Nach dem Berliner Weihnachtsmarktattentat: Zwei peinliche Hellseher im Leichenfleddermodus

20 12 2016

Das ging ja schnell! Noch bevor sich erste Astrologen ihrer übliche Selbstbeweihräucherung mittels astrologischer Leichenfledderei hingegeben haben, haben sich bei einem Blogger namens David Berger zwei Hellseher gemeldet und behauptet, sie hätten das Drama vorhergesehen. Als ehemaliger katholischer Theologe sollte Berger eigentlich gegen esoterischen Quatsch immun sein, aber er hat ja Verwandtschaft:

Im Unterscheid zu vielen anderen Menschen, die immer Geld für den Besuch beim Hellseher, für Astro-TV oder Bücher ausgeben müssen, in denen die neuesten Botschaften von Marienerscheinungen publiziert werden, habe ich den Vorteil, gleich zwei Männer in meinem Verwandtenkreis zu haben, die als bekannte Hellseher tätig sind

Toll, zwei Hellseher in der Verwandtschaft und sogar zwei wahre Größen ihrer Zunft. Da wäre zum einen Florian Rateuke, der sich als in der als Lifestylemagazin bezeichneten Zeitschrift „männer“ als „Jüngster Hellseher Deutschlands“ feiern lassen durfte (David Berger war dort übrigens mal Chefredakteur …) sowie Daniel Kreibich, den man ungestraft als Scharlatan bezeichnen darf und der schon bei Switch Reloaded gerne und oft paordiert wurde.

Und was haben die beiden vorausgesagt? Also bei Rateuke liest sich das so:

„Bereits Winter 2015 äußerte ich mich u.a. zur Flüchtlingspolitik und zu der politischen Situation 2016 in Deutschland: „Es wird eine neue Form von Krieg geben. Die Situation in Deutschland wird sich sehr zuspitzen.“

Und Kreibich? Der sagte am 13.12.2016, also vor gerade einmal einer Woche:

Deutschland ist nicht sicher: Auch in Deutschland kann ich viele Versuche von Anschlägen sehen.“

Äh ja. genau! Und was hat dieses hirnlose Geblubber jetzt mit Berlin zu tun? Immerhin lässt Berger ein winziges Tröpfchen Skepsis spüren, und erwähnt, dass solcherlei „Prognosen“ auch von Journalisten oder Politikern stammen könnten um gleich danach folgenden Satz in die Tastatur zu erbrechen:

Die anderen werden den Hut ziehen und sagen: „Hätten wir damals nur auf Rateuke und Kreibich gehört und dann viel konsequenter Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“

Nein, Herr Berger, wer vor solchem Blabla den Hut zieht, hat sie schlicht nicht mehr alle. Hätte man auf Rateukes und Kreibichs diffuse Angstmache gehört, was hätte man tun sollen? Alles absagen? Hätten die beiden irgendetwas mit Berlin, Dezember, Weihnachtsmarkt und LKW prophezeit, dann wäre das etwas anderes gewesen, aber so? Und warum hat Kreibich nur Versuche von Anschlägen „gesehen“ und nicht den Anschlag selbst? Das ist übelste Leichenfledderei der beiden, die hier auf Toten und Schwerverletzten ihr widerliches Selbstbeweihräucherungssüppchen kochen – und sie geben den beiden auch noch ein Forum …

Danke übrigens für die Vorhersagen ihrer beiden Verwandten, die kommen gleich in meine Liste.

Rateuke sieht für 2017:

„Die Zinsen in Deutschland bleiben am Boden. Strafzinsen der Zentralbank werden steigen.“

 „Die Kaufkraft der Deutschen bleibt stabil, und wird trotz der beängstigenden Situation in Deutschland nicht abnehmen. Die Menschen sind von Angst geprägt. Dies wird unsere Wirtschaft nicht großartig negativ beeinflussen.“

„Trotz der Geschehnisse 2016 in Deutschland, wird eine radikale bzw. rechtsradikale Regierung in Deutschland nicht an die Macht kommen.“

„Es wird keine große Veränderung geben. CDU und SPD werden die stärksten Parteien bleiben. Prozentuale Verluste wird es geben. In Bezug auf Angela Merkel – Sie ist sehr entschieden, und der festen Überzeugung, dass Sie auch 2017 wieder gewählt wird. Zu der Entscheidung sich erneut zur Wahl aufstellen zu lassen, hat sie sich nicht drängen lassen. Es war ihr freier Wunsch. Ich sehe bei ihr das dringende Bedürfnis, gewisse Dinge und Entscheidung aus 2016 gegenüber dem Deutschen Volk wieder gutzumachen.“

Kreibich kontert mit:

Der Terror kommt zurück in Frankreich: „Der Terror kommt zurück nach Frankreich. Ich kann dort mehrere Anschläge und Versuche sehen.“

Vergewaltigung durch Flüchtlinge nehmen zu: „Ich sehe keinen Abriss von Vergewaltigungen durch illegale Einwanderer. Ich sehe massive Probleme in NRW, Berlin und Hessen.

