Die Luft wird dünner: Vor dem Spiel gegen Nordirland sind nur noch fünf (+1) Orakeltiere im Rennen (mit Update)

20 06 2016

Update von 08:00 Uhr

Update von 17:00 Uhr

Vor dem dritten Spiel der deutschen Mannschaft hat sich der Orakelzoo schon merklich gelichtet. Das Unentschieden gegen Polen ließ nur noch fünf Orakeltiere übrig, die sich nach den ersten beiden Spielen mit blütensauberer Prognoseweste anschicken, den legendären Kraken Paul zu beerben. Ganz schaffen können sie das natürlich nicht, denn Paul orakelte acht Spiele, während es bei der EM mangels eines Spiels um den dritten Platz höchstens sieben Spiele werden können – aber sieben Treffer in Folge wären ja auch schon bemerkenswert. Pech hatten natürlich die tierischen Orakel, denen die Chance auf einen Unentschieden-Tipp gar nicht gegeben wurde …

Aber zunächst wieder ein kurzer Blick zu Fußballmathe. Dort hat sich die Prognose an der Spitze wieder ein wenig geändert, denn Spanien liegt wieder in Front. Hier die ersten sechs, wobei sich die Wahrscheinlichkeiten wieder ein wenig geändert haben:

  1. Spanien                15,18 %
  2. Deutschland        14,17 %
  3. England                12,80 %
  4. Belgien                  10,33 %
  5. Frankreich             9,04 %
  6. Portugal                  7,20 %

Ich bin ja mal gespannt, wann Wales oder Italien in dieser Liste auftauchen …

Zurück zu den letzten fünf bisher fehlerfreien Orakeltieren (Updates in rot). Aktuell liegen drei vier sechs Tipps vor, und dieses Mal sind sich die Tiere überhaupt nicht einig. Während Sportwettenschwein Jamie, Pinguin Flocke und Minischwein Trixi auf Deutschland setzen ist sich Papagei Khaleesi bei seinem Tipp so sicher, dass er seinem Besitzer gleich drei Mal zeigt, dass er eindeutig Nordirland als Sieger sieht. Fehlen noch Kamerun-Schaf BobaTeng und Minischwein Trixi – von denen war noch kein Tipp zu finden. Statt Kamerun-Schaf BobaTeng darf in Waiblingen scheinbar nun ein Mensch orakeln – wurde BobaTeng trotz bisher tadelloser Leistung ausgewechselt? Nein, wurde er nicht! Er tippt übrigens auf Deutschland. Dank Kommentator Dudel hat sich die Zahl der Top-Orakel noch um eins erhöht: Sweni aus dem Wuppertaler Zoo soll bisher zwei Mal richtig getippt haben und hat jetzt ein 2:1 für Nordirland orakelt.

Aktueller Orakelstand: 4 x Sieg für Deutschland – 2 x Sieg für Nordirland

Natürlich haben auch andere Orakeltiere noch Tipps abgegeben, aber durch ihre falschen Tipps haben sie sich ja bereits für die Orakelkrone disqualifiziert – so wie Seelöwin Astrid, die nach zwei falschen Prognosen dieses Mal übrigens auf Nordirland setzt. Nicht mehr dabei ist übrigens auch der Koala Oobi-Ooob, dessen Performance bisher eher supoptimal war, aber wie soll auch ein auatralischer Koala die EM tippen können?  Übertrieben war übrigens die Aussage über Trörakel Nelly: Nach dem Zusammenzählen ihrer bisherigen Tipps komme ich keineswegs auf eine Trefferquote von 90%, aber das macht ja auch nichts. Das dienstälteste Orakel (seit 2011 im Dauersinastz) setzt übrigens – wie meistens – auf Deutschland.

Der große Orakeltierhype scheint aber so langsam wirklich vorbei zu sein …

 

 





Vor dem EM-Spiel gegen Polen: Wer gewinnt das Spiel? (Update: Orakeltiere sehen ziemlich offenes Spiel)

15 06 2016

Auf zur nächsten Orakelrunde, das zweite Spiel der deutschen Mannschaft gegen Polen soll ja – wenn man echten Fußballfans glauben darf – ein richtiger Kracher werden. Ich lasse mich wie immer überraschen …

Zunächst noch weitere EM-Prognosen, gefunden beim Sat1-Frühstücksfernsehen. Drei Wahrsagerinnen durften ihre Tipps abgeben, hatten aber nur Frankreich, Deutschland, England, Spanien und Portugal zur Auswahl (in Form der Bilder ihrer Trainer, außer bei Portugal – da musste es Ronaldos Bild sein). Das Ergebnis war – wie erwartet – doch recht unterschiedlich. „Katalin“ aus München sah in ihrer Glaskugel einen deutschen Titelgewinn (gegen Spanien), „Sylvie“ pendelte einen portugiesischen Sieg und „Laminosa“ aus Mallorca sah Frankreich vor Deutschland, gefolgt von (schon mal falsch, da die weiteren Plätze nicht ausgespielt werden) Spanien, England und – tatsächlich – Brasilien (na ja, dort wird immerhin portugiesisch gesprochen).

Bei Fußballmathe gibt es ein paar neue Funktionen und bei der Prognose ist jetzt die deutsche Mannschaft ganz knapp vorne (… inzwischen wieder nicht mehr), der Rest (bis Platz 6 ) ist weitgehend unverändert (aber die Titelwahrscheinlichkeit für Belgien nach der Niederlage gegen Italien deutlich gesunken – Polen liegt übrigens bei 3,04%, auf Platz 9):

  1. Deutschland        14,77%
  2. Spanien                14,67%
  3. England                11,08%
  4. Belgien                   8,19%
  5. Frankreich             7,50%
  6. Portugal                 7,49%

Jetzt aber zu den Orakeltieren, zunächst zu denen, die bei der ersten Partie richtig lagen. Es sind übrigens (mindestens) 22, denn die beim Orakeln seit 2011 (Frauen-WM) erprobte Elefantendame Nelly aus dem Serengeti-Park in Hodenhagen durfte auch wieder ran und setzte – richtig! – auf einen deutschen Sieg, ebenso Papagei Khaleesi. Letzterer schafft es im aktuellen Video zum Spiele gegen Polen sein Bällchen genau zwischen die beiden angebotenen Körbchen zu legen, erwartet uns also ein Unentschieden? Wie erwartet frißt Hund Sanya von inFranken.de wieder beide Näpfe leer (der ist ja nicht blöd, der Hund), die Kommentatoren sehen das wieder als Sieg für Deutschland weil der Napf mit der Deutschlandfahne zuerst leer war. Schauen wir auf den Rest der Top-Orakel aus der ersten Runde:

Auf einen deutschen Sieg tippen – bisher – Meerschweinchen Sturmi (nach sehr langer Bedenkzeit), Hündin Johanna von hundeland.de (ersetzt Bürohund „Ufo“) und das Puchheimer Möpseorakel. Dagegen sieht Pinguin Flocke ebenso ein Unentschieden wie Sportwettenschwein Jamie – den Rest habe ich noch nicht gefunden, aber ich suche vor dem Spiel noch weiter …

Update 20:30 Uhr:

Und noch mehr Qualitätsorakel tauchen auf, zum Beispiel Kamerun-Schaf Boba Teng und Minischwein Trixi, die beide das erste Spiel richtig getippt haben sollen. Dieses Mal setzen beide auf Unentschieden. Von den anderen Qualitätsorakeln trudeln auch die aktuellen Orakelsprüche ein, und sie sind nicht immer im Sinne der hiesigen Fußballfans. So wagen es Herr Nilsson, Ziegenbock Franz, das Thüringer Miezorakel und Hund Monsieur tatsächlich auf Polen zu setzen, während die Aachener Ponies, ein Mopsorakel (Franzi heißt das Tier), Eisbär Fiete vom Rostocker Zoo (ersetzt die Kattas vom ersten Tipp), Radio-Galaxy-Hund Anton (erfrisst ein 2:0) und das Einhornpferd Willy einen Sieg für Löw’s Kicker orakelt haben. Einige Orakeleien waren irgendwie nicht zu finden, so weiß ich noch nicht wie die Gorillas aus dem Duisburger Zoo oder das Hasenorakel aus Plassenburg getippt haben, und Schweinchen Schweini scheint von Andre und seinen Morgenmädels wohl inzwischen gegrillt worden zu sein, denn eine Prognose für das Polenspiel war auch von ihm nicht zu finden. Fehlen noch die Katze von baden-online und ein Esel namens Clyde – vielleicht kommt ja noch etwas …

Bisher sieht also der Gesamtorakelspruch der Top-EM2016-Orakel so aus:

5 10 x Sieg – 3 5 x Unentschieden  – 0 4 x Niederlage

Der Rest folgt morgen, ggf. erst kurz vor dem Spiel …

Die anderen Orakel sind ja eh aschon raus, da sie beim ersten Spiel daneben lagen …





Fußball-WM 2014 – vor dem Halbfinale: Statistiker für Brasilien, Mehrheit der Orakeltiere sieht Deutschland vorne (mit Updates, einem Blutegel und Voodoo!)

7 07 2014

Updates vom 8.7., 15:00 Uhr in rot!

Updates vom 8.7., 17:30 Uhr in grün!

spätere Updates in blau!

Morgen Abend steigt das erste Halbfinale der Fußball-WM, und nach den bisherigen Ergebnissen waren die Statistiker mit ihren Simulationen gar nicht so schlecht. OK, Spaniens Scheitern in der Vorrunde war eine Überraschung, aber mit Brasilien, Argentinien und Deutschland haben es drei Favoriten unter die letzten vier Mannschaften geschafft – nur die Holländer waren zu Beginn nicht so ganz auf der Rechnung der verschiedenen statistischen Spielereien. Für das erste Halbfinale sind sich die drei von mir betrachteten Simulationsrechnungen aber einig:

Brasilien gewinnt!

Die Wahrscheinlichkeiten für einen brasilianischen Sieg werden mit 63% (WorldCup-Simulator), 66,2% (Roger Kaufmann) und 62,11% (Fußballmathe.de) angegeben. Beim 2. Halbfinale ist das Ergebnis nicht ganz so eindeutig, denn während beim WorldCup-Simulator und bei Roger Kaufmann Argentinien die Favoritenposition innehat (65% bzw. 55,8%) setzt Fußballmathe auf einen holländischen Sieg (61,43%). Die Titelwahrscheinlichkeiten sehen jetzt übrigens so aus:

R.Kaufmann Fussballmathe WorldCup-Simulator
Brasilien  43,1%   32,15%   41%
Deutschland  16,9%
  20,58%   20%
Argentinien  23,9%
  19,52%   28%
Niederlande  16,3%   27,74%   10%

Außer bei Fußballmathe ist die Reihenfolge also klar: Brasilien vor Argentinien und Deutschland – nur bei Fußballmathe haben die Niederlande eine Chance. Dienstag und Mittwoch Abend werden wir sehen ob eine große Wahrscheinlichkeit auch dieses Mal wieder ein Indiz für einen folgenden Sieg ist.

Dass die Tiere – wie üblich – mehrheitlich auf die deutsche Mannschaft setzen ist keine Überraschung, hier ist natürlich der Wunsch der Fans Vater des zu deutenden Geschehens. Bei den Nasenbären von Sport-Bild hat man dieses Mal irgendwie  einen Sieg nach Verlängerung und Elfmeterschießen aus dem Geschehen gedeutet, ebenso bei Werbemops Berta. Bei Rentier Dancer entscheiden die völlig unparteiischen „Orakelschiedsrichter“ beim aus beiden Näpfen fressenden Tier auf einen deutschen 2:1 Sieg, Hund Canela frißt das deutsche Leckerchen (das brasilianische möchte er auch noch, aber das wird ihm verweigert), die Pinguine haben irgendwie einen deutschen Ball erwischt, die Puchheimer Möpse sind sich einig, Kuh Faironika, diese Schildkröten (warum eigentlich?), Hase Püppi (mit Hilfe eines zweiten Viehs),  Hund Kimberly, die SüdwestpressemöpseEisbär Anori, Gürteltier Tatu und Pferd Schimmelchen. Auch das gespannte Warten auf den Orakelspruch von Gürteltier Taka hat inzwischen eine Ende: eine weitere Stimme für Deutschland!

Noch mehr Tipps auf Deutschland von Hund Tiffie, Gürteltier Arnold, Polarfüchsin Ronja, ein Blutegel (!!), Hund Otto, Hund Lucky, Igel Sonic, Junghund Schreddi, Katze Lucky, Hund Coco (dauert sehr lange, das Tier musste ja erst geweckt werden, obwohl zwei laute und nervige Typen die ganze Zeit irgendwelchen Blödsinn erzählen), Fluffy & Elton, die Eichhörnchen Flipsi und Flapsi (nach Verlängerung!), Mops Winston, ein namenloser Hund, Hund Kira (braucht lange um den brasilianischen Ballon zu zerstören, aber am Ende klappt’s dann doch) und Gürteltier Flitz (na ja, irgendwie werden beide Bälle beschnuppert, aber nur der deutsche gekickt – ins Finale?).

