Astrologie für ein Flugzeug (… und Peer Steinbrück)

18 06 2013

Auf meine Twitterfollower ist Verlass. Kaum findet eine/einer eine „interessante“ Prognose, schon kriege ich Nachricht. Dieses Mal geht es um Rolf Liefeld, einen Astrologen aus München, und seine Astrologische Untersuchung zum Jungfernflug des A350. Dass man als Astrologe tatsächlich auf die absurde Idee kommt den Zeitpunkt des Jungfernflugs eines Flugzeugs für eine astrologische Analyse zu nutzen, das wundert mich überhaupt nicht, das machen diese Leute ja des Öfteren. Und – wie nicht anders zu erwarten – kann der Mann mit wirklich tollen Prognosen zu diesem neuen Flugzeugmodell aufwarten. Das liest sich dann so:

Chiron im 8. Haus im Quinkunx zum Aszendenten, der noch dazu sehr exakt ist (nur drei Gradminuten), lässt allerdings eine Fehlerquelle oder ein späteres Unglück vermuten, das dem A350 sehr zu schaffen machen wird, jedoch ist dies nicht der hauptsächliche Eindruck, dieser bleibt positiv.

… oder …

Die Sonne in den Zwillingen, noch dazu im 11. Haus, scheint zu rufen: „Hinaus in die weite Welt, ich will überall hin und alles kennenlernen“. Angst davor, dass der A350 ein Ladenhüter bleibt, braucht man bei dieser Konstellation nicht zu haben.

… oder …

Nessus im Sextil zu Mond/MC deutet auf ein sehr ernstes Problem hin, das mit dem Flieger verknüpft ist, und das wohl derzeit noch nicht bekannt sein dürfte. Jedoch wird Airbus die Kraft haben, dieses Problem so zu lösen, dass hierdurch kein großer Imageschaden entstehen dürfte.

… oder …

Insbesondere bei Konjunktionen zu Chiron durch Langsamläufer, oder durch Mars, wenn gleichzeitig schwierige Langsamläuferaspekte exakt sind, kann zu einer schmerzhaften Katastrophe mit dem Airbus führen.

Ein grandioses Sammelsurium von Konjunktiven – und neben Katastrophen, Unglücken und Problemen immer mal wieder der Hinweis auf den Erfolg des neuen Fliegers: der sprichwörtliche Hahn auf dem Mist hätte es nicht besser ausdrücken können.

OK, ob der neue Airbus ein Erfolg wird, das wird sich erst später zeigen, aber der Mann hat auch eine Prognose für 2013 auf Lager. Es geht um die Bundestagswahl im Dezember, und Herr Liefeld fragt: Hat Peer Steinbrück eine Chance gegen Angela Merkel?

Und was fand er (der Artikel datiert vom 28. April 2013)? Analog der damals aktuellen Umfragen sieht sein Fazit für den SPD-Vorsitzenden düster aus:

Aus Sicht der bekannten Progressionen lässt sich sagen: Der wird es ganz bestimmt nicht. Es müssten schon starke Aspekte zu Aszendent oder Medium coeli, die ja leider nicht bekannt sind, vorhanden sein, um Steinbrück hier noch einen Wahlsieg prophezeihen zu können. In Hinblick auf die Transite wird der Wahlabend für ihn unangenehm bis belanglos.

Nun ja, selbst wenn er Recht hätte wäre diese Prognose kaum geeignet um irgend jemanden hinter dem Ofen hervor zu locken. Aber immerhin hab‘ ich jetzt eine weitere Seite, die man in regelmäßigen Abständen nach Prognosen durchsuchen kann.

(Das war Nummer 36 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)

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13 responses

22 06 2013
Rolf Liefeld

Kommentar von mir, Rolf Liefeld: Zugegeben, die Voraussage für Steinbrück/Merkel ist nicht besonders sensationell, da diese Wahl (leider) ungefähr so spannend ist wie die 20. Wiederholung von „Täglich grüßt das Murmeltier“. Interessant für mich persönlich war dabei, wie gut die astrologisch deutbaren Gegebenheiten dies auch widerspiegeln.

Das Interessante am A350 ist, dass er, astrologisch gesehen, ein wirklich großartiger kommerzieller Erfolg werden sollte. Dass Flugzeuge immer wieder mal in Katastrophen verwickelt werden, ist leider auch normal, und insofern zwar astrologisch erkennbar, jedoch auch nichts, was sich als Voraussage als besonders sensationell gelten kann.

