Prognosen 2014: Warme Worte und Verschwörungsblabla von Frau Mader

27 02 2014

Nachdem ich letztens die tolle, astrologische motivierte Verschwörungstheorie von Frau Mader zum Tod von Lady Di gewürdigt habe gibt es heute ein paar Worte zu dem Text, der mich überhaupt auf ihre Webseite führte, nämlich ihre „Jahresvorschau“. Sie beginnt mit einer Frage …

Was erwartet uns 2014?

… und als Leser erwartet man dann ja auch irgendwie eine Antwort. Aber was dann folgt ist lediglich ein wenig allgemeines Gelaber:

Betrachtet man das nächste Jahr aus der Perspektive des Horoskops von Deutschland, dann wirkt das Gesamtbild glücklicherweise auch weiterhin günstig  – trotzdem das weltweite Jahreshoroskop für 2014 recht dramatisch beginnt.

Immerhin, Frau Mader scheint lieber über gute Nachrichten nachzudenken statt sich – wie viele ihrer KollegInnen – in Katastrophengeraune zu ergehen:

2014 hingegen werden die neuen und alten Beziehungen im Fokus stehen, welche das Land mit seinen Bündnispartnern knüpft, verändert oder auffrischt. 2014 werden diesbezüglich Erweiterungen und Verlagerungen zu erwarten sein, wobei sich der Bereich der Arbeitswelt – und übrigens auch jener der Finanzen! – aus der Sicht des Solarhoroskops weiterhin in der Stabilisierung wenn nicht gar im Aufwärtstrend befindet

Weiter werden „spannende Entwicklungen und Überraschungen“ versprochen, und irgendeine andere Konstellation lässt die Autorin auf „auf positive Erneuerungen/Entwicklungen im Kontext der Lebens- und Wohnsituation der Deutschen schließen“. Wenig ergiebig das Ganze, Frau Mader scheint wie viele ihrer Kollegen und Kolleginnen aus den Gestirnsständen schlicht und einfach gar nichts Essentielles herauslesen zu können. Aber hätte man von einer Astrologin die aus Horoskopen auf eine sensationelle Lady-Di-Verschwörung schließt, nicht doch etwas mehr Details erwarten können? Beim nächsten Thema, das sie für „denkbar“ hält, verweilt sie für den Rest des Textes:

Da der Mond im vierten Haus ferner viel mit dem „Sich-Wohlfühlen“ und Entfalten im eigenen Heim zu tun hat, wäre es z.B. auch denkbar, dass die Überwachungsindustrie, die innerhalb Deutschlands selbst betrieben wird, 2014 mehr in den Fokus der öffentlichen Diskussionen rückt. Angestachelt wird diese Thematik ja bereits jetzt durch die NSA Affäre.

Na klar, denkbar ist Vieles, aber ob’s auch passiert? Und was meint sie eigentlich damit? Soll es eine Art Nachrichtendienstskandal geben? Nun ja, der Rest ihres Textes zeigt was sie damit meint – und es handelt sich wieder um eine Verschwörungstheorie, die sich irgendwie seltsam liest. Sie behauptet, dass „die Privatsphäre der BürgerInnen kontrolliert und manipuliert wurde“ und zwar von irgendwelchen deutschen – äh ja – „nachrichtendienstlichen Mitarbeitern“, also dem Verfassungsschutz und sie beschreibt seine Tätigkeiten zu diesem Thema wie folgt:

Sei es das Entschärfen von Unmut bzw. das Unterminieren von Protesten (im Sinne der Arbeitgeber), sei es das Vorantreiben bestimmter Ziele in den Parteien oder das Bespitzeln des unbedarften Nachwuchses an Hochschulen, das Manipulieren bei Elternabenden an Schulen oder das Schüren von Konflikten bei Versammlungen in Vereinen, damit diese z.B. innerhalb einer Ortschaft gar nicht erst zu viel Macht entfalten …

Viel zu tun für die Nachrichtendienste, wenn sie auch noch Elternabende an Schulen oder die Versammlungen von Vereinen manipulieren wollten – aber egal, für Frau Mader bilden diese Leute eine Art bösartiges Netzwerk:

Die Mitglieder dieses Netzwerkes (mancher spricht vom „Staat im Staat“) definieren sich selbst dabei als „eine große Familie“, in der keiner vor dem anderen etwas zu verbergen hat. Jeder soll jederzeit wissen, was der andere gerade tut – oder irgendwann einmal getan hat.

„Familie“ klingt ja irgendwie nach Mafia, und natürlich kann man vor denen nichts verbergen, denn …

Zu viele dieser nachrichtendienstlichen Mitarbeiter haben neben der Einblicknahme in fremde Wohungen (PCs und Handys inbegriffen), dabei schon in jungen Jahren Zugriff auf einschlägige Datenbanken, welche z.B. sämtliche kassenärztliche (zum Teil irreführende) Gutachten speichern, Daten über Schulabschlüsse, juristische Vorgänge, ferner natürlich auch die oftmals falschen/verfälschenden Berichte von den Verfassungsschützern selbst. Diese Datenbanken ermöglichen auch den direkten Zugriff auf die exakte Kontoführung der Zielpersonen (beinhaltend also jede Überweisung, jeden Eingang) und verwalten digitalisiert immer noch die vielen, vielen nicht gelöschten sondern wohl verwahrten Stasi-Abhörprotokolle/kassetten der während des kalten Krieges überwachten Soldaten-, Polizisten-, Beamtenfamilien sowie deren Freundeskeise. Mitglieder diverser Logen oder Service Clubs zahlen heute für den freien Zugriff auf diese Datenbanken gerne „Beitragsgebühren“ … Denn, dass Firmen, Versicherungen Kanzleien oder z.B. Immobilienmakler immense wirtschaftliche Vorteile genießen, wenn sie „mal eben“ nicht nur die exakte Kontobewegung, sondern gleich das gesamte Leben einer „Zielperson“ abrufen können, leuchtet rasch ein. Name und Geburtsdatum genügen hierfür.

