Lieber DZVhÄ: Nicht labern, machen!

24 01 2014

Vor einigen Tagen hat die GWUP einen Flyer zur Homöopathie veröffentlicht, der sich kritisch mit der „Heilslehre“ des Samuel Hahnemann auseinandersetzte. Nun hat der DZVhÄ – der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte –  eine korrigierte Version des Flyers vorgelegt, und gezeigt, dass man außer Laberargumenten nicht allzu viel zu bieten hat. Dabei könnten die DZVhÄ-Leute den pöhsen Skeptikern doch ganz einfach zeigen, dass an ihrer Leere etwas dran ist, aber bevor ich denen meinen alten Vorschlag nochmals unterbreite erst mal zu der eher lächerlichen Kritik am GWUP-Flyer.

Das fängt schon am Anfang an, wenn auf dem GWUP-Flyer ein paar wenig geschmackvoll klingende „Zutaten“ (Fliegenpilze, Schlangengift, Speichel tollwütiger Hunde, Kopfläuse, Kakerlaken, Hundekot, Eiter, Krebs und Leprazellen, Arsen, Quecksilber und Plutonium) aufgelistet werden, kontert die DZVhÄ mit folgendem Kommentar:

Wo ist das Problem, wenn doch „in diesen angeblichen Heilmitteln“kein einziges Molekül des Ausgangsstoffes mehr enthalten ist (s.u.)? Die Skeptiker sollten sich entscheiden, EKLIG oder KEIN WIRKSTOFF – beides zusammen geht schlecht. In der Medizin werden nun mal auch giftige Substanzen aus der Natur verwendet und bei einer Impfung werden auch Krankheitserreger eingesetzt.

Das Problem ist, dass es in diesem Abschnitt zunächst mal um die Abgrenzung zur „sanften Pflanzenheilkunde“ geht und nur ein paar Beispiele von Stoffen  genannt werden, aus denen Homöopathen Mittel herstellen. Die Auswahl ist übrigens ziemlich nett, mir wären da noch ganz andere Sachen eingefallen …

Danach geht es bei der GWUP um die Verdünnungen, und der DZVhÄ fällt folgendes ein:

Das Potenzieren „geht“ doch ein bisschen anders; z.B. gibt es noch
Arbeitsschritte wie Verreiben und Verschütteln.

Äh – nun ja, wenn ich ein Mittel 1:10 verschüttele dann ist das keine Verdünnung? Und wenn ich mit Milchzucker verreibe, dann wird das vermeintliche Heilmittel nicht „dünner“? Wenn ich meinen Kaffee mit Milch „verdünne“ rühre ich um, könnte natürlich auch verschütteln (ob mit oder ohne Buch mit Ledereinband) wenn ein Deckel auf der Tasse wäre … … aber wo ist der Unterschied? Wenn ich verschüttele dann verdünne ich nicht? Da fällt mir nur dieses schöne Beispiel aus England ein:

Die Erörterung des Verdünnungsgrades einiger Mittel wird von den Homöopathen wie folgt kommentiert:

Glauben Homöopathen, dass eineTablette Aspirin irgendwo ins Meergeworfen alle Kopfschmerzen dieser Welt beseitigt? Oder funktioniert die Homöopathie doch ganz anders?

Immerhin eine gute Frage, aber was Homöopathen glauben ist völlig egal und der DZVhÄ sollte diese Frage wohl eher seinen Mitgliedern stellen (ich kenne da einige, die würden schockierende Antworten geben …). Immerhin gibt es  keinen Widerspruch zur GWUP-Darstellung. Die Tatsache, dass dann gar kein Molekül der Wirksubstanz übrig bleibt, animiert den DZVhÄ-Autor zu folgender Stilblüte:

Auch der Wirkmechanismus vieler schulmedizinischer Mittel konnte trotz Kenntnis ihrer chemischen Struktur noch nicht erforscht werden; dennoch werden sie mit unzweifelhafter Wirksamkeit eingesetzt.

Sorry, Thema verfehlt! Es geht darum, dass bei der „Höbbadie“ (Copyright by aargks) gar kein Molekül vorhanden ist und nicht darum, dass Wirkmechanismen vorhandener Moleküle (Hinweis für der DZVhÄ nahestehende Leser: das ist eben der entscheidende Unterschied!!!) noch nicht vollständig geklärt sind.

Bisweilen sind die Kommentare sogar selbst entlarvend. Wenn die GWUP die Simile-Regel, also das von Hahnemann postulierte Ähnlichkeitsprinzip wonach „Gleiches Gleiches heilen möge“, der Homöopathie als Irrtum bezeichnet, entgegnet die DZVhÄ:

Das Ähnlichkeitsprinzip kann nicht nur in der Homöopathie erfahren werden, sondern z.B. auch in der Psychotherapie als sogenannte „paradoxe Intervention“.

Seit wann geht es beim lustigen Globulischlucken um Psychotherapie? Oder behauptet die Homöopathie seit Neuestem eine Psychotherapie zu sein? Nun ja, Skeptiker loben ja gerade die psychologischen Faktoren der homöopathischen Behandlung (die zeit- und kostenraubende Anamnese), als eine Art Placeboverstärker, aber dass sich die Homöopathie in ihrer Wirkungsweise jetzt auf Psychotherapien beruft dürfte den seligen Herrn Hahnemann im Grabe rotieren lassen.

Zu den geforderten Belegen (welche Belege liefert eigentlich der Autor von der DZVhÄ, außer dass er ein oder zwei Studie namentlich erwähnt?) hat sich schon Herr Aust vom Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie gemeldet, und ich hoffe, dass er sich auch dieser erwähnten Studien annimmt. Kann ja sein, dass zumindest eine dieser Studien tatsächlich methodisch einwandfrei und „trotzdem signifikant“ ist – bei der Menge an nicht signifikanten Studienergebnissen muss es eine solche ja fast zwangsläufig geben, da ein Test auf einem Signifikanzniveau von 5% tatsächlich bei einer von 20 Studien fälschlicherweise ein positives Ergebnis erwarten lässt, obwohl tatsächlich keine Wirkung vorhanden ist.