Spannender, und da bin ich selbst neugierig, ist der Artikel auf meiner Seite über Justin Bieber und meiner dort geäußerten starken Vermutung, dass er diesen Sommer noch entweder Opfer oder Täter eines Unfalls oder Gewalttätigkeit werden könnte. Die entsprechenden Konstellationen sind Mitte bis Ende August besonders auffällig, den gesamten Zeitraum grenze ich mal auf Juli bis Ende September ein. Warten wir das mal ab, danach sind wir schlauer 😉

Ich selbst bin interessiert daran, mich dem Wahrsagercheck zu stellen, und freue mich deswegen, dass ihr meine Seite gefunden habt!

23 06 2013
wahrsagercheck

Hallo Herr Liefeld,

natürlich können Sie ihre Fähigkeiten bzw. die der Astrologie testen lassen. Die Spielregeln sind verhältnismäßig einfach: Wenn Sie eine Aussage über die Zukunft treffen, dann müssen Sie sehr genau festlegen, unter welchen Bedingungen Sie ihre Prognose als zutreffend ansehen, und unter welchen nicht. Ihr Text zu Justin Bieber ist da allerdings auch reichlich schwammig, ich zitiere mal:

Sicher wäre es übertrieben, davon zu sprechen, dass Justin Bieber in diesem Jahr Unglück erleiden muss, aber die astrologischen Einflüsse zeigen eine Unvernunft, eventuell Selbstüberschätzung bis hin zu Größenwahn, die ihren Preis kosten kann. Das kann sich sowohl auf Karriere, Liebesleben als auch körperliche Unversehrtheit beziehen.

Ein wenig genauer wäre da schon notwendig, denn auf diesen Satz passt fast jede Nachricht über Justin Bieber der letzten Monate. Aber Sie können sich gerne persönlich bei mir melden, dann können wir ein detailliertes Testszenario überlegen.

24 06 2013
Rolf Liefeld

In der Astrologie gibt es den Spruch: „Die Sterne machen geneigt, sie zwingen nicht“. Das bedeutet, in anderen Worten: wir sprechen bei Prognosen nicht von Gewissheiten, sondern von Wahrscheinlichkeiten, die stärker oder schwächer sein können.

Meine Kriterien, die ich anzubieten habe, sind:
– Voraussagen, deren Eintreffen aus rationaler Sicht oder aus der bisherigen Faktenkenntnis relativ unwahrscheinlich ist. Eine Vorhersage mit dem Inhalt, dass auch morgen im Osten wieder die Sonne aufgeht, ist nur wenig wert.
– Von einer größeren Anzahl solcher Voraussagen muss der überwiegende Teil eintreffen, und zwar eindeutig.

Da es sich jedoch um Wahrscheinlichkeiten handelt, wird die Formulierung im Konjunktiv bleiben müssen, alles andere wäre unseriös. Eine Voraussage ist ja selbst schon ein Eingriff in die Zukunft. Wenn man beispielswiese vorhersagen würde: „da vorne ist ein Loch, da fällst du rein“ – nun, dann würde die betreffende Person wohl, in Kenntnis dessen, dass sich dort ein Loch befindet, außenrum laufen, und die Vorhersage bliebe unerfüllt. Dann ließe sich nur noch sagen: hätte man das nicht vorausgesagt, wäre die Person *wahrscheinlich* in das Loch gefallen. Deswegen Wahrscheinlichkeiten.

Beispiel Justin Bieber: die Wahrscheinlichkeit, dass meine Prognose eintrifft, sehe ich selbst etwa bei 70%. Das, was Justin Bieber bisher gemacht habt bzw. ihm passiert ist, erachte ich – wie auch Sie – noch nicht als aussagekräftig im Sinne meiner Vorhersage, zeigt allerdings in meiner Weltsicht die astrologisch wirksamen Kräfte an. Um von Erfüllung sprechen zu können, müsste schon wesentlich anderes, Eindeutiges geschehen.

Beispiel diesjährige Wahlprognose: hier ist das Eintreffen von so einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass sie natürlich nicht als Prognose nach den oben gesetzten Kriterien taugt.