 

Auf Brasilien setzen hingegen Hund Billie, Artgenosse Aggi und sein Kollege Sherloki, letzterer lag allerdings bisher bei allen Tipps zu 22:00 Uhr Spielen daneben, so dass dieser Orakelspruch fast schon wieder Hoffnung gibt. Schafbock Hansi ist dieses Mal auch mehr auf Samba eingestellt, das brasilianische Meerschweinchen sowieso und auch Zwerghamster Erwin mag sein Futter lieber brasilianisch. Dazu kommen noch Hilde aus Bonn, die Schweinchen von Bayern3 (Niederlage per Eigentor nach 10 Sekunden!) und noch zwei Möpse: dieser und Marvin. Auch dieser Hahn, Kaninchen Lulu, eine Schildkröte namens Herr Lehmann, ein Hund namens Anton (der bisher eine ganz miese Quote hatte: 1 Treffer bei 5 Versuchen) und vertrauen eher dem WM-Gastgeber.

Bis jetzt (15:00 Uhr) (17:30 Uhr) sieht es also so aus:

10 x Sieg (davon 2 x im 11m-Schießen) – 6 x Niederlage

15 x Sieg (davon 2 x im 11m-Schießen) – 10 x Niederlage

30 31 x Sieg (davon 2 x im 11m-Schießen) – 14 15 x Niederlage

Da fehlen natürlich noch eine ganze Menge von Orakeln, aber die werden morgen im Laufe des Tages laufend ergänzt. Besonders interessant ist natürlich weiterhin Taka, das Gürteltier, das bisher noch den allerbesten Eindruck aller Orakeltiere machte – auch wenn die Deuter sich beim Ghana-Spiel offensichtlich vertan hatten und aus Quotengründen auf einen Sieg für Deutschland tippten, obwohl Taka die Nahrungsaufnahme vollständig verweigert hatte.

Nicht mitgezählt wurde Orakelhund Ginger aus Rosenheim, denn das der lieber zum Futter mit der deutschen Fahne rennt, wenn es an der brasilianischen gar nichts zum Schnabulieren gibt hat ja wohl nichts mit Orakelei zu tun. Noch schlimmer ist es bei Meerschweinchen Schweini von Radio Gong: Der Weg zur brasilianischen Höhle wird einfach verbarrikadiert – und auch der Kommentar ist eher unlustig.

Spannend war es bei der von der Rhein-Zeitung in Bad Kreuznach initiierten „Simulation“ mit zwei Schülermannschaften. OK, ein richtiges WM-Orakel ist das ja nicht, aber das Ergebnis wäre durchaus im Sinne der hiesigen Fans: Deutschland siegt im 11m-Schießen mit 4:2 nachdem es in der regulären Spielzeit einen 2:0 Vorsprung verspielt hatte … … insbesondere der Ausgleich kurz vor Schluß wäre Garant für reichlich Nervenkitzel und ein Wechselbad der Emotionen!

Bleibt noch das Lemurakel, aber irgendwie scheint das Durcheinander nicht deutbar zu sein. OK, allzu lustig war das eh nicht. Eine traurige Nachricht für den Orakelzoo kommt aus Remscheid: WM-Orakel „Özil“ musste leider eingeschläfert werden – aber natürlich nicht wegen falscher Prognosen sondern ganz profan wegen einer schweren Krankheit.

Aus dem Kölner Restaurant Delphi wird ein Sieg des deutschen Lorbeerblatts über das brasilianische gemeldet – ob man diesem Orakel vom Delphi wirklich trauen kann? Oder doch lieber dem – gleichen – Ergebnis des SpiegelOnline Staubsaugers? Natürlich würde ein solches Ergebnis den Menschen in Brasilien nicht allzu gut gefallen, und damit das nicht passiert hat Voodoo-Priester Helio Sillman schon die richtige Taktik parat, mit der er die deutsche Mannschaft zu verhexen gedenkt:

„Ich nehme die Führungsspieler und binde ihre Beine zusammen, damit sie auf dem Rasen nicht laufen können“

Dass das wirken wird ist ja klar, denn im Spiel gegen Kolumbien hat es ja auch „geklappt“:

Vor dem Achtelfinale gegen Kolumbien hatte sich Sillman deren Toptorschützen James Rodríguez und dessen Mitspieler Juan Cuadrado herausgepickt. Er machte zwei Vodoo-Puppen und zog ihnen ihr gelbes Nationaltrikot an, dann band er ihre Beine zusammen. Bei der Nationalhymne zündete er zwei Kerzen an, um den Fluch zu verstärken. „Das muss für das ganze Spiel ausreichen“, sagte Sillman.

Blöd nur, dass er dem Spieler der Superstar Neymar im Viertelfinale foulte nicht die Beine zusammengebunden oder dem Schiedsrichter die gelben Karten weggezaubert hatte …

… und wer Lust auf einen Liveticker der besonderen Art hat, der möge diesem Link folgen: dort wird das ganze Spiel „astrologisiert“ …





WM 2014: Mehr Orakeltiere vor dem Portugalspiel, uneinige Astrologen und der Krake-Paul-Gedächtnispokal (mit Updates, mehr Portugaltipps und mehr Gürteltieren!)

16 06 2014

Bei der letzten Zählung am gestrigen Nachmittag hatten die WM-Orakel der deutschen Mannschaft eine klare Favoritenrolle zugeschustert. 18 von 31 Orakeln sahen einen deutschen Sieg voraus, 5 mal sollte es Unentschieden geben und 8 mal wurde auf Sieg der Portugiesen getippt. Aber da fehlten ja noch eine ganze Reihe von vorher angekündigten Orakeltieren, so dass sich das Bild  atürlich noch verschieben kann.

Bei den Astrologen sind die Voraussagen vollkommen ausgeglichen. Während die Astro-Arena einen 2:0 Sieg für Deutschland aus den Sternen las setzte das indische Seite „Astrocamp“ auf ein Unentschieden. Der hier nicht ganz unbekannte Astro-TV Schwurbifex Malkiel Rouven Dietrich will gar einen Sieg der Portugiesen aus den Sternen gelesen haben, und zwar mit folgenden Worten:

Beim ersten Gruppenspiel bestrahlt Jupiter alle wichtigen Planeten in Ronaldos Horoskop. Jupiter ist der Glücksplanet schlechthin. Das sind also unglaubliche Voraussetzungen für Ronaldo.

Bei Boateng sieht das alles nicht so gut aus. Als Jungfrau ist er wesentlich überlegter, ein Stratege. Er kapiert zwar mehr als ein Ronaldo, gerade das kann ihm aber das Genick brechen. Thomas Müller wäre die bessere Wahl gewesen. Wenn jemand so gute Jupiter-Aspekte hat wie Müller zurzeit, dann muss man ihn in die Abwehr stellen!