Mein Lieblingskommentar des DZVhÄ-Argumentationsverweigerers ist aber der Kommentar zu der Kritik an den Arzneimittelprüfungen:

Falsch: Es gibt mehrere doppelblinde Arzneimittelprüfungen, u.a. Möllinger et al. Mehr als nur Placeboeffekt?

OK, ich kenne Herrn Mölllinger nicht, aber wenn der es – zumindest einmal – geschafft haben will bei einer doppelblinden Arzneimittelprüfung (die genaue Methodenbeschreibung wäre sehr interessant …) einen Beleg für die Wirksamkeit von Globuli oder Dilutionen zu „belegen“ (ohne Replikation ist das ein sehr schwacher Beleg … … dass dies auch ein Problem bei den „echten“ Pharmazeuten ist, das beschreibt Ben Goldacre in seinem lesenswerten Buch „Bad Pharma“ bzw. „Die Pharma Lüge“ ausführlich und sehr eindrucksvoll), dann sind er bzw. seine Probanden doch die idealen Kandidaten für meinen schon 2009 vorgeschlagenen homöopathischen Selbstversuch. Die Vorbereitung (Verblindung) sollte natürlich von der GWUP und dem DZVhÄ gemeinsam vorgenommen werden und es gilt – natürlich – immer noch mein damals vorgestelltes und später leicht revidiertes Studiendesign, das ich im Folgenden weiter optimiert habe (wir brauchen einen Apotheker, der nach allen Regeln der Kunst Homöopathika herstellen kann und darf, aber die gibt es natürlich in diesem Land):

  1. Freiwillige melden sich und geben ein Homöopathikum an, das sie an Hand der Wirkung erkennen zu können glauben. Angeben müssen sie noch, wie viele Globuli und wie viel Zeit sie brauchen, um die Wirkung zu erkennen. (Neu:) Sie erhalten dann 9 Portionen a 1g Globuli, die lediglich numeriert sind, und für die sie bei jeder 1g-Portion entscheiden müssen, ob es das homöopathische Mittel oder das Placebo ist (natürlich gibt es auch die ANtwort „weiß nicht“).
  2. Ein Apotheker stellt die Homöopathika her und diese werden – möglicherweise notariell beglaubigt – versiegelt. Natürlich dürfen Homöopathen und DZVhÄ-Vertreter die Herstellung überwachen
  3. Nun erfolgt die Verblindung (auch gerne mit Vertretern der DZVhÄ-Fraktion): Das Homöopathikum und – im Fachhandel erhältliche – leere Globuli werden nach dem Zufallsprinzip (50:50) auf vorher mit Nummern versehene Behältnisse a 1g verteilt. Dies wird – natürlich – dokumentiert, aber die Dokumentation wird nachher versiegelt und von einem Notar in seinem Safe verschlossen.
  4. Nun werden – wieder per Zufallauswahl – neun Behältnisse a 1g für die Testperson ausgewählt. Die Zahl „neun“ nehme ich nur aus einem Grund: es gibt nämlich diese „homöpathische Taschenapotheke„, die man für solche Tests verwenden könnte …
  5. Nun werden die gefüllten Taschenapotheken verschickt oder verteilt. Die Testpersonen müssen nun nur für jeden Inhalt der dort drin befindlichen (und natürlich nummerierten) Gläschen entscheiden, ob da das Homöopathikum oder das Placebo drin ist – oder ob sie sich keine Entscheidung zutrauen.
  6. Danach wird ausgewertet, in wieviel Prozent der Fälle die Homöopathiefraktion die “echten” Globuli erkannt hat und natürlich auch, ob dieses Ergebnis auf einem Signifikanzniveau von 5% signifikant ist (das hängt ja auch von der Anzahl der Teilnehmer ab).

Tja, lieber DZVhÄ, wenn ihr einen solchen – einfachen!!! – Selbstversuch mitmacht, dann werdet ihr auch von Skeptikern wie mir ernst genommen – auch dann, wenn das Ergebnis nicht in eurem Sinne ist.

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Prognosen 2014: Frau Durer hat Angst um’s Geld

21 01 2014

Christiane Durer gehört auch zu den Stammgästen hier. Nachdem sie sich in den letzten Jahren als Katastrophenschnepfe ersten Ranges gezeigt hatte sind ihre Prognosen für 2014 im Vergleich dazu fast harmlos. Es sei denn es geht um ihr Lieblingsthema: Geld! Geld! Geld! Nach der Überschrift …

Das Jahr 2014 für Europa und für die Welt

… geht es um Euro, Dollar – und entsprechende Probleme. Es fängt so an:

Wer vor zwei Jahren Entrechtung und Enteignung ankündigte, wurde ausgelacht. Heute lachen nur noch diejenigen, die darauf vorbereitet waren.

Äh, was? Na das ist doch ‚mal ein Anfang! Möchte sich Frau Durer hier irgendeinen phänomenalen Treffer ans Revert heften? Aber warum nur? Vielleicht wegen diesem Text für 2012:

Schon 2011 war ein Jahr großer Veränderungen. Doch was jetzt kommt, ist noch tiefgreifender.
Deutschland wie es in den vergangenen 60 Jahren gewesen ist, wird es danach  nicht mehr geben.
Statt dessen wird Deutschland entrechtet werden – und verarmen.

Dies geht einher mit einem weltweiten System-Zusammenbruch. Das bedeutet:

Den Zerfall des Euro-Raums
Der Zerfall des Euros
Einen weltweiten Währungs- und Handelskrieg
in den USA, China und Europa involviert sind
Die Entwertung des Dollar

Nööö, das passt ja wohl gar nicht. Und der Zerfall des Euros ist irgendwie auch nicht passiert. Was sie damals vorhergesagt hatte war reinster Finanzkatastrophenbullshit. Sie glaubt allerdings heute so etwas wie ein Argument zu haben:

Dass die Ereignisse in Zypern auch zu anderen Ländern Europas geschehen werden, wird heute offen diskutiert. Dass es geschehen wird ist klar – die Frage ist nur, wann.