Beispiel Airbus: hier müsste der Verkaufserfolg schon exorbitant gut sein, um von einer Erfüllung der Prognose sprechen zu können, und das wird man wohl in frühestens zehn Jahren beurteilen können.

Eine Voraussage, die ich vor der letzten Wahl gemacht hatte (inzwischen bereits zu lange her, deswegen natürlich zur Überprüfung nichts mehr wert), war, dass Lafontaine wohl kurze Zeit nach der Wahl von seinen Parteiämtern zurücktreten und sich ins Privatleben zurückziehen würde. Das war aus damaliger Sicht denkbar unwahrscheinlich, ist aber eingetreten. Gut, das kann eine Eintagsfliege sein, deswegen bin ich selbst an Überprüfbarkeit interessiert. Wenn ich nun zehn Prognosen dieser Art mache, wäre also die Erwartungshaltung, dass deutlich über der statistischen Durchschnittswahrscheinlichkeit liegender Prozentsatz eintreffen müsste, um von Relevanz zu sprechen.

Was bei mir nicht zu erwarten ist, sind Prognosen auf Knopfdruck. Die astrologische „Wetterlage“ ist oft ebenso durchwachsen wie das echte Wetter, Aussagen wären dann nur schwer möglich bzw. Treffer nur zufällig. Ich werde mich nur zu Themen äußern, bei denen ich der Meinung bin, auch tatsächlich etwas erhellendes und hilfreiches beitragen zu können.

Sind das Kriterien, die in Ihrem Sinne sind?

24 06 2013
wahrsagercheck

Hallo Herr Liefeld,

den Spruch mit dem „geneigt machen“ kenne ich schon seit Jahrzehnten aus vielen Diskussionen mit Astrologen …

Zu einem Test:
Ziel ist es zu zeigen, dass ihre Voraussagen besser sind als es per Zufall zu erwarten gewesen wäre. Das ist natürlich bei Prognosen wie den von Ihnen recht schwierig, aber nicht unmöglich.

Wie bereits geschrieben müssen sie vorab genau festlegen, was als Treffer gelten darf und was nicht. Ohne eine solche Abgrenzung ist kein Test möglich.

Und niemand erwartet von Ihnen Prognosen auf Knopfdruck – sie können sich Zeit lassen und mir nur dann eine zu prüfende Prognose schicken, wenn sie sicher sind. Die Themenauswahl überlasse ich ihnen, aber – wie bereits geschrieben – Sie sollten exakt festgelegt werden, was als Treffer gilt. Nur so kann man übrigens überhaupt ermitteln, ob ihr Prognoseergebnis wirklich überraschend war.

26 06 2013
Rolf Liefeld

Abgrenzungen, was gültig ist, sind nicht immer leicht, siehe die beiden Beispiele Justin Bieber und der Airbus: wie viel muss JB geschehen, wie viele A350 müssen verkauft werden? Aber ein Kriterium sollte meiner Meinung nach sein, dass *wir beide* der Meinung sind, die Prognose sei eingetroffen. Wir brauchen Konsens. Mir ist schon klar, dass die Bieber-Prognose nicht dadurch in Erfüllung geht, dass er sich mit dem Hammer auf den Finger schlägt, aber festzulegen, was denn mindestens geschehen müsste, halte ich, gerade bei diesem Beispiel, für recht makaber. Außerdem widerspricht es auch dem Berufsgelöbnis des Deutschen Astrologen-Verbandes.

Hier ein Auszug aus diesem Gelöbnis:
„Die Grenzen astrologischer Aussagemöglichkeiten sind mir bewusst. (…) Niemals werde ich … etwas voraussagen, was die Ratsuchende oder den Ratsuchenden als Opfer eines unabänderlichen Schicksals erscheinen lässt, am wenigsten einen Todesfall. Niemals werde ich in der Beratung Prognosen über den Todeszeitpunkt eines Menschen machen.“

Das betrifft nicht nur Ratsuchende, sondern auch andere betroffene Personen. Auch dies noch einmal ein Grund für den Konjunktiv in der Prognose 😉 Ich bin der Meinung, dass es kein absolut festgelegtes Schicksal gibt. Aber eben starke Tendenzen (die berühmten „Neigungen“), dass ein bestimmter Weg gewählt wird bzw. sich ein bestimmtes Schicksal in einer zuvor erkennbaren Art manifestieren wird.