Die Sonne wird in Salvador im Zenit stehen, wenn die Teams auf den Platz laufen, und der Wassermann im Mond. Das kommt Ronaldo sehr entgegen: Er kann als Südländer besser mit der Hitze umgehen, die Sterne geben ihm zusätzlich Energie.

Sonnenklar: Portugal gewinnt gegen Deutschland.

Wir werden sehen ob er vielleicht dieses Mal ausnahmsweise mit dieser – ja wirklich erstaunlich exakten – Prognosen Recht hat, immerhin widerspricht ihm ja die Mehrheit der Orakeltiere. Aber eine Kartenlegerin unterstützt seine Prognose – wobei ich mich wirklich wundere, dass sich ein Astronom auf das Spielchen einlässt, gegen diese Dame zu orakeln … … ich finde das bestenfalls peinlich!

Gehen wir also wieder in den Zoo, und schauen wir auf die weiteren Orakeltiere. Der aktuelle Pegelstand ist für Deutschland inzwischen wie folgt (mit Updates bis 13:00 Uhr in rot und ab jezt laufend in grün!):

25 x Sieg – 5 x Unentschieden – 10 x Niederlage

31 x Sieg – 6 x Unentschieden – 15 x Niederlage

43 x Sieg – 7 x Unentschieden – 21 x Niederlage

Im Folgenden nun die Liste der Tipps der weiteren Orakeltiere (ggf. mit Updates in verschiedenen Farben falls noch neue für die weiteren Prognosen auftauchen). Ob der Schützenfisch aus Hanover seine Ladehemmung überwunden hat? Offenbar nicht – deswegen gilt das als Unentschieden! Eine Zwischenwertung gibt es natürlich bei den inwischen 7 Gürteltieren: 4 setzen auf Sieg, eins auf Unentschieden und zwei setzen auf Portugal.

Auf einen deutschen Sieg orakeln:

  • das Rentier (!!) Dancer von meiner Heimatzeitung
  • der kleine Hund von Radio Arabella
  • Hund Sally (für die „Hessische Allgemeine“ – allerdings schnabuliert das Vieh später auch das Futter aus dem Portugalnapf …)
  • Wildschwein Fritzi vom Circus Krone (hier gewinnt die Melone, die nicht gefressen wird – zumindest laut dem Kommentator, und wenn das weiter so gemacht wird ist das ja ok …)
  • Orakelschwein Hanni von der badischen Zeitung kommt vor Kollegin Nanni ins Ziel – da Hanni die deutsche Fahne trägt soll das Sieg für ’schland bedeuten (aber der Kommentator irrt: Wollschwein Emma, Vorgängerin von Hanni & Nanni,  hatte bei der EM 2012 einmal daneben gelegen und beim Spiel gegen Dänemark auf Unentschieden getippt!)
  • Hund Luna
  • das Nasorakel von SportBild (gute Idee, aber dass das Ei geöffnet wurde ist leider nicht zu sehen – also vielleicht doch eher Unentschieden?)
  • das Bayern3 Schweineorakel (in letzter Sekunde – fast wäre es ein Unentschieden-Tipp geworden)
  • Schweinchen Schweini
  • Rosenkakadu Lizzy
  • Gürteltier Tatu aus Halle
  • Hund Kira (beißt gerne in Ballons!)
  • das Lorbeerblätterorakel vonm Delphi (also dem Lokal gleichen Namens in Köln – klasse Idee, nächstes Mal bitte mit Video!)
  • ein Kuhorakel aus dem schwäbischen Aulendorf
  • Chihuahua „Özil“ vom Remscheider Generalanzeiger
  • Eisbär Anori aus dem Wuppertaler Zoo
  • Gürteltier Taka aus Erfurt (für die ZDF drehscheibe)
  • Gürteltier Arnold aus dem Heidelberger Zoo
  • Kater Peaches schießt erfrißt ein Tor für Deutschland
  • Orakelhund Emma
  • Katze Diego frißt zuerst den deutschen Teller leer
  • Jorchoder wie auch immer dieser Hund heißt
  • Pinguine aus Brandenburg (tippen auf 1:0)
  • Schidkröte Momario
  • das Erdmännchenorakel

Für ein Unentschieden sind:

… mal abwarten …

  • Gürteltier Lotte von Radio Schleswig-Holstein
  • Schützenfisch Flipper (s.o.)

Auf einen portugiesischen Sieg setzen:

  • Katze Heywood
  • Hund Paul
  • Gürteltier Brösel aus Neuwied
  • SWR3-Elch Konstantin
  • der SpiegelOnline Staubsauger
  • Gürteltier Flitz aus Chemnitz
  • Hund Keks von ZDFtivi
  • Orang-Utan Buschi aus dem Osnabrücker Zoo
  • der Orakel-Hahn von mdr Thüringen
  • Collie Max von der neuen Presse (ohne Kommentar muss ich davon ausgehen, dass das erste vom Hund gewählte Schälchen auf das  Ergebnis deutet – der Hund frißt die anderen Näpfe ja auch noch leer …)
  • Ziege „Kiki von Hohenstein
  • NRW-Hase Grigio (tippt ein 0:1)
  • Pferd Nasar

Für den Krake-Paul-Gedächtnispokal (ich werde einen gefrorenen Oktopus zur Verwendung bei einem sommerlichen Grillfest spendieren) qualifizieren sich natürlich nur die Orakel, die bei diesem Spiel richtig liegen – der Rest darf natürlich weiter orakeln, kann aber den leckeren Pokal (ich lege noch Olivenöl, Zitrone, Kräutersalz und Knobi drauf) nicht mehr gewinnen. Notfalls vertilge ich den Pokal auch selbst – und das soll kein Affront gegen Krake Paul sein (ich hatte ihn bereits 2009 im SeaLife Oberhausen besucht und 2011 das dortige Denkmal bewundert!) sondern ganz im Gegenteil eine Hommage an diese schönen, intelligenten, aber eben auch sehr leckeren Tiere.





Wer wird Fußball-Weltmeister 2014? – Teil 3: Orakeltiere im Training – und mit ersten Prognosen

9 06 2014

Regina heißt die Oktopusdame aus dem Berliner SeaLife Aquarium, die sich um die Nachfolge des legendären Orakelkraken Paul bewirbt. Pauls Erfolge aus dem Jahr 2010 hatte die deutschen SeaLife Dependancen 2011 eine wahre Orakelkrakeninvasion starten lassen, der allerdings bei der EM2012 keine weiteren Prognoseversuche folgten. Ausgerechnet an einem Freitag den 13. wird das Tier seine erste Prognose für das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Portugal abgeben.  Welches Tier bzw. welche Tiere für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung ins Orakelspiel einsteigen ist noch unklar, denn in einem Wettbewerb sucht die Zeitung zunächst ‚mal bei ihren Lesern nach Kandidaten, die dann erst einmal die Vorrunde der deutschen Mannschaft richtig tippen müssen.

