Lustige homöopathische Widersprüche: lactosefreie Lactose und glutenfreies Gluten

20 07 2016

Vor einigen Wochen hatte irgendwo bei facebook – wo kann ich leider nicht mehr finden – irgend ein Skeptiker bei einer großen, auf Homöopathika spezialisierten Onlineapotheke nachgefragt, wie sie denn ihr Homöopathikum „Plutonium Nitricum“ herstellen würden und einige äußerst ausweichende Antworten erhalten. Kurz zusammengefaßt soll irgendeine hohe homöopathische Verdünnung ohne jede radioaktive Strahlung von irgendeinem wissenschaftlichen Labor geliefert und dann weiter potenziert verdünnt worden sein. Kein Wunder, dass das Mittel nur in Hochpotenzen verfügbar ist, gemäß dieses wunderbaren Blogposts galt: „Die niedrigste Potenz ist C30, was einem Gramm Plutonium auf die 10.000-fache Masse des Universums entspricht, als Globuli dann noch auf die hundertfache Menge an Zucker aufgebracht.“ „Galt“ ist richtig, denn das Mittel gibt es in dieser Online-Apotheke inzwischen nicht mehr. Angst mussten sich die Anwender dieses und anderer Homöopathika eh nicht machen, denn bei absolut allen homöopathischen Mitteln dieser Online-Apotheke werden die Inhaltsstoffe wie folgt aufgelistet:

Globuli von Remedia Homöopathie und Salvator Apotheke bestehen aus Saccharose,

Dilutionen von Remedia Homöopathie und Salvator Apotheke bestehen aus Ethanol-Wassergemisch

Na wunderbar! Wenn sowieso in allen Globuli nur Saccharose und in allen Dilutionen nur ein Ethanol-Wassergemisch zu finden ist, wieso dann diese Unterscheidung von mehreren Tausend verschiedenen homöopathischen Stoffen? Dass die eigentlich – zumindest ab einer gewissen Potenz Verdünnung – sowieso nicht in den Globuli oder den Dilutionen enthalten sind, darauf weisen Skeptiker ja häufiger hin, aber auch darauf, dass in Niedrigpotenzen durchaus noch – zumindest das ein oder andere Molekül – des Ausgangsstoff zu finden ist und dass dies dann für starke Allergiker durchaus gefährlich werden kann. Paradebeispiel ist das Mittel Apis, das aus zerdrückten Honigbienen besteht. Dieses gibt es als Dilution schon in einer Verdünnung von D3, also 1:1000 – für starke Bienengift-Allergiker dürfte das durchaus ein Gefährdungspotential darstellen, denn einen allergischen Schock können schon einige wenige Moleküle des Bienengifts auslösen.

Viel interessanter ist aber eine weitere Anmerkung, die sich auch bei allen Homöopathika dieser Online-Apotheke findet, nämlich diese zum Thema Laktose/Gluten:

Homöopathische Globuli und Dilutionen von Remedia Homöopathie und Salvator Apotheke sind laktosefrei und glutenfrei

Nimmt man die oben zitierte Liste der Inhaltsstoffe (gilt wie gesagt für jegliche Homöopathika bei dieser Online-Apotheke), dann ist dieser Hinweis trivial. Ich habe aber leichte Zweifel an dieser Aussage denn verkauft wird auch folgendes Mittel:

aktblog01Wir lernen: In homöopathischer Lactose ist offensichtlich gar keine Lactose drin, selbst dann nicht, wenn rechnerich noch welche drin sein müsste, denn homöopathische Lactose gibt es auch in Niedrigpotenzen, die durchaus noch Moleküle der Ausgangssubstanz enthalten können:

aktblog02Ich bin kein Chemiker, aber eine Verdünnung von 1:10000 bei den Dilutionen dürfte mit Sicherheit noch Moleküle der Ausgangssubstanz enthalten. Also entweder ist hier die Beschreibung bezüglich Laktose und Gluten falsch (und die Inhaltsstoffe!), oder die angebotenen Dilutionen sind eine schlichte Mogelpackung.

Immerhin ist das bei dem homöopathischen  Gluten ein klein wenig anders:

aktblog03

Gluten gibt es also erst ab einer Verdünnung von 1:10000000000, in dieser Dilution könnte aber – wenn mich meine Rechenkünste bezüglich der Avogadro-Konstante nicht täuschen – trotzdem das ein oder andere Teil dieses „Stoffgemischs aus Proteinen“ vorhanden sein – und wieder bleibt nur eine Schlußfolgerung: Entweder die Liste der Inhaltsstoffe und der Hinweis auf die Glutenfreiheit ist falsch, oder die Dilutionen werden nicht ordnungsgemäß hergestellt.

Ich finde es ja wirklich toll, dass hier lactosefreie Lactose und glutenfreies Gluten angeboten werden – als ob die Homöopathie nicht schon lächerlich genug wäre …





Vor dem Halbfinale: Ein Kamerun-Schaf gibt den Oktopus und die aktuelle Statistik (mit tierischen Updates)

5 07 2016

Im Viertelfinale waren sich die Orakeltiere einig, Deutschland schafft es. OK, war richtig, aber Kamerun-Schaf BobaTeng hatte mit seiner Prognose (mindestens Verlängerung) ein wenig mehr Recht als die anderen drei, liegt also bei den tierischen Orakeln nun knapp in Führung. Die tierischen Prognosen für das Halbfinale werde ich spätestens am Donnerstag hier einfügen, jetzt erst einmal zu den Statistikern.

Bei Fußballmathe liegt die deutsche Mannschaft in der Kategorie Titelwahrscheinlichkeit vorne:

Finale Titelgewinn
Deutschland   58,44%   35,58%
Portugal   62,91%   31,67%
Frankreich   41,56%   20,17%
Wales   37,09%    12,59%

Beim EM-Simulator sieht das allerdings anders aus:

2el03

Hier hat Frankreich die besten Chancen, fürs Halbfinale und auch fürs Finale – aber wenn es nach der Statistik gegangen wäre, dann hätte (laut Fußballmathe) ja Spanien gewinnen müssen …

Ein Grund für die grundverschiedenen Berechnungen ist wohl die Tatsache, dass beim EM-Simulator auch das Heimrecht eine recht große Rolle spielt. Nimmt man dies weg, dann ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten:

2el04

Das ist den Berechnungen bei Fußballmathe schon ziemlich ähnlich … … aber egal was die statistischen Berechnungen sagen, wie der Trainer eines ehemaligen Europameisters bemerkte gilt sowieso: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“ – wir müssen also warten was in den nächsten Abenden auf dem grünen Rasen passiert.

Und die Orakeltiere? Die werden wohl frühestens morgen ihr Votum abgeben – mal sehen ob sie sich wieder so einig sind …

Update vom 6. Juli, 23:00 Uhr:

Während Portugal seiner – statistischen – Favoritenrolle gerecht wird waren zwei der vier bisherigen Qualitätsorakel bereits aktiv. Das Sportwettenschwein Jamie setzt dabei ebenso auf die deutsche Mannschaft wie Pinguin Flocke. Und bisher hatten tatsächlich beide alle Spiele richtig getippt, aber ob man dann gerade Flocke als neuen Paul ausrufen darf? Immerhin war eine Prognose von Kamerun-Schaf BobaTeng ein klein wenig genauer, aber dessen Orakelei fehlt ebenso noch wie die Prognose von Minischwein Trixi aus Kiel. 

