Gute Idee, schlechte Durchführung: nutella personalisiert auf eigene Art

17 01 2015

Eigentlich ist es eine tolle Idee. Die wohl bekannteste Nuß-Nougat-Creme (zumindest im Westen unseres Landes, im Osten gab es ja das Konkurrenzprodukt nudossi) bietet den Kunden an, die Gläschen zu personalisieren – jeder kriegt also seine eigene nutella (oder heißt es sein eigenes nutella?) und das sieht man dann eben am Glas. Auf der Webseite wird das so beworben:

Alles was Du brauchst ist Dein nutella-Aktionsglas und zwei Namen, egal ob Vor- oder Kosenamen Deiner Lieben oder Dein eigener Name. Personalisiere dein nutella, denn nutella ist, was Du draus machst!

OK, haben wir probiert! Dabei essen wir beide das Zeugs gar nicht selbst, aber als Geschenk für die Enkel meiner Partnerin war das natürlich eine tolle Idee. Also ein Glas gekauft, die Webseite aufgerufen und dann einen gemeinsamen Namen für die Adressaten eingegeben – und dann enttäuscht feststellen müssen dass der „gewählte Name leider nicht verfügbar ist“. OK, man soll Vor- oder Kosenamen eingeben – und nichts anderes haben wir gemacht: aus dem Nachnamen der Adressaten einen Kosenamen gebildet … … aber das geht eben nicht. Der Grund dafür kann eigentlich nur sein, dass man bei den Nuss-Nougat-Leuten keine personalisierten Aufkleber drucken kann sondern bereits vorab eine Menge der zu druckenden Namen festgelegt hat und auch nur diese liefern möchte. Dafür spricht auch, dass man in Supermärkten verschiedene Standardnamen waschkörbeweise einsammeln könnte, denn dort liegen diverse dieser Aufkleber aus – und verteilen sich großflächig unter den Füßen der Kunden. An über die Ideen der Marketingleute hinausgehende Namen auf den nutella-Gläsern scheint man dort nicht gedacht zu haben, und dieser Verdacht bestätigt sich nach meiner Anfrage auf Facebook auf die ich folgende Antwort erhielt:

Lieber Michael, leider können lediglich Vor-und Kosenamen auf das Etikett gedruckt werden. Aber vielleicht hast du ja einen Spitznamen für deine Familie. Unser Team prüft deinen Vorschlag gerne. Wende dich hierfür in einer kurzen E-Mail an: service@deinnutella.de. Viele Grüße, dein nutella Deutschland-Team

Tja, nicht alle wollen Vornamen oder Kosenamen a la „Schatzi“ auf einem nutella-Glas lesen oder verschenken, da haben die Kunden schon ein wenig mehr Fantasie wie man auch der Facebookseite dazu entnehmen kann. So ist das ein schönes Beispiel für eine nicht zu Ende gedachte Werbeidee. Was „personalisieren“ bedeutet definiert also nutella ganz speziell … … schade!





Mehr Nostradamusprognosen 2015: Atomkatastrophe und vielleicht der 3. Weltkrieg

9 01 2015

Da der hier bereits mehrfach erwähnte selbst ernannte Nodradamusspezialist Manfred Dimde seinen alljährlichen Almanach 2015 nur noch elektronisch veröffentlicht und ich dieses alljährlich kopierte Buch nicht für teures Geld (9,32 €) herunterladen wollte gibt es heute nur ein paar Zitate aus der Vorschau bei Amazon, aber die reichen schon um die Qualität des Buches zu beurteilen. So schreibt Dimde:

Dimde1Welcher große Konflikt endet denn nun? Aber egal, Dimde weiß ja noch so viel mehr:

Dimde2Sinn macht das Ganze natürlich nicht, deswegen habe ich mir für 2015 ein anderes Nostradamuswerk besorgt, den Nostradamus-Kalender 2015 aus dem Pabel-Moewig Verlag. Schon auf dem Titelbild winkt eine katastrophale Überschrift:

Das Jahr in dem alles zerbricht.

Und das Machwerk beginnt auf Seite 6 mit einem zweiseitigen Artikel von Kurt Allgeier mit dem Titel „Wann beginnt der 3. Weltkrieg?“. Allgeier – eigentlich ja eher als Astrologe  bekannt – greift hier tief in die Trickkiste der Angst- und Panikmacher und schreibt für den Zeitraum zwischen 8. und 23. August dieses Jahres:

Der große Krieg droht, aber noch gibt es Hoffnung.

