Orakelzooende und ein Treffer des Sportastrologen

8 07 2016

Aus und vorbei, der Orakelzoo schließt auch bei dieser EM ohne dass ein würdiger Nachfolger des legendären Orakelkraken Paul gefunden werden konnte. Vielleicht gibt es in zwei Jahren bei der nächsten WM ja wieder irgendwelche Anwärter, oder die Öffentlichkeit verliert die Lust an diesen Spielchen. Der große Hype um Orakeltiere scheint jedenfalls vorbei zu sein.

Einen Prognosetreffer feiert aktuell in seinem Blog der Sportastrologe, denn er hatte tatsächlich ein Finale Frankreich gegen Portugal (mit Sieg für Frankreich) vorausgesagt und stellt sich folgende rhetorische Frage:

Ich lasse diesen erstaunlichen Tipp einfach mal so stehen und jeder kann sich dann seinen Teil dazu denken. Glück oder Können?

Die Antwort ist einfach, und ergibt sich aus seiner gesamten EM-Prognose, die ich hier gerne nochmal im Detail vorstelle. Dies sollte das Ergebnis der Gruppenphase sein:

end01 end02Sage und schreibe drei Positionen aus der Gruppenphase (Frankreich, Rumänien und Irland) waren richtig vorausgesagt, der Rest schlicht und einfach falsch – wirklich eine sensationelle Prognoseleistung! Drei späteren Gruppensiegern (Ungarn, Italien und Wales) hatte der Sportastrologe gar das sofortige Ausscheiden als Gruppenletzter prophezeit – kann man eigentlich noch weiter daneben liegen?

Die Spiele in der vom Sportastrologen vorausgesagten KO-Runde hatten dann natürlich gar nichts mit der Realität zu tun, obwohl er erstaunlicherweise auch Island erst im Viertelfinale ausscheiden sah: end04 end05Von den acht Viertelfinalisten des Sportastrologen waren drei (Spanien, England und Österreich) zu diesem Zeitpunkt längst zu Hause. Und im Halbfinale hätte Deutschland ja gegen Portugal ausscheiden sollen …

Alles in Allem eine wahre Meisterleistung des Sportastrologen der sein vermeintliches „Können“ mit dem prognostizierten Vorrundenergebnis eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Aber klar, die Prognose für das Finale war richtig, und wenn Frankreich gewinnt, dann gratuliere ich ihm gerne für diesen einen richtigen Tipp. Den fast völlig falschen Rest sollte man aber auch nicht vergessen …





Vor dem Halbfinale: Ein Kamerun-Schaf gibt den Oktopus und die aktuelle Statistik (mit tierischen Updates)

5 07 2016

Im Viertelfinale waren sich die Orakeltiere einig, Deutschland schafft es. OK, war richtig, aber Kamerun-Schaf BobaTeng hatte mit seiner Prognose (mindestens Verlängerung) ein wenig mehr Recht als die anderen drei, liegt also bei den tierischen Orakeln nun knapp in Führung. Die tierischen Prognosen für das Halbfinale werde ich spätestens am Donnerstag hier einfügen, jetzt erst einmal zu den Statistikern.

Bei Fußballmathe liegt die deutsche Mannschaft in der Kategorie Titelwahrscheinlichkeit vorne:

Finale Titelgewinn
Deutschland   58,44%   35,58%
Portugal   62,91%   31,67%
Frankreich   41,56%   20,17%
Wales   37,09%    12,59%

Beim EM-Simulator sieht das allerdings anders aus:

2el03

Hier hat Frankreich die besten Chancen, fürs Halbfinale und auch fürs Finale – aber wenn es nach der Statistik gegangen wäre, dann hätte (laut Fußballmathe) ja Spanien gewinnen müssen …

Ein Grund für die grundverschiedenen Berechnungen ist wohl die Tatsache, dass beim EM-Simulator auch das Heimrecht eine recht große Rolle spielt. Nimmt man dies weg, dann ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten:

2el04

Das ist den Berechnungen bei Fußballmathe schon ziemlich ähnlich … … aber egal was die statistischen Berechnungen sagen, wie der Trainer eines ehemaligen Europameisters bemerkte gilt sowieso: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ – wir müssen also warten was in den nächsten Abenden auf dem grünen Rasen passiert.

Und die Orakeltiere? Die werden wohl frühestens morgen ihr Votum abgeben – mal sehen ob sie sich wieder so einig sind …

Update vom 6. Juli, 23:00 Uhr:

Während Portugal seiner – statistischen – Favoritenrolle gerecht wird waren zwei der vier bisherigen Qualitätsorakel bereits aktiv. Das Sportwettenschwein Jamie setzt dabei ebenso auf die deutsche Mannschaft wie Pinguin Flocke. Und bisher hatten tatsächlich beide alle Spiele richtig getippt, aber ob man dann gerade Flocke als neuen Paul ausrufen darf? Immerhin war eine Prognose von Kamerun-Schaf BobaTeng ein klein wenig genauer, aber dessen Orakelei fehlt ebenso noch wie die Prognose von Minischwein Trixi aus Kiel. 

Und die anderen? Nun ja, Seelöwin Astrid hat nach einer völlig verkorksten Vorrunde (alles falsch) immerhin die nächsten zwei Spiele richtig getippt – jetzt setzt sie auch wieder auf die deutsche Mannschaft. Hund Sanya frißt – wie immer – beide Näpfe leer (warum soll das einen deutschen Sieg anzeigen?), und in Osnabrück läuft Welpe Pieter in Richtung des deutschen Tores. Ob ich zum Rest morgen noch etwas schreibe weiß ich noch gar nicht, wahrscheinlich habe ich zu viel zu tun … … aber zumindest die beiden Qualitätsorakel folgen noch vor dem Halbfinale.

