubigen schon mal vorab zu ihrem Herrgott in den Himmel auffahren dürfen um es sich dort – in der Nähe ihres Idols – auf immer und ewig gut gehen zu lassen. Wie Camping voriges Jahr ankündigte würden die Auserwählten all ihren irdischen Tand auf unserem Planeten zurücklassen, so dass man sich nicht wundern sollte wenn an diesem Tag irgendwo verlassene Autos, Tiere oder herrenlose Kleidung rumliegen würden. Das wäre eben das sichtbare Zeichen dafür, dass hier ein Mensch entrückt worden wäre.
Olle Kamellen? Nein! Hier und hier kann man lesen, dass am 24. Juli 2012, also morgen, wieder ‚mal kollektives Entrücken angesagt ist. Der Prophet ist übrigens gerade einmal halb so alt wie der über 90 jährige Camping und heißt Mark Alexander (… was born in Kerala, India in the year 1967). Es ist also zu  erwarten ist, dass er in Zukunft noch weitere solcher Unsinnsprognosen hinausposaunen wird. Dass diese Ankündigung keinen ähnlichen Medienhype wie die letztjährige von Camping verursachte, könnte daran liegen, dass der Mann in Australien lebt. Schade eigentlich, denn ich fand viele der damals anläßlich dieses Termins ins Internet gestellten Fotospäße ziemlich lustig. Glücklicherweise ist das Zeugs ja zumindest teilweise noch verfügbar.

Ob sich die doch überwiegend als äußerst prüde geltenden Anhänger solcher Spinnereien den Himmel wirklich wie ein riesiges FKK-Gelände vorstellen?

mit Dank an den Blasphemieblog


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24 07 2012
Horst Lauer - Der Skeptiker

Verehrter Herr Kunkel,

haben Sie einmal mehr herzlichen Dank! Es ist von großer Wichtigkeit, daß Sie Ihre Leser auf derlei Kokolores aufmerksam machen. Da sieht man wieder einmal, wohin diese allseits gehuldigte Meinungsfreiheit uns alle führt. Gut, daß Sie dies hier so gnaden- und erbarmungslos an den Pranger stellen.

Wir hatten seinerzeit einen Fall von galoppierendem Wahnsinn in der eigenen Familie, als mein Schwippschwager Wolfhardt sich nach der Lektüre von Westliteratur einem freien kirchlichen Grüppchen anschließen wollte. Schlimm genug, daß die Staats- und Parteiführung diesen Gruppen nicht intensiv genug Einhalt geboten hatte. Es war vor allem erschreckend für uns zu sehen, daß selbst unsere gute, atheistische, sozialistische, rationale Gesinnung kein ausreichendes Schutzschild war.

Jedoch wurde Wolfhardt geholfen, nachdem wir mit Unterstützung der Betriebsgewerkschaftsleitung veranlassen konnten, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben. Ein Dutzend Einheiten Elektrokrampftherapie hatten einen begrüßenswerten Einfluß. Es ist bedauerlich, daß diese guten Methoden heute aus der Mode gekommen sind.

Mit freundlichen Grüßen!
Horst Lauer

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