Und die anderen? Nun ja, Seelöwin Astrid hat nach einer völlig verkorksten Vorrunde (alles falsch) immerhin die nächsten zwei Spiele richtig getippt – jetzt setzt sie auch wieder auf die deutsche Mannschaft. Hund Sanya frißt – wie immer – beide Näpfe leer (warum soll das einen deutschen Sieg anzeigen?), und in Osnabrück läuft Welpe Pieter in Richtung des deutschen Tores. Ob ich zum Rest morgen noch etwas schreibe weiß ich noch gar nicht, wahrscheinlich habe ich zu viel zu tun … … aber zumindest die beiden Qualitätsorakel folgen noch vor dem Halbfinale.

Update vom 7.Juli, 18:00 Uhr:

Auch die beiden letzten Qualitätsorakel haben nun ihre Tipps abgegeben, und beide scheinen am Wochenende noch einmal orakeln zu wollen, sehen also die deutsche Mannschaft im Finale. Dabei muss sich Minischwein Trixi gegen eine störende Hühnerhorde um Hahn Franz durchsetzen, während Kamerun-Schaf BobaTeng humorlos das Futter von der deutschen Fahne nimmt. Dass bei letzterem das youtube-Video sofort endet stimmt allerdings nachdenklich: hat er wirklich nicht – wie beim Halbfinale – auch das Futter auf der anderen Fahne gefuttert? Egal, das Orakelurteil ist gesprochen und wieder einmal sind sich die Qualitätsorakel einig …

Einig sind sich aber auch die beiden Marderhunde Max und Moritz: die beide allerdings eindeutig auf Gastgeber Frankreich setzen. Nervenaufreibende sechseinhalb Minuten dauert es bis beim Rosenheimer Schneckenorakel die Entscheidung gefallen ist – hier scheint die deuts che Mannschaft im Vorteil. Ob man es als schlechtes Omen sehen soll, wenn Elefantendame Zella auf Deutschland setzt? Bisher lag sie ja fast immer daneben, sah Italien im Viertelfinale siegen und wagte mit dem Europameister-Tipp Nordirland schon vor der EM eine spektakuläre Fehlprognose.

Genug vom Orakelzoo für heute, mal sehen ob für das Finale eine weitere Folge notwendig wird …

 

 

 





Was sagen die Qualitätsorakel vor dem Viertelfinale? – Update: Deutschland bleibt Orakelfavorit

29 06 2016

Das Achtelfinale ist vorbei und so langsam wird es richtig spannend bei der Fußball-EM. Schauen wir uns zunächst mal die Wahrscheinlichkeiten bei Fußballmathe an, denn da hat sich wieder etwas bewegt (angegeben sind die Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen von Halbfinale und Finale sowie für den Titelgewinn):

Halbfinale Finale Titelgewinn
Deutschland  58,57%   37,84%   22,00%
Belgien  65,81%   37,86%   20,35%
Portugal  62,27%   32,32%   16,86%
Frankreich  73,73%   32,08%   15,35%
Italien  41,43%   23,65%   12,57%
Polen  37,73%   15,70%    6,38%
Wales  34,19%   14,11%    5,00%
Island  26,27%     6,43%    1,49%

Deutschland liegt also wieder vorne, hat aber von den Favoriten den schwierigsten Gegner (niedrigste positive, also größer 50%, Siegwahrscheinlichkeit im Viertelfinale) und Frankreich dürfte es am leichtesten haben. Bei einzelnen Simulationen spielt das natürlich nicht unbedingt eine große Rolle, und nicht wenige würden bei folgendem Simulationsszenario richtig abfeiern, wenn es denn wahr werden würde (ok, ich musste ein paar Mal simulieren, bis das Ergebnis herauskam – aber ein Finale mit einem 4:4 nach Verlängerung hätte schon was … … und dann noch dieser Sieger im Elfmeterschießen …):

4elneu

Einen Fehler hat dieses Szenario natürlich, denn das Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien kann niemals das hier simulierte Ergebnis haben. Egal ob man das 1:1 vorher mitzählt oder nicht – ein 6:3 nach Elfmeterschießen ist schlicht und einfach unmöglich, da jedes Elfmeterschießen sofort beendet wird, wenn eine Entscheidung gefallen ist. Solche kleinen Fehler sind natürlich zu verzeihen, ich finde Fußballmathe weiterhin klasse. UNd übrigens: in anderen Simulationen können natürlich auch andere Mannschaften gewinnen – ein wunderschönes Spielzeug das Ganze, fast so gut wie der bei der WM 2014 im Einsatz gewesene WorldCupSimulator der Freien Universität Berlin – und die haben doch tatsächlich auch für die EM so einen Simulator ins Netz gestellt! So ein Mist, den hatte ich bisher gar nicht auf der Rechnung! Aber jetzt kann ich immerhin die Titelwahrscheinlichkeiten dieses Tools bekannt geben, und die sehen ganz anders aus:

4el02

Hier hat also Frankreich die besten Chancen, gefolgt von Deutschland, Belgien und Portugal. Immerhin kann man hier wieder die Gewichtung der einzelnen benutzten Rechengrößen ändern und auch einen Glücksfaktor (der standardmäßig auf 0 gesetzt wurde) einführen. Also noch mehr Spielmaterial für fußballaffine Statistikfreaks …

Jetzt aber zu dem schon ziemlich ausgedünnten Orakelzoo. Dass Sportwettenschwein Jamie wieder auf Deutschland setzt überrascht weniger als das neue, neoprenfreie Outfit der Betreuerin, deren Namen ich mir nicht merken kann (bzw. will). Auch Pinguin Flocke hat wieder auf die deutsche Mannschaft gesetzt, fehlen nur noch BobaTeng und Minischwein Trixi – aber deren Orakeleien werden wohl erst später veröffentlicht.

Da muss wohl noch mindestens ein Update vor dem Samstag Abend her – Orakeltiere gibt es ja bei dieser EM immer noch genug …

Update, 01.07.2016, 17:00 Uhr:

Wenige Stunden vor dem Spiel der deutschen Mannschaft liegen auch die beiden noch fehlenden Orakelsprüche der vier bisherigen Qualitätsorakel vor. Kamerun-Schaf BobaTeng frißt von beiden Becherchen – aber ein Unentschieden kann es ja nicht geben. In der Orakelverlängerung wird der Bescher mit der deutschen Fahne umgeworfen – also der dritte Tipp auf einen Sieg (nach Verlängerung und vielleicht Elfmeterschießen) der deutschen Mannschaft. Bei Minischwein Trixi ist es dieses Mal der Rüssel, der sich nach einigem hin und her laufen zwischen den beiden aufgestellten Toren über die Linie des für die hiesigen Fans „richtigen“ Tores schiebt. Also sind sich die Qualitätsorakel einig: Deutschland gewinnt – und wenn es dafür tatsächlich eine Verlängerung oder gar ein Elfmeterschießen braucht wäre das Kamerun-Schaf BobaTeng vor dem Halbfinale erster Anwärter auf die Orakeltierkrone.