Update vom 7.Juli, 18:00 Uhr:

Auch die beiden letzten Qualitätsorakel haben nun ihre Tipps abgegeben, und beide scheinen am Wochenende noch einmal orakeln zu wollen, sehen also die deutsche Mannschaft im Finale. Dabei muss sich Minischwein Trixi gegen eine störende Hühnerhorde um Hahn Franz durchsetzen, während Kamerun-Schaf BobaTeng humorlos das Futter von der deutschen Fahne nimmt. Dass bei letzterem das youtube-Video sofort endet stimmt allerdings nachdenklich: hat er wirklich nicht – wie beim Halbfinale – auch das Futter auf der anderen Fahne gefuttert? Egal, das Orakelurteil ist gesprochen und wieder einmal sind sich die Qualitätsorakel einig …

Einig sind sich aber auch die beiden Marderhunde Max und Moritz: die beide allerdings eindeutig auf Gastgeber Frankreich setzen. Nervenaufreibende sechseinhalb Minuten dauert es bis beim Rosenheimer Schneckenorakel die Entscheidung gefallen ist – hier scheint die deuts che Mannschaft im Vorteil. Ob man es als schlechtes Omen sehen soll, wenn Elefantendame Zella auf Deutschland setzt? Bisher lag sie ja fast immer daneben, sah Italien im Viertelfinale siegen und wagte mit dem Europameister-Tipp Nordirland schon vor der EM eine spektakuläre Fehlprognose.

Genug vom Orakelzoo für heute, mal sehen ob für das Finale eine weitere Folge notwendig wird …

 

 

 





Was sagen die Qualitätsorakel vor dem Viertelfinale? – Update: Deutschland bleibt Orakelfavorit

29 06 2016

Das Achtelfinale ist vorbei und so langsam wird es richtig spannend bei der Fußball-EM. Schauen wir uns zunächst mal die Wahrscheinlichkeiten bei Fußballmathe an, denn da hat sich wieder etwas bewegt (angegeben sind die Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen von Halbfinale und Finale sowie für den Titelgewinn):

Halbfinale Finale Titelgewinn
Deutschland  58,57%   37,84%   22,00%
Belgien  65,81%   37,86%   20,35%
Portugal  62,27%   32,32%   16,86%
Frankreich  73,73%   32,08%   15,35%
Italien  41,43%   23,65%   12,57%
Polen  37,73%   15,70%    6,38%
Wales  34,19%   14,11%    5,00%
Island  26,27%     6,43%    1,49%

Deutschland liegt also wieder vorne, hat aber von den Favoriten den schwierigsten Gegner (niedrigste positive, also größer 50%, Siegwahrscheinlichkeit im Viertelfinale) und Frankreich dürfte es am leichtesten haben. Bei einzelnen Simulationen spielt das natürlich nicht unbedingt eine große Rolle, und nicht wenige würden bei folgendem Simulationsszenario richtig abfeiern, wenn es denn wahr werden würde (ok, ich musste ein paar Mal simulieren, bis das Ergebnis herauskam – aber ein Finale mit einem 4:4 nach Verlängerung hätte schon was … … und dann noch dieser Sieger im Elfmeterschießen …):

4elneu

Einen Fehler hat dieses Szenario natürlich, denn das Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien kann niemals das hier simulierte Ergebnis haben. Egal ob man das 1:1 vorher mitzählt oder nicht – ein 6:3 nach Elfmeterschießen ist schlicht und einfach unmöglich, da jedes Elfmeterschießen sofort beendet wird, wenn eine Entscheidung gefallen ist. Solche kleinen Fehler sind natürlich zu verzeihen, ich finde Fußballmathe weiterhin klasse. UNd übrigens: in anderen Simulationen können natürlich auch andere Mannschaften gewinnen – ein wunderschönes Spielzeug das Ganze, fast so gut wie der bei der WM 2014 im Einsatz gewesene WorldCupSimulator der Freien Universität Berlin – und die haben doch tatsächlich auch für die EM so einen Simulator ins Netz gestellt! So ein Mist, den hatte ich bisher gar nicht auf der Rechnung! Aber jetzt kann ich immerhin die Titelwahrscheinlichkeiten dieses Tools bekannt geben, und die sehen ganz anders aus:

4el02

Hier hat also Frankreich die besten Chancen, gefolgt von Deutschland, Belgien und Portugal. Immerhin kann man hier wieder die Gewichtung der einzelnen benutzten Rechengrößen ändern und auch einen Glücksfaktor (der standardmäßig auf 0 gesetzt wurde) einführen. Also noch mehr Spielmaterial für fußballaffine Statistikfreaks …

Jetzt aber zu dem schon ziemlich ausgedünnten Orakelzoo. Dass Sportwettenschwein Jamie wieder auf Deutschland setzt überrascht weniger als das neue, neoprenfreie Outfit der Betreuerin, deren Namen ich mir nicht merken kann (bzw. will). Auch Pinguin Flocke hat wieder auf die deutsche Mannschaft gesetzt, fehlen nur noch BobaTeng und Minischwein Trixi – aber deren Orakeleien werden wohl erst später veröffentlicht.

Da muss wohl noch mindestens ein Update vor dem Samstag Abend her – Orakeltiere gibt es ja bei dieser EM immer noch genug …

Update, 01.07.2016, 17:00 Uhr:

Wenige Stunden vor dem Spiel der deutschen Mannschaft liegen auch die beiden noch fehlenden Orakelsprüche der vier bisherigen Qualitätsorakel vor. Kamerun-Schaf BobaTeng frißt von beiden Becherchen – aber ein Unentschieden kann es ja nicht geben. In der Orakelverlängerung wird der Bescher mit der deutschen Fahne umgeworfen – also der dritte Tipp auf einen Sieg (nach Verlängerung und vielleicht Elfmeterschießen) der deutschen Mannschaft. Bei Minischwein Trixi ist es dieses Mal der Rüssel, der sich nach einigem hin und her laufen zwischen den beiden aufgestellten Toren über die Linie des für die hiesigen Fans „richtigen“ Tores schiebt. Also sind sich die Qualitätsorakel einig: Deutschland gewinnt – und wenn es dafür tatsächlich eine Verlängerung oder gar ein Elfmeterschießen braucht wäre das Kamerun-Schaf BobaTeng vor dem Halbfinale erster Anwärter auf die Orakeltierkrone.