Wie die deutschen Kicker auch befinden sich schon einige Tiere im Orakeltiertrainingslager:

Das dürfte natürlich nur der Anfang sein, ich vermute dass die Anzahl der Orakeltiere in den nächsten Tagen noch kräftig ansteigen wird. Und was ist eigentlich mit dem Orang-Utan Walter, der beim DFB-Pokalfinale mit seinem Tipp daneben lag?

Während andere Orakeltiere noch trainieren (müssen?) war das von der Frauen-WM 2011 und der EM 2012 bekannte Trörakel Nelly schon wieder aktiv, und das sogar dreifach! Gemäß der Kickkünste der Dickhäuterdame wird die deutsche Mannschaft gegen Portugal verlieren, dann jedoch die beiden folgenden Spiele der Vorrunde gewinnen:

Damit deckt sich die erste Prognose von Nelly in der Tendenz übrigens mit der Weissagung des Gummibärchenorakels auf dem Skepcon-Publikumstag in München: Deutschland gegen Portugal 1:4!

Gleich vier – nicht nur tierische – Orakel kann man im aktuellen Bahncard-Werbespot bewundern. Hier werden aber keine einzelnen Spiele „orakelt“, es geht gleich ums Ganze, also um den Titelgewinner. Zwei der viel Orakelergebnisse kann man dabei auch sehen: beim Kuhfladen-Bingo landet das Zeugs eindeutig bei der englischen (!) Fahne und die eigenartige Wasserspendervariante erblubbert den Sieg für Deutschland.

Sollte es übrigens tatsächlich ein Finale zwischen Deutschland und Brasilien geben, dann hat Katze Gizmo schon jetzt einen eindeutigen Tipp parat:

Und dieser wird noch unterstützt durch – die Simpsons! Wie im verlinkten Artikel auf giga.de zu lesen (und leider im dort verlinkten Video nur andeutungsweise zu sehen)

ist Homer in einer Anfang April ausgestrahlten Folge als Schiedsrichter unterwegs. Dabei pfeift er nicht, wie bereits in einer älteren Folge zusehen, eine Partie der Springfieldschen Fußballtruppe, sondern ist als Referee im WM Finale im Einsatz. Dort kommt es zur Begegnung Brasilien gegen Deutschland. Homer, so ehrlich wie er ist, lässt sich nicht von einer Schwalbe der Brasilianer täuschen und pfeift demnach keinen Elfmeter für die WM-Gastgeber. Als Homer das Spiel endlich beendet, steht es 2:0 für Deutschland. Laut Simpsons-WM Orakel darf sich die DFB-Elf daher Hoffnungen auf den ersten WM Sieg seit 1990 machen.

Homer Simpson und Katze Gizmo – ob die Fußballfans hierzulande den beiden ein Denkmal bauen falls es dieses Mal mit dem Titel klappt?

PS: Ein Standbild aus der Simpsons-Folge mit dem deutschen Finalsieg über Brasilien habe ich doch noch gefunden (das dazugehörige Video scheint mir von brasilianischen Verschwörungstheoretikern zu stammen …):

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Mehrheit der Orakeltiere setzt auf schwarz-gelb (drei Astrologen auch) – mit neuen Updates!

22 05 2013

Zum anstehenden Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München durften wieder mal ein paar Viecher das ergebnis voraussagen – und wahrscheinlich werden bis Samstag noch ein paar dazu kommen. Dabei war die Meldung aus dem Handelsblatt wohl etwas voreilig, denn dass sich alle Orakeltiere einig wären, davon kann keine Rede sein. OK, Orang-Utan Walter (aus dem Dortmunder Zoo, wenn der auf die Bayern setzt kriegt er keine bananen mehr), Schabrackentapir-Baby Baru aus dem Leipziger Zoo und die Zwergotter Ferret und Mörmel aus dem Tierpark Aue haben tatsächlich auf einen Sieg des BVB gesetzt, aber das aus den Vorjahren bekannte Trötorakel Nelly aus dem Serengetipark Hodenhagen war da anderer „Meinung“ und kickte eindeutig ins Dortmunder Tor (war auch bei der ARD in „brisant“ zu sehen).

Auf youtube gibt es noch weitere Orakeltiere, deren Prognosen wie folgt ausfallen:

  • beim Hunderennen laufen beide Tiere ins Münchner Tor, das soll auf ein 2:0 für Dortmund hin deuten (allerdings wurden mindestens ein Hund von einem offensichtlichen BVB-Fan vom Dortmunder Tor weg gescheucht) Update: Ich hab erst jetzt gemerkt, dass diese Glanzleistung der Prognostik aus dem ZDF-Fernsehgarten stammt …)
  • drei von vier Schnecken futtern den Salat bei den Bayern-Bierdeckeln: 3:0 für Dortmund
  • das „Cocorakel“ vom Trostberger Tagblatt frißt aus dem Bayernschälchen, also Sieg für Bayern!

Warum sich die wahrscheinlich bayrischen Besitzer so freuen, dass ihr Hund aus dem Dortmunder Schälchen frißt weiß ich allerdings nicht – sie finden es einfach gut, dass das Tier überhaupt das Futter findet, und deuten diese „Prognose“ gleich gar nicht. Ebenso ist das bei Katze Lena, die sich auch von furchtbarer Musik nicht davon abhalten lässt ihre Brekkies aus dem Schälchen neben dem Bild mit den Dortmunder Spielern zu knurpsen. Aber ob das jetzt wie bei den klassischen Tierorakeln auf einen Sieg von Dortmund hinweist, oder ob sich deshalb – wie beim oben erwähnten Schneckenorakel – die Bayernfans mehr Hoffnung machen können (wenn sie dann an so einen Unsinn glauben wollen), das ist nicht so ganz klar. Nach den bisher eindeutigen Prognosen liegt Dortmund mit 5:2 vorne, also genau dem Ergebnis des letztjährigen DFB-Pokalfinales.

Ob es für die BVB-Fans ein gutes Omen ist, dass auch ein Astrologe ihr Team im Vorteil sieht? Laut Thomas Georgievsieht es für den frisch gebackenen deutschen Meister im Stundenhoroskop ziemlich düster aus„. Ich vermute ‚mal, dass es bis Samstag noch weitere Prognosen geben wird – sei es tierische oder astrologische. Wenn ich noch etwas finde werde ich Updates nachreichen.