Glaubt man den Orakelsprüchen weiterer Orakeltiere, dann kann für die deutsche Mannschaft kaum etwas schief gehen. Egal ob Katze Elli, die Ponies Emmi und Impi, Hund Sanya, Marderhund Moritz oder Schildkröte Gretel (die eine „Verlängerung“ benötigt) – eine satte Orakeltiermehrheit lässt die deutschen Fans auf das Halbfinale hoffen, und auch das eher nerdigen Hexbug-Orakel sieht einen deutschen Sieg (und einen Elfmeter) voraus. Die Tiere, die auf Italien setzen haben alle bereits ein oder mehrere Fehlorakeleien auf dem Kerbholz, den hierzulande eher unbeliebten Tipp haben sie trotzdem gewagt. Auf Italien setzen (mindestens) die Katze von FuPa.net, Hängebauchschwein Krümel, Elefantendame Zella (deren Europameistertipp längst ausgeschieden ist) und Gürteltier Lilly

Zum Schluß noch ein Blick auf die nach den ersten beiden Viertelfinalspielen geänderten Wahrscheinlichkeiten bei Fußballmathe und beim Euro-Simulator. Beide liefern jetzt mit Portugal einen neuen „Titelfavoriten“ – bei Fußballmathe sieht das aktuell so aus:

  Halbfinale Finale Titelgewinn
Portugal 100,00%   62,85%   32,95%
Deutschland  59,32%   37,76%   22,95%
Frankreich  73,98%   33,74%   16,28%
Wales 100,00%   37,15%   13,49%
Italien  40,68%   21,94%   12,32%
Island  26,02%    6,56%    2,01%

Auch beim Euro-Simulator sind die Portugiesen jetzt (gleichauf mit Gastgeber Frankreich) an der Spitze, knapp dahinter folgt Deutschland. Den anderen drei Mannschaften gibt diese Simulation kaum Chancen:

4el03Mal sehen was der Abend bringt. Bisher lag übrigens die von mir ausgesuchte Simulation von der Fußballmathe-Seite mit dem Finale Island gegen Wales  (s.o.) tendenziell vollkommen richtig! Sollte das heute Abend auch wieder zutreffen, so weise ich schon mal prophylaktisch darauf hin, dass ich für ein mögliches Ausscheiden von Jogi Löws Kicker keinerlei Verantwortung übernehme.





Vor dem Achtelfinale: Die Qualitätsorakel setzen alle auf Sieg

26 06 2016

Jamie, Flocke, Trixi und BobaTeng – die vier 100%-Orakel der EM-Vorrunde haben natürlich auch für ads Achtelfinale der deutschen Mannschaft ihren Tipp abgegeben, aber bevor ich mich den Tieren zuwende gibt es erst einmal ein par Zahlen.

Bei Fußballmathe hatten sich schon vor Beginn des Achtelfinals die Wahrscheinlichkeiten auf einen Titelgewinn für die Topteams massiv verändert, da sich ja geich vier der sechs hier bisher betrachteten Favoriten um einen Finalplatz streiten müssen. Nach den gestrigen Spielen ist die Reihenfolge nun noch einmal durchgemischt worden, denn jetzt ist Portugal plötzlich der Topfavorit. Die Titel-Wahrscheinlichkeiten der aktuell (26.6., 14:55) noch verbliebenen Mannschaften sehen so aus:

Titelwahrscheinlichkeit
Portugal  16,88%
Belgien  14,90%
Deutschland  13,50%
England  13,18%
Spanien  11,59%
Frankreich   7,60%
Wales   6,73%
Polen   6,39%
Italien   4,96%
Irland   1,52%
Slowakei   1,25%
Ungarn   0,87%
Island   0,65%

Wenn man dort den weiteren Turnierverlauf simuliert kann es allerdings auch ganz anders kommen, z.B. so …

8elsim01

… oder so …

8elsim02

Jetzt aber genug gerechnet – zurück zum Orakel-Zoo. Nicht nur für die Kicker selbst, auch für die vier verbliebenen Qualitätsorakel wird das heute Abend ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Die 100%-Trefferquotentiere setzten nämlich ausnahmslos auf einen deutschen Sieg:

Natürlich setzen noch weitere Tiere auf einen deutschen Sieg, zum Beispiel Ziegenbock Franzi oder das „Leberwurstorakel“ (das sich als hungrige Labradordame entpuppt, die beide Leberwurstbrote wegmampft), aber auch Seehund-Dame Astrid, die bisher bei all ihren Orakeleien gnadenlos daneben lag. Tipps auf die Slowakei habe ich bisher nur einen gefunden: Eseldame Amelie aus Münster sagt den Außenseitersieg voraus.

Heute Abend wissen wir mehr …





Die Luft wird dünner: Vor dem Spiel gegen Nordirland sind nur noch fünf (+1) Orakeltiere im Rennen (mit Update)

20 06 2016

Update von 08:00 Uhr

Update von 17:00 Uhr

Vor dem dritten Spiel der deutschen Mannschaft hat sich der Orakelzoo schon merklich gelichtet. Das Unentschieden gegen Polen ließ nur noch fünf Orakeltiere übrig, die sich nach den ersten beiden Spielen mit blütensauberer Prognoseweste anschicken, den legendären Kraken Paul zu beerben. Ganz schaffen können sie das natürlich nicht, denn Paul orakelte acht Spiele, während es bei der EM mangels eines Spiels um den dritten Platz höchstens sieben Spiele werden können – aber sieben Treffer in Folge wären ja auch schon bemerkenswert. Pech hatten natürlich die tierischen Orakel, denen die Chance auf einen Unentschieden-Tipp gar nicht gegeben wurde …

Aber zunächst wieder ein kurzer Blick zu Fußballmathe. Dort hat sich die Prognose an der Spitze wieder ein wenig geändert, denn Spanien liegt wieder in Front. Hier die ersten sechs, wobei sich die Wahrscheinlichkeiten wieder ein wenig geändert haben:

  1. Spanien                15,18 %
  2. Deutschland        14,17 %
  3. England                12,80 %
  4. Belgien                  10,33 %
  5. Frankreich             9,04 %
  6. Portugal                  7,20 %

Ich bin ja mal gespannt, wann Wales oder Italien in dieser Liste auftauchen …

Zurück zu den letzten fünf bisher fehlerfreien Orakeltieren (Updates in rot). Aktuell liegen drei vier sechs Tipps vor, und dieses Mal sind sich die Tiere überhaupt nicht einig. Während Sportwettenschwein Jamie, Pinguin Flocke und Minischwein Trixi auf Deutschland setzen ist sich Papagei Khaleesi bei seinem Tipp so sicher, dass er seinem Besitzer gleich drei Mal zeigt, dass er eindeutig Nordirland als Sieger sieht. Fehlen noch Kamerun-Schaf BobaTeng und Minischwein Trixi – von denen war noch kein Tipp zu finden. Statt Kamerun-Schaf BobaTeng darf in Waiblingen scheinbar nun ein Mensch orakeln – wurde BobaTeng trotz bisher tadelloser Leistung ausgewechselt? Nein, wurde er nicht! Er tippt übrigens auf Deutschland. Dank Kommentator Dudel hat sich die Zahl der Top-Orakel noch um eins erhöht: Sweni aus dem Wuppertaler Zoo soll bisher zwei Mal richtig getippt haben und hat jetzt ein 2:1 für Nordirland orakelt.

Aktueller Orakelstand: 4 x Sieg für Deutschland – 2 x Sieg für Nordirland

Natürlich haben auch andere Orakeltiere noch Tipps abgegeben, aber durch ihre falschen Tipps haben sie sich ja bereits für die Orakelkrone disqualifiziert – so wie Seelöwin Astrid, die nach zwei falschen Prognosen dieses Mal übrigens auf Nordirland setzt. Nicht mehr dabei ist übrigens auch der Koala Oobi-Ooob, dessen Performance bisher eher supoptimal war, aber wie soll auch ein auatralischer Koala die EM tippen können?  Übertrieben war übrigens die Aussage über Trörakel Nelly: Nach dem Zusammenzählen ihrer bisherigen Tipps komme ich keineswegs auf eine Trefferquote von 90%, aber das macht ja auch nichts. Das dienstälteste Orakel (seit 2011 im Dauersinastz) setzt übrigens – wie meistens – auf Deutschland.