Glaubt man den Orakelsprüchen weiterer Orakeltiere, dann kann für die deutsche Mannschaft kaum etwas schief gehen. Egal ob Katze Elli, die Ponies Emmi und Impi, Hund Sanya, Marderhund Moritz oder Schildkröte Gretel (die eine „Verlängerung“ benötigt) – eine satte Orakeltiermehrheit lässt die deutschen Fans auf das Halbfinale hoffen, und auch das eher nerdigen Hexbug-Orakel sieht einen deutschen Sieg (und einen Elfmeter) voraus. Die Tiere, die auf Italien setzen haben alle bereits ein oder mehrere Fehlorakeleien auf dem Kerbholz, den hierzulande eher unbeliebten Tipp haben sie trotzdem gewagt. Auf Italien setzen (mindestens) die Katze von FuPa.net, Hängebauchschwein Krümel, Elefantendame Zella (deren Europameistertipp längst ausgeschieden ist) und Gürteltier Lilly

Zum Schluß noch ein Blick auf die nach den ersten beiden Viertelfinalspielen geänderten Wahrscheinlichkeiten bei Fußballmathe und beim Euro-Simulator. Beide liefern jetzt mit Portugal einen neuen „Titelfavoriten“ – bei Fußballmathe sieht das aktuell so aus:

  Halbfinale Finale Titelgewinn
Portugal 100,00%   62,85%   32,95%
Deutschland  59,32%   37,76%   22,95%
Frankreich  73,98%   33,74%   16,28%
Wales 100,00%   37,15%   13,49%
Italien  40,68%   21,94%   12,32%
Island  26,02%    6,56%    2,01%

Auch beim Euro-Simulator sind die Portugiesen jetzt (gleichauf mit Gastgeber Frankreich) an der Spitze, knapp dahinter folgt Deutschland. Den anderen drei Mannschaften gibt diese Simulation kaum Chancen:

4el03Mal sehen was der Abend bringt. Bisher lag übrigens die von mir ausgesuchte Simulation von der Fußballmathe-Seite mit dem Finale Island gegen Wales  (s.o.) tendenziell vollkommen richtig! Sollte das heute Abend auch wieder zutreffen, so weise ich schon mal prophylaktisch darauf hin, dass ich für ein mögliches Ausscheiden von Jogi Löws Kicker keinerlei Verantwortung übernehme.





Vor dem Achtelfinale: Die Qualitätsorakel setzen alle auf Sieg

26 06 2016

Jamie, Flocke, Trixi und BobaTeng – die vier 100%-Orakel der EM-Vorrunde haben natürlich auch für ads Achtelfinale der deutschen Mannschaft ihren Tipp abgegeben, aber bevor ich mich den Tieren zuwende gibt es erst einmal ein par Zahlen.

Bei Fußballmathe hatten sich schon vor Beginn des Achtelfinals die Wahrscheinlichkeiten auf einen Titelgewinn für die Topteams massiv verändert, da sich ja geich vier der sechs hier bisher betrachteten Favoriten um einen Finalplatz streiten müssen. Nach den gestrigen Spielen ist die Reihenfolge nun noch einmal durchgemischt worden, denn jetzt ist Portugal plötzlich der Topfavorit. Die Titel-Wahrscheinlichkeiten der aktuell (26.6., 14:55) noch verbliebenen Mannschaften sehen so aus:

Titelwahrscheinlichkeit
Portugal  16,88%
Belgien  14,90%
Deutschland  13,50%
England  13,18%
Spanien  11,59%
Frankreich   7,60%
Wales   6,73%
Polen   6,39%
Italien   4,96%
Irland   1,52%
Slowakei   1,25%
Ungarn   0,87%
Island   0,65%

Wenn man dort den weiteren Turnierverlauf simuliert kann es allerdings auch ganz anders kommen, z.B. so …

8elsim01

… oder so …

8elsim02

Jetzt aber genug gerechnet – zurück zum Orakel-Zoo. Nicht nur für die Kicker selbst, auch für die vier verbliebenen Qualitätsorakel wird das heute Abend ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Die 100%-Trefferquotentiere setzten nämlich ausnahmslos auf einen deutschen Sieg:

Natürlich setzen noch weitere Tiere auf einen deutschen Sieg, zum Beispiel Ziegenbock Franzi oder das „Leberwurstorakel“ (das sich als hungrige Labradordame entpuppt, die beide Leberwurstbrote wegmampft), aber auch Seehund-Dame Astrid, die bisher bei all ihren Orakeleien gnadenlos daneben lag. Tipps auf die Slowakei habe ich bisher nur einen gefunden: Eseldame Amelie aus Münster sagt den Außenseitersieg voraus.

Heute Abend wissen wir mehr …





Die Luft wird dünner: Vor dem Spiel gegen Nordirland sind nur noch fünf (+1) Orakeltiere im Rennen (mit Update)

20 06 2016

Update von 08:00 Uhr

Update von 17:00 Uhr

Vor dem dritten Spiel der deutschen Mannschaft hat sich der Orakelzoo schon merklich gelichtet. Das Unentschieden gegen Polen ließ nur noch fünf Orakeltiere übrig, die sich nach den ersten beiden Spielen mit blütensauberer Prognoseweste anschicken, den legendären Kraken Paul zu beerben. Ganz schaffen können sie das natürlich nicht, denn Paul orakelte acht Spiele, während es bei der EM mangels eines Spiels um den dritten Platz höchstens sieben Spiele werden können – aber sieben Treffer in Folge wären ja auch schon bemerkenswert. Pech hatten natürlich die tierischen Orakel, denen die Chance auf einen Unentschieden-Tipp gar nicht gegeben wurde …

Aber zunächst wieder ein kurzer Blick zu Fußballmathe. Dort hat sich die Prognose an der Spitze wieder ein wenig geändert, denn Spanien liegt wieder in Front. Hier die ersten sechs, wobei sich die Wahrscheinlichkeiten wieder ein wenig geändert haben:

  1. Spanien                15,18 %
  2. Deutschland        14,17 %
  3. England                12,80 %
  4. Belgien                  10,33 %
  5. Frankreich             9,04 %
  6. Portugal                  7,20 %

Ich bin ja mal gespannt, wann Wales oder Italien in dieser Liste auftauchen …

Zurück zu den letzten fünf bisher fehlerfreien Orakeltieren (Updates in rot). Aktuell liegen drei vier sechs Tipps vor, und dieses Mal sind sich die Tiere überhaupt nicht einig. Während Sportwettenschwein Jamie, Pinguin Flocke und Minischwein Trixi auf Deutschland setzen ist sich Papagei Khaleesi bei seinem Tipp so sicher, dass er seinem Besitzer gleich drei Mal zeigt, dass er eindeutig Nordirland als Sieger sieht. Fehlen noch Kamerun-Schaf BobaTeng und Minischwein Trixi – von denen war noch kein Tipp zu finden. Statt Kamerun-Schaf BobaTeng darf in Waiblingen scheinbar nun ein Mensch orakeln – wurde BobaTeng trotz bisher tadelloser Leistung ausgewechselt? Nein, wurde er nicht! Er tippt übrigens auf Deutschland. Dank Kommentator Dudel hat sich die Zahl der Top-Orakel noch um eins erhöht: Sweni aus dem Wuppertaler Zoo soll bisher zwei Mal richtig getippt haben und hat jetzt ein 2:1 für Nordirland orakelt.