Ja, wann – und was denn eigentlich? Müsste das nicht 2014 anstehen, wenn die Überschrift auf dieses Jahr hindeutet? Konkret wird Frau Durer ja hier – noch – nicht, stattdessen wird weiter geraunt:

Das Jahr 2014 und im besonderen Mitte 2014 wurde von mir schon vor drei bis vier Jahren häufig als die Zeit des großen Umbruchs bezeichnet. Dann wird abgeschlossen sein, was seit 2010 vorbereitet wurde und von jetzt an umgesetzt werden wird.

Und was genau? Kann die Frau nicht einfach ‚mal Klartext reden? Scheinbar nicht:

Wer heute noch nicht begriffen hat, dass dieses Szenario schon VOR 2013 diskutiert und beschlossen wurde, und dass wir uns mitten in einer grundlegenden Veränderung der Werte befinden, sollte vielleicht endlich die Scheuklappen abnehmen.

Die Frau leidet offensichtlich an schwerer Verschwöreritis! Ähnlichen Mumpitz kann man auf Seiten lesen, auf die ich dann doch lieber nicht verlinken möchte. Nun aber wendet sie sich einzelnen Ländern zu, und nach der Schweiz geht es um …

Die EU

In Deutschland wird Anfang des Jahres noch vielerorts das Ende der Krise und die gute Wirtschaft beschworen, doch dann werden sehr schnell neue Gesetze erlassen, die sofort wirksam werden, die von den meisten dann nicht mehr als so positiv wahrgenommen werden. Dazu gehören neue Steuern, die u.U. anders bezeichnet werden, z.B. Super-Soli oder Euro-Erfolgs-Abgabe.

Die Ideen für neue Steuern kann sie ja mal nach Berlin schicken. Nach weiterem Geraune wird sie dann konkreter:

Ebenfalls von Beginn des Jahres an wird ausgehandelt und beschlossen, was dann ab etwa Ende 2014 und 2015 zum Tragen kommen wird: Eine Spezialfessel bezüglich Geld und Bankenrettung.

Eine Spezialfessel? Was soll das denn sein? Ach so, das:

Es bedeutet, dass es eine umfassende Enteignung geplant wird, ebenso Bargeldverbot, bzw. eine deutliche Einschränkung des erlaubten Bargeldbetrags, den man mit sich führen darf.

Es ist durchaus denkbar, dass offiziell niemand verbietet, viel Bargeld mit sich herumzutragen – aber so wie man heute schon mit 8000 Euro in der Tasche als verdächtig eingestuft wird, kann man dann mit 1000 Euro Bargeld leicht als Geldwäscher oder Steuerhinterzieher betrachtet werden.

Darüber hinaus wird es zu einem Regulierungswahn kommen, der alles bisherige in den Schatten stellt.

Die verschiedenen Maßnahmen werden auf die verschiedenen Euro-Länder verteilt werden. Enteignungen stehen auch in Österreich auf der Agenda – auch wenn bislang nichts darauf hindeutet, dass es dazu kommen könnte.

Hmm, klingt ja alles ganz furchtbar! Aber Frau Durer kann auch anders:

Natürlich gibt es auch 2014 gute Phasen.

Im Februar sieht es für Viele erfreulich aus. Jupiter-Merkur löst sich aus – vielleicht werden die Zinsen wieder gesenkt, was bei Vielen Jubel auslöst und bei allen, die nicht sparen, ein gutes Gefühl hervorruft. Der Handel erlebt einen kurzen Aufschwung.

Gute Nachrichten bzw. Prognosen? Die muss sie aber sofort wieder in Katastrophen verwandeln:

Um so größer wird dann kurz darauf der Schock sein, wenn sich das Geld ganz unerwartet auflöst. Die Schuldenkrise ist dann „zurück“. Und mit ihr alle damit verbundenen Themen Der Euro muss erneut gerettet werden. Die allgemeine Unsicherheit wächst und es besteht die Gefahr eines Bankruns.

Weiter faselt sie von irgendeinem Verrat …

Mitte Juni schließlich wird zum großen Schreck aller Betroffenen zu einem Verrat kommen. Das löst dann wirklich Panik aus. Man bedenke, wie viele Versprechen abgegeben wurden über die Sicherheit der Sparguthaben, über die Sicherheit der Sparguthaben unter 100.000 Euro und all die anderen zahlreichen Wahlversprechen.

… und einem Nahrungsmittelskandal:

Unterbrochen werden die Finanz-Probleme durch einen Nahrungsmittel-Skandal gegen den der Pferdefleisch-Skandal 2013 geradezu lächerlich wirkt.

Und als Ergebnis bzw. Folge der Europawahl erwartet Frau Durer tatsächlich so etwas wie Kriege in Europa:

Diese endet mit Saturn am Aszendenten, was die extremen Regulierungen anzeigt sowie viele neue einschränkende Gesetze. Ein rückläufiger Mars in Verbindung mit Pluto-Uranus sowie der Konstellation Mond-Mars (Volkszorn) kündigt an, dass europaweit darauf nicht mit friedlichen Mitteln reagiert werden wird.

Und natürlich geht’s auch wieder ums Geld:

Das Horoskop weist auf gravierende und einschränkende Veränderungen im finanziellen Bereich hin. Das Ergebnis der Wahlen sind umfassende Enteignungs-Gesetze. Die Enteignungen dauern nicht nur ein paar Monate – sie werden Jahre dauern – solange bis alles Geld vernichtet ist.

… und es wird etwas Schlimmes geschehen:

Um die neuen Gesetze umzusetzen, bedarf es aber noch eines größeren und bedrohlichen Ereignisses. Dieses Ereignis wird im Juni / Juli stattfinden. Ab Mitte 2014 wird sich „alles ändern“. Ähnlich wie sich nach 9/11 alles geändert hat.

… und es droht ein Krieg:

Alles Trennende zwischen Griechenland, Portugal und Italien einerseits und Deutschland andererseits wird immer größer werden. Aus der Euro-Krise droht ein Euro-Krieg zu werden.

