Frau Haller schaut ins Jahr 2013: Katastrophen und Schwurbeleien

20 01 2013

Im letzten Jahr hatte ich den beiden Katstrophenschnepfen Christiane Durer und Rosalinde Haller einen eigenen Artikel gewidmet, weil sie für 2012 wieder einmal allerlei Katastrophales vorausgesehen hatte. In diesem Jahr werde ich den beiden jeweils eigene Artikel widmen, denn irgendwie werden ihre Prognosetexte immer abgedrehter. Heute also ein Blick nach Wien …

Wie im letzten Jahr hat Frau Haller gleich mehrere Texte am Start. In „Das Jahr 2013“ wird’s ziemlich verworren – unter anderem lässt sie gleich zu Beginn folgendes vom Stapel:

Das Thema ist Annehmen und Visionen haben.

OK, das ist schon mal schön geschwurbelt. Später fällt der Dame noch etwas ganz Sensationelles ein:

Verschiedene Gruppen mit auseinander klaffenden Idealen und Weltanschauungen werden aneinander geraten.

So etwas gab es ja noch nie!!! Sonst geraten ja immer die Gruppen mit gleichen Idealen und Weltanschauungen aneinander. Schließlich hat sie noch modische Tipps parat:

Wer sich etwas abgrenzen will, sollte blau und/oder schwarz tragen.

Uns wie wird’s in der Politik? Schauen wir doch im entsprechenden Text nach: Politik 2013. Gleich zu Beginn eine echte (!!!) Prognose – mit ein paar folgenden „Details“:

  • In Österreich sehe ich vorgezogene Neuwahlen.
  • Es wird eine ziemliche Aufsplittung bei den Parteien geben. Die eingesessenen Parteien haben mit Verlusten ihrer Stammwähler zu rechnen. Viele wechseln als Zeichen des Protestes.
  • Stronach und Strache liegen auf jeden Fall über der 10% Marke. Für Fr. Merkel wird es schwierig, sie kommt etwas in die Kritik.

Wieso bei soviel österreichischen Kram dann plötzlich Frau Merkel erwähnt wird ist unklar, was danach kommt schlicht lächerlich:

  • In Deutschland versucht man ebenfalls neu zu wählen, bevor man den Bürgern den Schulden Nachlass für Griechenland nahe bringt. 

Natürlich wird man versuchen in Deutschland zu wählen, schließlich endet die Legislaturperiode des Bundestags. Der Rest ist allgemeines Herumgerate, das ich in rot kommentiert habe:

  • In Ägypten muss Mursi wegen dauernder Unruhe gehen. (ok, kann ja sein) Auch auf Marocco greifen Unruhen über. (von wo aus? Ägypten ist ja weit …)
  • In Lybien erwarte ich eine Machtübernahme. (von wem?????)
  • Den Jemen sollte man meiden. Entführungen sind möglich. (Oha, wieder etwas ganz Neues!)
  • In der Türkei gibt es eine Veränderung punkto Regierungsmitglieder. (irgendein Amtsträger wird sicher ausgetauscht werden – also: genauer bitte!)
  • In Italien kann sich Monti nicht halten. Es kriselt politisch und finanziell. (Hmm – es gibt Neuwahlen, mal sehen was dort passiert)
  • In Griechenland bricht alles zusammen. (Was bedeutet das? Was ist „alles“?????)
  • Im Bereich Palästina – Israel gibt es etwas Erleichterung und die Öffnung eines Grenzüberganges. (Wow! Eine gute Nachricht!!!)
  • In Spanien gibt es ebenfalls Rückritte wegen Geld Problemen, es wird sich aber nichts bessern. (Blablabla!)
  • In Frankreich werden die Menschen zunehmend unzufrieden und gehen auf die Straße. Man wird feindlich gegen ehemalige Kolonial – Bürger eingestellt sein. (Blablabla!)
  • Rumänien stagniert und es gibt Ost Bank Probleme und neue Armut. (????)
  • In Südafrika wird es wieder unruhiger. In 4 – 5 zentral Afrikanischen Ländern gibt es Zusammenstöße zwischen der Bevölkerung bis hin zu Krieg. (… und in welchen Ländern????)
  • In Argentinien kämpft Fr. Kirchner gegen eine neue Abwertung und es gibt auch politische Probleme im Zusammenhang damit. Sie wird nicht mehr wieder gewählt. (sie wurde doch erst 2011 gewählt – muss die 2013 wirklich schon wieder gewählt werden?)
  • England versucht zwar sich aus den EU Problemen weitgehend heraus zu halten. Es wird jedoch nicht gelingen. (Blablabla!)

Zwei Texte von Frau Haller, und noch immer fehlt das Katastrophenfestival. In „Die Farbe des Jahres 2013“ ist Solches auch nicht zu erwarten, aber ein paar Zitate lassen irgendwie tief blicken:

  • Anfang des Jahres gibt es Lila Flieder Töne.
  • Im Lauf des Jahres entsteht eine Gelb Schwingung.
  • Es gibt fallweise Spuren von Weiß in der Jahres Aura 2013.
  • Schlussendlich gibt es noch die Farbmischung
  • BRAUN die Farbe der Erde (Erdung, auf den Boden der Tatsachen kommen).

Ich assoziiere die Farbe Blau bei der Erstellung dieses „Textes“.

Wenden wir uns nun dem nächsten Thema zu: „Das Jahr 2013 Wirtschaft – Geld„. Frau Haller beginnt mit einem Satz, den ich hier nicht erwartet hätte:

Die Welt ist – wie von mir vorhergesagt nicht untergegangen.

Wenn sie untergegangen wäre würde das ja auch niemand mehr lesen. Der nächste Satz widerspricht aber einer ihrer letztjährigen Prognose:

Der Euro liegt jedoch in den Endzügen.

Für 2012 hatte sie ja noch das Ende des Euro prophezeit … … aber wie toll sie sich mit Wirtschaftsthemen auskennt zeigt sie danach:

Die Inflation beginnt. Zu viele Schulden, zu viel wertlos gewordenes Geld im Umlauf.