Aktueller Orakelstand: 4 x Sieg für Deutschland – 2 x Sieg für Nordirland

Natürlich haben auch andere Orakeltiere noch Tipps abgegeben, aber durch ihre falschen Tipps haben sie sich ja bereits für die Orakelkrone disqualifiziert – so wie Seelöwin Astrid, die nach zwei falschen Prognosen dieses Mal übrigens auf Nordirland setzt. Nicht mehr dabei ist übrigens auch der Koala Oobi-Ooob, dessen Performance bisher eher supoptimal war, aber wie soll auch ein auatralischer Koala die EM tippen können?  Übertrieben war übrigens die Aussage über Trörakel Nelly: Nach dem Zusammenzählen ihrer bisherigen Tipps komme ich keineswegs auf eine Trefferquote von 90%, aber das macht ja auch nichts. Das dienstälteste Orakel (seit 2011 im Dauersinastz) setzt übrigens – wie meistens – auf Deutschland.

Der große Orakeltierhype scheint aber so langsam wirklich vorbei zu sein …

 

 





Vor dem EM-Spiel gegen Polen: Wer gewinnt das Spiel? (Update: Orakeltiere sehen ziemlich offenes Spiel)

15 06 2016

Auf zur nächsten Orakelrunde, das zweite Spiel der deutschen Mannschaft gegen Polen soll ja – wenn man echten Fußballfans glauben darf – ein richtiger Kracher werden. Ich lasse mich wie immer überraschen …

Zunächst noch weitere EM-Prognosen, gefunden beim Sat1-Frühstücksfernsehen. Drei Wahrsagerinnen durften ihre Tipps abgeben, hatten aber nur Frankreich, Deutschland, England, Spanien und Portugal zur Auswahl (in Form der Bilder ihrer Trainer, außer bei Portugal – da musste es Ronaldos Bild sein). Das Ergebnis war – wie erwartet – doch recht unterschiedlich. „Katalin“ aus München sah in ihrer Glaskugel einen deutschen Titelgewinn (gegen Spanien), „Sylvie“ pendelte einen portugiesischen Sieg und „Laminosa“ aus Mallorca sah Frankreich vor Deutschland, gefolgt von (schon mal falsch, da die weiteren Plätze nicht ausgespielt werden) Spanien, England und – tatsächlich – Brasilien (na ja, dort wird immerhin portugiesisch gesprochen).

Bei Fußballmathe gibt es ein paar neue Funktionen und bei der Prognose ist jetzt die deutsche Mannschaft ganz knapp vorne (… inzwischen wieder nicht mehr), der Rest (bis Platz 6 ) ist weitgehend unverändert (aber die Titelwahrscheinlichkeit für Belgien nach der Niederlage gegen Italien deutlich gesunken – Polen liegt übrigens bei 3,04%, auf Platz 9):

  1. Deutschland        14,77%
  2. Spanien                14,67%
  3. England                11,08%
  4. Belgien                   8,19%
  5. Frankreich             7,50%
  6. Portugal                 7,49%

Jetzt aber zu den Orakeltieren, zunächst zu denen, die bei der ersten Partie richtig lagen. Es sind übrigens (mindestens) 22, denn die beim Orakeln seit 2011 (Frauen-WM) erprobte Elefantendame Nelly aus dem Serengeti-Park in Hodenhagen durfte auch wieder ran und setzte – richtig! – auf einen deutschen Sieg, ebenso Papagei Khaleesi. Letzterer schafft es im aktuellen Video zum Spiele gegen Polen sein Bällchen genau zwischen die beiden angebotenen Körbchen zu legen, erwartet uns also ein Unentschieden? Wie erwartet frißt Hund Sanya von inFranken.de wieder beide Näpfe leer (der ist ja nicht blöd, der Hund), die Kommentatoren sehen das wieder als Sieg für Deutschland weil der Napf mit der Deutschlandfahne zuerst leer war. Schauen wir auf den Rest der Top-Orakel aus der ersten Runde:

Auf einen deutschen Sieg tippen – bisher – Meerschweinchen Sturmi (nach sehr langer Bedenkzeit), Hündin Johanna von hundeland.de (ersetzt Bürohund „Ufo“) und das Puchheimer Möpseorakel. Dagegen sieht Pinguin Flocke ebenso ein Unentschieden wie Sportwettenschwein Jamie – den Rest habe ich noch nicht gefunden, aber ich suche vor dem Spiel noch weiter …

Update 20:30 Uhr:

Und noch mehr Qualitätsorakel tauchen auf, zum Beispiel Kamerun-Schaf Boba Teng und Minischwein Trixi, die beide das erste Spiel richtig getippt haben sollen. Dieses Mal setzen beide auf Unentschieden. Von den anderen Qualitätsorakeln trudeln auch die aktuellen Orakelsprüche ein, und sie sind nicht immer im Sinne der hiesigen Fußballfans. So wagen es Herr Nilsson, Ziegenbock Franz, das Thüringer Miezorakel und Hund Monsieur tatsächlich auf Polen zu setzen, während die Aachener Ponies, ein Mopsorakel (Franzi heißt das Tier), Eisbär Fiete vom Rostocker Zoo (ersetzt die Kattas vom ersten Tipp), Radio-Galaxy-Hund Anton (erfrisst ein 2:0) und das Einhornpferd Willy einen Sieg für Löw’s Kicker orakelt haben. Einige Orakeleien waren irgendwie nicht zu finden, so weiß ich noch nicht wie die Gorillas aus dem Duisburger Zoo oder das Hasenorakel aus Plassenburg getippt haben, und Schweinchen Schweini scheint von Andre und seinen Morgenmädels wohl inzwischen gegrillt worden zu sein, denn eine Prognose für das Polenspiel war auch von ihm nicht zu finden. Fehlen noch die Katze von baden-online und ein Esel namens Clyde – vielleicht kommt ja noch etwas …

Bisher sieht also der Gesamtorakelspruch der Top-EM2016-Orakel so aus:

5 10 x Sieg – 3 5 x Unentschieden  – 0 4 x Niederlage

Der Rest folgt morgen, ggf. erst kurz vor dem Spiel …

Die anderen Orakel sind ja eh aschon raus, da sie beim ersten Spiel daneben lagen …





Der Orakelzoo sieht Chancen für die Ukraine (mit Update)

12 06 2016

Die ersten Spiele der Fußball-EM sind vorbei, heute Abend steigt die deutsche Mannschaft ins Turnier ein und auch dieses Mal gibt es eine ganze Reihe tierischer Orakelversuche. Aber vor dem Zoobesuch erst einmal ein Blick zu anderen Vorhersagen. So hat nämlich der Sportastrologe tatsächlich doch noch seine EM-Prognose veröffentlicht, hält sich aber darüber bedeckt, ob er dies mittels Astrologie berechnet oder auf Basis seiner Fachexpertise erstellt hat. Sein Ergebnis: Frankreich schlägt Portugal im Finale, Deutschland scheitert im Halbfinale an Portugal.