Es gibt Prognosen, da ist es recht leicht, zu sagen: dies ist ein Treffer und jenes nicht. Beispielsweise bei der Wahlprognose. Würde tatsächlich Steinbrück gewinnen, auch nur einen Blumenpott, hätte die Prognose versagt.
Ansonsten sind wir beide einfach auf Übereinstimmung angewiesen, und ich denke, wir sind da beide fair genug, um uns auch einig zu werden. Bei Dissens gilt die Prognose eben als nicht eingetroffen. Ich denke, damit sind Sie auf der sicheren Seite. Rumzurechten, ob denn nun etwas eingetroffen ist oder nicht, bringt nichts. Wenn, muss – selbst bei Verwendung von Konjunktiven in der Prognoseformulierung – das Ergebnis eindeutig sein.

Die Veröffentlichung einer Prognose auf meiner Homepage oder in anderen Medien sollte auch weiterhin Voraussetzung sein. Sie nur Ihnen zu schicken und ansonsten unter Verschluss zu halten, würde uns angreifbar machen.

Und Sie dürfen sich sicher sein: ich selbst bin auch neugierig, was aus dem Projekt wird. Niemals würde ich so weit gehen zu sagen: ich bin mir sicher, dass meine Prognosen überwiegend eintreffen, auch wenn ich es glaube, dass es so kommen wird. Denn über die Gefahr des Selbstbetrugs bin ich mir durchaus im Klaren; auch dies ein Grund, mich der Überprüfung zu stellen. Doch gehe ich, als Arbeitshypothese und überzeugter Astrologe, mal davon aus, dass es klappen wird.

26 06 2013
wahrsagercheck

Hallo Herr Liefeld,

es geht nicht darum, dass wir uns einig sind, sondern dass Sie eine Prognose so stellen, dass sie tatsächlich geprüft werden kann. Und das funktioniert nur, wenn von vorne herein klar ist, was als Treffer gilt und was nicht. Und das können (und sollen) Sie selbst definieren, denn was ich über Justin Bieber, den Airbus oder Steinbrück denke, das soll keinerlei Rolle spielen.

Das Beispiel Justin Bieber ist da tatsächlich nicht gut, da eben Treffer oder Nichttreffer nicht sauber voneinander abzugrenzen sind (… und weil ihre Prognose eben sehr viel Deutungsspielraum lässt). Die Abgrenzung ist notwendig, weil nur dadurch überhaupt die Chance besteht, die Qualität einer Prognose zumindest halbwegs zu begutachten. Und das ist für eine Bewertung wichtig. Man muss nämlich vorab zumindest nachvollziehbar abschätzen können, wie wahrscheinlich es ist, dass die Prognose eintritt. Dass dies bei Prognosen zu Prominenten schwierig ist, versteht sich von selbst.

Auch beim Airbus ist es alles andere als leicht, die Trefferkriterien zu definieren. Wann ist das Ding „erfolgreich“?
Man könnte die Anzahl der verkauften Flieger innerhalb eines bestimmten Zeitraums als Kriterium hernehmen (beides ist natürlich vorab festzulegen, und zwar von Ihnen) – obwohl dann nicht ausgeschlossen ist, dass Airbus gerade mit diesem Flieger alleine eigentlich nur Verluste macht (die z.B. durch andere Verkäufe – A 380 – kompensiert werden können) oder dass Boeing seinen Dreamliner drei Mal so oft verkauft.

Bei der Prognose zur Bundestagswahl bzw. Kanzlerschaft ist es übrigens auch nicht so einfach wie es scheint, denn wie hoch sind die Vorabwahrscheinlichkeiten für Steinbrück bzw. Merkel? Jeweils 50%? Sieht auf den ersten Blick so aus, ist aber nicht ganz richtig. Hätten Sie sich außerdem noch mit den Chancen der Spitzenkandidatin der Partei „die Partei“ auseinandergesetzt, so hätte dies nicht bedeutet, dass jetzt drei KandidatINNen mit jeweils 33,3%-Chance auf die Kanzlerschaft da wären. Um die Wahrscheinlichkeit vorab zu schätzen muss man z.B. die zum Zeitpunkt der Prognose veröffentlichten Sonntagsfragen zu Hilfe nehmen – dann erhält man nämlich für die Spitzenkandidatin der Partei „die Partei“ eine Wahrscheinlichkeit, die sehr nahe bei 0% liegt, während man bei Merkel und Steinbrück andere Wahrscheinlichkeiten ansetzen muss (das wäre der Bereich, bei dem wir uns – vorab! – einigen könnten).