2017 das Jahr des Einbruches: „Ich sehe viele Einbrüche kommen, 2017 wird ein Jahreshoch in der Statistik werden.“

Euro: „Ich sehe den Euro wie ich es immer sehe noch längere Zeit bei uns, jedoch wird die Kaufkraft weiterhin extrem an Wert verlieren, Immobilienpreise explodieren weiterhin.“

Aha, während bei Rateuke so ziemlich alles beim Alten bleibt gibt Kreibich wieder den Angstmacher und sagt Terror, mehr Einbrüche, mehr Vergewaltigungen (… natürlich nur durch Flüchtlinge – man riecht die widerliche braune Soße) und extreme Inflation voraus.

 (Rateuke und Kreibich sind die Nummer 5 und 6 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2017)

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Karten auf den Tisch, Herr Flückinger: Wann gibt’s den nächsten Terroranschlag?

10 05 2016

Die Selbstüberschätzung einiger Astrologen ist schon wirklich widerlich. Ein ganz besonderes Beispiel dazu liefert der Schweizer Edgar Valentin Flückinger. In einem YouTube-Video behauptet er schon in der Überschrift:

Terror-Anschläge auf den Tag genau vorhersehbar

In dem dazugehörigen Beschreibungstext wird er deutlich:

Wie Terroranschläge auf den Tag genau feststellbar sind zeigt der Astrologe hier auf. Für Laien und Involvierte leicht nachvollziehbar. Die Daten der gefährlichen Tage basieren auf einer einzigen Planeten-Verbindung zur Sonne, die jeder Laie spielerisch lokalisieren kann. Das Programm zeigt den Atten-Tag und Katastrophe im Voraus genau an. Kein Terrorist vermag diese kosmischen Energien durch Plan und „Wahl“ zu umgehen.

Die Terroristen werden also quasi „gezwungen“ ihre Attentate an bestimmten, von Astrologen vorher berechenbaren, Tagen zu begehen? Wirklich? Und schon wirft er den Geheimdiensten Unwissenheit und Tatenlosigkeit vor:

Die Geheimdienste trifft somit den Vorwurf, dass sie aufgrund von haltlosen Vorurteilen und Besserwisserei fahrlässig Menschenleben aufs Spiel setzen. Sie lassen Opfer zu, die zumindest in manchen Fällen zu verhindern wären. Das Gefahrenpotential exakt bestimmbarer Tage zu bestimmen, ist keine Nebensächlichkeit. Sie nutzen jedoch diese markante Tatsache nicht.

Na los, Herr Flückinger! Dann zeigen Sie doch einfach, dass Sie das können! Sie behaupten, ihr über 40-minütiges Geschwurbel wäre unwiderlegbar? Ach, das Video ist mir wirklich egal, denn es geht um ihre Behauptung, diese Tage wären vorhersehbar. Na los! Wann finden die nächsten Attentate durch den IS statt? Nennen Sie zumindest die gefährlichen Tage, und diejenigen, an denen – gemäß ihrer Sterndeutung – nichts passieren „darf“. Das können Sie doch, oder? Zumindest behaupten Sie das:

Der Astrologie zeigt hier an nur einer einzigen Konstellation deutlich und unwiderlegbar auf, was als Vorsorge zusätzlich machbar wäre. JEDER „ATTENTAG“ ist genau lokalisierbar. Gleichzeitig auch jene Tage, die ohne zu erwartende Terror- Katastrophen verlaufen. Allein mit dieser Kenntnis von Monat und Tag, könnte ganz einfach viel Aufwand, und der Bevölkerung unnötige Angst erspart bleiben.

Auf geht’s! Schicken Sie mir ihre Daten, gerne auch per Privatmail (und auf Wunsch ohne Veröffentlichung), dann werden wir ja sehen, ob ihre wahnwitzigen Behauptung wirklich wahr ist oder doch nur ein Hirngespinst. Sie müssen natürlich ein entsprechendes Datum und den Ort mindestens eine Woche im Voraus nennen. Sie haben ja in ihrem Video von Ende April schon drei Termine für Brüssel genannt (den 2. Mai, den 7. Mai und den 16. Juni), von denen sie aber jeweils auch sagen, dass nichts passieren muss. Trauen Sie sich?

 





Das Zugunglück von Bad Aibling und die astrologischen Leichenfledderer – eine Ergänzung

7 04 2016

Egal was auf der Welt passiert, die Astrologen können das Geschehene immer im Nachinein (und nur im Nachhinein) mit schwachsinnigen, bisweilen schwülstig formulierten, Sternengelaber erklären. Das ist nichts Neues, aber nachdem im GWUP-Blog ein ganz spezielles Kleinod der astrologischen Leichenfledderei gepostet wurde habe ich jetzt doch mal meine Sammlung zu diesem Thema herausgeholt und möchte sie kurz präsentieren. Wie bekannt waren am 9. Februar zwei Regionalzüge in der Nähe von Bad Aibling frontal zusammen gestoßen, weil der zuständige Fahrdienstleiter fatalerweise beiden Zügen die Fahrt in den eingleisigen Abschnitt erlaubt hatte.