Zu viel Produktionskapazitäten, zu viel unbezahlbar werdende Arbeitsplätze, in Folge die Arbeitslosigkeit und beginnende Deflation.

Ja was denn nun? Beginnt die Inflation oder die Deflation? Scheint für Frau Haller irgendwie das Gleiche zu sein …

Und wo sind jetzt die Katastrophen? Die gibt es im Text“Allgemein Umwelt„, und es ist das übliche Katastrophengeraune. Ein paar Beispiele:

  • In den USA sehe ich einen Vulkan Ausbruch, auch eine große vernichtende Welle auf New York. Allerdings könnte diese auch erst in 1-2 Jahren kommen. Im Süden verstärkte Hurrikans und Tornados samt Überschwemmungen.
  • In Australien eine Tsunami Gefahr.
  • In Japan ist ebenfalls unruhige Energie. Ein 2. Atom – Unfall möglich, aber auch Vulkan, Sturm, Überflutung oder eine Mischung dieser Komponenten dadurch.

Nur die folgende Prognose fällt ein wenig aus dem Rahmen:

  • Sonneneruptionen, Gammastrahlen aus dem All stören die Elektronik auf der Erde und große Stromausfälle sind zu erwarten. Dies kann auch erst 2014 passieren.

Und natürlich gibt es noch mehr bei ihr zum Lesen, so benennt sie Schutzengel und Schutztier (Kafziel und Hanael bzw. Dachs), labert ein wenig über den Mond und es gibt noch ein chinesisches und ein“normales“ Horoskop mit allerlei Belanglosem sowie – aktuell – die „Tagesenergien Jäner 2013″. Für den heutigen Tag schreibt sie da:

Sie sollten sich erden, etwas zu sich finden. Ideal wäre dies in der Natur  möglich. Schnelles Wachstum ist energetisch möglich. Sie könnten daher auch größere Anschaffungen planen. Ein hervorragender Tag um Informationen zu sammeln.

Lassen sie eine Portion Urvertrauen zu. Es gibt allerdings noch teilweise ungeklärte Situationen.

Es gibt praktischen Sinn für Gewinn.

Apropos Sinn: Wer in diesen Schwurbeleien irgendeinen Sinn findet, darf ihn gerne behalten.

(Jetzt sind es schon 34 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Historisch-Materialistische Astrologie?

18 01 2013

Auf meiner Suche nach Prognosen für 2013 bin ich auf einen WordPress-Blog gestossen, der sich tatsächlich Historisch-materialistische Astrologie und Magik nennt. Was es damit auf sich hat wird im offensichtlich ersten Artikel auf diesem Blog (als Kommentar ist der Defaultkommentar jedes neuen WordPress-Blogs zu lesen und der Beitrag heißt „Hello World“) „erklärt“, wobei der Anfang erst ‚mal ganz vernünftig klingt:

Für die meisten Marxisten auf dem Planeten Erde ist die Astrologie, wie sie in Presse und Bewegtbildmedien als Waren angeboten wird, eine Sache, die unwissenschaftlich, irrational und allein dem Geldverdienen untergeordnet ist. Scharlatane und falsche Hexen bieten ihre Dienste durch überteuerte Telefonberatungen an, ohne auch nur im geringsten die Sterne oder die Karten für die Menschen deuten zu können. Daher sind ihre Prophezeihungen und Analysen oft beliebig und abstrakt – kurz gesagt falsch.

Was dann folgt ist entweder ein – mehr oder weniger gelungener – Scherz oder das übliche Astrologengelaber a la „alle Astrologen sind Scharlatane – außer mir“:

Die historisch-materialistische Astrologie hingegen steht mit beiden Beinen auf dem Boden der Wissenschaft und gewinnt ihre Erkenntnisse aus der genauen Beobachtung des Sternbildes, seiner energetisch-metaphysikalischen Wirkung auf den Planeten Erde und die auf ihm lebenden Wesen von Baum bis Bauer.

Als Hinweis auf den Scherzcharakter dieses „Konzepts“ könnte die folgende Sequenz gelten:

Mit Hilfe vergleichender, historischer Forschung und den technisch hochwertigen High-End-Teleskopen aus der Demokratischen Volksrepublik Korea können wir mittlerweile genaue Lebensanalysen geben und Menschen dadurch in wichtigen Lebenslagen beraten und unterstützen. Uns geht es nicht ums Geld, sondern um den Klassenkampf und den Sieg des Kommunismus über Kapitalismus, Krieg und Krise.

High-End-Teleskope aus Nordkorea und die Astrologie als Mittel des Klassenkampfs? Sehr schräg … … und deshalb kann ich auch die Jahresprognose für 2013 (der zweite und bisher letzte Beitrag auf diesem Blog) nicht unbedingt ernst nehmen. Wenn dann noch wie in folgendem Satz …

Zum Beispiel werden aller Voraussicht nach weitere Regierungen durch die aufbegehrenden Massen gestürzt, was vor allem im südlichen Europa, Analtolien und in Afrika der Fall sein kann.

… eine Regierung von AnaLtolien gestürzt werden soll, dann ist das ein weiteres Kenzeichen für den – meines Erachtens wenig gelungenen – Scherzcharakter dieser Seite. Ganz schräg wird es bei den politischen Voraussagen, denn dort steht doch unter der Überschrift „Politik: die Rückkehr des Sozialismus 2013“ tatsächlich Folgendes:

So könnte dies einen haushohen Sieg der Partei DIE LINKE bei den Bundestagswahlen 2013 in der Bundesrepublik Deutschland bedeuten. Unsere Spezialisten in den nordkoreanischen Sternenwarten gehen von einem Wert von über 15% aus und bescheinigen der schwarz-gelben Regierung einen katastrophalen Verlust.

Ja, klar! Ist schon recht! Jetzt geht aber mal schön wieder draußen spielen …

(es bleibt bei bisher 33 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013 – da das Geschreibsel eh nicht mit einem Namen versehen ist zähle ich es bei den Prognosen nicht mit)





… und noch fünf Labertaschen für 2013

10 01 2013

Bei der Suche nach weiteren Jahresvorschauen möchte ich heute ein paar weitere Vertreter der Labertaschenfraktion vorstellen.