Und nach den Steuergesetzen raunt sie weiter Mumpitz in ihren wohl nicht vorhandenden Bart …

Etwa ab August 2014 wird es neue Gesetze geben. Die meisten Menschen haben nur Angst davor, finanziell enteignet zu werden. Doch viel schlimmer ist, dass der Staat die Menschen ihrer Bestimmung beraubt.

… und prophezeit „Beziehungskrisen“:

2014 wird das Jahr der Singles. Viele Paare trennen sich und viele Menschen werden über ein Gefühl des Vereinzelt-Seins klagen.

OK, bei dem folgenden wirren Gefasel über weitere Länder erspare ich mir jeden Kommentar. Und dass Nordkoreas Kim Jong Un mit „Säbelrasseln“ beginnt ist auch keine überraschende Prognose – aber hatte der jemals damit aufgehört?

Jetzt zu einem anderen Thema:

Natur & Wetter

Dass immer häufiger extremen Wetterphänomene und Naturkatastrophen auftreten ist mittlerweile bekannt – und in jeder Versicherungs-Statistik nachlesbar. Auch 2014 müssen die Statistiken nach oben korrigiert werden. Doch Überschwemmungen, Wirbelstürme, Erdbeben usw. werden ein Ausmaß erreichen, wie es sicher keine Versicherung erwartet.

Nein, das ist nicht in jeder Versicherungsstatistik nachlesbar. Zumindest 2013 lagen die Schäden um 30% unter dem Zehnjahresdurchschnitt; 2012 lagen sie übrigens auch darunter, aber nicht ganz so viel. Für Deutschland gilt das nicht, da gab es 2013 eine Steigerung der Schäden, aber nicht wegen der von Frau Durer erwähnten Katastrophen sondern wegen eines Hagelsturms Ende Juli.

Nun zu einem weiteren ihrer Lieblingsthemen, denn seit Jahren kündigt sie an, dass man Menschen in Zukunft – wie die Tiere im Zoo oder im Tierheim – „chippen“ wird. Das muss natürlich auch 2014 untergebracht werden:

Überwachung, Entrechtung und Enteignung

Dank Edward Snowden weiß seit Mitte 2013 die ganze Welt, dass wir nicht erst seit Mitte 2013 total überwacht werden. Das zeigt uns: Wenn man von bestimmten Dingen keine Kenntnis hat, bedeutet es nicht, dass diese nicht passieren. Der Chip wird langsam auf eine Weise Einzug halten, die vielen gefällt: Z.B. über Computer-Steuerung durch Körper-Sensoren. Viele finden das gut und lassen sich gerne überwachen.

Zahlen mit Handy, Zahlen mit Chip im Finger – das finden Viele gut. Zuerst wird eine Infrastruktur für Überwachung geschaffen. Dann werden die Menschen durch Anwendungsmöglichkeiten, die ihnen mehr Bequemlichkeit garantieren, dazu gebracht, diese Infrastruktur freiwillig zu nutzen.

Später werden neue Gesetze erlassen, wo selbst die Befürworter der Chips und Sensoren etc. merken, dass sie sich freiwillig in ein Überwachungs-Gefängnis begeben haben.

Ja, ja – irgendwie erinnert das wieder an einige Verschwörungstheorien …

Wenn es eines Tages verboten sein wird, Weihnachten zu feiern – das glauben sie nicht? Schon heute ist es in Berlin verboten Weihnachtsmärkte als Weihnachtsmärkte zu bezeichnen. Und auch Weihnachtsengel werden wie in der früheren DDR als Jahresendzeitfiguren bezeichnet. Vielleicht ist es eines Tages verboten, zu Hause Weihnachtslieder zu singen … oder seine Meinung laut zu sagen … und was wenn eines Tages Gedankenverbrechen, die man in seinen vier Wänden begeht, geahndet werden …

So ein Quatsch! Auf berlin.de gibt es eine Liste der Berliner … … Weihnachtsmärkte. Ja was denn sonst? Aber man kann ja seinen Kunden ein wenig Angst einjagen, immerhin zahlen die ja auch dafür! Obwohl: wenn das Geld doch sowieso wertlos wird, warum verkauft sie dann weiter ihren Premiumzugang gegen cash? Nun ja, egal! Sie will ihre Leser ja offensichtlich sowieso zu einer Art Revolution anstiften:

Es ist doch ein leichtes, eine gewählte Regierung zu stürzen und sie dann als Terror-Organisation zu bezeichnen. Warum sollte das nur in Ägypten möglich sein ?

Nach noch ein wenig Gelaber kommt noch ein persönlicher Hinweis:

Viele bezeichnen es als „unverschämt“, wenn man „schlechte“ Nachrichten überbringt und dem Leser dann auch noch Glück wünscht.

Auf jeden Fall ist es lächerlich und zynisch!

Was für eine Frechheit.

Und Leuten Angst einjagen ist keine Frechheit?

Doch es ist eine Sache der persönlichen Interpretation ob man Bankenzusammenbrüche als gut oder schlecht betrachtet. Zweitens bin ich der Meinung, dass man Glück niemals nötiger hat als in schwierigen Zeiten. Und deshalb, liebe Leser, wünsche ich Ihnen für 2014 alles Glück, das Sie brauchen.

Aaaaah! Jetzt wird alles klar! Frau Durer hat keine Angst vor Bankenzusammenbrüchen – fürchtet aber um ihr Bargeld. Aber gemäß ihrer Prognose ist das ja irgendwann dann auch vorbei – denn nur „solange bis alles Geld vernichtet ist“ dürften ihre herbeifantasierten Sorgen begründet sein. Bitte, liebe Leute, nehmt der Frau ihre Sorgen! Zahlt einfach nichts mehr für den Premiumzugang, dann muss Frau Durer auch keine Angst mehr um ihr Geld haben …

(Das war die Nummer 19 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Prognosen 2014: Frau Eder’s Banalitäten aus dem Ruhestand

18 01 2014

Seit Anfang 2013 befindet sich die östereichische Astrologin Susanne Eder laut ihrer Webseite im Ruhestand. Ihre 5-Jahresvorschau ist allerdings weiterhin online und hält für 2014 nichts als im Konjunktiv formulierte Banalitäten bereit. Unter „Politik und Wirtschaft“ wagte sie Sätze wie:

Dieses Jahr wird politisch gesehen nicht gerade einfach.