Der im GWUP-Blog angesprochene Dr. Firgau hatte dann aus den Geburtsdaten der 11 Todesopfer ein „durchschnittliches Geburtsdatum“ (im Astrologensprech heißt das „Kombin“) ausgerechnet und aus diesem sowie aus ähnlichen Datumswerten ein „Gruppenschicksal“ herausgedeutelt – und sich so (nicht zum ersten Mal, man beachte die Kommentare im GWUP-Blog) lächerlich gemacht. Aber er war natürlich nicht der einzige astrologische Leichenfledderer …

Im Astrogeography-Blog von Georg Stockhorst geht es um Ort und Zeit des UNfalls, und schwupps sind irgendwie Venus und Merkur die Schuldigen:

Das Ereignis Horoskop zeigt eine Merkur – Venus Konjunktion in Haus 12 bei 20° und 24° des Erdzeichens Steinbock exakt auf der astrogeographischen Position des Ereignisortes bei 21° Steinbock. Da beide Planeten, die Venus als Herrscher des Zeichens Stier und Merkur als Herrscher des Zeichens Zwillinge den IC als im Horoskop genau den Punkt besetzen der die Erde unter dem Ereignisort betrifft ist ihre Konjunktion auch in dieser Hinsicht als Hauptindikation für das Geschehen an dem Ereignisort zu bewerten.

Ich bin ja ganz sicher, dass es die ziemlich genau gleiche Konstellation am gleichen Tag auch noch an anderen Orten gab – komischerweise ohne irgendeinen Unfall. Bei der astrologischen Onlinepostille Loop! wird auch astrologisch gedeutelt, aber hier wird ein ganz anderer Grund für das Unglück gefunden, denn hier geht es irgendwie um Saturn und eine Schütze-Sonne bei der Erstfahrt des Zuges:

Am auffälligsten ist dabei wohl die fast exakte Konjunktion des aktuellen Saturns mit der Schütze-Sonne der Erstfahrt (blau umrandet). Diese Schütze-Sonne steht dazu ja noch in Konjunktion mit Mars, was nun einerseits wunderbar die Möglichkeiten der Eisenbahn bebildert (den weiten Raum schnell zu erobern), andererseits unter ungünstigen Voraussetzungen eben auch die Gefahr von Unfällen hervorhebt.

Bei den Allgeiers ist es wieder ganz anders, denn jetzt ist es der Steinbock im Wassermann … … und der Mond, und Neptun und (wieder) der Merkur:

Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes um 6:40 Uhr wechselte der Aszendent gerade vom Steinbock in den Wassermann. Er befand sich also im sogenannten Vakuum-Bereich, der die Unklarheiten, das nicht Erkennen der Situation andeutet. Ferner lief der Mond auf Neptun zu, den Planeten der Täuschung. Drei Planeten, unter anderem der rückläufige Merkur, der den Zug, die Eisenbahn symbolisiert, standen im 12. Haus, klassisch der Bereich des Unglücks.

… und auch Mars ist irgendwie dabei (den hatten wir noch nicht):

Die Sonne, die wohl den Fahrdienstleiter bzw. den Verantwortlichen symbolisiert, gegen den inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr läuft, stand ganz offensichtlich unter großer innerer Anspannung und Druck, die ihn zu dieser Fehlreaktion verleitete. Gewaltplanet Mars stand in Haus 9, dem Haus der Reise.

Aha …

Ganz abstrus wird es dann im Bluesastrologiecafe:

Das Quadrat der Sonne mit Mars und das Quincunx zwischen Mars im Skorpion (!) zu Uranus im Widder lässt keinen anderen Schluss zu:

Bad Aibling-Zugunglück: Experte vermutet bewussten Eingriff

Äh was? Bewusster Eingriff? Kein Unfall, kein Fehler des Fahrdienstleiters sondern ein bewußter Eingriff? Vielleicht war der „Experte“ ja Alexander Gottwald, denn dessen von so ziemlich jeder abstrusen (und tiefbraun düftelnden) Verschwörungstheorie geschwängerte Faseleien zum Thema beschäftigt sich mit den folgenden Fragen:

– War Bad Aibling ein Unfall?

– Diente es der Vertuschung der dubiosen Absage der Rosenmontagsumzüge?

– Diente es als rituelles Menschenopfer mit schwarzmagischem Hintergrund?

– Gar in einer Reihe mit vorherigen Zugunglücken?

– Diente es als Warnung an die bayrische Landesregierung wegen Putin?

Was für ein Schwachsinn! Und übrigens, Herr Gottwald, der Mainzer Rosenmontagszug wurde völlig zurecht abgesagt! Ich war an diesem Tag in Mainz (ich wohne da) und es fing pünktlich zum geplanten Zugstart (… na ja, ein paar Minuten früher) so richtig heftig zu stürmen an. Wenn Sie den Mainzer Rosenmontagszug kennen würden (Motivwagen mit leichten, aber hohen, Aufbauten; die berühmten „Schwellköpp„) hätten sie – wie ich – bis kurz vor dem geplanten Start an der Sinnhaftigkeit er Absage gezweifelt, im Nachhinein war es genau die richtige Entscheidung. Da war nichts, aber auch gar nichts, dubios! Aber wahrscheinlich haben Sie, Herr Gottwald, für den Sturm auch ganz bestimmt eine spezielle Erklärung, die mit Sicherheit irgendwelche weitere Verschwörungstheorien ins Feld führt.

