Kleines Rechenbeispiel zu esoterischen Gewinnmargen: Glaskügelchen für die Erde

13 04 2015

Ich gebe es ja zu, wenn ich Worte wie „Erdheilung“ oder gar „Erdheilritual“ lese, dann rollen meine Augen automatisch und in meine Nase glaube ich weihrauchgeschwängerte Novemberluft aufsteigen zu fühlen – und das hat einen ganz profanen Grund: Meine früheren Nachbarn! Diese hatten ihre Gartenhütte zum „Meditationszentrum“ erklärt und dort bisweilen Erdheilrituale durchgeführt … … ich weiß ja nicht was die dort, keine 10m von meinem Balkon entfernt, getrieben haben, auf jeden Fall war immer eine riesige Portion Weihrauch dabei. Den Novemberabend, an dem ich von einer Dienstreise zurück kommend, in unsere Straße einbog und mir in dem neblig-feuchten, weihrauchgeschwängerten Dunst ein Marder mitten auf der Straße entgegen wankte werde ich wohl nie vergessen. Die damalige Webseite ist sogar noch irgendwie auffindbar, aber da das mit dem Meditationszentrum längst passé zu sein scheint möchte ich mich doch anderen, womöglich wesentlich erfolgreicheren „Erdheilern“ zuwenden. Über den „Erfolg“ bei irgendwelcher Heilung kann ich natürlich nichts sagen, aber zumindest hätten diese Anbieter finanziellen Erfolg, wenn sie denn genug Dumme Kunden finden …

Es geht um eine Firma, die gutgläubigen und wohlmeindenden Erdenfreunden folgendes verkauft:

glasnuggets01Eine „unvergleichlich erschwingliche Möglichkeit der Erde zu helfen“ soll es also sein, wenn man sich diese Glasnuggets zulegt. „Erdheilung so einfach wie noch nie – leicht bezahlbar, diebstahlsicher und umweltneutral.“  posaunt die Werbebotschaft hinaus und bezeichnet diese Wunderdinger als „Reinigend – harmonisierend – aufbauend„. Und weiter mit der Werbebotschaft:glasnuggets02Die Wirkungen klingen geradezu atemberaubend:

  • fördert das biologische, kristalline und feinstoffliche Leben,
  • wirkt sowohl im Wasser wie im Boden und in der Luft,
  • verbindet sich harmonisch mit anderen, harmonisch wirkenden Hilfsmitteln bzw. Feldern,
  • vererbender Effekt im Wasser, was besonders in stehenden Gewässern den Einsatz relativ weniger  Glasnuggets notwendig macht und Flüssen eine permanente Zone der Erneuerung schenkt, aus der sich heilendes Wasser mit der Strömung weiter fließt – somit werden auch physisch unzugängliche Zonen energetisch zugänglich gemacht.
  • Einige mut- und/oder messbare Parameter: ph-Wert, Schwermetalle, Sauerstoffgehalt, Radioaktivität, Boviseinheiten, Informationsstruktur. Bitte teilen Sie uns, wenn Sie die Möglichkeiten zur Messung haben, Ihre Ergebnisse mit!
  • Blockierte Lebensenergie fließt wieder – kann zur „Entstörung“ der lebensstörenden Effekte durch Radar, Mikrowellen-Funktürmen, Elfwellen u.s.w. eingesetzt werden.