Der große Orakeltierhype scheint aber so langsam wirklich vorbei zu sein …

 

 





Der Spoiler zur Fußball-EM: Nordirland holt den Titel

8 06 2016

Unverhofft kommt oft, auch und gerade im Fußball. Die Stuttgarter Elefantendame Zella hat bereits ganz neutral ihren Orakelrüssel ausgeworfen und ein sensationelles Ergebnis vorausgesagt: Nordirland wird Fußball-Europameister! Für die Löw-Truppe soll es zwar zu einem Sieg gegen Nordirland reichen, aber auch eine Niederlage gegen die Ukraine und ein Unentschieden gegen Polen geben.

Na gut, das mit Nordirland war möglicherweise ein Fehlgriff oder besser: eine Fehlverrüsselung, denn natürlich könnte der neue Europameister auch Österreich heißen.  Zumindest war dies das Ergebnis einer „EM-Simulation“ bei den Derchinger Waldhorn-Schützen (schießen die mit oder auf das Musikinstrument?), bei der sich die Alpenrepublik im Finale gegen England (!!) durchsetzte, nachdem im Halbfinale die Türkei und Spanien ausgeschieden waren. Deutschland war da übrigens bereits längst weg vom Fenster – ohne einen Punkt in der Vorrunde …

Es gibt natürlich auch etwas ernsthaftere Simulationen der Fußball-EM, und da sehen die Prognosen – wie nicht anders zu erwarten – völlig anders aus. Bei der Webseite „Fußballvorhersage“ soll das Finale Spanien gegen Deutschland lauten, mit einem deutschen Sieg nach Verlängerung.

Etwas mehr zum Spielen lädt die Seite „Fußballmathe“ ein, denn die Gewichtung der drei Kriterien für eine Simulation („Historische Ergebnisse“, „FIFA-Punkte“, „Manschaftswert“) können selbst verändert werden, und jedes Mal (auch beim neuen Laden der Seite) ändert sich die Simulation. Interessant wird es aber erst, wenn man die Zahl der Wiederholungen auf 5000 (Maximalwert) setzt, bei einzelnen Simulationen sind dann doch immer wieder sehr eigentümliche Überraschungen dabei (ich hatte Schweiz als Europameister und Ungarn im Halbfinale). Nach 5000 Simulationen mit den dort vorgegebenen Standardgewichtungen hätte Deutschland 706 (14,12% Siegwahrscheinlichkeit), Spanien 651 (13,02%) und England 480 (11,60%) Titel gewonnen – immerhin liegt Österreich mit 191 (3,84%) noch im Mittelfeld, während Elefantendame Zellas Favorit Nordirland mit 32 (0,64%) nur noch von Island (17 – 0,34%) und Albanien (11 – 0,22%) unterboten wird. Bei beiden Webseiten dürften sich die Simulationen während des Turniers durch jedes echte Ergebnis ändern – Grund genug da bisweilen wieder draufzuschauen und spätere Simulationen mit der aktuellen zu vergleichen.

Noch mehr Hoffnung für die hiesigen Kickerfans bietet die fast schon traditionelle Fußballvoraussage der DekaBank: 27,2 % soll die Titelwahrscheinlichkeit für die deutsche Mannschaft betragen, Spanien als Zweiter hat eine bestenfalls halb so hohe Titelchance in den Augen der wohl doch ein wenig parteiischen Volkswirtschaftler.

Nachdem ich von Astrologenseite bisher so gut wie keine irgendwie verwertbaren Prognosen gefunden habe, wende ich mich nun den potentiellen Nachfolgern des legendären Orakelkraken Paul zu. Schon jetzt steht eine ganze Reihe tierischer Fußballergebnisrater in den Startlöchern, so dass sich Tierfreunde auch dieses Mal ihr Lieblingstier aussuchen können. Die Eckernförder Zeitung schickt die Eichhörnchendame Miss Marple ins Rennen, die Kieler Nachrichten ein Schwein namens Trixi, der mdr Thüringen gleich zwei Minischweine namens Krümel und Schinki, der Allwetterzoo Münster seine Eseldame Amelie,  die Bietigheimer Zeitung Esel Benny aus Sachsenheim und der Lokalteil Döbeln der Sächsischen Zeitung den orakelerprobten Papagei Jacko. Daß bei der letzten WM gleich mehrere Gürteltiere in den Orakeleinsatz geschickt wurden war leicht zu erklären, denn das Gürteltier war ja eines der Maskottchen der WM – warum jetzt der SWR ebenfalls auf ein solches Tier namens Lilly setzt wird leider nicht beantwortet.  Das Spreeradio traut gar einen Pinguin namens Flocke das Orakeln zu und beim Zoo Leipzig darf ein Koala namens Oobi-Ooobi sich an trefflichen Prognosen versuchen. Das bei dem Gastgeberland typischste Orakeltier darf natürlich auch nicht fehlen: Mit Zizou aus Essen (in der 11-Freunde-Bar) seinem Artgenossen Franck in Wien (für den Sender Puls 4) und dem bunten Coco (für den Donaukurier) dürfen immerhin drei Vertreter des gallischen Wappentier die Spiele voraussagen.

Während in der Märkischen Allgemeinen Zeitung noch das passende Tier gesucht wird und die vorher genannten Tiere meines Wissens ihre Orakeltätigkeit noch nicht begonnen haben war das Schwein Jamie einer obskuren Sportwettenseite bereits fleißig und hat aus dem deutschen Näpfchen gefuttert. Gemäß der kommentierenden Dame im Neoprenanzug soll das der deutschen Mannschaft den Titel versprechen. Auch über das erste Spiel durfte Jamie bereits orakeln und rüsselte den Ball ins deutsche Tor, was die Neoprendame natürlich als Sieg für Deutschland bewertete. Soweit ich mich an meine Fußballzeit erinnere, haben wir damals eher selten gewonnen, wenn der Ball in unserem Tor landete …





Schon wieder Weltuntergang wegen dem ollen Maya-Kalender: heute oder morgen!

3 06 2016

Was? Schon wieder ein Weltuntergang wegen dem Maya-Kalender? Doch, es scheint zumindest in Indien ein paar Spinner zu geben, die genau ads behaupten. Gemäß dieser Meldung vom 31. Mai aus Indien (hier die unschöne WebCite-Version) haben sich die Leute damals nämlich einfach alle verrechnet, denn  ….

Scholars Release The Latest Date For Apocalypse –

June 3-4, 2016

Also heute oder morgen! Das heute Abend beginnende Weinfest im Nachbarort könnte man also noch schnell zur großen Weltuntergangsparty umdefinieren, denn irgendwelche „Scholars“ haben das ja berechnet. Mit dem Wort Scholar ist das aber schon ein kleines Problem, denn es kann laut leo Schüler, Student, Wissenschaftler, Stipendiat oder Lerner (dieses Wort scheint es im Deutschen tatsächlich zu geben) bedeuten. Aber egal, ob Schüler oder Wissenschaftler, die Berechnung ist schon hanebüchen grotesk. Bekanntlich ist der Maya-Kalender bzw. die schon für die letzte Mayakalender-Weltuntergangsberechnung berücksichtigte „Lange Zählung„, ein einfacher und reiner Tageszähler, bei dem sich die Wissenschaftler lediglich über das genaue Anfangsdatum streiten. Warum man aber dann irgendeine Differenz aus den Jahreslängen des julianischen Kalenders (365,25 Tage) und des gregorianischen Kalenders (365,2425 Tage) zur – vermuteten – Jahreslänge des Maya-Jahreskalenders (365 Tage) berechnen müssen soll ist wohl nur den Rechnenden selbst klar. Der Charme der langen Zählung war ja gerade, dass ein Tag nach dem anderen gezählt und keine Rücksicht auf die Länge eines Jahres genommen wurde.