Das klänge nicht allzu schlimm, wenn nicht der nächste Satz wäre:

Fest steht aber: Wir werden wiederum einen Schritt hin auf diesen Krieg erleben.

Und dann gibt der Mann noch weitere Termine, an denen es irgendwie in Richtung dieses Krieges gehen soll – immerhin liegen diese weiter in der Zukunft:

  • 1. bis 23. August 2019
  • 12. bis 23. August 2030
  • 27. Juli bis 5. August 2032
  • 5. bis 23. August 2047

Der Rest ist Kriegsblabla und lächerliche Nostradamus-Exegese, garniert mit ein wenig Astrologie. Irgendwie soll dann der böse Krieg durch einen „Überfall auf Ägypten und die Türkei“ zu einem der oben genannten Termine ausgelöst werden – aber eben erst irgendwann in der Zukunft.

Dazu gibt es noch eine Art Nostradamuskalender für die einzelnen Monate des kommenden Jahres, und da geht es dann katastrophenmäßig richtig ab. Dass sich auch hier niemand namentlich für dieses Geschreibsel verantwortlch zeigen will ist angesichts des hanebüchenen Blödsinns wenig verwunderlich. Hier die Highlights der vermeintlichen Nostradamus-Prognosen aus diesem Büchlein (alles Kursive sind Zitate, incl. der Zeichensetzung):

  • Januar:
    • Die kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserer Erde können eskalieren.
    • Und es dürfte zu größeren Naturkatastrophen kommen.
    • So schlimme Erdbeben wie in unseren Tagen hat es seit Jahrhunderten nicht gegeben.
    • [Korinth und Ephesus] Das geschilderte Beben wird so heftig sein, dass die beiden Städte zu Inseln werden.
  • Februar (ausnahmsweise keine Katastrophen, nur Gelaber)
  • März
    • Überschrift: Supergau in Frankreich (aber nur vielleicht)
  • April (Geblubber über die Auflösung irgend eines Glaubens und ein Hammersatz)
    • Er spricht von esoterischen Praktiken, die seiner Meineung nach „nur benommen machen“ und den Glauben aufweichen“.
  • Mai (eher privates Geblubber)
    • Missmut an Pfingsten, Verunsicherungen in den ersten und letzten Tagen, erhöhtes Unfallrisisko in der Monatsmitte, Eigensinn am Monatsende
  • Juni
    • Überall, in Nordspanien, in der Ukraine, in Südfrankreich, rebellieren Volksgruppen, die sich in ihrem Land nicht mehr heimisch fühlen, gegen ihre Regierungen und fordern die Loslösung vom Staat.
    • Der Prophet lässt keinen Zweifel daran, dass es in Frankreich zu einem fürchterlichen Bürgerkrieg kommen wird. Den erstenAufstand dürften wir in diesem wohl heißen Sommer erleben.
  • Juli
    • Das dürfte der Monat der zahlreichen Unwetter werden.
  • August
    • Das ist also in diesem Monat die große Konstellation, vor der uns Nostradamus eindringlich warnt. Immer, wenn sie gegeben war, kam es zu Untaten, mit denen die Terroristen auf sich aufmerksam machen. Und so dürfte es auch in diesem August wieder sein.
  • September
    • Überschrift: Der Atomkrieg ist angekündigt!
    • Nun setzte Nostradamus aber einen Satz dazu, der unmissverständlich ist: Die größten Städte des Irak werden nicht nur zerstört sondern entvölkert. […] Das kann doch nur heißen: Die Städte sind radioaktiv verseucht. Der Einsatz, der stattgefunden hat, war der Einsatz von Atombomben.
  • Oktober
    • In den ersten Tagen […] ist das Unfallrisiko erhöht.
    • Hier dürfte er den Iran meinen, der über die Türkei nach dem Balkan vordringen wird.
  • November (Polsprungblabla – völlig lächerlich, und grottenfalsch!!!)
  • Dezember
    • Flutkatastrophe in Luxemburg

Tja, von der Zombie-Apokalypse dieses Mal kein Wort, dafür wird dem längst verstorbenen Nostradamus wieder mal allerlei Unsinn in die Schuhe geschoben – wehren kann er sich ja nicht mehr.