Ich beginne mit Frau Dr. (!!) Nitsche, die sich hier Gedanken über die Zukunft gemacht hat. Ihre „Wellenastrologie“ liefert ganz andere Bildchern als die „übliche“ Astrologie – aber liefert sie deshalb aber auch andere Inhalte? Zu Beginn ihres Textes „2013 und die nächsten Jahre – mundan gesehen“ steht erstaunlicherweise der Satz „Astrologische Prognosen sind immer auch problematisch.“ Ach hätte sie damit doch einfach begründet, dass sie sich zu keiner Prognose fähig fühle – zumindest ich hätte ihr sofort geglaubt. Stattdessen liefert sie ein Paradebeispiel dafür, dass „mundan gesehen“ ein Synonym für Blindheit zu sein scheint:

Erfolgt der sogenannte Haircut, werden die Schulden über eine steigende Inflation vermindert oder wird eisern in den Staatshaushalten gespart.
Extremes sparen in den Staatshaushalten führt entweder zu Steuererhöhungen oder zu verringerten sozialen Transferleistungen. Beides erhöht die Wahrscheinlichkeit für Protestbewegungen und soziale Unruhen. Beamte zum Beispiel werden nicht sparen wollen.
Ein Haircut in den Staatsanleihen führt zu großen Problemen der Lebensversicherer und Pensionsfonds, abgesehen von den wenigen, die von den Renditen der Staatsverschuldungen leben.
Die Folge wären erhöhte soziale Transferleistungen.
Es ist anzunehmen, dass eine steigende Inflation in Verbindung mit einer Drosselung der Staatsausgaben zu einem Abbau des gigantischen Schuldenberges führen kann. Es ist zurzeit nicht absehbar, dass ein anderer Weg beschritten würde, da hier vielleicht mit weniger sozialen Unruhen zu rechnen ist.

Bei Hannelore Fritsch handelt es sich um eine alte Bekannte, die in ihrer Jahresvorschau lediglich mit Astrogeblubber verzierte Nonsenstipps fürs Privatleben gibt. Das klingt dann so …

Im Hochsommer, genau am 18. und 19. Juli wird das Große Trigon der Wasserzeichen mit Jupiter, Saturn und Neptun exakt. Was für eine Möglichkeit, Gelegenheiten wahr werden zu lassen, lang gehegte Träume zu erfüllen und Erfolge zu verwirklichen. Manch einem wird diese Zeit ganz wundersam vorkommen, Dinge passieren, mit denen man nicht gerechnet hatte, das Leben erscheint wie ein Wunschkonzert.

… oder so …

Bald darauf Mitte August ist dann die Zeit der Wunder schon wieder vorbei, wir können aus allen Wolken fallen und eine Glückssträhne geht zu Ende: Jupiter, Uranus und Pluto bilden ein T-Quadrat. Das Quadrat wird im August erst von Mars und später noch von Venus zu einem Großen kardinalen Quadrat aktiviert. Seien Sie achtsam mit sich und anderen in dieser Zeit. Es ist eine Zeit höchster Spannung.

Aber ob das wirklich für jeden gilt?

Den Herrn MMag. Dr. Harald Geir hatte ich hier auch schon mal erwähnt, weil er tatsächlich auf seiner Webseite durch die Worte „Astrologie trifft Naturwissenschaft“ letztere beleidigt. Für 2013 schickt er gleich zwei Texte ins Rennen, den einen – ganz naturwissenschaftlich – mit „Nachrichten aus der geistigen Welt“ für 2012-2015, den anderen aus den Gestirnsständen herausgeklaubt.  In Letzterem heißt es bedeutungsschwanger:

Das Uranus Pluto Quadrat welches von Mitte April bis Mitte Juni und dann nochmals von Oktober bis Mitte November exakt wird, verschärft die gesamte Situation noch einmal drastisch. Revolutionäre und rebellische Energien mischen sich hinzu. Plötzliche Veränderungen und Umbrüche sind zu erwarten, Kellertüren öffnen sich und die Leichen kommen ans Licht. Echtheit und Eigenverantwortung sind in dieser Zeit mehr denn je gefordert.

Aha! Und er will wissen, dass sich die materielle und geistige Welt irgendwie verbinden:

Saturn und Neptun in harmonischer Verbindung von Mai bis Juli verbinden materielle mit geistiger Welt. Neue Möglichkeiten tun sich auf um Materielles mit Humanitären auszusöhnen. Auch der Schleier zur anderen Welt lichtet sich immer mehr.

… aber wohl nur wenn man genügend geistige Getränke zu sich nimmt.

Jeanne Philippi hatte bereits im September letzten Jahres „Zeiten des Wandels“ gesehen. Das liest sich dann so …

Gemäß der sich ankündigenden, globalen Tendenzen, ein wechselhaftes Jahr, in dem so manches stark dem Wandel unterliegt. Sowohl politisch und wirtschaftlich gesehen, aber auch bezogen auf individuelle Entwicklungen vieler Menschen.

… also das übliche Blabla.

Die Schweizerin Monika Kissing alias Madame Etoile ist in unserem Nachbarland sehr bekannt und durfte gleich mehrfach etwas zum Jahr 2013 sagen. In dieser Sendung sagt sie nach ca. 5.30 Minuten zur Eurokrise, sie würde sich entweder verschlimmern oder gelöst werden – wow, so genau wollten wir es gar nicht wissen! Ansonsten gehts eher persönlich zu, und höchst allgemein, wie etwa in diesem Text für die „Sonntagszeitung“. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist Frau Kissling auch vertreten – ein Grund für die schweizer Skeptikerkollegen in einer Petition das Ende ihres Engagements dort zu fordern – und da hat sie doch tatsächlich auch eine Prognose für 2013 abgegeben. Obwohl das Wort „Prognose“ für diese Ansammlung belangloser Binsenweisheiten sehr hochgegriffen ist. Folgende nichtssagende Sequenz fällt ihr beispielsweise zur Schweiz ein:

Saturn nähert sich dem Aszendenten des Landeshoroskops und erreicht diesen im Januar 2014. An exakt dieser Position befand sich bei der EWR-Abstimmung vor gut zwanzig Jahren Pluto. Das bedeutet, dass sich die Konsequenzen der damaligen Entscheidung jetzt klar zeigen – möglicherweise auch die Grenzen. Ist damit der bilaterale Weg am Ende? Möglich, aber nicht zwingend. Sicher ist jedoch, dass bis Ende 2013 eine neue und tragfähige Basis mit der EU gefunden werden muss. Dies ist ein steiniger Weg, denn die Schweiz wird noch stärker als 2012 mit Forderungen konfrontiert sein und sich dem Druck teilweise beugen müssen. Gleichzeitig mahnen die Sterne jedoch zu einer klaren Haltung der Schweiz, vor allem zu einer geschlossenen Haltung. Grabenkämpfe innerhalb der politischen Parteien sollten möglichst vermieden werden.

Dass die Dame für solche Nonsenstexte dann auch noch vom Rundfunk bezahlt wird ist schon erstaunlich. Einem Redakteur, der solch inhaltsleeres Geschwafel von sich gäbe würde wahrscheinlich schnellstmöglich der Stuhl vor die Türe gestellt. Auch ihre weitere „Voraussage“, dass es um das Image der Schweiz 2013 nicht zum Besten steht, ist doch angesichts der Debatten über von eidgenössischen Banken gedeckte Steuerflucht längst Schnee von gestern.

(Das waren Nr. 29 bis 33 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Prognosen 2013: Astrologen sammeln selbst

5 01 2013

Mit den Leuten der Online-Astrologie-Zeitung Loop! hatte ich in der Vergangenheit ja bereits das Vergnügen (hier und hier). Jetzt scheint man dort auch einmal tatsächlich irgendwie prüfen zu wollen, ob die Astrologie wirklich für Jahresprognosen taugt (wovon man dort natürlich überzeugt ist!). Am 22. Dezember 2012 hat Loop! deshalb dazu aufgerufen, doch eigene (astrologische) Texte zum Jahr 2013 zu schicken, an die folgende vier Anforderungen gestellt wurden:

1. Keine Aussagen ohne eine nachvollziehbare astrologische Begründung.

Klar, dass die Astrologen eine astrologische Begründung für die Aussagen fordern. Mir persönlich ist diese allerdings egal, erst einmal müssen die Aussagen in irgendeiner Form zutreffend sein, bevor mich die Methode näher interessiert.

2. Keine tendenziell negativen und angsterzeugenden Aussagen. Niemand möchte hören, dass die Welt jetzt eben 2013 untergeht.

Diese Anforderung ist meines Erachtens ein wenig eigenwillig. Wenn denn die Welt tatsächlich völlig überraschend untergeht und irgendjemand dies aus den Sternen „richtig“ (!!) vorausgesehen hätte, dann würde sich eine solche, richtige Prognose auf Grund ihres Inhalts disqualifizieren – warum diese Einschränkung? Aber egal, die Verantwortlichen von Loop! können natürlich für ihre Prognosensammlung auch gerne ihre eigenen Regeln aufstellen.

3. Alle gemachten Aussagen sollten weitestgehend eindeutig sein, d.h. die Aussage sollte beim Eintreten des Ereignisses  darauf beziehbar sein.

Genau! Diese Anforderung ist auch ein zentraler Punkt meiner Prognosensammlung. Die üblichen Blabla-Prognosen sind ja in der Praxis schlicht und einfach nicht zu prüfen, so dass diese Forderung wirklich nur zu begrüßen ist. Und das Beispiel dazu könnte fast von mir sein:

Wer glaubt, dass Dortmund auch 2013 deutscher Fußballmeister wird, sollte dies auch so ausdrücken, wer nur eine Tendenz für ein gutes Abschneiden sieht, benennt das dann eben so.

Ich hätte noch ergänzt, dass auch das „gute Abschneiden“ noch definiert werden muss. Um beim Beispiel zu bleiben: Wenn sich Dortmund nicht für die Champions-League qualifiziert, jedoch Pokalsieger wird – ist das dann „gutes Abschneiden“? Genau solche Abgrenzungen muss man aber treffen, wenn es denn darum geht tatsächlich zu zeigen, dass die Astrologie kann was sie behauptet. Ohne solche Abgrenzungen ist es schlicht unmöglich, die Qualität einer Prognose zu bewerten.

4. Alle üblichen Verdächtigen wie Nostradamus, die Mayas oder außerirdische Botschaften haben in einer astrologischen Prognose nichts verloren, jedenfalls nicht bei uns.

Auch diese Anforderung ist natürlich sinnvoll, wenn die Texte in einer Astrologie-Zeitung erscheinen sollen.

Bisher gibt es in dieser Sammlung zwei Texte. Der eine trägt den Titel „2013: Euro, Dollar + der Underground“ und stammt von Christian Frei, der andere heißt „2013 und die Bundesrepublik“ und wurde von Gerhard Himmel verfasst. Die Texte genügen wohl der ersten Anforderung und begründen ausführlich astrologisch (was ich nicht beurteilen kann und will). Auch bezieht sich keiner der Texte auf Nostradamus et al. – Anforderung 4 ist also auch erfüllt. Ein Weltuntergang wird auch nicht vorausgesagt – aber ob das reicht, um Anforderung 2 bereits zu erfüllen? Natürlich habe ich mir die Texte hauptsächlich im Hinblick auf die Anforderung 3 angeschaut …

Fangen wir mit dem ersten Text an. Dieser besteht zum Teil aus Ausschnitten eines älteren Textes des Autors und irgendwie finde ich einfach keine in irgend einer Weise prüfbare Aussage zum Jahr 2013. Oder ist das Folgende etwa als „Prognose“ anzusehen?

Es besteht die Möglichkeit, gerade im Jahr 2013, mit dem sich anbahnenden großen Trigon zwischen Jupiter, Saturn und Neptun, Kontinuität in einen Entwicklungsprozess zu bringen.