Hinzu kommt, dass man nur dann auf das heutige (oder morgige) Datum kommt, wenn man die krude Rechnung mit dem julianischen Kalender ausführt – und sehr kreativ rundet. Hier die Rechnungen aus der indischen Zeitung, die als Basis immer die 13 Maya-Zyklen a  144000 Tagen benutzen:

1,872,000 days/365.2425 (Gregorian solar year) = 5125.36 years

OpenOffice Calc liefert: 5125,361917, also wenigstens richtig gerundet.

1,872,000 days/365.25 (Julian solar year) = 5125.256 years

OpenOffice Calc liefert: 5125,256676, warum hier auf 3 Nachkommastellen und dann auch noch falsch gerundet wird, das wird nicht erläutert …

1,872,000 days/365 (Haab solar year) = 5128.76 years

OpenOffice Calc liefert: 5128,767123, also wieder eine offensichtlich falsche Rundung.

Subtract 5128.76 years (Haab) from 5125.256 years (Julian)

Warum vom julianischen Kalender????

=3.504 year difference and that makes 1260 days

Tja, das müssen dann aber 3,504 sehr kurze Jahre gewesen sein, denn wenn man 1260 durch 3,504 teilt landet man bei 359,589 Tagen pro Jahr, und das macht nun mal gar keinen Sinn …

Dass man nicht den gregorianischen Kalender zum Rechnen benutzt hat könnte einfach daran liegen, dass dann der Weltuntergang schon längst vorbei gewesen wäre, egal ob man für die Länge eines Jahres jetzt 365, 365,2425 oder 365,25 Tage benutzt, die letzten beiden Wochen hätten wir nicht mehr erlebt.

So bleibt nur abzuwarten, ob die Rechnerei vielleicht doch noch einmal upgedated wird, denn wenn man richtig rechnet (bzw. OpenOfficeCalc rechnen lässt), dann beträgt die Differenz zum ursprünglichen Weltuntergangsdatum im Dezember 2012 zwischen 1262 (wenn man ganz kurze Jahr aus obiger Rechnerei annimmt) und 1283 Tagen …

… blöd nur, dass das dann nicht zu einer für Astrologen wichtigen Stellung passt:

Of course, there is also the perfect square grand cross alignment on June 4 this year. „The Cardinal Grand Cross is an alignment with 4 planets, all squaring each other. A square aspect is a 90 degree separation between planets. It causes friction,“ says Adam Sommer on his webpage, Astrology with Adam Sommer.

„Friction“?  War nicht in der Überschrift etwas von „Apocalypse“ zu lesen? Ist ja auch egal, denn auch dieser Weltuntergang wird spurlos an uns vorübergehen.





Dem Herrn Müller seine Fünf oder das letzte Zucken einer versprengten Zahlenschwurblertruppe

12 05 2016

Eigentlich hatte ich nach ganz etwas anderem gesucht, aber nachdem ich auf diese Seite gestoßen war musste ich dort einfach weiter stöbern …. Es geht um das da:

penta00

Und auf den folgenden Seiten erfährt man dann etwas über diese „Lehre“ …

im Alltag, über ihren Schöpfer, seine Werke und über das Schiksal sowie die Perspektive der Pentalogie von Hans Müller erfahren Sie hier mehr.

Die Pentalogie von Hans Müller im Alltag? Was heißt eigentlich Pentalogie? Wikipedia weiß da etwas :

Eine Pentalogie von griechisch pentalogía (penta „fünf“ und logos „Wort“) ist eine Folge von fünf zusammengehörenden künstlerischen Werken

Die Beispiele (klar kenne ich die Anhalter-Serie von Douglas Adams, die als „vierteilige Trilogie in fünf Bänden“ reüssiert; während mir John Updike’s „Rabbit-Pentalogie“ völlig unbekannt ist) bringen in Hinsicht auf Herrn Müller keine Klärung, also musste ich mich weiter durch die Webseiten wühlen. Viel Neues sollte man da allerdings nicht erwarten, denn …

In dieser Lehre wurde nicht viel NEUES Wissen zu den Menschen gebracht, sondern ALTES Wissen mit einem Struktursystem verbunden, dass in seiner Pentamerie (Fünfstrahligkeit) den Menschen innerhalb seines Körpers repräsentiert. Dieser streckt sich mit seinem Kopf, den beiden Armen und den beiden Beinen mit genau 5 Teilen in die Umwelt hinein.

Also „ALTES Wissen“, neu in irgendetwas „Fünfiges“ strukturiert? Hä? Und überhaupt: Was war das mit der Fünfstrahligkeit? Genau 5 (fünf) Teile strecken sich … … hmmm, manche Männer würden da ja vielleicht – die einen mehr, die anderen weniger – widersprechen … … aber egal, das dürfte also ein Bild ergeben, das ungefähr so aussieht (danke Wikipedia):

220px-Pentagram.svg

 Aber halt, Herr Müller hat das obige Bild noch ein wenig weiter geführt, denn …

Mit hinzu zu nehmen sind dann 5 Lücken, wovon je zwei neben dem Kopf und neben dem Körper sowie eine zwischen den gespreizten Beinen liegt.

Holla! Lücken neben dem Kopf und neben dem Körper – und sogar eine zwischen den gespreizten Beinen!!!!!! Ääääh, ganz schnell das Kopfkino ausschalten! Am Ende kommt dann jedenfalls laut Herrn Müller folgendes Bild bei der Pentalodingens heraus:

penta04

Und die Zahlen? Wo kommen die denn jetzt her? Erwürfelt?  Wohl nicht! Denn immerhin wird schön ordentlich gegen den Uhrzeigersinn gezählt, oben bei 1 angefangen und links vom Kopf steht dann die Null. Und das gibt dann was?

Der Bezug, der durch den Fünfstern in Kombination mit den Zahlen -als wirkende Prinzipien- auf den Menschen hergestellt wird, ermöglicht eine sehr diffizile, genaue pneumatische (feinstofflich-geistige), aber auch somatische (körperliche) Analyse der individuellen Anlagen, vermutlichen Neigungen, potentieller Schwachstellen und Stärken, wenn man denn bereit ist, das Wirken der 10 Prinzipien als gegeben und richtig anzuerkennen.

Ein herrlicher Absatz! Ein „Fünfstern„, der ja eigentlich ein Zehnstern ist, wohl doch eher willkürlich zugeordnete Zahlen – und das alles soll dann irgendwelche Anlagen und Neigungen zeigen, „wenn man denn bereit ist“ den Quatsch als „gegeben und richtig anzuerkennen„. Das ist immerhin ehrlich, denn wenn man nicht bereit ist bleibt das eben Quatsch! Und was bedeuten die Zahlen jetzt? Nun ja,  wer ein wenig Zeit hat kann sich die 10 Zahlenprinzipien hier (“ … eine sehr freie, philosophisch geprägte Zusammenstellung einiger Eigenschaften, keineswegs vollständig …„) anschauen, ich habe mir ein paar Lieblingsprinzipien herausgesucht

  • Null, Ursprungs-, Wandlungs- und Endpunkt aller Zahlen. Null ist das Nichts, die Leere und ihr Gegenteil. Sie ist als 10: Alles in Allem, die Fülle.
  • Die Neun ist das eigentliche Moment der Zahl. Sie ist Kennzeichen des bewegenden Willens und der Zeit. Sie ist die schwingende, übermittelnde und übertragende Frequenz der Prinzipien. Die Neun ist an sich kein schöpferisches Prinzip. Sie zeugt nicht und schafft nicht selbst. Sie ist nicht polar, nicht zentral, nicht führend und nicht originell. Dafür ist sie vermittelnd, leitend und übermittelnd, obwohl sie selbst der Anleitung, der Anregung und Führung bedarf.
  • Für die Lücke zwischen den Beinen gilt: […] Sechs ist der zeugende Wille, die triebhafte Natur, der Kraftgeist, der in das Irdisch-Körperliche herabzieht. Sechs ist Attraktions- und Repulsionswirken. Sechs sind die körperlichen und animalischen Instinkte und Energien.[…] Die sechste Stufe bedeutet die Einordnung der oberen Dreiheit in den Bereich der elementaren Welt. Das Resultat der Schöpfung aus der Dreiheit des Geistes: 1 + 2 + 3 = 6.