Vielleicht hat der Pabel-Moewig Verlag ja ein Einsehen mit den Bäumen und tut es Herrn Dimde gleich: Warum denn auf Papier drucken, wenn man diesen Schwachsinn auch als ebook veröffentlichen kann? Wenigstens könnte man es dann einfach löschen und müsste es nicht zum Papiercontainer tragen …

(Das sind Nummer 11 bis 13 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2015)





Der Hessische Esoterikrundfunk: Schon wieder Werbung für einen Scharlatan

4 01 2015

Erst vor wenigen Tagen war sich die Sendung „hallo hessen“ im Fernsehprogramm des Hessischen Rundfunks nicht zu schade einem offensichtlichen Scharlatan ausführliche Werbezeit zu gewähren und eine Sendung in schlechtestem Astro-TV-Niveau auszustrahlen, gestern hat dann der Radiosender hr1 nachgezogen und den ganzen Tag über Werbung für einen Astrologen gemacht. Kritische Stimmen waren natürlich auch dieses Mal nicht vorhanden, statdessen durfte der Astrologe Alexander Graf von Schlieffen den ganzen Tag lang mit lächerlich belanglosen Texten Werbung für seine nicht ganz so billigen Dienstleistungen an die Hörerschaft bringen. Bei einem privaten Sender wäre das wenig überraschend, aber ein öffentlich-rechtlicher Sender mit definiertem Bildungsauftrag sollte da doch ein wenig wählerischer sein. Wikipedia beschreibt das mit dem Bildungsuftrag wie folgt:

Zu den Bildungsaufgaben zählt neben der Wissens– und Kulturvermittlung auch das Verständnis für soziale, kulturelle und geschichtliche Zusammenhänge, die religiöse und politische Bildung.

Das Verständnis für soziale und kulturelle Zusammenhänge in Bezug auf die Astrologie scheint beim Hessischen Rundfunk jedoch nur auf dem Betrachten von Astro-TV zu beruhen, denn warum sonst sollte man sonst auch noch solche vollkommen inhaltsleeren Texte auf den eigenen Webseiten veröffentlichen wie diesen:

Worauf sollten Sie achten?
Es kann passieren, dass manche Dinge, mit denen Sie sich seit langer Zeit beschäftigen, ein bisschen an Reiz verlieren. Daher ist es an der Zeit, sich von bestimmten Themen – auch im Beruf – zu verabschieden. Gleichzeitig ist es ein Jahr, das emotional sehr aufregend werden kann. Diese Erregung steht auch für eine Art Neuanfang im Privat- und Familienleben.

Ein einziges Blablabla, ohne jeden Inhalt, und der Rest ist auch nicht besser. Gut war das wirklich nur für den Astrologen, der durch diese Aktion ganz kostenlos Werbung für seine gar nicht kostenlose Dienste bekommen hat. Seine Preisliste sieht übrigens so aus:

Die Kosten für eine Stunde am Telefon sind 150€.

Die Kosten für eine halbe Stunde am Telefon sind 70€.

Die Kosten für eine Stunde vor Ort sind 200€.

Kann man bei diesem Astrologen eigentlich seine gezahlten Rundfunkgebühren bei der Rechung anrechnen lassen?





Prognosen 2015: Viel Blabla aus der Lokalpresse

1 01 2015

Zum Jahreswechsel finden es so manche Zeitungen unterhaltsam und lustig doch einfach Astrologen und Wahrsager über die Aussichten für das neue Jahr zu befragen. Dabei sind die Artikel oder Interviews in der Regel immer gleich aufgebaut:

Als erstes wird der Astrologe, die Kartenlegerin oder was auch immer kurz vorgestellt, dann folgen ein paar allgemeine Fragen zur Methode und am Ende darf dann natürlich ein wenig Blabla zum kommenden Jahr nicht fehlen. Manchmal gibt es sogar kleine skeptische Einsprengsel, aber so richtig negativ darf man den Unsinn natürlich nicht darstellen. Dafür gilt der einfache Merksatz: Scharlatane sind immer die anderen! Für den/die Interviewte(n) ist das kostenlose Werbung der Extraklasse – und die Zeitung kann wieder eine Seite füllen.