Warum man für eine solche Totalüberwachung auch irreführende Gutachten und falsche oder verfälschende Berichte nutzen möchte, und warum irgendjemand auch noch dafür zahlen wollen sollte, das weiß wohl nur Frau Mader alleine. Fast schon resignierend stellt sie fest, dass die Leute bei dieser „Familie“ ja gerne freiwillig mitmachen, denn …

Versicherungen und Krankenkassen räumen „der Familie“ z.B. Vorteile ein, Konzerne stellen Mitglieder bevorzugt ein und gerade an den meisten Schulen, Ausbildungsstätten und Hochschulen werden „Familienmitglieder“ – so weit wie möglich – von ihren älteren Brüdern und Schwestern (= Lehrerinnen) vielfach privilegiert bewertet und behandelt. Vor allem Kinder können einem sehr leid tun, wenn sie erleben müssen, was z.B. so manche übereifrige „Verfassungsschutzlehrerin“ anstellt, damit die „Mitgliedskinder“ auch im täglichen Unterricht ein wenig bevorteilt werden…..

Na klar, die Lehrer sind alle eingeweiht und gaaaaanz böse! Das Ganze hat aber nicht nur Vorteile, denn die „Familien-internen“ Repressalien sollen ja ganz heftig sein:

Doch vor allem sind in diesem „internen Staat“ Hightech-Waffen im Einsatz, über die bislang wenig oder gar nicht in unseren „Mainstream“-Medien gesprochen wird. Die bislang noch Bekannteste ist wahrscheinlich der Mikrowellenterror: Wenn die notwendige Struktur m Wohngebiet, dem ICE oder sogar dem Flugzeug vorhanden ist, so können heute schon via umfunktioniertem Handy dem Ungehorsamen äußerst unangenehme Stunden mit Mikrowellenstrahlen bereitet werden. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viel Angst manche dieser Mitglieder haben, dass ihre Kinder zur Strafe für sie selbst in dieser Weise geärgert oder gar gefoltert werden….Denn die Ursache der Kopf- oder Bauchschmerzen, welche durch die unsichtbaren Strahlen ausgelöst werden, können von Kindern nur schwer und von Babys(!) natürlich überhaupt nicht beschrieben werden.  

Unangenehme Stunden durch Mikrowellenstrahlen aus dem manipulierten Handy? Ach Frau Mader, dass darüber in unseren „Mainstream“-Medien nicht gesprochen wird könnte natürlich auch daran liegen, dass dies schlicht und einfach hanebüchener Unfug ist! Aber wie kommt man eigentlich auf solcherlei Quatsch? Vielleicht war hier ja eine Kundin schuld:

Eine meiner ehemaligen Kundinnen,[…] überführte schon früh zwei ihrer Töchter (die beide sehr schlechte Schulnoten hatten) in dieses nachrichtendienstliche Netz. […] Die eine von Ihnen sitzt nun in einem Kernphysikstudiengang (der hatte nämlich keinen Numerus Clausus), wo sie noch auf die Zulassung für das eigentlich von ihr gewünschte Studium wartet. Hier versteht sie zwar recht wenig von den Inhalten, doch  übernimmt anstatt dessen einfache Spionage- Manipulier- und Beobachtungsaufgaben…

Irgendwie hat das dann ja nicht so gut geklappt mit dem Überführen in dieses „Netzwerk“, denn hätten ihr nicht die Lehrer und Lehrerinnen aus dem Netzwerk gleich die notwendigen guten Noten für das Wunschstudium zuschustern können? Aber Logik war noch die Stärke der Verfechter irgendwelcher Verschwörungstheorien.

Also ich möchte nicht mit Frau Mader tauschen. Dass sie trotz ihrer irrealen Ängste vor dem bösen Netzwerk auf katastrophale Prognosen verzichtet muss man ihr aber durchaus positiv anrechnen.

(Das war die Nummer 23 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)


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2 responses

27 02 2014
ajki

hm… etwas OT: im Sommer wird ganz Deutschland (oder zumindest ein sehr erheblicher Teil!) völlig fixiert auf das wichtigste Ereignis der letzten (und der folgenden) vier Jahre starren. Dieses weltweite Event müßte doch eigentlich Prognostiker aller Art (inklusive des diversen modischen Viehzeugs) anziehen wie Licht die Motten – auch müßte in den „Jahresvorhersagen“ irgendwo ein klitzekleiner Hinweis auf den quantenastrologischen wahrscheinlichsten Ergebniszustand aufzufinden sein.

Wie stehts denn wohl damit? Kann man das aus dem Schmarrn irgendwie ermitteln, was die Geldkraken hierzu meinen?

27 02 2014
wahrsagercheck

@ajki
Ja, ich weiß, aber hierzulande scheinen die Astrologen und Wahrsager sich keine Prognose dazu zuzutrauen (zumindest habe ich noch keine gefunden). Es gibt aber schon entsprechende Prognosen … … kommen im internationalen (englischsprachigen) Teil der Sammlung.

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