Wie immer machen sich die astrologischen Leichenfledderer mit ihrem Gemurmel nicht nur lächerlich, sie müssen auch damit leben, dass manche dieses von den Sternschwurblern zelebrierte Suhlen in menschlichen Tragödien (zur eigenen Erhöhung) von nicht wenigen Menschen als ziemlich widerlich angesehen wird.





War zu erwarten: Astrologische Leichenfledderei zum Germanwings-Unglück

21 05 2015

Als Ende März der Absturz eines Germanwings-Fluges tagelang die Medien beschäftigte war klar, dass einige Astrologen eine solche Vorlage zur Leichenfledderei dankbar annehmen würden. Hier eine kleine Auswahl dieser Pietätlosigkeiten …

Fangen wir bei Olaf Staudt an, der natürlich wieder irgendetwas vorhergesehen haben will. In seinem März/April Newsletter steht tatsächlich folgendes:

Spannungsreiche Konstellationen sind dann erneut an den Tagen um den 25. März fällig: Mars spiegelt sich mit Saturn, Sonne steht in Saturn/Pluto. Denkbare Entsprechungen sind einmal mehr extreme Wetterbedingungen, Unglücksfälle oder andere krisenhafte Ereignisse.

Die Prognose, dass irgendetwas „um den 25. März“ passieren könnte ist schon lächerlich genug, denn bei einer solch allgemeinen Blablaprognose wäre auch das Umfallen eines der sprichwörtlichen chinesischen Reissäcke ja eine „denkbare Entsprechung“. Diese aber auch noch als auf das tragische Flugzeugunglück passend zu erklären ist schon eine ziemliche Frechheit. Und natürlich findet Herr Staudt sowohl im Horoskop des Absturzzeitpunkts, des Flugzeuges (!!!), der Bundesrepublik Deutschland (!!!) und natürlich in dem des Piloten massenhaft irgendwelche Pseudoerklärungen, die in folgender Passage gipfeln:

Die halbe progressive Sonne (SO/WI progressiv) deckte sich mit Saturn progressiv und Uranus Radix (Teiler 6) – Entsprechung für ein plötzliches, gravierendes Ereignis.
SO/WI progressiv in den Achsen SA/NE und UR/NE der Progression (Teiler 3) steht für psychisch belastende Zustände, Krankheit, Ohnmacht. Bereits diese Kombinationen allein hätten ausgereicht, um das Ereignis treffend zu beschreiben.

 Nö!

Der Newsletter des Allgeier-Verlags zeigte sich von dem Ereignis überrascht:

Als die Maschine am 24. März um 10:01 in Barcelona abhob, fanden sich keine klassischen Absturzkonstellationen am Himmel. Als wir damals von dem Unglück hörten und noch nicht wussten, dass es die Tat eines Massenmörders war, waren wir zugegebenermaßen irritiert.

Aber nachher findet man natürlich doch noch etwas Passendes:

Das Abflugshoroskop deutet allerdings mit dem Fische-Neptun am Zenit im Quadrat zu Saturn und Aszendent an, dass in diesem Fall die Führung (10. Haus), also ein Pilot, psychisch angeschlagen war. Und Pluto im Todeshaus Haus 8 im Quadrat zu Uranus in Haus 11 kann für den Tod bzw. das Massenschicksal einer Gruppe stehen.

Aha! Und welches Horoskop hatte nun diese Gruppe? Wie bei Herrn Staudt werden nun hemmungslos astrologische Mutmaßungen über den Piloten vom Stapel gelassen, und nicht nur über ihn:

Nicht jeder Mensch, der wie Andreas Lubitz am 18.12.1987 geboren wurde, ist ein Mörder. Aber, wir können durchaus behaupten, dass Menschen an diesem Tag geboren wurden, durchaus schwierige Konstellationen im Horoskop haben.

Natürlich kann der Newsletter das behaupten, aber eine übelste Leichenfledderei bleibt diese bodenlose Frechheit trotzdem!

Demgegenüber ist der erste Artikel zum Thema in der Astrologie-Online-Postille Loop! ja wirklich vorsichtig. OK, auch hier wird das Horoskop des Erstflugs des Unglücksflugzeugs gedeutet, und die ursprünglich geplante und tatsächliche Abflugszeit in Barcelona – und natürlich werden wieder die üblichen Pseudoerklärungen gefunden. Am Ende gibt es folgenden Satz:

Das mag auf den ersten Blick für ungeübte Augen alles etwas unklar und zufällig wirken, deswegen nochmals der Hinweis auf andere Artikel zu anderen Fällen. Aber auch der Absturz von Air Asia-Flug 8501 im Dezember zeigt ein ähnliches Bild, wenn auch mit anderen Komponenten.