Ja, toll! Während die Null auch eine Zehn sein kann und die Neun leitend Anleitung braucht wird bei der Sechs plötzlich und unerwartet (richtig) gerechnet: 1 + 2 + 3 = 6. Was bei der Sechs so wirklich, also im Detail, addiert wird ist zwar nicht so ganz klar, aber in dem schwafligen Geschwurbel besticht diese triviale Rechnung durch ihre Klarheit. Dann gibt es noch „Achsen„, die man einfach dadurch erhält, indem man gegenüberliegende Spitzen des DoppelpentagramsPrinzipien“ miteinander verbindet. Hier ein Beispiel ohne das dazugehörige Erklärungsgeschwurbel:

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Nicht zur Erläuterung sondern zur weiteren Verschwurbelung trägt die auf dieser Seite zu findende „Kostprobe der Originalliteratur […] aus dem Werk „Strahlungsorganismus“ (Das strahlende System des menschlichen Geistes Band 5, Textausschnitt aus dem Kapitel „Die achsialen Verspannungen und ihre Lösung nach Zeiten, Seiten 288-293)“ am Ende bei. Und hier wird wieder gerechnet – dieses Mal aber nicht mit irgendetwas sondern mit Lebensjahren:

So löst sich zum Beispiel die Vertikalachse von Sechs nach Eins, als Spannung, die dem numerologischen Aspekt der Zahl 16 entspräche, mit 16. Jahren aus. […]

In entgegensetzter Richtung löst sich die Achse von Eins nach Sechs als Spannung mit 61 aus. Folgerichtig zu erwarten ist das mit 61 Jahren.

Herr Müller erblickte wohl dann die 5 Achsen und plötzlich fiel ihm etwas auf:

Werden die Achsen so herausgestellt, dass die beiden Lösungszeiten übersichtlich untereinander stehen, dann ist zunächst zu erkennen, dass die Anfangs- und Endzeiten gänzlich verschieden liegen, dass aber die Zeitabstände dazwischen die gleichen Längen, beziehungsweise die gleiche Zeitdauer aufweisen. Die Differenz macht in jedem Falle 45 aus. Analog dem ist das eine Zeitdauer von 45 Jahren.

Das musste er natürlich gleich noch einmal vorrechnen:

  • I.          16 bis 61:  Differenz zwischen 61 und 16 ist 45.
  • II.         27 bis 72:  Differenz zwischen 72 und 27 ist 45.
  • III.        38 bis 83:  Differenz zwischen 83 und 38 ist 45.
  • IV.        49 bis 94:  Differenz zwischen 94 und 49 ist 45.
  • V.         05 bis 50:  Differenz  zwischen 50 und 05 ist 45.

Was für einen Mathematiker offensichtlich ist* lieferte Herrn Müller eine sensationelle Erkenntnis und plötzlich ward ihm die Zahl 45 ganz ungeheuer wichtig:

Hier tritt die Zahl 45 als Zeit und als Frequenzwirken recht deutlich in Erscheinung. Sie ist stets in dieser Bedeutung anzutreffen, als höchst entscheidendes generelles Moment im Dasein des Menschen und aller Wesen.

Hat man erstmal die 45, dann kann man – wie Herr Müller – weiter damit herumspielen. Halbieren ist so eine Möglichkeit, dann erhält man 22,5 und diese Zahl wird dann auch irgendwie wichtig – und kriegt deshalb einen netten Namen: „Mittenauslösung„! Und wieder kann gerechnet werden, wobei auf das Kleinzeugs hinter dem Komma gerne verzichtet und mal ab- und mal aufgerundet wird.

Neben den Achsen gibt es noch „Ebenen“ (das ist einfach: wenn man 2 und 0 oder 3 und 9 oder 4 und 8 oder 5 und 7 in obigem Bild verbindet kriegt man eine solche) und Trigolone! Trigo-was? Gemach, das wird so erklärt:

Die Pentalogie kennt 3 Trigolone. Ein Trigolon ist charakterisiert durch drei Prinzipien, je eins aus der ‚ersten Welt‘, eins aus der ‚zweiten‘ und eins aus der ‚dritten Welt‘.

Wo die Welten jetzt herkommen sollte man nicht hinterfragen, weil es sowieso egal zu sein scheint:

Die Einteilung des Pentagramms in 3 Welten ist eine eingebürgerte Ausdrucksweise, man kann auch philosophisch herangehen und von 3 Sektoren sprechen.

Aha! Eine Welt ist also ein Sektor, zumindest wenn man philosophisch herangeht …

Die Null gehört keiner Welt an!

Ich finde es ja fies, die Null einfach von allen Welten auszuschliessen, wo sie doch (s.o.) auch eine 10 und damit „Alles“ sein kann.

Die Durchspannung der drei Welten eines Trigolons führt zur geometrischen Form des gleichseitigen Dreiecks und stellt für den Träger der Zahlen ein harmonisches Verspannungsmoment dieser Prinzipien dar, das sich von der Achsenverspannung durch den Grad der wechselseitigen Einwirkung abhebt. Schließlich sind bei der Achsenverspannung immer je 2, beim Trigolon je 3 Prinzipien beteiligt.

Und so sieht das dann aus (Beispiel):

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Es gibt dazu noch ein Mutter-Trilogon (2-5-8) und ein Sohnes-Trigolon (3-6-9) – Töchter scheinen in der Pentalogie nicht zu existieren. Außerdem sind die Trigolone natürlich keine „gleichseitigen Dreiecke„, gleichschenklig ja, aber dass sie nicht gleichseitig sind sieht man sofort (die Seite ‚1-7‘ ist offensichtlich länger als die gleich langen Seiten ‚1-4‘ und ‚4-7‘). Was es damit auf sich hat wird ausnahmsweise mal nicht erklärt, über diese „Dreifachverspannungen“ kann man sich in den entsprechenden Kursen informieren – so man denn will (… ich verzichte gerne).

So richtig beginnt die Schwurbelei und Schwurbelrechnerei aber erst bei diesem Thema:

Das dynamische Pentagramm
beschreibt dagegen die individuelle bzw. spezielle Betrachtung, was sich durch die Auswirkungen des energetischen Verhaltens der Prinzipien ausdrückt. Um herauszufinden, wo die Prinzipien des (Geburts-)Datums in der dynamischen Betrachtung stehen, muss zunächst die Quersumme des Datums errechnet werden, welche gleichzeitig den Typ verrät. Die Endziffer muss einstellig sein und gibt an, welches Prinzip die Position der EINS erhält. Davon ausgehend wird logisch weitergezählt, wobei die dynamische Kreisung ebenfalls nur die Zahlen enthalten sollte, die im (Geburts-)Datum statisch enthalten sind und in die Betrachtung einfließen. Die Jahrhundert und Jahrtausendziffer wird zwar in der Quersumme hinzugezählt, für die statisch-dynamische Betrachtung des Individuums oder des Ereignisses werden diese beiden Zahlen in der Regel jedoch nicht berücksichtigt.