Wenn Sie bei einer Prognose die Kriterien für einen Treffer definieren, dann kann man sich in Ruhe darüber Gedanken machen, wie wahrscheinlich das Eintreffen der Prognose denn generell ist. Diesen Wert braucht man, damit ein Treffer auch bewertet werden kann.

Während Wahrsager und (ich weiß, manche) Astrologen gerne Prognosen der Art „es wird im nächsten Jahr Erdbeben in Japan geben“ machen (das ist lächerlich, in Japan werden täglich Erdbeben gemessen -also 100% Trefferquote?) hatte ich Ende 2009 in der Rhein-Zeitung, Ludwigshafen, ein Erdbeben der Stärke 4,5 – 5 für die zweite Maihälfte in der Nähe der Fidschi-Inseln vorhergesagt. Meine Prognose war damit gegenüber den vorher erwähnten nicht nur viel genauer, es stellte sich sogar heraus, dass sie richtig war – können Sie sich denken, warum?

26 06 2013
Rolf Liefeld

Hallo Herr Kunkel,
mir ist klar, dass Prognosen, die sich im Rahmen des Wahrscheinlichen bewegen, nicht aussagekräfig sind. Ja, mir ist klar, warum Ihre Prognose zutraf. Weil sie ungefähr so aussagekräftig ist wie eine, die für den morgigen Tag den Sonnenaufgang in östlicher Richtung vorhersagt.

Halbwegs überprüfbar können wir die Prognose zu Justin Bieber gestalten: was ich befürchte, ist mindestens schwere Körperverletzung als Tätlichkeit, wobei nicht klar ist, ob er Täter oder Opfer ist. Ein Unfall dieser Schwere ist ebenso denkbar. Alles darunter erfüllt die Prognose nicht, immerhin ist der Artikel überschrieben mit „Justin Bieber in Gefahr?“. Also muss schon Bedeutendes geschehen. Äußerster Zeitrahmen: ab jetzt bis Ende Oktober. Erwartetes Eintreffen: um den 20. August. Je näher an diesem Zeitpunkt, desto eindeutiger der Treffer.

Betreffend Steinbrück schrieb ich bereits: ein Eintreffen der Prognose des Wahlverlusts hat keinen Wert, da dies sowieso den wahrscheinlichsten Ausgang darstellt. Wenn sie allerdings widerlegt würde, er also nach der Wahl ein wichtiges Regierungsamt übernähme, wäre das von großer Aussagekraft, da dies allen astrologischen Erwartungen zuwiderliefe, die Prognose wäre widerlegt.

Airbus ist schwierig zu quanitifizieren, ein Flugzeug wird lange gebaut, Stückzahlen können nicht das alleinige Kriterium sein, von großen Maschinen werden üblicherweise weniger gebaut als von kleinen. Ein Hinweis könnte sein, wenn Airbus den A350 als einen der größten Erfolge der Firmengeschichte bezeichnet, aber quanitifizierbar ist das leider auch nicht.

Noch allgemein:
Meine Vorgehensweise ist nicht so, wie bei manchen Fachkollegen, dass sie sich einen bestimmten Zeitraum vornehmen und dann spekulieren, was da wohl passieren könnte (hier halte ich seriöse Aussagen für so gut wie unmöglich). Sondern wenn, entdecke ich bei Betrachtung eines bestimmten Themas eine herausragende Auffälligkeit, und zu dieser lässt sich eine Prognose ableiten. Aber ebenso wenig, wie wir jeden Tag ein aufregendes Wetter haben, gibt es für jede Person/ jedes Ereignis eine aufregende astrologische Konstellation. Je „durchschnittlicher“ die Konstellation ist, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, eine zutreffende Prognose daraus abzuleiten. Je größer die Besonderheit der Konstellation, desto größer der prognostische Wert.

Ich hoffe, der Rahmen für die Bieber-Prognose ist für Sie so exakt genug. Wie hoch würden Sie hier die Eintreffenswahrscheinlichkeit ansetzen?