Auch dieses Jahr gibt es dafür einige Beispiele, neben dem, das ich bereits vor Wochen erwähnte. Fangen wir mal im Norden an, bei der Kartenlegerin Ilona Nemitz aus Proseken bei Wismar, die für die Schweriner Volkszeitung interviewt wurde. Befragt wurde sie zu weitgehend lokalen Themen, und ihre Karten haben immerhin positive Nachrichten für die Fußballfans dort, denn Hansa Rostock soll wohl nicht aus der dritten Liga absteigen (das werde ich natürlich am Jahresende prüfen). Auch darf sie in der Zeitung erzählen, was sie noch so anbietet:

Auch mit der Kunst und Gabe des Besprechens und Handauflegens helfe sie – das sind uralte Heilmethoden, von denen sich Befürworter eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte bei verschiedenen Symptomen versprechen. Die Wirkungsweise wird von ihnen auf nicht näher bestimmbare Energieströme zurückgeführt.

Nun ja, Heilpraktikerin ist sie schon ‚mal nicht (darf also auch keine „Heilung“ anbieten) und dass die „nicht näher bestimmbare Energieströme“ nur in der Fantasie der Dame und ihrer Kunden existieren ist bei dem Gelaber ja sowieso egal. Ansonsten gibt es noch gute Aussichten en masse, wofür sie auch die Numerologie nutzt:

„Nach der Numerologie wird es ein phantastisches Jahr“, verspricht Frau Nemitz. Die Quersumme aus 2015 ergibt 8. „Eine starke Zahl, die für Energie und Leidenschaft steht“, deutet die Wahrsagerin. Wenn Projekte anstehen, dann sollten sie unbedingt im nächsten Jahr in Angriff genommen werden.

Was für ein Tipp! Ich meine, wenn Projekte anstehen, dann sollte man sie sowieso unbedingt in Angriff nehmen – egal welche Quersumme die Jahreszahl hat.

Im Thüringer Eichsfeld wohnt die als Hobbyastrologin bezeichnete Angela Gaßmann, die für die Thüringer Allgemeine auf das neue Jahr blickt. Eigentlich ist die Frau ja Taxiunternehmerin, wird aber auf dieser Seite auch als Astrologische Lebensberaterin geführt. Das führt dann zu Sätzen wie diesem:

Es dürfte aber noch in der ersten Hälfte des Jahres weiterhin mit unerwarteten Veränderungen und Überraschungen zu rechnen sein.

Oder auch dem folgendem Abschnitt:

Gute Aussichten auf plötzliche Entschärfung von Konflikten bestehen in der Jahresmitte. Da scheinen Bemühungen zu plötzlichem Umdenken zu führen. Konflikte und Unruhen werden aber in diesem Jahr nicht weniger werden. Die Wut derer, die sich seit Jahren ausgenutzt, unterdrückt und zu kurz gekommen fühlen, explodiert. Die Rebellion richtet sich besonders gegen alteingesessene Institutionen und Verantwortliche im staatlichen und kirchlichen Bereich. So kann viel Neues geschaffen werden – gleichzeitig tritt aber auch die Gegenwehr derer auf den Plan, die Macht, Einfluss und Kontrolle nicht aufgeben wollen.

Wie immer also: Nichts Genaues weiß man nicht! Da kann man nur hoffen, dass die Taxifahrer ihre Ziele besser finden – aber die können notfalls ja ihr Navi einsetzen. Würden sie die Astrologie als Navi nutzen, dann würden die Kunden wohl kaum ihr Ziel erreichen …

Im Aschaffenburger Main-Echo gibt es gleich eine ganze Serie zum Thema „Ausblick 2015„. Neben einem „Trendbeobachter“, einer Fachlehrerin der ortsansässigen Bekleidungsfachschule (Thema Mode), einem Wirtschaftsweisen, einer Politikerin und einem Politikwissenschaftler darf leider auch der Astrologe Klemens Ludwig einen kurzen Text verfassen, der inhaltlich von absolut lächerlicher Schwammigkeit ist. Große Erschütterungen am Jahresanfang …

Die ersten Monate 2015 sind von großen Erschütterungen geprägt. Bis Ende März werden sich die internationalen Konflikte verschärfen. Ähnliches gilt für innergesellschaftliche Spannungen, etwa die Frage nach dem Umgang mit dem Islam.

… und irgendetwas am Jahresende:

In den letzten sechs Wochen des Jahres kommt eine Zeit, die Lügen und Täuschungen nicht länger zulässt. Ab Mitte November werden Skandale öffentlich, die zuvor erfolgreich gehütet worden sind. Das untergräbt das allgemeine Vertrauen in Autoritäten.

Herr Ludwig ist nicht aussagekräftiger als ein Meteorologe, dessen Wetterprognose für den Folgetag irgendein Wetter sowie nachts tiefere Temperaturen als tagsüber vorhersagt.

