Aberglaube scheint unrentabel

20 08 2012

… zumindest scheint es so, wenn man sich die bisherige Perfomance des „Aberglauben-Fonds“ anschaut, den ein Herr namens Shing Tat Chung vor einiger Zeit aufgelegt hat. Das Ganze ist allerdings als Kunst-Projekt zu verstehen, wie der Mann in einem Interview mit jetzt.de erläuterte.

Tatsächlich kann ein Fonds ja theoretisch jede nur erdenkliche Anlagestrategie verfolgen, die Verantwortlichen müssen sich dann nur daran halten – und genug Investoren finden, damit sich die Sache dann rentiert. In diesem Fall wird eben nach verschiedenen abergläubischen Regeln gehandelt – wobei die Details zumindest teilweise im Dunkel liegen (welche Aktien ausgewählt werden ist zum Beispiel völig unklar). Im verlinkten Interview werden immerhin ein paar Regeln offen gelegt:

Zum Beispiel die Zahlen. An bestimmten Tagen wie dem 4., 13. oder 17. des Monats kauft er nicht, weil das Unglückszahlen sind. Er kauft, wenn der Index einen „glücklichen“ Wert hat, zum Beispiel 888, eine Schnapszahl; bei einem unglücklichen Wert, in dem etwa eine 13 vorkommt, verkauft er. Das sieht dann so aus: Wenn der Wert des FTSE 100 Index (der wichtigste britische Aktienindex, Anm. d. Red.) zum Beispiel bei 5.413 ist, verkauft er.

Der Computer hat Angst vor Vollmond, Neumond ist dagegen gut. Eine Sonnenfinsternis ist schlecht. Außerdem schafft sich der Algorithmus seine eigenen Glücksregeln, so wie wir das auch manchmal tun. Wenn wir zum Beispiel ein Tennismatch gewinnen, schieben wir das auf unsere „Glückssocken“ und ziehen sie beim nächsten Mal wieder an. Wenn der Computer mit einer Aktion Erfolg hat, wiederholt er sie ebenfalls, so lange, bis er damit kein Glück mehr hat.

Die Details würden mich ja wirklich interessieren, aber scheinbar ist an diese nicht heranzukommen. In der Realität scheint die abergläuische Anlage sowieso nicht allzu erfolgreich zu sein. Auf der Webseite wird aktuell (20.8. 22:00 Uhr) eine Performance von -8,78% angegeben, also ein satter Verlust – aufgelaufen seit dem 1. Juni dieses Jahres, also in nicht einmal 3 Monaten. Wenn man das mit der Entwicklung des im Interview erwähnten britischen Aktienindex FTSE100 vergleicht, wird es noch verlustreicher, denn dieser Stand zu Handelsbeginn am 1.6. bei 5.320,90 Punkten und aktuell bei 5.852,40 Punkten, hatte also in dieser Zeit ca. 10% zugelegt. Aber noch hat der Aberglauben eine Chance, denn in den nächsten Monaten könnte das auf diesen Regeln beasierende Computerprogramm ja noch den ein oder anderen Anlageerfolg erzielen. Ich hab‘ mir auf jeden Fall schon mal eine Erinnerung für Ende Mai 2013 in den Kalender eingetragen um das Ende dieses „Kunstwerks“ mitzuerleben.

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21 08 2012
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Über Aberglaube informiere ich mich regelmäßig. Danke also für deinen Blogpost zum Thema. Vielen Dank dafür, Nadine.

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