26 06 2013
wahrsagercheck

Hallo Herr Liefeld,

zum einen versuchen Sie ein wenig exakter zu werden, zum anderen ist das immer noch ein wenig zu unspezifisch um es vernünftig zu bewerten.

OK, bei Justin Bieber wird es immer „brutaler“ und damit schon etwas exakter, aber dafür haben Sie die Zeitschiene ein wenig verschoben. Wie gesagt, das ist nicht schlimm, denn Sie definieren was als Treffer gilt und was nicht, und wenn es zu unspezifisch ist, dann ist die Prognose eben auch qualitativ nicht sooo gut. OK, sollte Justin Bieber tatsächlich am 20. August eine schwere Körperverletzung erleiden, dann bin ich bereit Ihnen einen außerordentlichen Treffer gutzuschreiben, es sei denn Sie wären der Täter (vorsichtshalber: das letzte war natürlich Spaß!).

Bei Airbus ist „Erfolg“ natürlich ganz schwer zu definieren. Wenn Sie die zuständige Marketingabteilung fragen, haben Sie schon jetzt einen Treffer. Aber darum geht es ja nicht, denn ein solcher Treffer muss objektiv erkennbar sein. Und das ist bei „Erfolg“ eben sehr schwer.

Zum Allgemeinen:
Hier widersprechen Sie sich ein wenig. Bei Justin Bieber nennen Sie ein Datum bzw. einen Zeitraum, sagen aber dann, dass Sie keinen nennen können. Und noch einmal: Sie machen die Prognosen und Sie dürfen definieren, was als Treffer zählt und was nicht. Dabei ist es sinnvoll die Art des Treffers und auch den Zeitraum so weit es Ihnen möglich ist einzugrenzen.
Dazu ein Beispiel: Die Prognose „Es wird Schnee fallen“ ist lächerlich. Wenn die Prognose lautet „Es wird morgen Schnee in XXX fallen“ kommt es darauf an, wo XXX ist (auf der Südhalbkugel ist ja jetzt Winter). Wenn die Prognose lautet „Es wird in den nächsten 30 Tagen in München schneien“, dann hätte das – wenn es denn zutrifft – eine ganz andere Qualität.

Und Sie dürfen sich für einen Test natürlich auf die Prognosen beschränken, von denen Sie überzeugt sind. Nur diese werde ich betrachten.

27 06 2013
Rolf Liefeld

Hallo Herr Kunkel,

nun muss ich Ihnen doch einen kleinen Einblick in meine „Astrologenküche“ geben. Die Säule, auf der die Prognose fußt, ist die Horoskopbetrachtungsweise „Progression“, was das ist, würde hier zu weit führen. Für den Zeitraum von 17. bis 23. August 2013 steht der Mars genau da, wo die Sonne steht. „Genau da“ heißt bogenminutengenau, also auf 0°0′ genau. Auch vorher und nachher steht er ziemlich genau da, bloß eben nicht auf 0 Bogenminuten genau, sondern in etwas geringerer Genauigkeit.

(Hier ein Link zu der Grafik: http://top-astro.de/images/horoskope/progressionen-bieber-justin-2013aug20.gif Man sieht unten die Sonne – schwarzer Kreis mit kleinem Kreis drin – und außen den Mars – grüner Kreis mit Pfeil dran.)

Bei absoluter Exaktheit ist die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens am höchsten. Doch die Energie wirkt auch schon vorher und noch nachher, nur etwas schwächer, beispielsweise wenn der Einfluss auf 1, 2 oder 3 Bogenminuten genau ist, wesentlich schwächer aber auch noch, wenn der Einfluss auf 5 oder 10 Bogenminuten exakt angezeigt wird. Wieviel ist „etwas schwächer“? Ab wann wirkt nichts mehr, ab wann ein bisschen was, ab wann ist es bereits relevant? Das kann ich nicht sagen, da es sich – wie bei einer üblichen Gauß-Verteilung – um ein Kontinuum mit einem Maximum handelt.