Klasse, was diese kleinen Dinger (laut Beschreibung so genannte „Muggelsteine“ mit einer Größe von 17-20 mm) so alles können sollen! Ein wenig blöd ist ja, dass die „mut- und/oder messbaren Parameter“ nur aufgelistet werden und man die Ergebnisse selbst mitteilen soll. Und wenn sich jetzt die Schwermetalle durch die Glasteilchen erhöhen, die Radioaktivität zunimmt oder der Sauerstoffgehalt im Gartenteich sinkt? Immerhin wird das mit den Boviseinheiten ganz bestimmt funktionieren, denn Hirngespinste sind bekanntlich realitätsresistent. Aber wie und wo (warum fragt man natürlich nicht!) wendet man diese Dinger denn nun an? Dazu gibt die Webseite eine etwas eigenartige Antwort:

Fühlige Menschen spüren schnell, wie Energie und Harmonie, Freude und Leben in ein vormals belastetes und wenig lebendiges Gebiet schnell zurückkehrt. Der beschenkte Bereich bekommt seine natürliche Kraft zurück, Naturwesen finden sich ein, die Wasserqualität verbessert sich im Ganzen durch bessere Selbstregulierung u.v.m. kann beobachtet werden. Berichten Sie uns!

Man soll das Ganze also erspüren? Und wenn’s nicht klappt hat man falsch erspürt? Und was macht man jetzt eigentlich genau mit den Glasdingern? Schauen wir mal unter „Anwendung“ nach:

 Geeignet für das Ausbringen im Boden, in alle Arten von Gewässern – fließende und stehende, natürliche wie künstliche, von Kleinstgewässern bis zum offenen Meer – sowie praktisch an allen sinnvollen Orten. Kann leicht versteckt werden und somit auch an Orten platzierbar, die anderen Hilfsmittel nicht zugänglich sind oder wo sie schnell entfernt werden würden.

 Aha, man soll das Zeugs also irgendwo auslegen oder ins Wasser werfen … … weiter:

einige Glasnuggets in einem Elementewirbel platziert, verstärkt dessen Wirkung und verbindet sehr harmonisch mit anderen Hilfsmitteln und Naturwesen,

Was ist ein „Elementewirbel“? Was sind „Naturwesen“ und können die auch beißen (erst am Wochenende hat mich ein geflügeltes Naturwesen überfallen und gestochen – Premiere 2015!)?

Wasser: wirken bei jedem ph-Wert, soweit dies innerhalb der natürlichen Ordnung sinnvoll ist.

Ja, ok – aber wie wirken denn die Dinger??????

Wirkung beginnt sofort sich aufzubauen, Beobachtungen je nach Bereichsgröße ab einigen Tagen bis Wochen mit Ausgangzustand vergleichen.

Welche Wirkung?????

Irgendwie scheinen die Anbieter weder zu wissen, wie ihre Glasdinger wirken, noch wo oder wie man sie verwenden soll. Irgendwie soll man also diese Glasdinger kaufen – für 1,75 Euro pro Stück – und dann irgendetwas damit machen (… und nachschauen was dann passiert). Tolles Produkt, aber nur für den Verkäufer, denn man kann die gleichen Teile auch woanders kaufen … … aber zu ganz anderen Preisen. Hier kosten 10 Stück 0,99 Euro, dort 55 Stück 2,99 Euro (und 220 wegen Mengenrabatt 9,98 Euro). Über die Möglichkeit, solche Glasdingens im 10 kg – Gebinde für 35- 60 Euro zu kaufen möchte ich gar nicht nachdenken.

Gehen wir von der teuersten Version des Einkaufspreises aus, dann kostet ein Glasdingens gerade mal 10 Cent, mit Mengenrabatt wahrscheinlich weniger als 5 Cent. Verkauft wird das Ganze dann für 1,75 Euro pro Stück, also fast dem 20-fachen (oder 35-fachen) des Einkaufspreises. Der Begriff „Raubtierkapitalismus“ dürfte bei den Käufern dieser Erdheildingens eher unbeliebt sein, aber eine solche Gewinnmarge ist ja schon irgendwie … (nein, das sage ich jetzt nicht).