Und was bedeutet das jetzt? Wo sind die von den Loop!-Machern geforderten möglichst genauen Aussagen? Etwa das hier?

Deshalb bleibt die Bruchlinie zwischen Volk und Regierenden/Staat bestehen (nicht nur in Ägypten!), sie wird sich noch verschärfen und erst bei Pluto im Wassermann auflösen. Das dauert noch ein Weilchen, insofern sei ein gepflegter Underground angesagt, eine gepflegte Grauzone.

Ich fand den Text – gemessen an den Anforderungen von Loop! – schon sehr enttäuschend …

Gehen wir zum zweiten Prognoseversuch, erstellt mit meiner liebsten Astrologievariante: der „Hamburger Schule“. Diese greift für ihre Deutungen auf acht fiktive „Planeten“, „Wirkpunkte“ bzw. „Transneptuner“ genannt, mit wunderbaren Namen wie „Kronos“, „Hades“ oder „Admetos“ zu. Hier wird also aus nichtexistenten Planeten „gelesen“ … … aber vielleicht funktioniert’s ja – schauen wir uns also den Text an (an einigen Stellen habe ich die astrologischen Erklärungen durch ein […] ersetzt, da mich ja nur die Prognosen selbst interessieren).

Nach langen astrologischen Erklärungen (die natürlich hier sein müssen – siehe Anforderung 1), folgert der Autor für Deutschland:

Zusammengefasst deute ich für Deutschland als eines der vorrangigsten Thema des Jahres 2013, nämlich Altersarmut und Rente. Durch […] wird dies eine große Veränderung und Veränderung im Sinne der Gesetzgebung sein, gestützt noch durch das Sextil des Saturn im Skorpion und dem Trigon zu Kronos. Kronos= Staatsgewalt, bzw. Größe. Das große überhaupt.

Die Rente bzw. ihre Höhe, das Rentensystem und die in den folgenden Jahren wirksam werdenden Änderungen mit Rentenabschlägen und erhöhtem Renteneintrittsalter sind ja seit Jahren ein vorrangiges Thema in der deutschen Politik. Auch das Thema Altersarmut – in letzter Zeit von Ministerin von der Leyen auf die Agenda gesetzt – ist keineswegs neu. Ob dieses Thema vorrangig sein wird? Hmm – was heißt vorrangig? Wie kann man ermitteln, ob dieses Thema – möglicherweise im Wahlkampf, zur Verwendung in diesem eignet sich das Thema hervorragend – vorrangig ist oder nicht? Leider liefert der Autor hier keine Hinweise, so dass die Aussage irgendwie leer im Raum steht. Gehen wir zur nächsten Aussage:

Laut Hamburger Schule Skorpion im Sinne von Eingang, Produktion und Geburten. Der Saturn bringt hier einen Rückgang. Stier im Sinne von Ausgang: Konsum und Verbrauch, Todesfälle, Rückstände.

OK, was das jetzt bedeuten soll weiß ich wirklich nicht. Geht der Konsum zurück? Wenn ja wie stark? Sind 0,01% Rückgang dann schon ein Treffer oder etwa nicht? Und was bedeutet ein Rückgang der „Rückstände“? Aber weiter:

Es ist also mit viel Aufregung und Streit ([…]) – sozialen Unruhen zu rechnen, die mit dem ganzen Thema im Zusammenhang stehen.

Wie definiert der Autor „Aufregung“ und „Streit“? Was genau versteht er unter sozialen Unruhen? Müssen es Massenproteste sein oder reichen ein paar kleine Demos, die irgendwo im Lande durchgeführt werden? Die nächste Aussage ist ein wenig klarer:

Die allgemeine Wirtschaftskrise wird wohl 2013 stärker auch auf Deutschland sich auswirken und sich im Rückgang von Arbeitsplätzen ([…]) bemerkbar machen.

OK, aber auch hier wäre es interessant, ob es für das Eintreffen der Prognose, dass die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, reicht wenn die Zahl z.B. nur um einige hundert sinkt, oder ob sich die Zahl schon um das ein oder andere Prozentchen reduzieren muss. Außerdem konterkariert der Autor diese Prognose gleich wieder:

Neptun als der Täuscher zeigt die Bemühungen an, die Öffentlichkeit darüber im Unklaren zu lassen oder zu täuschen.

Wenn also wirklich die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, dann wird es der Bevölkerung nicht gesagt? Und wie soll das dann geprüft werden? Sinkt die Zahl der Erwerbstätigen ist’s ein halber Treffer (weil das mit dem Täuschen dann nicht gestimmt hat), steigt die Zahl kann man immer noch behaupten sie wäre eigentlich gesunken und die Verantwortlichen hätten die Information unterschlagen (doppelter Treffer).

Der Autor wendet sich nun einem Standardthema der Prognostiker zu:

[…] ist auch ein Hinweis auf Überschwemmungen, Uranus am Aszendenten für plötzliche Einbrüche z.B. Naturkatastrophen. […] zieht sich geographisch von Stockholm über Berlin, durch den italienischen Stiefel, über Tripolis bis nach Südafrika. Auf dieser Achse ist also vermehrt mit Überschwemmungen zu rechnen. Damit auch für Deutschland.

Was heißt „vermehrt“? Wie zählt man das? Der Autor traut sich sogar, Zeiträume anzugeben:

Überschwemmungsgefahr für Deutschland besteht im März, […]. Außerdem im Juni, Juli, […].

Auch hier wieder die Frage: Wann ist das ein Treffer, und wann nicht? „Überschwemmungsgefahr“ besteht ja eigentlich immer, insbesondere zur Schneeschmelze im Frühjahr. Wie hoch muss das Wasser wo steigen, damit diese Prognose als erfüllt gilt? Reicht eine lokale Überschwemmung – zum Beispiel in einem Dorf im Allgäu – oder muss schon einer der größeren Flüsse betroffen sein? Auch hier ist die Aussage schwammig und beinhaltet kaum Prüfbares. Außerdem muss man schon fragen dürfen, ob dies nicht gegen die Anforderung 2 (keine angsterzeugenden Aussagen – wer am Mittelrhein, in Passau oder ähnlichen, von Hochwasser bedrohten, Orten wohnt, bei dem kann eine solche Prognose durchaus Angst erzeugen).