Äh ja, klar – irgendwelche „Komponenten“ lassen sich in jedem Horoskopbild finden. Hier ein Beispiel aus meinem Fundus, selbst gebastelt (mit einem Astrologieprogramm) und mit nicht einmal allen eingeschalteten Optionen (jede Linie harrt einer Deutung …):

horrorskop

Und natürlich legt Loop! später noch mit einer Deutung des Pilotenhoroskops nach – auch hier wieder wilde Mutmaßungen über die Psyche des Piloten, nicht einmal auf BILD-Niveau und nur gespeist von der eigenen Selbstüberschätzung …

Bei top-Astro wurden keine besondere Konstellationen zum Start- und Absturztermin gefunden, jedoch auch hier wieder zum Erstflug des Fliegers. Das gipfelt darin, dass hier wieder einmal behauptet wird, man könne solche Unfälle irgendwie doch voraussehen:

Die Untersuchung der Transite zu einem bestimmten Ereignishoroskop, hier diejenigen zum Erstflug der Maschine, haben sich noch immer als besonders hilfreich und aussagekräftig erwiesen, so auch in diesem Fall. Bei einer solchen Häufung relevanter Konstellationen sollte zumindest große Vorsicht geboten sein. Hätte man als Astrologe die aktuellen Saturn- und Jupiter-Transite zum Radix als bedenklich erkannt, könnte man durch die Frage, wann denn bei den kritischen Wochen ein auslösender Tag ist, auf die Merkur-Chiron-Konjunktion gekommen sein.

Tja, Herr Liefeld, dann zeigen sie das doch einfach! Es gibt so viele Flugzeuge und so viele Abflugzeiten – da müsste es doch ein Leichtes sein ihre absurde Vermutung zu bestätigen …

Dass man in den Sternen auch irgendwie erkennen können soll,

daß an Bord eine Schülergruppe aus NRW war

, das behauptet aber nur Blue’s Astrologie Café. Ob das die Eltern der Schüler irgendwie tröstet?

Aber klar, nachher ist man sowieso klüger! Und irgendwelche astrologischen Konstellationen denen man das Geschehene in die Schuhe schieben kann finden sich definitiv immer. Wäre ich ein Hinterbliebener einer solchen Katastrophe würde ich mir diese Art von Leichenfledderei verbitten!





Neues Futter für die astrologischen Leichenfledderer: Das verschwundene Flugzeug

18 03 2014

Seit vielen Tagen ist der Flug der Malayan Airlines mit der Flugnummer MH370 verschwunden und die Vermutungen darüber, was denn tatsächlich mit dem Flugzeug und den Passagieren geschehen ist werden immer wilder. Solange es keine Antwort auf die drängenden Fragen gibt, solange bleibt natürlich Zeit für allerlei Spekulationen, aber egal ob es ein tragisches Unglück, eine Flugzeugentführung oder gar eine Art terroristischer Anschlag war, solange wir nicht mehr wissen als bisher, solange sollte man sich mit Spekulationen zurückhalten, denn immerhin geht es um das Leben von etwa 250 Menschen. Aber solche mysteriösen Geschehnisse haben auf einige Astrologen eine geradezu magische Anziehungskraft, sie müssen sich einfach ihrer astrologischen Erklärungsdiarrhoe hingeben – das erklärt zwar nichts, aber sie und einige ihrer Fans scheinen diese perverse Art von Leichenfledderei als eine Art Hobby zu betrachten …

Bereits am 9. März analysierte die US-Astrologin Beth Turnage, dass es wohl ein plötzlicher Unfall war und der Pilot den Kurs nur deswegen wechselte, weil er eine Notwasserung probieren wollte – die dann aber wohl nicht funktionierte. Dies erkannte sie auf Basis des Horoskops des damals letzten bekannten Funkkontakts des Flugzeugs.

Der indische Astrologe Yuvaraj Sowma war sich am letzten Mittwoch sicher, dass es am Donnerstag große Fortschritte bei der Suche nach dem Flugzeug geben sollte – war aber wohl nichts, vielleicht hätten die Leute ja mehr beten sollen, denn dies sollte, nach Meinung des Astroschwurblers, das Auffinden des Flugzeugs unterstützen.

Eine andere indische Astrologieseite war sich ebenfalls sicher:

And, before the week is over (week from the date of the take off), the teams searching will have some firm answers – and location of the debris/ traces.

Nein, falsch! Und ob die Vermutung stimmt, es habe sich um ein eher technisches Problem gehandelt, ist ja noch lange nicht klar.

Bei Astrophoenix musste der „Astro-Fox“ seine Deutungen erbrechen, und wollte (am 14. März) folgendes aus den Sternen gelesen haben:

Es ist im Meer versunken.
Personen (oder nur eine) an Board sind für den Absturz verantwortlich.
Die Personen (oder die eine) haben den Selbstmord in Kauf genommen.
(Wenn es einer der Piloten war, so litt er an Depressionen oder Wahnvorstellungen)
Der Pilot hat selbst (oder unter Zwang) das Flugzeug zum Absturz gebracht und ins Meer gestürzt.

OK, die erste Aussage ist nicht unwahrscheinlich, aber der Rest sind genau die Dinge, über die die Nachrichtenagenturen auch spekulieren. Welches Horoskop der Mann zurate gezogen hat ist unklar, aber er muss sich dann noch mit 2 Kreisen auf einer Karte lächerlich machen – da soll man nämlich das Flugzeug finden … … oder

#nicht eingezeichnet: 5°N87°W, das ist südlich von Kalkutta und östlich der Nordspitze von Indonesien. Ursache ist dabei nicht das Ausgehen des Kraftstoffs sondern Geschehnisse an Bord. (Durchdrehen des Piloten oder eine Mißglückte “Einmischung/Übernahme”.)