In dieser Zeit könnte es zu extremen Unruhen kommen und noch einmal besteht Kriegsgefahr.

Aber auch zwischen Jänner und April 2014, wo nur Jupiter, Pluto und Uranus eine Verbindung eingehen, kann es weltweit zu Umbrüchen kommen. Jupiter zeigt an, dass es globale Veränderungen geben wird! Allerdings, wenn Mars nicht mitmischt, ist die Aggression stark reduziert und konstruktive Lösungen sind möglich!

Aha, es kann zu diesem und jenem kommen – oder eben auch nicht, und konstruktive Lösungen sind möglich. Man sagt ja Politikern nach, dass sie nichtssagend formulieren können – hier zeigte ein Astrologin, dass sie dieses Metier mindestens ebenso gut beherrscht. Und auch die folgende Vermutung hat den Namen Prognose oder Vorschau nicht verdient. „Vielleicht“ kommt es zu dieser haltlosen Vermutung, höchstwahrscheinlich aber wohl nicht:

Vielleicht kommt es auch zu einer neuen Währung, die weltweit Gültigkeit hat! Dann wären Euro, Dollar, Jen etc. nicht mehr nötig und es könnte auch niemand mehr mit Währungen spekulieren. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Transparenz und Stabilität an den internationalen Finanzmärkten! Eine Einheitswährung würde wohl viel Licht ins Dunkel der Börsen bringen!

In einem zweiten Abschnitt wandte sie sich dem Thema Klimawandel – Katastrophen zu und auch hier blieb sie jede halbwegs prüfbare Prognose schuldig.

Wie schon oben erwähnt, herrscht in der ersten Jahreshälfte ein Spannungsaspekt zwischen Pluto, Uranus und Jupiter und teilweise auch Mars, das bedeutet, dass es von Jänner bis Juni 2014 immer wieder zu Wetterextremen, Überschwemmungen etc. kommen kann. Durch Jupiter ist die ganze Welt davon betroffen. Mal hier mal dort, wird es zu Wetterextremen, Erdbeben etc. kommen.

Es kann also zu Wetterextremen kommen, und zu Erdbeben – mal hier, mal dort. Dabei hat sie vergessen die allabendliche Gefahr durch die zunehmende Dunkelheit in der ganzen Welt zu erwähnen! Passiert ebenso garantiert wie irgendwelche Wetterextreme oder Erdbeben irgendwo auf diesem Planeten. Beispiel gefällig? Schauen wir mal in die aktuelle Erdbebenliste: In den letzten 24 Stunden gab es 37 Stück, die eine Magnitude von 2,5 oder höher (jeder Kreis ein Erdbeben, je größer der Kreis desto höher die Magnitude – Quelle: http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/map/ – Screenshot vom 17.12.2013, 23:00 Uhr MEZ) hatten:

erdbeben_jetzt

Nun gut, Frau Eder ist jetzt im Ruhestand. Seit ihrem auf der Webseite bekannt gegebenen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen habe ich nichts Neues mehr von ihr oder über sie gelesen. Auf jeden Fall wünsche ich ihr gute Besserung …

(Das war die Nummer 18 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Prognosen 2014: Der Hammersatz von Herrn Schmid

18 01 2014

Der Schweizer Astrologe Peter Schmid gibt sich auf seiner Webseite wirklich Mühe. Mit wenigen Klicks kriegt man für sein eigenes Geburtsdatum eine große Menge an Text, mit dem aber auch wirklich jedem anständig Honig ums Maul geschmiert wird (… mit banalen Warnungen). Drei Beispiele (per Zufallsgenerator herausgesucht) mögen das verdeutlichen,

Während dieser Aspekt aktiv ist, lässt du dich nicht einschränken, bist dabei aber gerecht und achtest auf Takt. Du bist tolerant und kannst dich selbst wie andere gut annehmen. In der Partnerschaft kann dieser Aspekt recht viel Dynamik bringen. Gerade weil weil dich jetzt der Verletzlichkeit der Menschen so bewusst bist, kannst du einiges tun, um den freien Fluss der Liebe zu erleichtern. In beruflicher Hinsicht lässt du dich von Kritik nicht irritieren. Arbeite ruhig und intensiv und bleibe standhaft, das begünstigt deinen Erfolg.

Bei der Opposition und dem Quadrat wirst du eine Neigung verspüren, deinen Wünschen nach Genuss und Bequemlichkeit besonders nachzugeben. Die gesellschaftlichen Beziehungen sind gefördert. Du pflegst Umgang mit anderen Menschen. Doch Vorsicht vor Übertreibungen, denn du neigst in diesen Tagen zu Erwartungshaltungen.

Bei der Konjunktion, Opposition und dem Quadrat erlebst du Tage voller Energie, Tatendrang und Selbstbewusstsein. Du läufst allerdings Gefahr, wenn du mit Ungestüm vorgehst, dass du dir Gegner schaffst. Zwar bist du in diesen Tagen besonders belastbar – seelisch und körperlich, doch könntest du dich kräftemäßig übernehmen. Das erhöhte Energieniveau dieser Tage lässt sich sehr gut beruflich umsetzen. Fälle Entscheidungen oder starte mit einem neuen Projekt. Auch in der Partnerschaft bist du jetzt besonders aktiv. Achte darauf, dass du mit deiner Leidenschaft deinen Partner nicht überforderst.

Nun ja, das Übliche also. Dafür ist sein Text für das jahr 2014 sehr enttäuschend. Eigentlich beschreibt er etwas ganz anderes, nämlich irgendwelche astrologischen Konstellationen, die noch viel länger „wirken“ (ach was, tun sie nicht!) sollen. Aber einen Satz zu 2014 hat er wirklich geschrieben, und zwar diesen:

Auch dieses Jahr wird es weiterhin schwierige Konflikte zwischen Macht und Verantwortung geben. Und auch weiterhin werden an verschiedenen Orten Menschen aufstehen und gegen anmaßende Macht die Hand erheben.