Deswegen bin ich nun auf Ihre Mithilfe als Mathematiker angewiesen. Falls ein Eintreffen tatsächlich innerhalb des Zeitraumes vom 17. bis 23. August läge, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet dann JB ein entsprechendes Ereignis widerfährt, beispielsweise, um eine Hausnummer zu nennen, 1:1000 (die tatsächliche Zahl bräuchte ich jetzt von Ihnen, als Mathematiker). Erweitert man den Zeitraum auf 20 Tage vor bwz. 20 Tage nach der Exaktheit, wären es evtl. (auch hier wäre ich auf einen Zahlenwert von Ihnen angewiesen) nur noch 1:100, und wenn man den Zeitraum auf 50 Tage vor und 50 Tage nach der exakten Progression erweitert, vielleicht noch 1:50.

Ich bin kein Statistiker. Ich hoffe aber, Sie sind es, bzw. dass Sie dort auch mathematisch fit sind. Man müsste jetzt eine Rechnung anstellen mit einer Ausgangsbasis, dass – um wieder nur eine Hausnummer zu nennen – ein Popstar im Durschnitt alle 30 Jahre schwer verunglückt. Wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass er innerhalb eines angegebenen Zeitfensters (beispielsweise 6, 40 oder 100 Tage) tatsächlich verunglückt? Ich beherrsche keine Stochastik, kann deswegen nichts Zählbares aussagen über die Trefferqualität. Sie können das schon, deswegen bin ich, um die Qualität eines möglichen Treffers beurteilen zu können, auf Ihr Fachwissen und Ihre Mithilfe angewiesen. Eine Aussage von Ihnen: „OK, sollte Justin Bieber tatsächlich am 20. August eine schwere Körperverletzung erleiden, dann bin ich bereit Ihnen einen außerordentlichen Treffer gutzuschreiben“ hilft insofern noch nichts. Sondern ein Ereignis am 20. August hätte die Eintreffenswahrscheinlichkeit X Prozent, ein Ereignis innerhalb eines bestimmten Zeitfensters Y Prozent, wobei Y immer kleiner wird, je größer man das Zeitfenster ansetzt.

Je größer man das Zeitfenster ansetzt, desto geringer die Trefferqualität, doch wie groß bzw. wie gering, das ist der Beitrag, den ich mir von Ihnen erhoffe.

28 06 2013
wahrsagercheck

Hallo Herr Liefeld,

sie brauchen mir nicht erklären was eine „Progression“ ist, das weiß ich bereits (und kommentiere es hier nicht). Es ist mir übrigens für die Prüfung einer Prognose völlig egal mit welcher Methodik sie arbeiten, das wird erst spannend, wenn sie tatsächlich mehrere Treffer aufweisen können (ein Treffer alleine ist natürlich nicht aussagekräftig, insbesondere dann, wenn zum Beispiel andere Prognosen nicht eingetroffen sind).

Eine tatsächliche Wahrscheinlichkeit dafür, dass Justin Bieber ein solches „Ereignis“ in einer bestimmten Woche widerfährt kann ich ihnen übrigens nicht nennen, denn um eine solche Wahrscheinlichkeit abzuschätzen müsste man schon die Lebensumstände des jungen Mannes genauer kennen. OK, er scheint Prügeleien nicht ganz abgeneigt (aktuell: http://www.bild.de/unterhaltung/leute/justin-bieber/wird-wegen-koerperverletzung-angeklagt-31012110.bild.html), was die Wahrscheinlichkeit möglicherweise erhöhen könnte, aber eine „Hausnummer“ anzugeben ist schwierig. Ein Beispiel dazu: Nehmen wir an es wird die Wahrscheinlichkeit dafür gesucht, dass Person X innerhalb des nächsten Monats in eine Prügelei/Rangelei verwickelt wird. Arbeitet Person X als Türsteher auf der Reeperbahn ist die Wahrscheinlichkeit nahe bei 1, ist Person X ein Couch-Potato, der seine Wohnung außer zum Arbeiten und Einkaufen niemals verlässt, liegt die Wahrscheinlichkeit nahe bei 0.

Aber eine exakte Wahrscheinlichkeit ist auch gar nicht notwendig, sie müssen – ich wiederhole mich hier – nur exakt definieren, unter welchen Bedingungen sie ihre Prognose als „eingetroffen“ sehen würden, und zwar so, dass diese Kriterien nachvollziehbar sind. Dabei sollten Sie die Fragen nach dem was, wann und wo so genau wie ihnen möglich benennen.