Als Nächstes liefert der Autor noch zwei Zeitfenster für die oben erwähnten Unruhen:

Was die Unruhen betrifft, so ist verstärkt damit zu rechnen, wenn das Laufende Uranus Quadrat zum Asz BRD exakt wird (ab 20.Feb) exakt wird und Ende März […]. Kritisch ist auch Ende Mai, […].

Was der Autor unter Unruhen versteht bzw. wie er die Prognose ggf. verifizieren will steht auch hier nicht. Immerhin gibt es am Ende noch eine Aussage, die meines Erachtens vielleicht ein wenig prüfbar ist:

Zur Zeit der Wahlen im September, steht der Deszendent der BRD in der Mitte zwischen Kronos und Hades laufend = ein Hinweis das die alten Staatsgewalten ein Schwergewicht haben, Außerdem Saturn am MC der BRD. Für mich beides Hinweise dass die Wahl eher konservative Kräfte bevorzugt. Pluto als Signifikant der Wandlung hat dann nicht so eine starke Konstellation aufzuweisen, daher vermute ich, es ändert sich nicht wirklich viel in der Regierungsführung.

Wenn ich das richtig verstehe, soll also die aktuelle Regierungskoalition durch die Wahl bestätigt werden. Das hätte der Autor natürlich auch ganz einfach schreiben können – oder zum Beispiel angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit er mit einer Fortsetzung dieser Koalition rechnet. Dass er am Ende das Wort „Regierungsführung“ benutzt macht aber ein wenig stutzig. Denn selbst wenn sich die Regierung ändert, also eine andere Koalition an die Macht kommt, kann man ja immer noch behaupten, die „Regierungsführung“ an sich habe sich nicht geändert.

Fazit: Ich finde es gut, dass man bei Loop! ein paar Anforderungen an zu veröffentlichende Prognosen stellt. Insbesondere Anforderung 3 finde ich richtig und wichtig, wenn auch – wie oben angemerkt – unvollständig. Leider werden die beiden bisher veröffentlichten Texte dieser wichtigen Anforderung an eine Prognose nicht gerecht, da genau das fehlt, was der Autor des Aufrufs mit seinem Fußballbeispiel – zumindest halbwegs – demonstrierte: die Abgrenzung von Treffern und Nichttreffern schon beim Stellen der Prognose.

(Das waren Nr. 28 und 29 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Das Blairblabla für 2013

4 01 2013

Neben Nikki Pezaro hatte ich auch schon im letzten Jahr den Vielprognostiker Blair Robertson beobachtet. Fast jede Woche veröffentlicht er 3 bis 4 Prognosen (in letzter Zeit häufig 3 auf seinem Blog und eine per Mail), die so allgemein gehalten sind, dass er sich bisweilen sogar einen Treffer gutschreiben mag. Das ist allerdings nichts Besonderes, bei Prognosen wie den Folgenden:

  • I predict a massive building collapse in Asia before the year end. Likely China, but I am not sure of cause. (datiert auf den 24. September 2012 – dass binnen drei Monaten irgendwo in Asien aus irgendeinem Grund ein Haus zusammenbricht ist in etwa so unwahrscheinlich wie die sich ausbreitende Dunkelheit zur Abendstunde)
  • I predict a series of tremors affecting either Fiji or Tonga within ten days. (datiert auf den 23. Oktober 2012 – Fidschi und Tonga liefern permanent Erdbeben, aktuell gab es eines der Stärke 4,8 in der Nähe der Fidschi-Inseln am 29.12.2012 und eines der Stärke 4,7 bei Tonga am 30.12.2012 – warum habe ich nur Fidschi für meine richtige Prognose für 2010 verwendet???)

Für 2013 hat er sich auch wieder allerlei Belanglosigkeiten und – natürlich – ein paar Katastrophen ausgedacht. Im Detail geht es zunächst ums Boxen …

  • I predict a boxer will be killed in the ring (or die shortly thereafter) within the year.
  • I predict a famous boxing legend will pass this year.

… dann folgt eine etwas überraschende Promiprognose, …

  • I predict that Rihanna and Chris Brown will get engaged.

da Chris Brown sich Rihanna gemäß eines Gerichtsurteils nicht mehr nähern darf. Der Rest ist dann der übliche Mix aus vagem Katastrophengeraune …

  • Watch for news of a propane tank explosion on the east coast of the US that destroys a “complex” in January
  • I predict another very large earthquake for Japan and subsequent tsunami within 60 days. I pray I am wrong.
  • I predict fewer tornadoes for the USA, but those that do hit will be much more devastating in their power. A possible large one for western Ontario in late April.
  • I predict generally bad weather for the southeast and a hurricane that makes landfall in Florida this fall.
  • I predict unusual levels of volcanic activity around the Pacific Rim, particularly mid 2013.
  • Watch for news of mine disaster in China within 3 months. Many deaths.
  • I’m seeing a massive space collision or accident affecting satellites and communications.

… und einigen deutungsbedürftigen Belanglosigkeiten (es sind sogar gute Nachrichten dabei!):

  • 2013 will see the passing of a number of former world heads of state as well as their spouses.
  • Japan and China tensions will greatly escalate in the spring.Worldwide,
  • I predict we will see more mysterious mass bird deaths and tens of thousands of fish washing up on shore throughout the year. Conspiracy theories will abound.
  • I predict a breast cancer breakthrough.
  • I’m seeing an animal removed from the endangered species list this year. I hope it is for a positive reason.
  • I predict there will be an unusual amount of people reporting that their diabetes has disappeared. I don’t know if this is a “breakthrough,” but it will puzzle the medical profession.
  • I predict the next doomsday “fad” will be Solar Flares.

Da er letztes Jahr dem amerikanischen Vizepräsidenten Demenz prophezeit hat, darf natürlich diese Prognose nicht fehlen:

  • I predict it will be revealed Vice President Joe Biden has been under medical care for senile dementia. I predicted his ailment back in 2012.