Ach Herr-Astro-Fox, macht es eigentlich Spaß auf dem Rücken von knapp 250 Menschen solchen Unsinn zu blubbern?

Den Vogel schießt aber wieder einmal meine Lieblings-Online-Astrologiepostille ab, denn dort gibt es gleich zwei lange Texte zum verschwundenen Flugzeug. Im ersten Astrogelaber (Autorin sri) werden immer zwei verschiedene Daten (also Datum, Uhrzeit und Ort) zu einem einzigen Horoskop zusammengefasst (das nennt man Synastrie, man zeichnet also zwei Horoskope quasi „ineinander“ – und hat dann natürlich viel mehr Deutungsmasse), und schon diese Auswahl ist irgendwie schräg. Aus den gemeinsamen Horoskopen von

  • Erstflug dieses Flugzeugtyps und letztem Funkkontakt des vermissten Flugs
  • Erstflug dieses Flugzeugtyps und einem früheren Rollfeldunfall des vermissten Flugzeugs
  • Letztem Funkkontakt des vermissten Flugs und dem Einschlag des ersten Flugzeugs in die Zwillingstürme des World Trade Center am 11. September 2001

wird folgendes geschlossen:

Damit wäre ein terroristischer Einfluß möglich.

Na klar, wer mit Terrorismusdaten sucht, der glaubt auch solches zu finden. Ich frage mich was passiert wäre, wenn die Leute von der Astrologiepostille das Geburtsdatum des Papstes, oder das von Peter Maffay, oder das vom letzten Fußball-WM-Finale für die Synastrie benutzt hätten – unsinniger wäre das auch nicht gewesen, aber vielleicht hätte es gezeigt, dass an Bord des Flugzeuges mindestens ein Katholik gesessen hatte, dass irgendjemand suboptimale Musik auf dem Kopfhörer hatte oder dass sich im Koffer eines Fluggastes ein Fußball befand. Aber die Loop-Leute wären nicht die Loop-Leute wenn sie sich nicht noch ein scheunentor-breites Hintertürchen dazufantasiert hätten:

Betrachtet man allerdings die Achs-Überlagerung 12/6 plus Sonne dieses ersten WTC-Hits mit dem MC/IC des Signals oben, deutet sich auch an, dass der terroristische Verdacht unter Umständen reine Täuschung ist.

Fazit des ersten Textes: Nichts Genaues weiß man nicht, also warum dann das Ganze?

Der zweite Text stammt vom 15. März, kann jetzt also die neuen „Erkenntnisse“ mit verbraten (Autor: „meta“). Und man bietet sogar eine Art „Hilfe“ an:

[…] aber vielleicht mag sich ja der eine oder andere Hinweis zeigen, der zumindest für die Rettungskräfte hilfreich auf ihrer Suche nach möglichen Ursachen und Hintergründen ist.

Na klar! Irgendwo in Deutschland sitzt also ein Mensch, der mehr zu wissen gaubt als die in Vollzeit suchenden Rettungskräfts vor Ort – was für eine lächerliche und peinliche Selbstüberhöhung! Dieses Mal werden übrigens ganz andere Horoskope zur Deutung in Betracht gezogen, es sind dies:
  • das Horoskops zum Start des Flugzeuges
  • der Start des Fluges KA007 von Korean Airlines vom 31.08.1983 in New York (das Flugzeug wurde westlich der Insel Sachalin von russischen Kampfflugzeugen abgeschossen)
  • das Horoskop des ersten Offiziers des vermissten Fluges (in Synastrie mit einem aktuellen Horoskop)

Und wo ist die eingehende Betrachtung der Horoskope der Flugbegleiterinnen, der Leute im Kontrollturm, der Mechaniker auf dem Flughafen von Kuala Lumpur oder der Tante der Ehefrau des Bruders des Fluggastes auf Platz 22C? Egal, soviel Arbeit haben sich die Autoren wohl nicht gemacht – und da der erste Offizier wohl auch von den Behörden überprüft wurde kann man ihn jetzt zum astrologischen Sündenbock stempeln:

[…] dann finden sich bei ihm die klassischen Auslöser für Unberechenbarkeit und heimliche Absichten. Eingebunden in die energetischen Hauptakteure des Großen Quadrats. Seine Sonne auf 11° Widder wird gerade in diesen Tagen von Uranus überlaufen, dass Quadrat von Jupiter ist ebenfalls fast exakt. Im Vorfeld hat Pluto schon seit einigen Monaten für Probleme gesorgt und auch die genaue Konjunktion von Neptun mit seiner Radix-Venus in den letzten Wochen und Monaten macht ihn eher zu einem Kandidaten für genauere Überprüfungen. Als Anlage hat er eine Sonne-Jupiter Konjunktion im Quadrat zu Neptun im Steinbock, auch hier kann zumindest der Verdacht entstehen, dass er eine Art Doppelleben geführt hat, dass vor allem in den letzten beiden Jahren, durch die Auslösungen von Uranus und Pluto eine neue Dimension bekommen hat.