Wow! Das ist ja wirklich ‚mal eine Prognose, die mit Sicherheit zutreffen wird – aber die gilt wohl so ziemlich für jedes Jahr …

(Das war die Nummer 17 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)





Liebeszauber vor Gericht

17 01 2014

In Frankfurt steht derzeit eine angebliche Wahrsagerin vor Gericht, die mindestens zwei Frauen ein erkleckliches Sümmchen Bares abgenommen zu haben scheint. Zumindest sagen das die beiden Frauen – eine hat ihre gesamten Ersparnisse von 20.000 Euro, die andere etwa 9.000 Euro bezahlt – die geklagt haben. „Business as usual“ könnte man sagen, denn es scheint sich auch hier um die altbekannte Fluchmasche zu handeln. Den beiden Klägerinnen soll die Angeklagte diverse Flüche attestiert und ihnen zum Teil recht eigenartige Rituale empfohlen haben – natürlich gegen reichliche Bezahlung. Eine Klägerin sagte aus:

Ich sollte Gebetszettel und Knochen auf dem Friedhof vergraben und verzaubertes Wasser verschütten.

Nun ja, das ist natürlich total wirkungsvoll, wenn man – wie in diesen Fällen – an Liebeskummer bzw. Beziehungsproblemen leidet. Obwohl, welche bzw. wessen Knochen da vergraben werden sollten bleibt ja leider im Dunkeln …

Dann soll es noch hanebüchene Drohungen gegeben haben:

Wenn ich misstrauisch wurde, drohte sie mir: Sie sei so mächtig, dass meine Wohnung in Flammen aufgehen würde. Ich hatte Angst und zahlte immer weiter.

Ja klar, so leicht kann man Menschen in einer Extremsituation Angst machen. Irgendwie erinnert mich das an das Kartenlegerurteil aus dem Jahr 2011. Der Bundesgerichtshof hatte damals geschrieben:

In diesem Zusammenhang darf nicht verkannt werden, dass sich viele Personen, die derartige Verträge schließen, in einer schwierigen Lebenssituation befinden oder es sich bei ihnen um leichtgläubige, unerfahrene oder psychisch labile Menschen handelt. Daher dürfen in solchen Fällen keine allzu hohen Anforderungen an einen Verstoß gegen die guten Sitten im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB gestellt werden.

Zumindest die „schwierige Lebenssituation“ scheint da vorgeherrscht zu haben – aber ob man da einen „Vertragsschluß“ nachweisen kann? Mal sehen ob und wenn ja welches Urteil da gefällt wird.





Mail an eine Astrologin …

15 01 2014

Nachdem ich vorgestern Abend meine Gedanken zu zwei Texten einer Astrologin veröffentlicht hatte erhielt ich gestern mittag eine Mail von ihr mit dem Betreff „Ihr Negativbeitrag über mich“. Da ich gehört habe, dass man privat zugesandte Mails nicht unbedingt veröffentlichen sollte verzichte ich darauf dies hier zu tun – aber meine Antwort darauf darf natürlich jeder lesen:

Sehr geehrte Astrologin
Vielen Dank für ihre Nachricht.
Zunächst einmal habe ich keinen Negativbeitrag über sie persönlich geschrieben, sondern mir lediglich erlaubt ihren Fernsehauftritt und ihre veröffentlichten Texte zu kommentieren. Über ihre Person habe ich mich außerhalb dieses Zusammenhangs nicht geäußert und ich habe auch keinen Grund dies zu tun.
Sie irren wenn sie glauben, ich würde die Astrologie hassen. Ich nehme sie nur nicht ernst und das hat eine ganze Reihe von Gründen. Alleine von „der Astrologie“ zu sprechen verbietet sich wenn man die Vielfalt der verschiedenen und sich teilweise vehement widersprechenden astrologischen Schulen betrachtet. Neben der Tatsache, dass die Behauptungen der Astrologie, man könne auf irgendeine objektive Art einen Zusammenhang zwischen Gestirnsständen und dem Leben auf der Erde feststellen (wenn man von den bekannten, aber für die Astrologie völlig irrelevanten, Einflüssen von Sonne und Mond absieht), den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen vollkommen widerspricht, ist es insbesondere die Tatsache, dass alle objektiven Überprüfungen astrologischer Behauptungen keinerlei für irgendeine astrologische Schule sprechende Ergebnisse zeigen konnten.
 
Und ich gebe zu, ich amüsiere mich über diese schwammigen, teilweise schwülstigen Formulierungen, die man in solchen Texten findet. Die Benutzung bedeutungsvoll klingender Vokabeln, die beim näheren Hinsehen keinerlei konkret fasslichen Inhalt haben, finde ich amüsant – und genau deshalb habe ich ihren Text auch in dieser Weise kritisiert.
 