Update 23.5.:

Wie erwartet wurden noch weitere tierischen Champions-League-Final-Orakel entdeckt, und wenn man den Tieren glauben darf, dann siehts für die Bayern wirklich schlecht aus. Fangen wir mit den Tentakelträgern an: Ein Krake namens Paul aus dem Sealife in Oberhausen (wer erinnert sich nicht?) hat nach über 73 Minuten auf Dortmund gesetzt, seine Artgenossin, die Krakendame Rosi aus Rosenheim ist sich schon nach knapp 6 Minuten sicher: Bayern gewinnt.

In dieser kleinen Fotoserie haben sich gleich 5 tierische Prognostiker verewigt. Zwei davon schickt der Dortmunder Radiosender 91.2 ins Rennen, und klar, dass Kaninchen „Drops“  auf Dortmund setzte. Der Sender hatte außerdem noch die superwitzige Idee zwei Katzen zwischen Futterschälchen (BVB) und Kaktus (FCB) wählen zu lassen. Das Ergebnis war wenig überraschend. Die Präferenz für das Dortmunder Logo teilen auch eine Amsel (Futterwahl) und ein Hund aus dem Chiemgau (dieser hinterlässt dort allerdings sein Häufchen). Da fällt Hund Paula, der den Bayern-Fressnapf wählt, kaum mehr ins Gewicht.

Noch eindeutiger ist die Präferenz für Dortmund bei den Astrologen. Neben dem oben erwähnten Herrn Georgiev setzen auch Christian Kraut ( in seinem Capriquaricorn Blog) und die Britin Sally Kirkman auf den BVB.

Und noch ein Votum für die Dortmunder findet sich: Das FirstAffair Erotik Orakel sieht die Dortmunder ebenfalls im Vorteil – aber ob ein Erotikranking wirklich etwas über das Ergebnis eines Fußballspiels aussagen kann? Ich weiß ja nicht …

Update 2 (6 Stunden vor dem Finale):

Und hier die letzten tierischen Orakel zum Champions League Finale:

Es bliebt also bei der Mehrheit für schwarz-gelb (auch wenn diese Samlung natürlich – wie immer – keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt).

Und auch von Astrologenseite gibt es noch etwas: Bei der Astrologiezeitung Loop! wird schon jetzt irgendwie der Spielverlauf beschrieben – auf eine Nennung des Siegers alerdings verzichtet. Dafür gibt es ein paar Uhrzeiten, an denen etwas passieren könnte. Also irgend etwas, irgendwie ist das alles schon wieder sehr kryptisch, denn es liest sich zum Beispiel so:

Mars am DC (20:05 h bzw. 21:05 h MESZ) :  Das ist ein erster Paukenschlag. Mars als Symbol für einen Angriff, der eventuell Folgen hat. Steht ein Planet genau auf einer der Hauptachsen wird in der zu erzählenden Geschichte ein Marker gesetzt. Jetzt findet etwas Wichtiges statt, die Geschichte bekommt eine einschneidende Wendung.

OK, eine Wendung kann man in alles hineindefinieren … … aber was ist damit:

Alleine dieser Umstand schreibt einen Teil unserer Geschichte fest: in der Zeit zwischen 20:02 h und 20:12 h wird dieses Spiel einen Ereignishöhepunkt erreichen. Der Umstand, dass als Auslöser Mars fungiert weist tatsächlich auch auf ein mögliches Tor (evtl. sogar zwei in kurzem Abstand) hin. Nimmt man nun das Gesamtbild drängt sich einem der Eindruck auf, dass Jupp Heynckes der Nutznießer dieses Moments sein müsste, denn zumindest der Uranus von Klopp steht schwer unter mundanem „Aspektbeschuß“. Merkur und Venus sind kurz davor ein exaktes Quadrat zu bilden, nimmt man jetzt all das zusammen, würde man als klassischer Wald- und Wiesenastrologe Omas Klein-Häuschen darauf verwetten, dass die Bayern jetzt in Führung gehen.

Oh, eine klare Aussage? Nein, natürlich nicht:

Allerdings könnte das Häuschen dann auch schnell weg sein, denn ganz so einfach lässt sich der Kosmos dann doch nicht in die Zeitkarten schauen. Das etwas passieren wird und das Spiel einen Höhepunkt erreicht, ist sicher. Um heraus zu finden, wer der wahre Nutznießer sein wird, bedarf es aber mehr als nur der Zusammenfügung einzelner, gängiger Faktoren. Denn Kloppo hat Uranus und Merkur in seinem Radix im Sextil zueinander stehen, unter solchen Voraussetzungen kann ein Quadrat dann manchmal auch nur formgebend für etwas Positives sein.

Und wieder scheut der Autor eine klare Aussage, außer der, dass zwischen ungefähr der 17. und der 27. Spielminute (die Zeitanagben entsprechen der Londoner Zeit) irgendetwas Wichtiges passieren wird. Es werden natürlich noch weitere Zeitpunkte genannt, aber statt des ganzen Textes hätte mich viel mehr eine halbwegs exakte Prognose interessiert … … war aber wieder ‚mal nichts.





Orakeltiereupdate

30 09 2011

Die derzeit laufende Rugby-WM in Neuseeland hat – wie die Fußball-WMs dieses und letztes Jahr – auch ihre Wahrsagetiere. Wie bei Neuseeland nicht anders zu erwarten ist mit „Sonny Wool“ auch ein Schaf dabei, das (ebenso wie der in dieser Meldung auch erwähnte Oktopus Paul) die Spiele der Gastgeber voraussagt. Die Konkurrenz kann man auf der Facebook-Seite des „Kiwi Birdlife Park“ sehen: Ein Ziegensittich (wusste gar nicht, dass es ein Tier solchen Namens gibt – sieht irgendwie wie ein kleiner, grüner Papagei aus) namens „Hugo“ soll bisher ebenfalls immer richtig liegen. Da Hugo aber bereits 6 Spiele richtig vorausgesagt haben soll, während Sonny Wool erst drei Mal erfolgreich im Einsatz war, müffelt das schon ein wenig nach Konkurrenz für den legendären, inzwischen verstorbenen Achtarmer aus Oberhausen.

Mit dem lustig schielenden Opossum Heidi hatte der Leipziger Zoo versucht auf den Tierorakel-Hype aufzuspringen und die Beutelratte noch Anfang dieses Jahres auf Oscar-Gewinner tippen lassen. Jetzt wurde das possierliche Tierchen eingeschläfert … … bleiben für die unvermeidlichen Tierorakel während der in 2012 drohenden Fußball-EM aber immer noch der Ziegensittich Hugo (den kann man ja notfalls einfliegen), die Elefantendame Nelly und wahrscheinlich das ein oder andere Meeresgetier aus dem SeaLife-Umfeld.





Wer wird Fußballweltmeister 2018?