Ebenfalls auf ein Finale mit Portugal setzt die Wiener Hellseherin Rosalinde Haller. Das liest sich dann so:

Aus derzeitiger Sicht sind die Teams Deutschland – Italien und Spanien – Portugal dabei. Finale am ehesten letztere zwei. Mit leichter Plus-Energie tippe ich auf EM-Sieg Portugal.

Aber natürlich gibts auch gleich die Aurede wenn sie falsch liegt:

(Vorbehaltlich Spieler Änderungen etc.)

Als Österreicherin sagt sie für die eigene Mannschaft übrigens ein Unentschieden gegen Ungarn, eine Niederlage gegen Portugal und einen Sieg gegen Island voraus.

Bei Fußballmathe hat sich etwas verändert, denn dort gibt es jetzt eine Gesamtprognose, der aktuelle Stand sieht so aus:

  1. Spanien                14,08%
  2. Deutschland       13,88%
  3. England                10,88%
  4. Belgien                 10,14%
  5. Portugal                 7,96%
  6. Frankreich            7,92%

Außerdem kann man weiterhin simulieren (aber nur noch 1000 mal, oder bis eine beliebige Mannschaft den Titel gewinnt – letzteres scheint aber noch nicht zu funktionieren …).

Jetzt aber auf in die Orakelwelt, denn auch wenn es gefühlt dieses Mal doch nicht ganz so viele Tiere wie bei der letzten WM und der EM sind, einige interessante Kandidaten sind auch dieses Mal dabei. Nicht berücksichtigt wurde das Orakel von Rocket Beans TV, das wieder mal einen Menschen bei der Auswahl des passenden alkoholischen Getränks zeigt (Honig-Chili-Wodka gegen Bier) und dazu noch sehr langweilig kommentiert ist. Recht hübsch ist das Slinky-EM-Orakel von heute plus, hier treten zwei so genannte Treppenläufer gegeneinander an, also zwei Metallspiralen. In diesem Fall gewinnt die mit der ukrainischen Fahne.  Am Fachbereich Elektrotechnik der FH Münster sitzen offensichtliche Nerds, die statt eines Tieres einen Orakelroboter gebaut haben. Der trifft den Torwart, „sagt“ also ein Unentschieden voraus.

Bei den richtigen Tieren disqualifiziert sich Schildkröte Ramses bereits in der ersten Runde, denn es ist kein Orakel, wenn man dem aus dem Wasser kommenden Tier einfach die passende (deutsche)  Fahne vor die Schnauze hält. Das Chihuahua-Orakel verspricht zwar, dass es orakeln wird wer das Spiel gewinnt (… und wie hoch), aber dann wuseln die vier Hunde völlig ziellos zwischen den beiden ausgelegten „Schnüffelteppichen“ hin und her – wie man das deuten soll bleibt unklar. Bei den Deutungen der Orakelversuche haben auch andere Organisatoren Schwierigkeiten. Die Hunde Sanya (Radio Franken) und Rocco (DigitAalen) fressen jeweils beide angebotenen Näpfe leer, was bei Sanya als Orakelspruch für Deutschland gilt (der deutsche Napf war zuerst leer), bei Rocco jedoch auf ein Unentschieden deuten soll (der ukrainische Napf war zuerst leer). Egal, ich hab’s trotzdem so gezählt. Sieht man sich nur die Esel-Orakel an, dann droht heute Abend übrigens ein 1:2 für den amtierenden Weltmeister: Tiane (Allwetterzoo Münster) und Benny (Bietigheimer Zeitung) setzen auf die Ukraine, Clyde (nord24) auf Deutschland. Genauso sieht es übrigens bei den drei Orakeltieren von Radio Galaxy aus: Nur Hund Anton sieht Deutschland vorne, Zwerghamster Hammy und Vogelspinne Olaf sehen eine Niederlage.

Hier nun die Zusammenfassung der bisher bekannten tierischen Orakelsprüche: Auf Deutschland setzen Pinguin Flocke (spreewald-Radio), Meerschweinchen Sturmi (Meerschweinchentower.de), Schweinchen Schweini (für die Radiosendung Andre und die Morgenmädels – mit lächerlicherweise bekleidetem Flitzer), Totenkopfäffchen Herr Nilsson (Lippische Zeitung), das Mopsorakel („Agentur Kundendienst“), Bürohund Ufo (hundeland.de), das Puchheimer Möpse-Orakel, Schwein Jamie (für eine Sportwettenseite), Ziegenbock Franz (az München), Hasenorakel Lemmy (Radio Plassenburg), das Miezorakel (thüringen24), noch eine Katze (baden-online), die Kattas aus dem Rostocker Zoo (die haben sogar einen Ergebnistipp: 4:1), Hund Elise (Werbeagentur creationell), Pferd Willy (im Einhornkostüm für UnicornTV), Hund Max (LuxtroyHD), die Gorillas aus dem Duisburger Zoo sowie Hund Monsieur (Mydealz) und die beiden Ponys vom CHIO Aachen.

Ein Unentschieden lassen erwarten –  neben dem bereits erwähnten Hund Rocco – der Koala Oobi-Ooobi (Zoo Leipzig), Pferd Dusty (Hitradio RT1, Südschwaben) und der von der Märkischen Allgemeinen Zeitung eingesetzte Lauferpel Gregor.

Einen Fehlstart für Deutschland hätten neben den beiden oben erwähnten Eseln Schnecke Francois (Radio Hamburg), SWR4-Hund Rudi Riecher, Elefantendame Zella, Seelöwin Astrid (Zoo Köln), Pferd Nathalie (Mias Pferdewelt) und Orakelmops Frieda (YouTube-Kanal von der_hacki).