Immerhin zeigt der Mann manchmal ein wenig Humor:

  • Fashion tragedy: I predict the return of mesh shirts for men. (das sind Netzhemden)
  • I predict that the world will not end in 2013. I stake my professional reputation on that. If wrong, I will stop issuing predictions.

Dass er sich in seinen wöchentlichen Prognosen zu genaueren Aussagen hinreißen lässt ist nicht zu erwarten. Er wird aber sicher wieder gerne auf seine vermeintlichen Treffer hinweisen …

(Das war Nr. 27 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Frau Teissier schwurbelt sich durch das Jahr 2013

3 01 2013

Elizabeth Teissier – Entschuldigung – Frau Dr. Elizabeth Teissier (mehr zu ihrem Doktortitel) hat 2012 ein Buch veröffentlicht, das mir freundlicherweise von einer Leserin dieses Blogs überlassen wurde (Vielen Dank dafür). Neben Horoskopen für die einzelnen Sternzeichen für die Jahre 2012-2016 gibt es auch einen dreieinhaldseitigen allgemeinen Text zum gerade begonnen Jahr, der mit folgendem kryptischen Titel überschrieben ist:

2013: Ein großer, kanalisierter Umbruch

Wer aber glaubt, Frau Teissier würde jetzt beschreiben, welcher Art dieser „große Umbruch“ sei, und wie dieser denn von wem kanalisiert werden soll, der befindet sich auf dem Holzweg. Nach einer Portion Astroblabla (Beispiel: Wenn die Energien von Pluto und Uranus aufeiananderprallen, kommt es zu einer Kollision von Planetenriesen, die gar nicht anders als explosiv sein kann […] – ich wußte gar nicht, dass Pluto ein Riese ist …) fängt sie folgendermaßen an:

Das Jahr 2013 beginnt durch Pluto/Uranus in Verbindung mit dem Nordknoten sehr stark.

Äh was?

Nun kann alles eintreten, wofür Uranus/Pluto zuständig ist, und eine mächtige, kollektive Dimension annehmen.

Meines Wissens sind Uranus und Pluto für gar nichts zuständig …

Denkbar sind Ereignisse in Zusammenhang mit Atomkraft, dem Erdöl, Vulkanausbrüche, Erdbeben, aber auch ein möglicher planetarer Bug im Internet durch Uranus, den Planeten der Kommunikation.

Sind die Bugs nicht normalerweise das Ergebnis suboptimaler Programmierung? Bei Frau Teissier programmiert scheinbar der Uranus …

Im Frühjahr 2013 erleben wir einen konstruktiven Aspekt, der auf Reformen hoffen lässt; dank des konstruktiven und reformerischen Aspekts, der bereits Ende 2012 vorhanden sein wird, versucht man Lücken zu schließen, Schäden zu reparieren.

Und schon wieder so eine Sensation: Man versucht Schäden zu reparieren …

Ein relativ destabilisierender Mai also, umso mehr, als auch Europas Zyklus davon betroffen ist (Ende Mai): Die europäische Entität hat Probleme, Harmonie und Ausgewogenheit zu finden. Eine weitere schwierige Phase folgt Ende Juni und begleitet möglicherweise entweder eine größere Luftfahrtkatastrophe oder bedeutende Währungs- und Wirtschaftsprobleme. Setzen wir darauf, dass es sich auf jeden Fall um ein kollektives Ereignis handeln wird, das die ganze Welt betrifft.

Wir lernen: Europa hat einen Zyklus und eine Entität. Und es wird etwas passieren …

Es folgt Geschwafel über Russland, ein paar Selbstbeweihräucherungen und eine irgendwie ruhigere Phase in den nächsten Monaten. Sie schreibt von „großmütigen Öffnungen“ und „solidarischeren Gesetzen“ und sieht die Zeit günstig für „Maßnahmen, die der Mehrheit zugute kommen„. Später im Text wird das Ganze allerdings wieder infrage gestellt (… der böse Jupiter!) und sie faselt irgendetwas von Polizeistaaten und Diktaturen.

Immerhin liefert sie am Ende doch noch so etwas wie eine Prognose, herbeifantasiert aus der üblichen Katastrophengrabbelkiste:

Das letzte Vierteljahr könnte von einer Welle an Epidemien und verschiedenen Umweltverschmutzungen bestimmt sein, aber auch von anarchistischen Ausschreitungen, deren Nachwirkungen bis zum Sommer 2014 reichen werden.

Insgesamt ist das Ganze schlicht und einfach Bullshit. Das gilt natürlich nicht nur für diesen Text über 2013, auch der Rest dieses Buches (2012-2016 Weltkrise und Neubeginn, ISBN 978-3-86882-250-2) ist mehr als lächerlich. Astroblabla, allgemeine Nonsenstexte, konjunktivlastige Pseudoprognosen und die immer wieder eingeworfenen Selbstbeweihräucherungen (auch ihre 2011-er Fehlprognose zu Dominique Strauss-Kahn versucht sie schön zu reden – ja sie hätte ihm sogar trotzdem die Präsidentschaft zugetraut …) machen das Lesen dieser 400 Seiten (davon über 200 Seiten für die Horoskope der einzelnen Sternzeichen) zu einer Dauerübung im Kopfschütteln. Will die Frau angesichts solcher Texte wirklich ernst genommen werden?

(Das war Nr. 26 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Noch mehr Labertaschenprognosen für 2013 …

3 01 2013

Auch in der BILD am Sonntag durften ein paar Astrologen über das Jahr 2013 schwadronieren. Bei diesem „Astrologengipfel“ fanden sich ein paar alte Bekannte aus dem Astrowochengeblubber wieder: Erich Bauer, Michael Allgeier und Antonia Langsdorf. Dazu mit Sabine Woelky noch eine Astrologin, die sich nahtlos in die Riege dieser Nichts-aus-den-Sternen-lesen-Könner einreiht. Beispiele gefällig? Bitteschön! Eine wunderbare Sequenz (mit meinen Kommentaren in rot)

BILD am SONNTAG: Der Mond steht vor allem für Gefühle. Erwartet uns ein harmonisches Jahr?