11 06 2018

Nur noch wenige Tage, dann wird es für manche Menschen hierzulande wieder einmal nur ein Thema geben: Fußball! Obwohl, glaubt man dem selbst ernannten Bibelforscher Jean-Marc Joseph Rodrigue, dann wird es 2018 gar keinen Weltmeister (mehr) geben, da die Welt bereits mitten in der Vorrunde (am 24. Juni) wieder einmal ihr Ende finden soll. Aus der Augurenzunft sind mir bisher erst zwei Prognosen bekannt (ich schaue in den nächsten Tagen nochmal intensiver nach), und die sehen für den Titelverteidiger sehr gut aus. Sowohl der mexikanische „Seher“ Antonio Vázquez, als auch die Astrologin Susy Schädler aus Liechtenstein versprechen Löws Kickern den erneuten Titelgewinn.

Etwas ernsthafter nehmen es natürlich die eher akademischen Prognostiker, von denen auch dieses Mal wieder einige am Start sind. Bei Kickform.de wirbt man mit einer WM-Fußballformel, laut deren Beschreibung die Europameisterschaft „100.000 Mal durchgespielt“ wurde. Dass trotzdem Brasilien gewinnen soll überrascht dann doch. Hier die Top 5 bei kickform und die jeweilige Wahrscheinlichkiet für einen Titelgewinn:

  • Brasilien (37%)
  • Deutschland (17%)
  • Spanien (15%)
  • Frankreich (7%)
  • Portugal (6%)

Bei dieser statistischen Prognose eines Teams um Achim Zeileis von der Universität Innsbruck sind die Unterschiede zwischen den Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Länder wesentlich geringer, aber das Ergebnis ist – nach 1000000 Simulationen – ähnlich:

  • Brasilien (16,6%)
  • Deutschland (15,8%)
  • Spanien (12,5%)
  • Frankreich (12,1%)
  • Argentinien (ca. 8,3%)

Eine ganz andere Prognose gibt es auf giga.de. Für das Portal hat ein Youtuber namens GoldenFM das Turnier 100 mal durchgespielt und liefert folgende Reihenfolge:

  • Belgien (22 Siege)
  • Frankreich (17 Siege)
  • Brasilien (15 Siege)
  • Spanien (10 Siege)
  • Deutschland (7 Siege)

Bei dem Spielehersteller EASports gibt es auch eine Prognose, und die sagt einen finalen Sieg Frankreichs im Finale gegen Deutschland voraus – mit 4:3 im Elfmeterschießen. Im Handelsblatt werden gleich mehrere Unternehmen genannt, die sich an einer Prognose der WM versuchen. Bei der DEKA-Bank hat Brasilien (7,7%) knapp die Nase vor Deutschland (7,3%), die Commerzbank sieht Deutschland mit 18,3% vorne und der Unternehmensberater Deloitte sieht Deutschland im Finale gegen Brasilien mit 2:1 siegen … … aber natürlich ist das Ganze nicht allzu bierernst zu nehmen.

Viel Spaß macht auch dieses Mal wieder die Seite fussballmathe.de. Dort sieht es – mit Standardeinstellung und 1000 Simulationen – bei den Top 5 wie folgt aus:

  • Brasilien (27,23%)
  • Deutschland (16,97%)
  • Spanien (15,87%)
  • Frankreich (8,49%)
  • Argentinien (7,00%)

Aber man kann dort die Gewichtung der verschiedenen Parameter ändern und dann auch zu ganz anderern Ergebnissen kommen. Setzt man zum Beispiel die Parameter ELO-Punkte und Mannschaftswert auf völlig belanglos und bewertet nur nach dem Kriterium „Historische Ereignisse“ sehen die Wahrscheinlichkeiten ganz anders aus:

  • Brasilien (20,10%)
  • England (16,35%)
  • Spanien (13,41%)
  • Dänemark (8,32%)
  • Deutschland (6,68%)

Auf jeden Fall macht das Spielen auf fussballmathe.de richtig viel Spaß. Für das firmeninterne Tippspiel unter den Kollegen habe ich dieses Mal – mangels vorhandenen Fußballkenntnissen – für die Vorrunde so lange mit dem Simulator herumgespielt, bis Portugal Gruppensieger war. Meine Frau und ich wollen ja während der WM mal wieder das beste Mainzer Fischrestaurant besuchen, und bei Fußballspielen der portugiesischen Nationalmannschaft gibt es dort immer ganz besondere Leckereien frisch vom Grill.

Die bei den letzten Fußballevents hier in epischer Breite aufgelisteten Orakeltiere müssen dieses Mal ohne meine Kommentare auskommen, es sei denn dabei gibt es sehr  spannendes oder ungeheuer unterhaltsames Viehzeug – ansonsten ist diese Variante Abschreckung genug.

 

 





Die Prognoserückschau 2016 – mit Links zu den Quellen

15 12 2016

Riesenameisen, Merkel-Rücktritt und Weltuntergänge

Wieder kein gutes Jahr für Hellseher und Astrologen

Formicula heißt der Horrorfilmklassiker aus dem Jahre 1954, der in Schwarz-Weiß den Angriff mutierter Riesenameisen auf eine Kleinstadt zeigte – nach einer der vielen Voraussagen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro sollte dieses Szenario 2016 in einer südamerikanischen Stadt Wirklichkeit werden. Ob diese Prognose ernst gemeint war, darf gerne bezweifelt werden. Aber auch mit ihren scheinbar realistischeren Prognosen lagen Hellseher, Wahrsager und Astrologen, weit neben der Realität, wie üblich. Seit den 90-er-Jahren wertet die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften esoterische Vorhersagen für das jeweils abgelaufene Jahr aus, und auch 2016 ist die Trefferquote der Auguren verheerend schlecht.