Das Orakelergebnis für das erste Spiel lautet also:

20 x Sieg – 4 x Unentschieden – 10 x Niederlage

 Heute Abend wissen wir mehr …

Kurz vor Spielbeginn noch zwei weitere Prognosen. Die erste gilt für den gesamten EM-Verlauf und stammt von einer Kartenlegerin, die sich Ema Fontayne nennt. Ihre Karten versprechen Deutschland einen Sieg im Finale gegen Spanien. In der Vorrunde soll es nur gegen Polen schwer werden, also dürfte dies einen Siege gegen die Ukraine bedeuten.

Noch genauer ist der Text der Astrologin Ursula Ortmann, die folgendes aus den Sternen gelesen haben will:

In der 4. Min. erreicht der vorgerückte AC Saturn, eine Möglichkeit für Deutschland, das 1. Tor zu erzielen. Dann gibt es keine Berührungspunkte. Erst in der 47. Min. erreicht der IC (MC für Ukraine) den Uranus. Falls die 1. Halbzeit etwas verschoben wird, beseht eine grosse Möglichkeit für die Ukraine auf ein Tor. Wenn die 2. Halbzeit pünktlich um 22 Uhr beginnt, steht der DC auf Venus, das 2. Tor für die Ukraine. Um 22.14 Uhr wechselt der MC in das Zeichen Skorpion und für die Ukraine in Waage. Deutschland spielt aggressiver. Um 22.27 steht Mars im 10. Haus, Tor für Deutschland. 1 Min. später erhält Deutschland Steinbock als AC mit Herrscher Saturn und die Ukraine Krebs mit Herrscher Mond. Der Mond bildet ein Trigon zu Merkur, unterstützt also die Ukraine.

Insgesamt rechnet sie mit einem 2:2 …

Und nein, die beiden Klorakels aus den Kommentaren werde ich hier ignorieren …





Der Spoiler zur Fußball-EM: Nordirland holt den Titel

8 06 2016

Unverhofft kommt oft, auch und gerade im Fußball. Die Stuttgarter Elefantendame Zella hat bereits ganz neutral ihren Orakelrüssel ausgeworfen und ein sensationelles Ergebnis vorausgesagt: Nordirland wird Fußball-Europameister! Für die Löw-Truppe soll es zwar zu einem Sieg gegen Nordirland reichen, aber auch eine Niederlage gegen die Ukraine und ein Unentschieden gegen Polen geben.

Na gut, das mit Nordirland war möglicherweise ein Fehlgriff oder besser: eine Fehlverrüsselung, denn natürlich könnte der neue Europameister auch Österreich heißen.  Zumindest war dies das Ergebnis einer „EM-Simulation“ bei den Derchinger Waldhorn-Schützen (schießen die mit oder auf das Musikinstrument?), bei der sich die Alpenrepublik im Finale gegen England (!!) durchsetzte, nachdem im Halbfinale die Türkei und Spanien ausgeschieden waren. Deutschland war da übrigens bereits längst weg vom Fenster – ohne einen Punkt in der Vorrunde …

Es gibt natürlich auch etwas ernsthaftere Simulationen der Fußball-EM, und da sehen die Prognosen – wie nicht anders zu erwarten – völlig anders aus. Bei der Webseite „Fußballvorhersage“ soll das Finale Spanien gegen Deutschland lauten, mit einem deutschen Sieg nach Verlängerung.

Etwas mehr zum Spielen lädt die Seite „Fußballmathe“ ein, denn die Gewichtung der drei Kriterien für eine Simulation („Historische Ergebnisse“, „FIFA-Punkte“, „Manschaftswert“) können selbst verändert werden, und jedes Mal (auch beim neuen Laden der Seite) ändert sich die Simulation. Interessant wird es aber erst, wenn man die Zahl der Wiederholungen auf 5000 (Maximalwert) setzt, bei einzelnen Simulationen sind dann doch immer wieder sehr eigentümliche Überraschungen dabei (ich hatte Schweiz als Europameister und Ungarn im Halbfinale). Nach 5000 Simulationen mit den dort vorgegebenen Standardgewichtungen hätte Deutschland 706 (14,12% Siegwahrscheinlichkeit), Spanien 651 (13,02%) und England 480 (11,60%) Titel gewonnen – immerhin liegt Österreich mit 191 (3,84%) noch im Mittelfeld, während Elefantendame Zellas Favorit Nordirland mit 32 (0,64%) nur noch von Island (17 – 0,34%) und Albanien (11 – 0,22%) unterboten wird. Bei beiden Webseiten dürften sich die Simulationen während des Turniers durch jedes echte Ergebnis ändern – Grund genug da bisweilen wieder draufzuschauen und spätere Simulationen mit der aktuellen zu vergleichen.

Noch mehr Hoffnung für die hiesigen Kickerfans bietet die fast schon traditionelle Fußballvoraussage der DekaBank: 27,2 % soll die Titelwahrscheinlichkeit für die deutsche Mannschaft betragen, Spanien als Zweiter hat eine bestenfalls halb so hohe Titelchance in den Augen der wohl doch ein wenig parteiischen Volkswirtschaftler.

Nachdem ich von Astrologenseite bisher so gut wie keine irgendwie verwertbaren Prognosen gefunden habe, wende ich mich nun den potentiellen Nachfolgern des legendären Orakelkraken Paul zu. Schon jetzt steht eine ganze Reihe tierischer Fußballergebnisrater in den Startlöchern, so dass sich Tierfreunde auch dieses Mal ihr Lieblingstier aussuchen können. Die Eckernförder Zeitung schickt die Eichhörnchendame Miss Marple ins Rennen, die Kieler Nachrichten ein Schwein namens Trixi, der mdr Thüringen gleich zwei Minischweine namens Krümel und Schinki, der Allwetterzoo Münster seine Eseldame Amelie,  die Bietigheimer Zeitung Esel Benny aus Sachsenheim und der Lokalteil Döbeln der Sächsischen Zeitung den orakelerprobten Papagei Jacko. Daß bei der letzten WM gleich mehrere Gürteltiere in den Orakeleinsatz geschickt wurden war leicht zu erklären, denn das Gürteltier war ja eines der Maskottchen der WM – warum jetzt der SWR ebenfalls auf ein solches Tier namens Lilly setzt wird leider nicht beantwortet.  Das Spreeradio traut gar einen Pinguin namens Flocke das Orakeln zu und beim Zoo Leipzig darf ein Koala namens Oobi-Ooobi sich an trefflichen Prognosen versuchen. Das bei dem Gastgeberland typischste Orakeltier darf natürlich auch nicht fehlen: Mit Zizou aus Essen (in der 11-Freunde-Bar) seinem Artgenossen Franck in Wien (für den Sender Puls 4) und dem bunten Coco (für den Donaukurier) dürfen immerhin drei Vertreter des gallischen Wappentier die Spiele voraussagen.

