Prognosen 2014: Aprilkatastrophen von Herrn Schmidt und Herrn Bardel

26 03 2014

Emil Schmidt hat sich einen lustigen Titel gegeben: er nennt sich „Entscheidungshebamme“. Ansonsten frönt er der so genannten „Stundenastrologie„. Dies ist ein vollkommen wahnwitziger Zweig der Sterndeutung, denn dessen Vertreter behaupten, dass eine an sie gestellte Frage mittels des Horoskops zum Zeitpunkt der Fragestellung (… also des Moments an dem sie geruhen sich mit dieser Frage zu beschäftigen) beantworten können. Die gleiche gestellte Frage müsste also zu verschiedenen Zeitpunkten garantiert anders beantwortet werden – und da es ja häufig um Fragen nach irgendwelchen Entscheidungen geht, nennt sich Herr Schmidt eben – nun ja …

Nun scheint der Mann aber ein wenig verängstigt zu sein, und woran das liegt hat er in einem pdf-Dokument niedergeschrieben (ich habe es natürlich heruntergeladen, wer weiß wie lange der Link noch funktioniert). Auch hat er gleich noch ein wenig Werbung bei Astrologie.de gemacht, denn er möchte zu diesem Thema mit allen Interessierten eine Telefonkonferenz machen – und zwar am 31.März ab 19:00 Uhr (wer sich das antun möchte: hier ist das Anmeldeformular – ich habe leider keine Zeit). Aber was ist nun eigentlich das Thema? Schauen wir einfach in das pdf-Dokument, also zunächst mal auf die Überschrift:

entheb01

Nach ein wenig allgemeinem Gelaber …

entheb02… bringt er ein ominöses „Krachen“ ins Spiel und nennt sogar einen Zeitraum:

entheb03Blöd ist natürlich, dass er gar nicht wissen will, was das in der Realität zu bedeuten hat – oder traut er sich nur nicht es zu sagen? Nachdem er sich von Verschwörungstheorien und Weltuntergangsprognosen distanziert hat wird er aber ein wenig konkreter:

enthebxv

Aha, kein Wasser, keine Banken, keine Supermärkte – aber warum? Immerhin scheint er ein wenig daran zu glauben, denn er will sich selbst vorbereiten:

entheb04

Herr Schmidt empfiehlt also seinen Lesern für die Zeit in gut 2 Wochen einen Vorrat anzulegen, möchte aber keine Angst schüren. Die Vorräte sollen eine Art „Versicherung“ sein, und man solle diese Tage als eine Art „Urlaub“ anzusehen. Aber warum warnt er dann? Und vor allen Dingen vor was warnt er? Wer im pdf-Dokument auf Antworten hofft wird enttäuscht. Es gibt ein paar halbgare Hinweise auf irgendein kollektives Bewusstsein, dass sich gerade in irgendeiner Form ausprägen soll und als einzige Begründung folgt die folgende – sinnfreie – astrologische Schwurbelei:

entheb05Blablabla! Was das denn genau bedeuten soll wird – zumindest hier – nicht verraten. Aber es soll unangenehm werden:

entheb06Tja, Herr Schmidt, solange sie sich nicht trauen hier irgendetwas Konkretes zu schreiben sondern nur ein wenig schwarzseherisch herumraunen machen Sie genau das was sie – laut ihrem eigenen Text – gar nicht wollen: Sie verbreiten eine diffuse Angst unter ihren Fans. Dass sie selbst hoffen, mit ihren Befürchtungen falsch zu liegen ändert daran nichts.

Ganz anders ist es bei dem Astrologen Rainer Bardel aus Klagenfurt. Dieser lädt zu einem „Workshop“ am nächsten Freitag ein, und gibt vorab eine Art Schnelldurchlauf durch das Jahr 2014:

Die ersten Wochen des neuen Jahres brachten schon viele Prüfungen mit sich. Die nächste Spannung, wie Bardel es nennt, erwartet er rund um den 14. April, die Karwoche. Hier sei mit Erdbeben, Kriegsauseinandersetzungen und sogar Anschlägen zu rechnen. Es ist eine Prüfung für die Menschheit.

Ist es das, was den Herrn Schmidt zu seiner Vorratshaltung motiviert? Ein Erdbeben, Krieg oder Anschläge? Und warum gibt’s dann kein Wasser, keinen Supermarkt und keine Bank hier bei uns? Immerhin, glaubt man Herrn Bardel, ist das Ganze dann auch bald wieder vorbei:

Rund um den 28. Mai heißt es dann aber aufatmen […]

Uff! Da sind wir aber froh!

[… ] und spätestens am 17. Juni gewinnen die Themen Familie, Ehe, Nachwuchs an Bedeutung.

Nun ja, ob gerade diese Themen immer unbedingt zum Aufatmen führen?

Erst am 11. November sei mit einer weiteren Spannungszeit zu rechnen.

Aha, Spannungszeit – so so … … schade, dass ich am Freitag nicht in Klagenfurt bin, denn der Herr Astrologe und Kartenleger hat ja ganz explizit nichts dagegen, wenn auch Skeptiker zu seinem Workshop erscheinen …

Aber für die Zukunft sollten sich Bardel und Schmidt einfach kurz schliessen. Schmidt übernimmt im April die Katastrophen von Bardel und liefert dafür dem Österreicher ein paar handfeste Gründe für die ab November drohende „Spannungszeit“.

(Das waren die Nummer 26 und 27 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2014)


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