Was stand nochmal in der Werbung? Ach ja: „extrem preiswert“ …





MMS-Messe kein XING-Event mehr

11 02 2015

Das ging ja schnell! Vor wenigen Tagen hat XING mir einige Events vorgeschlagen, darunter auch den usäglichen „Spirit of Health“ Kongress 2015 in Kassel. Man konnte sich über die XING-Events sogar anmelden – meine Rückfrage per Mail mit Hinweis auf den Inhalt dieser Veranstaltung wurde postwendend beantwortet, und jetzt liefert eine Suche nach diesem Event Event bei XING nicht mehr das (… sogar mit Anmeldeseite):

soh06sondern das:

soh04Dass der Kongress wirklich abgesagt sein soll glaube ich ja nicht, aber vielleicht sollten sich die Veranstalter in Kassel ein Beispiel an den XING-Leuten nehmen …





Die Techniker Krankenkasse desinformiert ihre Kunden

19 10 2012

Acht Millionen Versicherte hat die Techniker Krankenkasse und ist damit die zweitgrößte Krankenkasse in Deutschland. Aktuell kann man sich dort eine Broschüre herunterladen in der es vermeintlich um „Mensch und Natur“ geht – beim Lesen entpupppt sich das Ganze als profane Werbung für allerlei Scharlatanverfahren aus dem weiten Feld der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin. Wenn die TK damit ihre Kunden informieren wollte, dann wurde dieses Ziel gnadenlos verfehlt.

Das fängt schon mal damit an, dass die Broschüre schon im Vorwort 3 mal den völlig unsinnigen Begriff „Schulmedizin“ (Huch, mein Tablet kennt den in der Wortvervollständigung auch!) verwendet. Aber ok, auch wenn dieser Begriff negativ konnotiert ist (weil Medizindie Lehre von der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen bei Menschen und Tieren“ ist – und was braucht man mehr?), sehen wir mal darüber weg und lesen was sonst noch in diesem Werk zur Kundeninformation steht. 64 Seiten wollen ja befüllt sein …

Nach dem Vorwort geht es zunächst um die „innere Uhr“ (Seite 4-11)  und die Ernährung (Seite 12-23) – beides Themen, bei denen besser informierte Personen gerne Kritik üben können (Kritik kann ja auch positiv sein), ich kenne mich da nicht so aus. Auf Seite 24 beginnt dann der Teil mit dem Titel „Natürlich gesund werden“ – und da rollen sich mir mehrfach die Fußnägel auf. Dabei beginnt es noch ganz harmlos, und auf Seite 27 findet sich tatsächlich ein Abschnitt mit dem Motto „Kritisch prüfen„. Dabei findet sich auch folgender Text:

Vorsicht ist geboten, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten oder sich verschlechtern. Es kommt leider immer noch zu oft vor, dass wichtige medizinische Maßnah-men verzögert werden, nur weil zu lange gewartet wird. Gehen Sie rechtzeitig zum Arzt.

Komisch, dass auf Seite 34 bei der Lobhudelei zur Homöopathie etwas ganz anderes steht:

Anfangs können sich dabei die Beschwerden zunächst verschlimmern, […]

Äh, was jetzt? Soll man dann zum Arzt gehen? Oder abwarten? Bei der Homöopathie finden sich eh wunderbare Aussagen, z.B. diese (Seite 35):

Mit jeder Stufe der „Potenzierung“ wird das Mittel stärker verdünnt und dadurch in der Vorstellung der Vertreter der Homöopathie immer wirksamer – ein scheinbares Paradoxon, das die Homöopathie auszeichnet.

Das ist kein scheinbares Paradoxon, sondern schlicht und einfach Unsinn. Das ist keine „Auszeichnung“, sondern ein Beleg dafür, dass es sich bei der Homöopathie um ein Denkgebäude handelt, das einfach unseren heutigen, vielfach bestätigten, wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht. Diese „Vorstellung der Vertreter der Homöopathie“ erweist sich eben als falsch! Es ist schon eine erstaunliche Folgerung, dass man die Tatsache, dass dieser Unsinn  jeder wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht, als „Auszeichnung“ darstellt.

Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten in diesem Pamphlet. Während ganz allgemein auf Seite 25 das hohe Lied der Koexistenz beider Richtungen gesungen wird …

Aus der streng abgegrenzten „Alternativmedizin“ hat sich heute mehr und mehr eine ergänzende „Komplementärmedizin“ entwickelt, die gleichzeitig eingesetzt wird. Und das entspricht den Bedürfnissen der meisten Menschen: Über zwei Drittel der Bevölkerung wünschen sich, dass Naturheilkunde und Schulmedizin zukünftig Hand in Hand arbeiten. So kann die konventionelle Medizin die Krankheit behandeln, während gleichzeitig die Naturheilkunde die Selbstheilungskräfte anregt und die „gesunden Anteile“ des Menschen weiter kräftigt.

… gilt das offensichtlich nicht innerhalb der Quacksalberverfahren – Entschuldigung, ich meinte natürlich der Naturheilkunde. Oder warum sonst wird unter „Homöopathie oder Schüßlersalze – ein Unterschied?“ (Seite 34) folgendes geschrieben:

Während einer homöopathischen Behandlung sollten übrigens keine Schüßlersalze eingenommen werden, weil der behandelnde Arzt sonst nicht mehr unterscheiden kann, was wirkt.

Der Arzt kann bei jeder Mischung von Therapieverfahren nicht wissen, was im Endeffekt gewirkt hat, wenn es denn gewirkt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Homöopathie (oder die Schüßlersalze oder was auch immer) war, ist aber gegenüber anderen, wissenschaftlich erforschten Heilmethoden (… oder einfachen Nichtstun) so verschwindend gering, dass eine solche Aussage nicht mehr als eine Werbung für ein in allen wissenschaftlich relevanten Tests gescheitertes vermeintliches Heilverfahren darstellt. Dies den Kunden mit positiver Konnotation zu präsentieren ist entweder eine glatte Lüge oder absoluter Unwissenheit geschuldet.

Der absolute Hammer findet sich aber auf Seite 32. Es geht um Phytotherapie, und da werden auch die (mit der Phytotherapie absolut inkompatiblen) Bachblüten erwähnt. Es heißt dort:

Für die Wirksamkeit dieses Verfahrens gibt es noch keine wissenschaftlichen Beweise.

Stimmt, und tausend Argumente warum bei diesem Zeugs nichts außer den beliebten Placeboeffekten wirken kann! Aber Wahrheit, wissenschaftliche Erkenntnisse und echte Verbraucherinformation scheinen die Techniker Krankenkasse sowieso nicht die Bohne zu interessieren.

Das Ganze ist in großen Teilen leider nur eine halbgare Werbepostille für wissenschaftlich nicht haltbare Pseudomedizin und verfehlt ihr Ziel (Kundeninformation) völlig. Ich bin fast froh, dass ich bei einer anderen Krankenkasse untergekommen bin!





Ein Dingens zum Wetter machen!

27 07 2011

In den letzten Wochen war das Wetter ja nicht so toll. Der andauernde Regen ließ einen Journalisten letzten Freitag sogar folgende Verzweiflungsüberschrift verfassen: Tief Otto blieb erwartungsgemäß unbeeindruckt, denn so einfach liess es sich eben nicht verscheuchen.

Dabei ist Tief Otto ist gar nicht schuld an dem schlechten Wetter – das hat ganz andere Gründe. Es sind – man glaubt es kaum – die Lieblingshimmelsphänomene der Verschwörungsfraktion, die Kämmtrails Chemtrails! Erklärt wird das auf einer leicht kommerziellen Webseite mit folgenden Worten:

In Folge von chemtrails zieht meist eine dichte Wolkendecke den Himmel zu. So dass man vieler Orts die chemtrails überhaupt nicht zu Gesicht bekommt.