Während in der Märkischen Allgemeinen Zeitung noch das passende Tier gesucht wird und die vorher genannten Tiere meines Wissens ihre Orakeltätigkeit noch nicht begonnen haben war das Schwein Jamie einer obskuren Sportwettenseite bereits fleißig und hat aus dem deutschen Näpfchen gefuttert. Gemäß der kommentierenden Dame im Neoprenanzug soll das der deutschen Mannschaft den Titel versprechen. Auch über das erste Spiel durfte Jamie bereits orakeln und rüsselte den Ball ins deutsche Tor, was die Neoprendame natürlich als Sieg für Deutschland bewertete. Soweit ich mich an meine Fußballzeit erinnere, haben wir damals eher selten gewonnen, wenn der Ball in unserem Tor landete …





Murmeltiere, der Super Bowl und Berliner Sportprognosen

4 02 2015

Beim Sammeln von Prognosen stolpert man bisweilen über das ein oder andere skurrile Highlight oder erinnert sich an alte Filme – oder beides. Ja, am Montag war der 2. Februar – genau jener Tag den Bill Murray alias Phil Connors im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ immer und immer wieder durchleben musste – und natürlich hat Mulmeltier Phil aus Punxsutawney auch dieses Mal wieder das Wetter für die nächtsten 6 Wochen vorausgesagt (es bleibt kalt). Ihm widersprach übrigens Artgenosse Willie aus dem kanadischen Örtchen Wiarton, der ebenso seit vielen Jahren sein Prognoseglück versucht. Keine Lust an einer Wetterprognose scheint das Murmeltier aus einer Stadt in Wisconsin gehabt zu haben: es biss den Bürgermeister ins Ohr.

Weiter südlich, genauer gesagt in Phoenix, Arizona fand am Sonntag der Super Bowl, das Finale der American Football Profis, statt. Die Huffington Post hatte vorab 25 Wahrsager und Hellseher gefragt, ob sie nicht den Sieger vorhersehen könnten – und immerhin 16 hatten auf den richtigen Sieger getippt. OK, das richtige Ergebnis war nicht darunter und einer der Auguren tippte zwar den richtigen Sieger, hatte sich aber beim Namen des Gegners ziemlich vertan. Und klar, das Ganze war für die natürlich nur ein Spaß, aber hätte einer oder eine aus der Hellsehertruppe tatsächlich ganz zufällig das richtige Ergebnis vorhergesagt, dann wäre dies bestimmt wieder werbetechnisch ausgeschlachtet worden. So bleibt nur die Bitte eines Teilnehmers, der im Falle seines Prognoseversagens seinen Namen gaaaaanz klein gedruckt sehen wollte, so höchstens Schriftgrad 3 Pt (das ist ca. 1 mm).

In Berlin durfte bereits letzte Woche der Handleser Nestrovo über die Zukunft einiger Berliner Sportvereine schwurbeln. Dass dabei nicht allzu viel herauskam wundert nicht, denn Nestrovo ist einschlägig vorbelastet. Ende 2009 versprach er den Hauptstadtkickern von der Hertha den Klassenerhalt – den diese dann prompt als Tabellenletzter deutlich verfehlten. Ob es für die Fußballer ein gutes Omen ist wenn er wieder den Nichtabstieg voraussagt? Das liest sich dann so …

Am Ende schafft es Hertha, aber für den Trainer bleibt es ein Drahtseilakt.

… und mit Mirko Slomka nennt er sogar einen möglichen neuen Trainer (der sich dann bis 2018 halten können soll). Den Eishockey-Eisbären sagt er eine gute Saison voraus, allerdings nicht den Meistertitel – der soll dann 2016 folgen (das merke ich mir natürlich). Während Nestrovo für die „Eisernen“ von Union Berlin aus den Karten nur belangloses Blabla lesen kann, ist es für die Basketballer von Alba Berlin etwas anders:

Albas Herrschaft ist, wenn sie sich im Verein nicht ganz dumm anstellen, auf zwei Jahre hin unschlagbar.

OK, Alba ist zur zeit klarer Tabellenführer, und international?

Weil das Team gefestigt ist, wird es auch international achtbar abschneiden.

Das ist allerdings keine Prognose, denn die Mannschaft hat bereits die Zwischenrunde der Europaliga erreicht und dort auch schon 2 Spiele gewonnen – das achtbare Abschneiden ist also bereits erfüllt. Aber wie das mit der zweijährigen Herrschaft zu verstehen ist, das weiß ich natürlich nicht – eigentlich müssten das doch zwei Meistertitel sein, oder? Für die Berliner Handballer kann der Mann offensichtlich gar nichts aus den Karten lesen – ist wohl auch besser so.  Bei den amtierenden deutschen Herren-Volleyballmeister, den Berlin Recycling Volleys (irgendwie finde ich den Namen lustig), sagt Nestrovo dieses Mal keine erneute Meisterfeier voraus sondern tippt auf den Konkurrenten Friedrichshafen. Aber nächstes Jahr soll es wieder so weit sein. Das wäre dann ja – mit den Eisbären und Alba – schon der dritte Berliner Meistertitel für 2016! Aber warten wirs lieber ab, wetten würde ich auf keine der drei Titelgewinne.

(Nestrovo ist Nummer 14 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2015)





Der Jahresrückblick 2014 – mit allen Quellen …

12 12 2014

Und hier der Jahresrückblick, so wie die GWUP ihn der Presse überreicht hat – mit den dazugehörigen Quellen (bzw. den Blogartikeln, dort sind die Originalquellen genannt bzw. verlinkt):

Die Pyramiden und das Empire State Building stehen noch

Versinkende Pyramiden, ein kippendes Empire State Building und der zumindest teilweise Einsturz des Kolosseums in Rom gehörten für 2014 zu den Lieblingsprognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro. Während diese ein besonderes Faible für die Zerstörung welt­weit bekannter Gebäude hatte, blieben ihre Kollegen hierzulande mehr bei den klassischen Prognosethemen und sagten Katastrophen aller Art voraus. Die aktuelle Auswertung der Voraussagen von Hellsehern, Wahrsagern und Astrologen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) zeigte auch für 2014 das gewohnte Bild: Wahrsager entpuppen sich als Wahrversager, und auch der astrologische Blick in die Sterne liefert keine Informationen über die Zukunft.