Verstehen muss man das aber nicht, denn auf dieser Seite kann man sein Geburtsdatum eingeben und erhält das bekannte Bildchen, jetzt aber mit einer Zahl in der Mitte und einer sehr eigenwilligen Belegung einiger „Spitzen“:

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Klar, das liefert ganz viel Faselpotential, das sich zum Beispiel  so liest:

Menschentyp 2/Zwei
Zweiertypen unterliegen der bipolaren Wechselspannung und finden sich oft in gegensätzlichen Verstrickungen, zwischen oben und unten, Recht und Unrecht, diesseits und jenseits, sympathischem Anziehen und antipathischem Abstoßen. Trotz dieser Zerteilung wird dem Zweiertyp ein ruhiges Temperament nachgesagt, was ihn nicht davon abhält mehrere Sachen gleichzeitig zu verfolgen bzw. zubereiten. Wenn er sich für eins der vielen Dinge entscheiden muss, so tut er dies i.d.R. recht überlegt und wohl reflektiert. In Geldsachen und anderen wirtschaftlichen Gebieten bleibt er sich ein Leben lang treu, immer das Eigentum bewahren oder bedacht vermehren. Im Zweifelsfall kann dieser Typ sehr beherzt seine Überzeugungen vertreten bis hartnäckig durchsetzen. Da 2 eine weibliche Zahl ist gelingt es den weiblichen Trägern des Typs in den meisten Fällen besser damit zurecht zu kommen. Bei Einflüssen aus dem Umfeld sind es andere Frauen, die dem Typ in unbefriedigender Weise zu Entwicklungen verhelfen, die ihn in Intrigen verwickeln und zu Verlusten nahestehender Personen führen. […]

Pseudopsychologisches Geschwurbel vom Feinsten! Und das war jetzt nur ein Teil des Textes für die „2“ in der Mitte! Auf jeden Fall haben die Anhänger dieser sehr merkwürdigen Zahlenschwurbelmethode mehr als genug Material für ausuferndes und völlig sinnloses Gelaber, denn Herr Müller postulierte in einem seiner Werke sage und schreibe „47 pentadische Menschentypen“ (also 45 plus zwei!).

Apropos Anhänger der Pentalogie: Viele scheinen es ja nicht zu sein. Tatsächlich finden sich bei einer Googlesuche – neben der hier mehrfach zitierten Webpräsenz – kaum Einträge über diesen Unsinn (allerdings anderes numerologisches Schwachsinnszeugs, das sich auch so nennt). Aber die „Gesellschaft Penta e.V.“ hat immer noch einen Treffpunkt, der sogar mit „einem Multifunktionsgerät zum Drucken, Scannen und Kopieren“ ausgestattet ist. Dort gibt es die Bücher des großen Meisters, die allerdings ansonsten vergriffen sind. Nachdrucken geht leider nicht, da Herr Müller die Rechte an seinen Werken seiner letzten Lebensgefährtin übertragen hat – und die scheint sie nicht herausrücken zu wollen. Die letzten verbleibenden Fans (viele scheinen es nicht zu sein: 5 in Deutschland und eine Dame in Österreich) leiden zumindest nicht an Bescheidenheit, denn sie bieten sogar eine Penta-Akademie im Angebot. Auch die „Gesellschaft Penta e.V.“ möchten die letzten Verbliebenen wieder aufleben lassen, denn da ist in den letzten Jahren doch einiges passiert. Schien es zum Start in Sechzigern noch zwei andere Protagonisten, waren die irgendwann dann doch weg:

Diese beiden Männer gingen jedoch jeder seine eigenen Wege: das Institut für Pentalogie in Basel, dem Wohnsitz von F.G. erstarb mit den Jahren, die Beteiligung von H.E. ließ nach, als eine stärkere kommerzielle Ausschlachtung des Wissens unerwünscht war.

und weiter:

Nach Hans‘ Tod (Mitte der Achziger Jahre) wurde der Verein nicht gelöscht, er lag „auf Eis“, weil niemand aktiv war.

Das hätte es ja sein können, aber dann:

In den 90-er Jahren wurde der Verein durch Christas Initiative und den Unterschriften vieler ehemaliger Mitglieder reaktiviert, um einer neuen Gruppe <<Interessenten an den Quellen der Pentalogie von Hans Müller>> eine Platform zu geben, mit der sie (rechtlich) abgesichert sind.

Und dann wird`s tragisch:

Dieses anfängliche Wirken verlohr sich, als die Hauptperson aus „der neuen Gruppe“  absprang und erstarb vollends für viele Jahre, nachdem Christa bei einem Autounfall plötzlich verstarb.

Und trotzdem gibt es noch ein paar rührige Vertreter dieser Schwurbelei, die es sogar geschafft haben, ihren Nonsens an zwei Volkshochschulen unterzubringen: In Merzig gab es 2015 einen Kurs und die vhs Worms hat zumindest einen Informationsabend angeboten. Eine allzu große Zukunft dürfte diese Zahlenschwurbelei trotzdem wohl nicht haben. Aktuelle Kursangebote sind nicht zu finden, die Literatur ist nicht mehr verfügbar, die letzten Protagonsiten sind überwiegend im Rentenalter. Ersatz gibt’s ja in Hülle und Fülle, zum Beispiel bei Frau Wenzel – ihre Pentalogie („Der planbare Erfolg fürs Leben„)  hat zumindest ein hübscheres Bild auf dem Titel des selbstverlegten Buches.

 

<small>* Wenn man eine aus den beiden Ziffern a und b (a > b) gebildete zweistellige Zahl (10a + b) „herumdreht“, also die Zahl (10b + a) bildet, dann ist die Differenz zwischen den beiden Zahlen immer 9*(a-b), und da a-b hier immer gleich 5 ist … … egal! Wer erwartet hier schon mathematische Erkenntnisse?</small>





Frau Treppner will die Dollarmillion …

12 11 2015

Ja, ich weiß. In den letzten Monaten war hier nicht allzu viel zu lesen, aber ich hatte einfach zu viel zu tun. Natürlich habe ich auch mehr als die 18 bisher hier erwähnten Prognosetexte/-seiten für die alljährliche Auswertung gesammelt, die ca. 50 weiteren Blogeinträge, Newsletter und Youtube-Videos waren nur so langweilig, dass ich mir lakonische Kommentare dazu verkniffen habe. Aber seit gestern gibt es etwas Interessantes, und da muss ich einfach kommentieren – und nicht nur weil ich dort auch erwähnt werde …

Es geht – nach langer Zeit ‚mal wieder – um Frau Treppner, eine Frau, die sich im Internet als große Kartenlegerin, Hellseherin und was-weiß-ich-noch zu inszenieren versucht. Legendär ihre fast schon wahnwitzigen Interviews im DAF (Deutsches Anleger Fernsehen), in denen man zum Beispiel erfahren konnte, dass sich Gold prostituiert. Für 2008 hatte sie sich selbst eine ganze Reihe von Treffern bei ihren DAX-Prognosen gut geschrieben, sogar für Monate für die sie gar keine Prognose abgegeben hatte. Jetzt aber will sie es wirklich wissen, denn sie will die Dollarmillion von der JREF (James Randi Educational Foundation) abkassieren, die bekanntlich für den Nachweis einer parawissenschaftlichen Fähigkeit ausgelobt ist. Mal schauen was die Dame dazu so schreibt

Sie behauptet sich schon einmal bei der JREF beworben zu haben und dann zur GWUP verwiesen worden zu sein:

Ich weiß nicht mehr genau wann, 2007 oder 2008, da hatte ich mich schon einmal beworben. So weit ich mich erinnere, war aber Hüter des Heiligen Grals die GWUP. Irgendwie konnte man sich über diese Vereinigung bewerben. Das tat ich.