Natürlich darf jeder Mensch glauben was er oder sie will. Und wenn sie tatsächlich – wie in der von Ihnen bevorzugten astrologischen Schule beschrieben – glauben, dass die Sternzeichen eine Art „genetische Grunddisposition“ des Menschen darstellen, dann dürfen sie das gerne tun. Mit der Realität hat dieser offensichtliche Unsinn allerdings nichts zu tun – es sei denn Ihre astrologische Schule verwendet den Begriff „genetisch“ in einem völlig anderen Sinne als er normalerweise gebräuchlich ist. Ich habe übrigens in meinem Blogbeitrag kein Wort über die von Ihnen favorisierte Astrologieschule verloren, obwohl ich heute nicht zum ersten Mal auf der entsprechenden Internetseite war, verstehe also gar nicht warum sie diese in der Mail an mich so ausführlich erwähnen und diverse Links mitschicken (nicht einer davon war für mich neu).
Widersprechen muss ich ihnen allerdings, wenn sie schreiben, ihre „Arbeit“ hätte mit Wahrsagerei etc. nichts zu tun. Was sie in den von mir besprochenen Texten machen ist nichts anderes als das Stellen von Zukunftsprognosen – und genau solche, esoterisch motivierte Zukunfstprognosen sammele und bespreche ich in meinem Blog. Ihr Text ist da keine Ausnahme sondern eine Prognose von vielen. Dass sie sich so vehement von „Wahrsagerei“ abgrenzen ändert nichts daran, dass sie mit diesem Text genau das getan haben. Dass sie keine Ereignisse voraussagen ändert daran ebenfalls nichts, das machen die meisten Wahrsager, Hellseher und Astrologen nämlich auch nicht. Und mit der verbalen Abgrenzung von der Wahrsagerei ist es sowieso nicht so weit her, denn die von ihnen verwendete Methode behauptet ja selbst folgendes leisten zu können („Alterspunktmethode“):
Der Alterspunkt (AP) beschreibt in einem Sechsjahres-Rhythmus den zyklischen Lebenslauf durch die zwölf Häuser. Er zeigt keine Ereignisse an, sondern die subjektiven Erfahrungen und eignet sich deshalb nicht zur Zukunftsvorhersage.
Der Satz widerspricht sich selbst, denn die „Anzeige“ „subjektiver Erfahrungen“ aus dem Horoskop ist eine Zukunftsvorhersage – sogar eine sehr konkrete! Was sonst? Wobei mich außerdem interessierten würde wie man auf diesen Sechsjahres-Rhythmus gekommen ist. Wie ist dieser begründet, wo sind die diesen Rhythmus belegenden Daten? Was hat dieser „Rhythmus“ – zum Beispiel – mit den anthroposophischen Jahrsiebten zu tun? Oder lehnen sie die Lehren des Oberanthroposophen Rudolf Steiner ab, weil er sich um ein Jahr verrechnet hat?

Außerdem bieten Sie auf ihrer Webseite „Kinderhoroskope“ an, schreiben Sie da nichts über die vermeintliche Zukunft des Kindes? Ist das dann keine Wahrsagerei, wenn sie irgendwelche Behauptungen über die Zukunft eines ihnen völlig unbekannten Menschen beschreiben? Meines Erachtens schon – es sei denn sie könnten das „Funktionieren“ ihrer astrologischen Methode in einem objektiven Test belegen. Sie können mir ja gerne schreiben, wie Sie sich einen solche, objektive Prüfung ihrer Fähigkeiten vorstellen, ganz gemäß Punkt 7 aus den“ Richtlinien für die astrologisch-psychologische Schulung und BeraterInnen-Funktion.“ ihrer Astrologieschule:

Forschung sollte für überliefertes Wissen den Nachweis erbringen oder neue, in der menschlichen Realsituation stets nachvollziehbare Ordnungssysteme und methodische Praktiken entwickeln. Der/die astrologisch-psychologische BeraterIn/LehrerIn sollte ständig die Haltung des Forschers an sich kultivieren. Dazu gehört insbesondere die ständige Bereitschaft, sich kritischer Diskussion zu stellen und solche durch Offenlegung des eigenen Vorgehens zu ermöglichen.
Sind sie bereit, ihre Fähigkeiten und die Möglichkeiten ihrer astrologischen Schule einem objektiven Test zu unterziehen?
Mit freundlichen Grüßen
 
PS: Nein, ich bekomme für das was ich hier tue nichts; ich mache das schlicht und einfach aus Spaß.




Prognosen 2014: Frau Vierzig-Rostek schwurbelt

13 01 2014

Es war im Oktober 2013, da hatte die Düsseldorfer Astrologin Gabriele Vierzig-Rostek ihren großen Auftritt: Sie durfte in der WDR3-Nachmittagsshow daheim & unterwegs ihre „Astrologische Psychologie“ präsentieren. Dass dies ein Widerspruch in sich ist scheint der Redaktion der Sendung nicht aufgefallen zu sein, oder sie ließ sich von diesem für die wissenschaftliche Psychologie massiv beleidigenden Label blenden – auf jeden Fall ist die Astrologin ziemlich stolz auf ihr seltsames und höchst unsinniges Gelaber und hat die Sendung auch auf youtube hochgeladen. Sensationellerweise deutet sie das Horoskop der Sendung dahingehend, dass in dieser Sendung die „Wissenschaft“ Astrologie (… langsam wird’s mir übel!) ein Thema ist … … baaaaah, was für eine gequirlte Sch…

Nun hat sie am 30. Dezember einen Text über 2014 in ihrem Blog veröffentlicht und beginnt gleich mit einem herrlichen Schwurbelabschnitt:

Dieses Jahr beginnt mit einem ambivalenten Bild, auf dem 1. Strahl (Wille und Macht) und in der gleichen AC-DC, MC-IC Anordnung, wie in den vergangenen Jahren. Das rot-blaue Aspektbild (ambivalent) ist dreieckig, füllt hauptächlich den unbewussten Raum, wo praktische Lebensbewältigung zu Hause ist. Es ist inkohärent, Venus ist unaspektiert.

Praktische Lebensbewältigung im unbewussten Raum mit einem dreieckigen Aspektbild? Das klingt nach Menschen, die in einer (ich imaginiere: weitgehend schwarz-weißen) Designerwohnung (Dreiecksbild) nach fast durchzechter Nacht (unbewußt) es immer noch auf die Reihe kriegen sich einen Kaffee zu kochen und ein Brötchen zu schmieren (praktische Lebensbewältigung). Aber das ist wahrscheinlich nicht gemeint, denn plötzlich wird’s politisch:

Für Deutschland zeigt sich die goße Koalition entsprechend, das ist deutlich sichtbar.

Äh was? Jetzt habe ich diese Bilder im Kopf: Merkel, Gabriel, von der Leyen, Steinmeier und der ganze Rest stolpern übernächtigt und mit reichlich Restalkohol im Pyjama durch eine Designerwohnung (… gibt es dreieckige Kunst im Kanzleramt?) und bereiten ein Frühstück vor … …. Mist! Weg! Ich will mir das gar nicht vorstellen müssen! Zum Glück kommen jetzt erst mal Binsenweisheiten – mal privat, mal politisch:

Wer den Kopf in den Sand steckt, versäumt die Realität, da drohen Niederlagen…

Es wird hart gearbeitet und weiter gekämpft, die Opposition wird kein gutes Haar an den Entscheidungen lassen, denn sie wurmt, dass sie keinen wahren Einfluss hat.