In der Waiblinger Kreiszeitung darf die Heilpraktikerin Bettina Zapf  über das neue Jahr schwurbeln, und sie tut das auch ausführlich. Aber zunächst darf sie unwidersprochen allerlei Unsinn behaupten, so behauptet sie z.B.:

Wer die Zukunft – etwa das Datum des eigenen Todes – kenne, der könne sich besser darauf einstellen.

Bedeutet das nicht, dass sie behauptet sie könne das Todesdatum eines Menschen aus den Geburtsdaten vorhersagen? Eine Behauptung die übrigens leicht testbar wäre, aber ich bin sicher, dass sich Frau Zapf niemals einem solchen Test stellen wird, denn dann würde man ja sofort sehen, dass dies hanebüchener Unsinn ist. Ansonsten soll das neue Jahr für Frauen besonders gut werden, zumindest in der Gegend um Waiblingen:

Es fällt, wie gesagt, für die Frauen optimistischer aus als für die Männer. Die werden von Pluto zu Veränderungen gedrängt. Sie könnten, das sagt Uranus, sich in Richtung Innovationen und Computertechnik umorientieren. Zusätzlich wenden sie sich vielleicht musischen Dingen zu – oder verpassen ihrer Ehe eine Rund-um-Erneuerung. Gut beraten sind die Waiblinger, wenn sie auf ihre Partnerinnen bauen, denn diese werden Sicherheit geben wie Felsen in der Brandung.

Mehr als dieses inhaltsleere Geschwurbel hat die Frau nicht drauf – peinlich!

Zum Ende ein Blick in die Schweiz, in das Ostschweizer Tagblatt. Dort durfte die aus dem Radio bekannte Astrologin Elisabeth Keel in einem längeren Interview zunächst versuchen die Astrologie zu erklären und dann etwas zu 2015 sagen. Dabei versteigt sie sich zu dieser schönen Aussage:

Die Astrologen sind gewissermassen Psychologen mit anderen Methoden.

Stimmt, Frau Keel, nur dass diese „anderen Methoden“ eben jeder nachprüfbaren Grundlage entbehren und bisher bei allen wissenschaftlichen Tests gnadenlos durchgefallen sind. Immerhin gibt es skeptische Nachfragen – und die Erkenntnis, dass Frau Keel die Statistik gar nicht mag:

Die Statistik funktioniert nicht in bezug auf die Astrologie, weil sie dafür das falsche Messinstrument ist.

Und neben dem Hinweis dass dies genau so sei wie bei der Homöopathie, kann sie ein wenig Quantenschwurbel nicht lassen:

Die Quantenphysik rüttelt ausserdem am Grundprinzip, dass Gesetzmässigkeiten in der Natur kausale Zusammenhänge voraussetzen.

Auch das Lieblingszitat aller Esoteriker darf nicht fehlen:

Es gibt viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht abschliessend erklärbar sind.

Am Ende gibt es dann doch noch ein paar Sätze zum Jahr 2015, und es beginnt mit einem von jedem Inhalt befreiten Rundumschlag mit einer Prise Naturkatastrophen:

2015 ist ein Jupiterjahr und verspricht daher viel Schwung, Optimismus, Wachstum und Expansion. Das ganze Jahr über gibt es immer wieder höchst dynamische Sternkonstellationen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von grossen, einschneidenden Ereignissen wie zum Beispiel Naturkatastrophen oder politischen Umwälzungen. Weil aber Jupiter die Jahresherrschaft übernimmt, werden wir insgesamt viele Glücksmomente erleben.

Nach einer Fußballprognose (der FC St. Gallen wird vielleicht Meister, wahrscheinlich aber nicht) kommen noch diese wunderbaren Sätze über das Jahr 2015 für die Schweiz:

Nächsten Sommer nun wird der Glücksplanet Jupiter ins Zeichen der Jungfrau wechseln. Das sind sehr gute Ausgangsbedingungen für die Schweiz. Allerdings gibt es noch andere Konstellationen, die anzeigen, dass wir uns weiterhin gegen den Rest der Welt behaupten müssen. Gerade im Verhältnis mit der EU werden wir gefordert sein.

 Der Interviewer ist immerhin sehr nett und merkt an:

Das tönt jetzt wieder sehr schwammig.

Stimmt! Wobei „sehr schwammig“ eine ziemliche Untertreibung für dieses Geblubber ist.

(Das sind Nummer 6 bis 10 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2015)








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