Ja klar, einem wildfremden Menschen wird per Ferndiagnose ein Doppelleben diagnostiziert astrologisiert – was für eine maßlose Überheblichkeit … … aber man lässt sich ja auch hier eine Hintertür:

Wohlgemerkt – einen Verdacht, denn natürlich könnte man diese Auslösungen auch so deuten, daß er selbst von den Ereignissen als Person „überrollt“ wurde. Nur wenn die momentane Frage aller Ermittler ist, wer von beiden alle Funk-Verbindungen abgebrochen hat und einen völlig anderen Kurs einschlug, stände aus meiner Sicht eher der Co-Pilot im Fokus einer Überprüfung.

Hauptsache ausführlich geblubbert, Herr „meta“ – und auch hier ist sich der Autor nicht zu schade um sich mit einer Karte möglicher Fundorte des vermissten Flugzeugs zu blamieren. Klar, dass hier völlig andere Orte angekreuzt sind als beim oben erwähnten Astro-Fox – ich vermute mal dass beide ähnlich falsch liegen …

Am Ende wird die Terrorismus-Vermutung aus dem ersten Text ad acta gelegt, und eine andere Vermutung geäußert:

Dass man die Maschine auch noch jetzt unversehrt findet, würde ich mir im Sinne aller Angehörigen und Passagiere sehr wünschen. Aber die Geschichte, die sich bisher zeigt, spricht eben eher nicht von Zu- oder Unfällen, sondern von einem verwirrten Menschen, der in einem bestimmten Moment seines Lebens falsche Entscheidungen getroffen hat. Um es freundlich zu formulieren.

… und es wird eine Prognose gegeben, wann man das Flugzeug denn finden wird:

Betrachtet man das gesamte Ereignis als einen Ausdruck der globalen Anspannung unter dem Quadrat von Jupiter, Pluto und Uranus, dann sollte sich aber zumindest in den nächsten 2-3 Tagen klären lassen, wo die Maschine jetzt ist, spätestens wenn der Mond das Quadrat komplettiert.

Nun ja, wir werden sehen was passiert. Die zunehmende Menge an Informationen und die Erweiterung der Suche (jetzt sogar mit Hilfe der ISS) sollte ja irgendwann dazu führen, dass das Flugzeug gefunden wird. Die Selbstüberschätzung der Astrologen, die tatsächlich glauben ihr absurdes Geschwurbel mit weitgehend willkürlich hervorgekramten Horoskopen hätte irgend einen Sinn, ist angesichts der höchstwahrscheinlichen Opfer aber in jedem Fall eine bodenlose Frechheit.





Schumi’s Unfall und die Sterne: Der besserwisserische Leichenfledderer

7 01 2014

Es hätte mich wirklich gewundert, wenn die Leute von Loop! die einzigen gewesen wären, für die der Skiunfall des Rekordweltmeisters im Im-Kreis-herum-fahren der Starschuß für die beliebte astrologische Leichenfledderei – das vermeintliche „Erklären“ des Unfalls und des Unfallzeitpunkts mit astrologischen Floskeln – gewesen wäre. Und ich habe absichtlich nicht in die üblichen Astrologieforen geschaut, weil mir solcherlei Frechheiten doch irgendwie widerlich erscheinen. Wenn aber ein Astrologe seine Ergüsse bei astrologie.de postet, dann kann ich dem gar nicht entgehen. In inzwischen – Stand heute, 22:00 Uhr –  sieben Aktualisierungen findet der Autor Peter-Johannes Hensel noch für die absurdesten Details irgendwelches astrologisches Gelaber, mit dem er auf den verschiedenen Pressemeldungen seine astrologische Leichenfledderersuppe köcheln kann. Beispiel gefällig? Bitteschön:

7. Aktualisierung, 05.01.14, 11:21h: Ein Skifahrer soll sich bei der Polizei gemeldet haben, weil er den Sturz von Michael Schumacher ungewollt gefilmt haben will. Sollte sich auch dies bewahrheiten, so wäre wiederum auch dieser Mann sowohl für den Fokus bzw. die Primärwirkung Sonne-Pluto (s. bitte Erstveröffentlichung unten bzw. 6. Aktualisierung) als auch für die dazu gehörige externe Ursachenebene (hier Waagevenus-Pluto) eine analoge Projektionsfläche, ebenso wie es der als Priester verkleidete Journalist und der „Ferrari-Pater“ aus Maranello (s. bitte 4. Aktualisierung) für die Rahmenbedingung Sonne-Saturn-Jupiter sind.