Man weiß es selbst ganz genau, bei trüben Wetter kommen recht schnell auch trübe Gedanken auf. Und trübe schlecht gelaunte oder auch traurige Menschen lassen sich viel leichter beeinflussen und steuern von Funk und Fernsehen,
aber auch von den Print-Medien( Zeitschriften, Bücher), als gut gelaunte lebenslustige und lebensfrohe Menschen.

Aha! Das schlechte Wetter soll also dafür sorgen, dass wir leichter von Funk und Fernsehen „gesteuert“ werden können. Aber wohin? Und warum? Auch hier findet diese Seite eine Antwort:

Auf der Erde setzt unaufhaltsam eine Erhöhung des Bewusstseins der Bevölkerung ein, und diese ganzen chemtrails( schlechtes trübes Wetter) und die negativen Medien sind nur ein letzter verzweifelter Versuch dies zu verhindern.

Ui! Eine Erhöhung des Bewusstseins? Hab‘ ich noch gar nichts von gemerkt! (Ist aber auch kein Wunder bei dem Mistwetter!) Wie äußert sich das? Vielleicht ja darin, dass sich immer mehr Menschen irgendwelche Abwehrutensilien gegen diese pöhsen Chemtrails kaufen (sollen). Das wäre wohl der Wunsch des Autors dieser Seite, denn der verkauft solche Teile seit Jahren. Sahen diese Chemtrailabwehrdinger anfangs noch ziemlich häßlich aus und trugen teilweise martialische Namen (z.B. hhg für „heilige Handgranaten“) so hat eine Art Evolution dafür gesorgt, dass die Dinger inzwischen sogar als unscheinbare Kunstobjekte durchgehen. Glauben sie nicht? Hier ein paar Screenshots des alten Krams …

… und hier das neue Dingens, das …

… wie der Text unter dem Bild zeigt außerdem für den blauen Himmel verantwortlich gemacht wird, weil …

Der EnergieKegel bricht die Wolkendecke auf, einige Tage nachdem man den EnergieKegel aufgestellt hat, färbt sich der Himmel oft in ein dunkles Rot.
Dadurch das die chemtrails nicht mehr ihre volle Wirkung erzielen können,
verschwinden die Wolken über dem EnergieKegel, und man sieht die
gesamte Verschmutzung der Atmosphäre. […]

Nach einiger Zeit wird immer öfter ein schöner Blauer Himmel zu sehen sein,
wenn der EnergieKegel die Umgebung gereinigt hat.

So einfach ist das also! Man stellt einfach diese kleinen, unscheinbaren weißen Gipskegel Energiekegel auf und schon wird der Himmel blau. Wie das ganze funktionieren soll wird übrigens auch mit Hilfe eines Bilds „erklärt“:

Der Gips bündelt also irgend eine Energie, die dann die bösen Wolken – und ganz zu allererst natürlich die Chemtrails – vertreibt. Beweisfotos gibt’s auch, aber die sollte man sich auf den Seiten selbst anschauen.

Sollte man solche Kegel nicht einfach flächendeckend in Deutschland aufstellen? Gemäß dem Hersteller müsste es mit dem schlechten Wetter dann ja ganz schnell vorbei sein: das ganze Land würde sich in der Sonne räkeln und nette Grillabende mit Freunden würden die Beeinflussung der Bevölkerung durch Glotze und andere Medien zumindest erschweren. Ganz zu schweigen von der dann einsetzenden Bewusstseinserhöhung …

Der Preis von 30 Euro (excl. MWSt., plus 3,90 Euro Versandkosten – also 39,60 Euro insgesamt) macht das Ganze übrigens zu einem absoluten Schnäppchen, wenn man vergleicht wie viel Geld Menschen ansonsten dafür ausgeben, dass sie ein paar Tage in der Sonne liegen können.