Unter dem Eindruck der hohen Zahl an Flüchtlingen 2015 hatten gleich mehrere Astrologen auch für 2016 auf weiter steigende Flüchtlingszahlen mit teilweise katastrophalen Folgen getippt, tatsächlich sind die Zahlen stark gesunken. Aus altindischen Palmblättern wollte der Leipziger Thomas Ritter gar gelesen haben, dass Mitte des Jahres wegen der Flüchtlingszahlen die deutsche Regierung zurücktritt, und der Astrologe Konrad Gruber las in den Sternen, dass Angela Merkel ihren Verzicht auf eine weitere Kanzlerkandidatur verkünden werde. Den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit vielen Jahren solche Voraussagen sammelt und auswertet, wundert das nicht: „Viele Prognosen schreiben einfach das aktuelle Geschehen weiter fort und überhöhen es in eine negative, oft auch Angst machende Richtung.“

Wesentlich martialischer waren einige Prognosen aus anderen Ländern. Zwar hatte auch in Deutschland Astrologin Christiane Durer davon gefaselt, dass das Land wie von Säure zersetzt werden würde. Dabei bezog sie sich auf Infrastruktur, Telefon, Strom und Wasserversorgung, Internet, Kanalisation, Brücken, Straßen, Strom“ und erwähnte sogar eine „radioaktive Verseuchung“. Durer ist seit Jahren auf katastrophale Fehlprognosen abonniert aber wenigstens hatte sie keinen Weltuntergang im Programm. Den sagte eine obskure christliche Sekte aus den USA mittels eines Youtube-Videos für den 29. Juli voraus, und dann nochmals – mit demselben Video – für den 31. Oktober. Aus Indien kam eine Neuberechnung des Weltendes auf Grund des Maya-Kalenders (3. oder 4. Juni), und der aus Peru stammende Prediger Ricardo Salazar beschrieb gar ein vollständiges Endzeit-Szenario – aber der Angriff von China auf Japan blieb ebenso aus wie der Asteroid, der Mitte Mai vor Puerto Rico einschlagen und riesige Vulkanausbrüche in den USA auslösen sollte.

Zur Fußball-EM in Frankreich durften, wie bereits bei früheren internationalen Turnieren, wieder zahlreiche Orakeltiere für Lokalzeitungen sowie Rundfunk- und Fernsehstationen ihre Prognosen zu den Spielen der deutschen Mannschaft abgeben. Doch keines reichte an die Leistung des legendären Orakelkraken Paul heran, der bei der WM 2010 bei allen acht Spielen den richtigen Sieger voraussagte. Immerhin das richtige Finalspiel sah der „Sportastrologe“ Jannis Okun voraus. Allerdings tippte er nicht nur im Finale auf den falschen Sieger, sondern lag bei seiner Turnierprognose meilenweit daneben: Drei der sechs späteren Gruppensieger hätten bereits in der Vorrunde ausscheiden sollen. Aber bei Fußballprognosen kann man natürlich auch richtigliegen: Der bereits erwähnte Ingolstädter Astrologe Konrad Gruber sah nicht nur voraus, dass der FC Ingolstadt nicht absteigen werde, er sah auch die deutsche Mannschaft spätestens im Halbfinale scheitern – jedoch blieb der ebenfalls prognostizierte Rücktritt von Jogi Löw aufgrund des Ausscheidens jedoch aus.

Einen Treffer verbuchte auch Nikki Pezaro bei einer ihrer Promiprognosen, denn die Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt machte 2016 tatsächlich Schlagzeilen in der Regenbogenpresse. Da sie dies schon den vorherigen Jahren – falsch – vorausgesagt hatte, ist der Treffer dennoch wenig beeindruckend. Über Promiprognosen amüsiert sich Kunkel gerne: „Bei Promipaaren wird die Trennung oder eine bevorstehende Schwangerschaft, bei Promisingles eine neue Liebe vorausgesagt. Der Rest sind Gesundheitsgefahren bei älteren Promis und Karrierespekulationen bei jüngeren.“ Nikki Pezaro lieferte auch hierzu viele Beispiele, die zumindest teilweise unterhaltsam waren: Die Vorstellung, dass Justin Bieber in einem Film Elvis verkörpern soll, ist ähnlich unsinnig wie der – leider namenlose – US-Promi, der von seinem Papagei getötet werden sollte.

Aber auch Kunkel erlebte Anfang 2016 eine Überraschung: „Das Eingestehen von Fehlprognosen ist in der Augurenzunft normalerweise nicht üblich, deshalb hat mich Elizabeth Teissier doch etwas überrascht.“ In ihrem 2011 erschienen Buch hatte sie Prognosen für die Jahre 2012 bis 2016 niedergeschrieben, dabei aber weder die Ukrainekrise noch den IS erwähnt. Ihre damaligen, sehr schwammigen, Prognosen kommentierte sie mit dem Satz: „Mit heutigem Wissen würde[n] sie konkreter ausfallen.“ Kunkel kann sein Grinsen ob dieses Eingeständnisses nicht verbergen: „Mit heutigen Wissen ist eine wunderbare Formulierung! Nachhersagen ist natürlich immer viel leichter, das kann jeder!“





Orakelzooende und ein Treffer des Sportastrologen

8 07 2016

Aus und vorbei, der Orakelzoo schließt auch bei dieser EM ohne dass ein würdiger Nachfolger des legendären Orakelkraken Paul gefunden werden konnte. Vielleicht gibt es in zwei Jahren bei der nächsten WM ja wieder irgendwelche Anwärter, oder die Öffentlichkeit verliert die Lust an diesen Spielchen. Der große Hype um Orakeltiere scheint jedenfalls vorbei zu sein.

Einen Prognosetreffer feiert aktuell in seinem Blog der Sportastrologe, denn er hatte tatsächlich ein Finale Frankreich gegen Portugal (mit Sieg für Frankreich) vorausgesagt und stellt sich folgende rhetorische Frage:

Ich lasse diesen erstaunlichen Tipp einfach mal so stehen und jeder kann sich dann seinen Teil dazu denken. Glück oder Können?

Die Antwort ist einfach, und ergibt sich aus seiner gesamten EM-Prognose, die ich hier gerne nochmal im Detail vorstelle. Dies sollte das Ergebnis der Gruppenphase sein:

end01 end02Sage und schreibe drei Positionen aus der Gruppenphase (Frankreich, Rumänien und Irland) waren richtig vorausgesagt, der Rest schlicht und einfach falsch – wirklich eine sensationelle Prognoseleistung! Drei späteren Gruppensiegern (Ungarn, Italien und Wales) hatte der Sportastrologe gar das sofortige Ausscheiden als Gruppenletzter prophezeit – kann man eigentlich noch weiter daneben liegen?

Die Spiele in der vom Sportastrologen vorausgesagten KO-Runde hatten dann natürlich gar nichts mit der Realität zu tun, obwohl er erstaunlicherweise auch Island erst im Viertelfinale ausscheiden sah: end04 end05Von den acht Viertelfinalisten des Sportastrologen waren drei (Spanien, England und Österreich) zu diesem Zeitpunkt längst zu Hause. Und im Halbfinale hätte Deutschland ja gegen Portugal ausscheiden sollen …

Alles in Allem eine wahre Meisterleistung des Sportastrologen der sein vermeintliches „Können“ mit dem prognostizierten Vorrundenergebnis eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Aber klar, die Prognose für das Finale war richtig, und wenn Frankreich gewinnt, dann gratuliere ich ihm gerne für diesen einen richtigen Tipp. Den fast völlig falschen Rest sollte man aber auch nicht vergessen …








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