„Einen wirklich aufsehenerregenden Prognosetreffer habe ich noch nie gefunden“, so der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prognosen sammelt und auswertet und dem es insbesondere die skurrilen Voraussagen angetan haben. Als Beispiele nennt er den Gorilla, der seinen Pfleger aufessen sollte (Nikki Pezaro) oder die telepathische Übertragung von Krankheiten (LaMont Hamilton). Meist wurden aber doch nur die üblichen Katastrophen – also Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Terrorangriffe – vorausgesagt, und wie immer waren die Formulierungen so schwammig, dass sie sich einer ernsthaften Überprüfung von vornherein entzogen. Ein Beispiel lieferte der österreichische Astrologe Rainer Bardel, der für die Karwoche Anfang April eine „Prüfung für die Menschheit“ erwartete und mit „Erdbeben, Kriegsauseinandersetzungen und sogar Anschlägen“ rechnete.

Völlig im Katastrophenwahn gefangen waren die Deuter der Verse des Renaissance-Dichters Nostradamus. Von „giftigem Schnee im Juli“, einer darauffolgenden Hungersnot und der Ermordung der „päpstlichen Familie“ raunt ein entsprechender Text in Allgeiers Astrologischem Jahrbuch; gemäß einer einschlägigen Webseite sollte 2014 „unausweichlich der dritte Weltkrieg beginnen“, und Manfred Dimde fantasierte sich aus den kryptischen Vierzeilern für seinem alljährlichen Nostradamus-Almanach Chemiewaffenangriffe auf England und den Einsatz diverser Atomwaffen zusammen. Glücklicherweise erwies sich die für den 1. Juni angedrohte zerstörerische Säurewolke aus dem All als seit Jahren durch das Internet geisterndes Hirngespinst, und die auf den 22. Februar terminierte Wikinger-Apokalypse „Ragnarök“ als Werbegag eines britischen Museums.

Auch die von esoterischen Prognostikern vorhergesagten Finanz- und Börsenkatastrophen blieben 2014 aus. Laut der österreichischen Wahrsagerin Rosalinde Haller sollte der Euro 70-80% an Wert verlieren, der Schweizer Franken immerhin noch 30-40%. Ihre Kollegin Christiane Durer sah nach der Europawahl Enteignungsgesetze auf Deutschland und Österreich zukommen und die Astrologin Hildegard Leiding wollte in den Sternen wirtschaftliche Depression und Hyperinflation erkannt haben. Für Kunkel sind solche Prognosen schlicht lächerlich, und er fügt hinzu: „Ja, die Wirtschaftsweisen liegen auch fast jedes Jahr daneben, aber bei denen moniert man schon eine Abweichung von 0,5 Prozent beim Wirtschaftswachstum als katastrophale Fehlprognose. Dagegen haben die Astrologen und Hellseher außer Angstmache überhaupt nichts zu bieten.“

Ganz anders sieht das – wie üblich – bei den aus der Regenbogenpresse beliebten Promiprognosen aus. Da für so ziemlich jedes Promipaar die Trennung, für alle Promisingles eine neue Liebe oder gar eine Hochzeit, und für Jungverheiratete aus Königshäusern immer Schwangerschaft und Kindersegen prophezeit wird, gab es 2014 hier auch Treffer zu verzeichnen. So ist Kate, die Gattin des Britenprinzen William, tatsächlich zum zweiten Mal schwanger (unter anderem vorhergesagt von Christian Dion, Blair Robertson, Nikki Pezaro) und bei George Clooney läuteten die seit Jahren immer mal wieder vorausgesagten Hochzeitsglocken. Ab dem nächsten Jahr werden die Auguren dann wohl alljährlich Clooneys Trennung prophezeien – wie dies bei einem anderen berühmten Paar seit Jahren der Fall ist: auch 2014 hatten gleich mehrere Astrologen bei Angelina Jolie und Brad Pitt die bevorstehende Trennung vorhergesagt. Dabei sind die beiden erst seit einigen Monaten verheiratet …

Bereits Ende 2013 hatte ausgerechnet eine brasilianische Wahrsagerin der deutschen Fußballmannschaft den Titelgewinn prognostiziert, hierzulande war – zumindest vor dem Turnier – kein Astrologe oder Hellseher dermaßen mutig. Während der WM selbst hatten dann wieder die Orakeltiere das Sagen, konnten aber dem legendären Orakelkraken Paul nicht das Wasser reichen. Er war 2010 durch einige korrekte WM-Tipps berühmt geworden. Warum es diesmal anders lief, lag wohl großteils am Unentschieden der deutschen Kicker gegen Ghana, denn bei den meisten tierischen Orakelversuchen war ein Unentschieden als Tipp gar nicht vorgesehen. „Die wenigen Tiere die diesen Tipp richtig hatten, versagten dann später – oder es wurde ein früherer, falscher Tipp einfach umgedeutet“, so Kunkel, der auch diese Art von Prognosen gesammelt und ausgewertet hat. Vor dem Finale waren dann auch wieder einige Astrologen aktiv: Während unter anderem bei der Online-Astrologie-Zeitschrift „Loop“ die Sterne auf Argentinien hinzuweisen schienen, wollten andere Sterndeuter einen deutschen Sieg erkennen. Einem gewissen Herrn Götze wird es bei seinem erfolgreichen Torschuss egal gewesen sein, wie die Sterne dazu standen.

Für 2015 erwartet Kunkel die Voraussage der üblichen Katastrophen. Sogar eine aktuelle Weltuntergangsprognose für den kommenden September kennt er schon. Diese dürfte ähnlich „erfolgreich“ sein wie die Voraussage des Absturzes von Flug JJ3720 über der Stadt Sao Paolo durch den brasilianischen Hellseher Jucelino Nobrega da Luz. Der für Ende November terminierte Flug fand ohne Probleme seinen Zielflughafen Brasilia – nachdem die Fluggesellschaft kurzerhand die Flugnummer geändert hatte. Aber hätte der Hellseher dies nicht auch vorhersehen müssen?

 








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