Andererseits: Wenn überall solche Kegel ‚rumstehen und die Wolken vertreiben, was würden die Landwirte dazu sagen? Kann man die Dinger wenigstens abschalten, wenn Wälder, Wiesen und Felder nach Flüssigkeit dürsten? Einen Schalter habe ich nicht gesehen, aber vielleicht nützt es ja, die Kegelchen einfach in den Keller zu verbannen, oder mit einem Tuch zu verhängen. Leider steht darüber nichts auf den Seiten des Herstellers.

Bevor ich mir so ein Kegelchen zulege warte ich erst noch auf den nächsten Evolutionsschritt. Wie man bereits an der heutigen Form sieht, fehlen nur noch eine Portion Miniaturisierung, kleine farbliche Anpassungen und ein paar Änderungen im verwendeten Material, dann eignet sich dieses Dingens perfekt für’s kommende Weihnachtsgeschäft:

(da dieses Video nicht mehr da ist, hier eine Art Ersatz:

…)





Putzen mit esoterischer Hilfe

28 08 2010

Wer putzt schon gerne seine Wohnung/sein Häuschen? Also ich gehöre nicht zu den Menschen, die in dieser Tätigkeit ihre Erfüllung finden – ganz im Gegenteil: das Säubern des Wohnbereichs ist für mich ein eher lästiges Übel, das aber – selbstverständlich – von Zeit zu Zeit einfach erledigt werden muss. Vielleicht habe ich aber bisher nur die falschen Putzmittel verwendet, denn wenn ich den Werbeaussagen auf folgender Webseite glauben würde, dann gibt es ein Putzmittel, das – laut „Werbeinterview“ – verspricht die „Freude bei der Anwendung“ zu erhöhen.

OK, die Anwendungsfreude hat ihren Zusatzpreis, denn gegenüber dem Preis von „normalen“ Reinigungsmitteln ist die esoterische „Variante +“ durchgehend ein wenig teurer. Dafür erhält man aber kleine Nebeneffekte und die Werbung verspricht Wundervolles:„mit jedem Sprühen erhöht sich die Raumenergie und das Wohlbefinden“.

Aktiviert werden diese Wunderfunktionen dadurch, dass die Putzchemikalien „energetisiert und mit Rostock-Essenzen angereichert“ werden. Die Webseite gibt da folgende Auskunft:

In dieser Variante wird der oben beschriebene Profireiniger mit der Kraft aus der Natur vereint und zusätzlich auf der Energieebene zum Wohle des Anwenders und der Umwelt in Einklang gebracht.

Und natürlich wirkt der Kram dann „in den Bereichen Reinigungskraft, Wirkung, Verbrauch, Arbeitsaufwand, Wiederanschmutzung und Gesamtergebnis“ um ein „Vielfaches“ besser … … zumindest dann, wenn man solch esoterischen Unsinn zu glauben bereit ist. Die Rostock-Essenzen haben übrigens nichts mit der Hafenstadt an der Ostsee zu tun – es handelt sich um so genannte „Edelstein-Essenzen“ aus der Steiermark, über die man auf der Webseite außer hanebüchenen Heilungsversprechen (in Deutschland dürfte eine solche Werbung verboten sein, in Österreich scheint sich niemand daran zu stören) eher wenig erfährt (mich würden zum Beispiel die genauen Inhaltsstoffe interessieren …).

Bei den Putzmitteln wird auch nicht genau erklärt, wie die jetzt energetisiert wurden, aber das ist ja auch völlig schnurz. Mehr pekuniäre „Energie“ haben die Zahlungen der diesem Dummenfang erlegenen Kunden für den Produktanbieter allemal – wodurch sich der Name „Variante +“ für diese Produkte als lediglich erhofftes Plus auf dem Bankkonto entpuppt.

Dass die Anbieter ihre vollmundigen Behauptungen in einem – recht einfach zu konzipierendem – Blindversuch zu belegen versuchen würden, glaube ich ja eigentlich nicht. Aber ich werde mal nachfragen …








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