28 06 2013
Rolf Liefeld

Stimmt, das mit der Angabe von Wahrscheinlichkeiten in Prozent ist tatsächlich schwierig, darauf werden wir wohl verzichten müssen.
Es freut mich, dass Sie anscheinend sogar über astrologische Kenntnisse verfügen, das erleichtert die Kommunikation.

Dann wissen Sie wahrscheinlich auch, dass diese Konstellation, auf der meine Prognose wesentlich fußt, „Progressiver Mars Konjunktion Sonne“ länger wirksam ist. Manche Fachkollegen behaupten sogar, wie Ihnen dann wahrscheinlich ebenfalls bekannt, bereits 1° vor bis noch 1° nach Exkaktwerden mit eindeutig zuordenbaren Ereignissen. Das bestreite ich jedoch und halte diesen Zeitraum für weit übertrieben, hier kommt man m.E. in die Beliebigkeit (worin Sie mir sicher zustimmen können). Meiner bisherigen Erfahrung mit solchen Progressionen nach sind hier 10 Bogenminuten Orbis das Maximum, das man gelten lassen kann, oft sind hier 5 Bogenminuten vor und nach Exaktwerden ein guter Wert, mit dem man prognostische Aussagen treffen kann. Unter Astrologen gelte ich damit bereits als jemand, der sehr strenge Grenzen setzt. Doch, wie bereits gesagt, auch mir geht es um Eindeutigkeit und Überprüfbarkeit.

Aktuell steht Biebers prog. Mars auf 10°18′ Fische, seine Sonne auf 10°25′. Damit sind wir innerhalb des Bereichs, der meiner Meinung nach aus astrologisch-fachlicher Sicht bereits als schicksalsbildend gelten kann. Am 31. Oktober steht prog. Mars bei 10°34′ Fische. Damit am Ende des Orbis, den ich als schicksalsbeeinflussend erachte. Soviel zum Zustandekommen meiner früheren Angabe des Zeithorizonts „bis Ende Oktober“ als Maximum.

Insofern sollte man diesen Zeitraum auch als denjenigen nehmen, innerhalb dessen wir die Prognose als „eingetroffen“ betrachten, wenn sich ein starkes (also wirklich starkes) Mars zuzuordnendes Ereignis im Leben Justin Biebers, wie etwa Unfall oder Gewalt, ereignet.

13 06 2014
Rolf Liefeld

Ein Rückblick auf Justin Bieber 2013:
Das eine große Ereignis gab’s tatsächlich (leider, oder zum Glück?) tatsächlich nicht. Aber: er hat sich in der Zeit mit Mars auf der Sonne zum großen Rüpel entwickelt, der überall aneckte und von Everybody’s Darling zum Hassobjekt wurde, bis hin zu einer Petition, die seine Ausweisung aus den USA forderte. Er wurde Opfer seines aufgeblähten Egos, meinte, sich alles leisten zu können. Infolgedessen kam es, von Frühjahr 2013 an bis zu Beginn diesen Jahres zu vielen kleineren und größeren Eskapaden, Drogenexzessen, auch kleineren Gewaltszenen, Obszönitäten und dergleichen mehr. Tätowierungen scheinen zu dieser Zeit zu einem Dauerhobby geworden zu sein. Interessant auch zu beobachten: seit diesem Frühjahr (2014) wird’s wieder wesentilch ruhiger um ihn: Mars verlässt seine Sonne langsam, aber stetig.
Fazit: das singuläre, große Ereignis, den Paukenschlag, gab es tatsächlich nicht. Jedoch in der Zeit viele kleine Rumpeleien. Ich selbst habe daraus gelernt: der progressive Mars auf der Sonne bläht das Ego anscheinend ins Unermessliche auf, marsisch-zerstörerische oder selbstzerstörerische Aktionen können unter diesem Einfluss einfach Folge eines übersteigerten Selbstbewusstseins sein.

28 05 2015
wordlisha

Ja, und ca. ein Jahr später is es doch dann passiert. Diese Bemerkung sollte zuerst als Scherz gedacht sein, doch was ist mit folgender Überlegung: Wenn für Justin Biber eine Geburtszeitkorrektur gemacht würde, was wenn die veränderte Konstellation dann auf einen Unfall oder ähnliche Gefahr in 2014 hingewiesen haben würde? Ich kenne mich jedoch mit Astrologie kaum aus und so könnte dieser mein Kommentar natürlich auch Unsinn gewesen sein.
LG
Elisabeth

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