ERICH BAUER: Es wird auf jeden Fall ein wechselhaftes Jahr, manches unterliegt starkem Wandel, sowohl politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich gesehen, aber auch bezogen auf die individuelle Entwicklungen der Menschen. Meine Antwort lautet also: Eher nein . . . (Blablabla)

CHRISTIANE WOELKY: . . . weil der Mond auch launisch ist. Mal voll, mal halb, mal gar nicht zu sehen. Wichtigster Rat: Nicht starr an alte Gewohnheiten klammern, sondern loslassen lernen. (Äh ja, das mit dem Wechseln zwischen voll, halb und gar nicht zu sehen macht der Mond doch jedes Jahr, was soll also dieser Satz????)

ANTONIA LANGSDORF: Es gilt, 2013 das Glück zu entdecken, das jenseits von Geld, Karriere und Konsum liegt. (Na herrlich! Und welches Glück ist das ihrer Meinung nach, Frau Langsdorf???)

Aber es geht ja noch weiter, und immer im gleichen Stil.

BamS: Findet die Euro-Krise zu einem guten Ende?

MICHAEL ALLGEIER: Pluto steht 2013 und 2014 auf der Sonne des Euro: Pluto bedeutet Transformation und Tod, die Sonne steht für das Leben. Die schwerste Krise steht noch bevor, ob unsere Währung diese zwei Jahre überlebt, ist fraglich. (… und was hat Herr Allgeier jetzt aus den Sternmen gelesen? Überlebt der Euro jetzt? Oder doch nicht?)

CHRISTIANE WOELKY: Es kann gut sein, dass Griechenland die Euro-Zone noch verlässt. (Auch hier: Bitte eine Prognose Frau Woelky, ein Ja oder ein Nein!!!!!)

ANTONIA LANGSDORF: Wenn wir bis 2014 durchhalten, haben wir die Krise überwunden. (… das hat Frau Langsdorf schon mal angemerkt …)

Bei der Frage nach der Bundestagswahl finden sich immerhin drei Prognöslein, wobei die beiden Damen auf eine Große Koalition setzen::

BamS: Wer gewinnt die Bundestagswahl 2013, Angela Merkel oder Peer Steinbrück?

ANTONIA LANGSDORF: Merkel ist Krebs, Steinbrück ist Steinbock. Zusammen funktionieren die beiden Sternzeichen wie ein Traumpaar. Ich glaube, es kommt zu einer Großen Koalition. (Oha! Frau Langsdorf glaubt! Und was sagen die Sterne?)

CHRISTIANE WOELKY: Beide haben zur Bundestagswahl gute Sterne, aber Angela Merkels stehen noch ein bisschen besser. Demnach schafft sie es, oder bleibt bei einer Großen Koalition zumindest Kanzlerin. (Merkel bleibt uns also erhalten)

MICHAEL ALLGEIER: Am Wahltag haben wir den Mond im Stier, das steht für die Erhaltung des Status quo. (Das heißt wohl, dass auch die bisherige Koalition gemäß Herrn Allgeier weiter regieren wird – oder habe ich das falsch verstanden?)

Ansonsten gibt es noch ein wenig Promiblabla (wobei sich bei der Frage nach einer Schwangerschaft im monegassischen Fürstenhaus Woelky und Bauer nicht einig sind, während Langsdorf und Allgeier der Schwedenprinzessin Madeleine von der geplanten Hochzeit abraten) und das wars dann.

Sandra Schiffer nennt sich „Dozentin“, ist aber eigentlich – so sagt sie selbst – „Berufshexe“. Für ihre Heimatstadt Duisburg sagt sie voraus:

„Im neuen Jahr“, so prophezeit das Medium vom Dellviertel, „wird es eine große Hilfe von Außen für diese Stadt geben, eine finanzielle Wohltat, die uns alle weiterbringt.“ Die Karte „Rad des Schicksals“ zusammen mit der Karte „Harmonie“ sagen ihr das ganz genau. Dann muss es ja stimmen. Das Universum, so sagt sie, hält für diese Stadt eine großen Geldsack bereit. Wunderbar!

Sie weiß aber auch, was mit diesem „Geldsack“ nicht gebaut wird:

A propos Geldsack: Könnte der dann nicht auch beim furchtbaren Murkel-Bau „Mercatorhalle“ hilfreich sein? Wann erklingt hier wieder Musik der Philharmoniker? Oh, der Blick der Kartenleserin, er verfinstert sich, sie starrt auf einzelne Karten mit den symbolträchtigen Namen „Fünf der Kelche“ und „Münzritter“, die sie so eben auf den Glastisch geblättert hat und sie orakelt: „Hier kann eigentlich nur noch ein Wunder helfen, dass im Jahr danach wieder die Musik erklingt.“ Au weh, selbst der verschobene Neueröffnungstermin vom Sommer 2014 steht also auf wackligen Füßen, um den Pfusch am Bau in der Mercatorhalle komplett zu beseitigen? „Es fehlt das Geld, ein Münzritter, ein großzügiger Sponsor muss sich finden.“

Die Lübecker Nachrichten hatten nicht nur Martina Kaczmarek ins Rennen geschickt, mit Angelika Lindenau-Hoos darf auch im Lokalteil der Stadt Lübeck eine Wahrsagerin die Zukunft erpendeln:

Auch für die Zukunft Lübecks hat die Wahrsagerin nun das Pendel geschwungen. Zwar bestehe zwischen Elementen wie Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft viel Konfliktpotenzial im kommenden Jahr, es gebe aber auch viel Hoffnung für die Stadt. So sehe sie etwa in 2013 einen großen asiatischen Investor in der Hansestadt investieren. „Das bringt Lübeck wieder weiter voran“, sagt sie. Und ohnehin würde das viele Wasser, das Lübeck umgibt, positive Energien in die Stadt leiten — auch wenn im Mondjahr 2013 mit viel Hochwasser zu rechnen sei.

Ein asiatischer Investor also in Lübeck und Duisburg erhält unverhofft Geld – wer’s glauben will …

(Aktueller Zwischenstand: 25 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)








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