Weiter geht es dann mit diesem herrlichen Satz:

Das Fehlen der grünen Linien deutet auf mangelnde Kompromissbereitschaft bzw. -Fähigkeit. Bewusstseinsprozesse sind hier noch nicht erkennbar.

Immerhin, das mit den Bewußtseinsprozessen klingt richtig, die sind in diesem Text bisher wirklich nicht erkennbar! Ich weiß ja nicht welche Menge an alkoholischen Getränken ich mit zuführen müsste um auf ähnlich zusammenhang- und sinnlose Wortaneinanderreihungen zu kommen. Die Autorin wendet sich dann der Kanzlerin zu und ist optimistisch:

Ein wenig aus der Defensive heraus wird sie dennoch mit intensivem Einsatz ihrer Fähigkeiten und glücklicher Hand die Geschicke des Bundes lenken.

Na da sind wir aber froh! Und warum ist das so? Das Grün, man beachte: nicht „Die Grünen“,  ist schuld:

Das zeigt zusätzlich das Klickhoroskop des Jahres 2014 mit dem von Angela Merkel. Frau Merkel bringt nämlich genug “grün” in die ambivalente Konstellation hinein, so dass sich Veränderungen doch noch entwickeln können!

Nun wechselt Frau Vierzig-Rostek schon wieder völlig unvermittelt das Thema – oder geht es doch noch um Angela Merkel? Falls doch erschließt sich mir das in folgendem Satz dann aber nicht:

Einerseits kann sich Kreativität, Harmonie und Annahme von Verantwortung unbehelligt entwickeln (in Steinbock finden wir sehr korrekte Frauen, Karrierebewusst und zielsicher), andererseits kann es manchmal auch Ausgrenzung aus dem Familienkollektiv bedeuten.

Aha! Noch jemand wach? Wiederholen Sie sinngemäß … … ach nein, doch lieber nicht, denn es geht genau so weiter:

Am Talpunkt 4 kann sich diese Energie nach innen wenden und manchmal zu Gesundheitsstörungen führen, wenn die Konstellation so nicht akzeptiert werden mag. Viel Ruhe für Reflexion zum Thema steht aber zur Verfügung! Daher kann auch die Einsicht zu Heilungen Kraft des eigenen Willens führen.

Wie jetzt? Für wen schreibt die Frau das? Und das folgende erst:

Manch einer mag sich auch innerlich mit seiner Tochter oder Schwester/Freundin aussöhnen, die äußere Versöhnung folgt dann später nach!

Die Fragezeichen werden immer größer! Aber Moment – woher kennt die Astrologin eigentlich meine Schwester? Nachdem schon wieder eine grüne Linie auftaucht …

Dieses Bild wirkt klarer, kraftvoller, erhält eine grüne Linie von Uranus zum Mondknoten  und verbindet Venus mit Saturn, dafür steht die  letztgenannte Verbindung komplett abgelöst.

… kommt dann die nächste Portion Binsenweisheiten, zumindest dann, wenn sie die Politik in diesem unserem Lande gemeint hat:

Mondknoten Spitze 2 verbunden mit Uranus in 7 verlangt den Einsatz des guten Willens für gesellschaftliches Engagement unter Berücksichtigung der finanziellen Mittel sowie der Talente und Fähigkeiten aller Beteiligten. Also kann nicht alles umgesetzt werden, was versprochen wurde…

Jetzt werden noch die Frauen generell gelobt und die Frauenquote wegen des inherenten Zwangs für unnötig erklärt. Am Ende kommt noch das „Mondknotenhoroskop (Unbewusste Motivation)„, und wieder entäußert sie sich eines Textes, dessen Sinn nicht einmal zwischen den Zeilen zu finden ist:

Unbewusster Drang nach Stabilität in einer sozialen Neuordnung, dafür großer Einsatz, viel Kraftaufwand für gesellschaftliche Aufklärung, mehr Gerechtigkeit und innere Sicherheit, freie Entfaltung der Lebensvisionen. Egoistische Befindlichkeiten sind außen vor, obwohl sie jeder befriedigen will…

Das kommende Jahr wird ein Saturn-Jahr (ab 0° Widder). Das bringt Stabilität und mehr Disziplin, Strukturen festigen sich. Im konstruktiven Fall bringt dies mehr Sicherheit und Berechenbarkeit.

Äh ja, immerhin kommt noch ein Satz, den ich sogar durchaus mit unterschrieben hätte, wenn ich diesen Text schon bei Veröffentlichung am Tag vor Silvester gelesen hätte:

Lernen wir alle daraus und gehen wir in ein hoffnungsfrohes Neues Jahr 2014!

Wenigstens keine Katastrophenprognosen – dafür eine kleine und kurze Übung in sinnloser Schwurbelei. Macht ja nix, ist ja nur der Jahrestext einer Düsseldorfer Astrologin, die schon vor der WDR-Kamera weitgehend UNverständliches von sich gegeben hat – dachte ich, bis ich die Überschrift ihres nächsten Blogartikels las:

Unfall-Risiken überall im Neuen Jahr 2014

Aber was für eine Enttäuschung: Außer Banalitäten wie der, dass man im Straßenverkehr aufpassen oder bei allem was man tut seine Motivation hinterfragen soll, gibt es wieder das große Nichts. Frau Vierzig-Rostek kann aus den Sternen Binsenweisheiten lesen, die auf jedes Jahr zutreffen und kennt einige mir neue astrologische Fachbegriffe: Von einem „Klickhoroskop“ hatte ich bisher ebenso wenig gelesen wie von einem „Talpunkt“ – aber wenn da nicht einmal das Astrowiki weiter weiß kann man auch diesen Quatsch wohl getrost vergessen.

(Das war die Nummer 16 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)








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