Egal was passiert, irgendwelche Sterne oder speziellen Konstellationen findet Herr Hensel immer, und das schon von Anfang an. Immer wenn eine neue Nachricht über Schumi kommt weiß Hensel das nachher irgendwie zu beschwafeln. Das klingt dann zum Beispiel so:

1. Aktualisierung 31.12.13, 10:35h: […] Erklärung: Mond/Krebs entspricht astromedizinisch u.a. der Gehirnsubstanz (und allen damit verbundenen Erkrankungen und Verletzungen), Zwillinge/Merkur/3 andererseits der Funktion des Gehirns. Beides ist hier extrem traumatisiert. Die Ableitung in den 1. Quadranten ermöglicht es dem Geschehen, über den Mond in 3 auf der physischen Ebene überhaupt als Symptom phänomenologisch in Erscheinung zu treten. Das heißt, dass das substanzielle Hirntrauma das körperliche Abbild der Schuld (s.u.) ist (siehe bei weitergehendem Interesse die APL bzgl. der detaillierten astromedizinischen Zuordnungen). Der zerbrochene Helm spiegelt sich schlüssig in der Fokuskonstellation Sonne-Pluto in dem Sinne, als die gelebte (Sonne) Vorstellung (Pluto) der Wirklichkeit (Sonne im Quadrat in den 4. Quadranten zu Saturn-Neptun) letztlich nie standhalten kann (über schicksalhafte Korrektive gebrochen wird). Der sich daraus immer ergebenden Aufgabe, die eigenen Vorstellungen der Wirklichkeit anzupassen, ist Michael Schumacher aus unten beschriebenen Gründen nicht „freiwillig“ nachgekommen.

Mond/Krebs entspricht der Gehirnsubstanz? Na dann können Sie das sicher belgen, Herr Hensel! Ansonsten ist ihr Gelaber einfach unerträglich! Für all ihre astrologischen Scwurbeleien können Sie doch sicher irgendwelche statistisch abgesicherten Daten vorlegen, oder? Und wenn wir Ihnen die Daten mehrere Datensätze von ähnlichen Unfällen anderer Personen geben, müssten sie diese ja zweifelsfrei zuordnen können, oder? Würden sie sich einem solchen Test (auch wenn er nicht einfach zusammenzustellen wäre) unterziehen? Oder ist es ihnen lieber hanebüchene Vermutungen über ihnen persönlich völlig fremde Menschen in der Öffentlichkeit zu verbreiten, wie das Folgende:

Erfahrung der Todesnähe im Sinne eines „Gebeugtwerdens“ aufgrund eines übertriebenen Bedeutungsdrangs und irrational-unbewusster Schuldempfindung über den Weg amokartiger Gewalteinwirkung, die sich als Resultat vernunftsverlorener Revierflucht ergibt. Was sich hier IM GRUNDE zeigt, was sich als der hinter allem stehende unbewusste Ereigniswunsch darstellt ist ein Mensch, der einen Weg suchte, im Sinne einer Selbstbestrafung seine vermeintliche Schuld in Form einer Todesstrafe zu sühnen. Ob diese „vollzogen“ wird, oder ob Michael Schumacher in irgendeiner untransformierten Weise am Leben bleibt, ist natürlich menschlich von großer Bedeutung, letztlich aber im Sinne der Buße bedeutungslos. (fette Hervorhebungen von mir)

Sorry, Herr Hensel, auch wenn mir Herr Schumacher bisher reichlich egal war (Autorennen finde ich so ziemlich das langweiligste was das Fernsehen zu bieten hatte und hat) finde ich ihre selbstbeweihräuchernden Vermutungen einfach nur widerlich!

 





Wenn die Leichenfledderer aus dem Schatten springen: Schumi und die Sterne

31 12 2013

Tja, es ist mal wieder so weit: die Leichenfledderer schärfen ihre Messer, auch wenn es noch gar keine Leiche gibt. Der Unfall des Formel-1-Rekordweltmeisters muss natürlich astrologisch seziert werden, und zwar bei den Leuten der astrologischen Onlinepostille Loop!. Dabei wagen sie natürlich keinerlei Prognose, und begründen das mit folgenden Sätzen:

Jede öffentliche, astrologische und medizinische Prognose erübrigt sich ethisch, solange die Lebens-Gefahr nicht gebannt ist. Damit wollen wir uns deshalb auch nicht beschäftigen, sondern Schumi von Herzen wünschen, dass er sein schwierigstes Rennen packt.

Ja, klar – aber man kann natürlich trefflich darüber spekulieren, ob man ein solches Unglück nicht vielleicht doch in den Sternen hätten lesen können, oder darüber, welche Planeten denn jetzt diese Tragödie ausgelöst haben könnten bzw. darüber dass der Mann ja derzeit sowieso … … was für ein hanebüchener Unsinn. He, ihr Leute von Loop! Das war ein tragischer Skiunfall! Der Ex-Formel-1-Pilot ist nicht über einen eurer Planeten gestolpert sondern hat abseits der registrierten Pisten einen Unfall gehabt. Die Planeten haben damit nichts zu tun, und eure lächerlichen astrologischen Deutungsversuche sind nichts anderes als der schäbige Versuch auf dem realen Leiden eines Menschen eure peinliche Astrosuppe zu kochen.

Genau wie einer eurer Kollege nach der Fukushima-Katastrophe behauptete, man hätte dies ja astrologische vorhersehen können, ist dieser Text nichts anderes als reine Leichenfledderei (auch wenn der Mann ja noch lebt). Aber so sind die Astrologen eben manchmal: Persönliche Tragödien werden schamlos ausgenutzt, und da ist es egal, ob es sich um einen oder zigtausende Menschen handelt, ich empfinde solches Handeln in der Öffentlichkeit als absolute Frechheit!!!

 

 

 








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