Ich weiß ja nicht ob sie sich wirklich beworben hat, aber bei ihren mir bekannten „Prognosen“ dürfte sie durch jede Vorprüfung gefallen sein. Jetzt also der nächste Versuch:

Ich, nicht dumm,[…]

da masse ich mir kein Urteil an …

[…] hab mich dann direkt bei dem Verein „JREF“ (James Randi Educational Foundation) beworben. Mein Englisch ist etwas mühselig. Vielleicht hat man mein Anliegen damals nicht verstanden, auf jeden Fall gab es auch keine Antwort.

Könnte das daran liegen, dass die Kriterien für einen solchen Antrag nicht erfüllt wurden? Das erfordert nämlich nicht nur das Lesen eines englischen (!!!) Textes, sondern auch das Verstehen desselben.

Nach einigem Blabla über ihre tollen Prognosen im Rahmen irgendwelcher Fernsehaufnahmen (ich erinnere mich) – natürlich lag sie immer richtig, wurde allerdings herausgeschnitten – will sie sich nun dem ultimativen Test stellen. Zumindest behauptet sie das:

Nun ist die Zeit aber reif für eine weitere Offensive. Schließlich habe ich mir die Sporen mit der Börsen-Astrologie mehrfach verdient. Bis hin zur Wallstreet. Ok, ich bin auch nicht 100 %, aber die muss ich auch nicht unter Beweis stellen, sofern ich die Anforderungen richtig heraus lesen konnte.

Nein, sie braucht keine 100%, sie muss nur besser als der Zufall sein (was sie bei den mir bekannten Prognosen niemals war) …

Ich würde mich ja auch der GWUP stellen, aber 1. haben die keine Eier in der Hose und Angst vor mir und 2. würden dann Laien mir als Profi die Regeln diktieren. Der Ehre wegen und für den Freifahrtschein aller Astrologen würde ich es natürlich machen. Als Löwe mag ich auch Herausforderungen. Ich bin mindestens genauso blasiert wie die Buchhalter.

Angst? Vor Ihnen, Frau Treppner? Lächerlich! Und nein – bei solchen Tests werden keine Regeln einseitig diktiert. Man entwirft gemeinsam ein – wissenschaftlichen Ansprüchen genügendes – Testprotokoll.

Ich bin ja neugierig,ob Frau Treppner nur labert oder sich tatsächlich bewirbt. Bei der GWUP hat sie zumindest schlecht recherchiert, denn ihr Halbsatz …

In Deutschland befasst sich mit dem paranormalen Belegen die GWUP (hier gibt es aber keinen Zaster)

… ist definitiv falsch. OK, man könnte offensiver darauf hinweisen, aber die 10.000 Euro sind noch da. Und wenn sie den GWUP-Test besteht, dann darf sie sich auch gerne für die Dollarmillion der JREF bewerben, denn das wäre eine Referenz an der die JREF nicht vorbei kommt. Und dass sie eine Referenz braucht, das hat sie immerhin herausgelesen:

wie man bei JREF lesen kann, gilt das übliche Bewerbungsverfahren nicht mehr. Ab sofort muss man Referenzen vorlegen (habe ich!!! – zig-fach!) …

Aber ob diese Referenzen als solche anerkannt werden? Da wäre ich doch skeptisch! Aber man braucht ja noch etwas:

… und mit einem Fernseh-Team kann man ab Anfang nächsten Jahres, sofern ich es richtig übersetzt habe, sofort geprüft werden.

Nein, Frau Treppner, das haben sie nicht so ganz richtig verstanden! Ein unabhängiges (!!) Fernsehteam alleine reicht nicht, denn, egal ob bei der GWUP oder der JREF, zunächst muss das Testprotokoll, also die Regeln, abgestimmt werden.

Ich will aber mal nicht so sein und erkläre hier kurz wie das geht – es ist nämlich gar nicht so schwer:

  1. Schreiben Sie auf was sie zu können glauben (z.B. mittels Astrologie die Kurse bestimmter Aktien oder Indizes voraussagen)
  2. Beschreiben Sie genau (und vorab), wann eine ihrer Prognosen als Treffer gilt und wann eben nicht (z.B. Der Wert einer Aktie XY/eines Index fällt/steigt im Zeitraum Z – das kann jeder von ihnen frei zu wählende Zeitraum sein; „fällt“ heißt Wert wird kleiner, „steigt“ heißt Wert wird größer im angegebenen Zeitraum, der zum Börsenbeginn in z.B. Frankfurt beginnt und mit dem Closing dortselbst endet)
  3. Es gilt die einfache Regel: „knapp daneben ist auch vorbei“! Wenn die Aktie/der Index ein paar Tage früher oder später steigt oder fällt, dann ist die Prognose nicht „fast richtig“ sondern einfach falsch!

Wieviele Treffer bei wie vielen Versuchen sie dann zum Bestehen des Tests benötigen würden, das kann ihnen ein Statistiker, möglicherweise auch ich, dann gerne sagen. Erst aber müssen Sie ihre Hausaufgaben machen – das Fernsehteam brauchen sie erst wenn das Protokoll mit GWUP oder JREF abgestimmt ist.





Gute Idee, schlechte Durchführung: nutella personalisiert auf eigene Art

17 01 2015

Eigentlich ist es eine tolle Idee. Die wohl bekannteste Nuß-Nougat-Creme (zumindest im Westen unseres Landes, im Osten gab es ja das Konkurrenzprodukt nudossi) bietet den Kunden an, die Gläschen zu personalisieren – jeder kriegt also seine eigene nutella (oder heißt es sein eigenes nutella?) und das sieht man dann eben am Glas. Auf der Webseite wird das so beworben:

Alles was Du brauchst ist Dein nutella-Aktionsglas und zwei Namen, egal ob Vor- oder Kosenamen Deiner Lieben oder Dein eigener Name. Personalisiere dein nutella, denn nutella ist, was Du draus machst!

OK, haben wir probiert! Dabei essen wir beide das Zeugs gar nicht selbst, aber als Geschenk für die Enkel meiner Partnerin war das natürlich eine tolle Idee. Also ein Glas gekauft, die Webseite aufgerufen und dann einen gemeinsamen Namen für die Adressaten eingegeben – und dann enttäuscht feststellen müssen dass der „gewählte Name leider nicht verfügbar ist“. OK, man soll Vor- oder Kosenamen eingeben – und nichts anderes haben wir gemacht: aus dem Nachnamen der Adressaten einen Kosenamen gebildet … … aber das geht eben nicht. Der Grund dafür kann eigentlich nur sein, dass man bei den Nuss-Nougat-Leuten keine personalisierten Aufkleber drucken kann sondern bereits vorab eine Menge der zu druckenden Namen festgelegt hat und auch nur diese liefern möchte. Dafür spricht auch, dass man in Supermärkten verschiedene Standardnamen waschkörbeweise einsammeln könnte, denn dort liegen diverse dieser Aufkleber aus – und verteilen sich großflächig unter den Füßen der Kunden. An über die Ideen der Marketingleute hinausgehende Namen auf den nutella-Gläsern scheint man dort nicht gedacht zu haben, und dieser Verdacht bestätigt sich nach meiner Anfrage auf Facebook auf die ich folgende Antwort erhielt:

Lieber Michael, leider können lediglich Vor-und Kosenamen auf das Etikett gedruckt werden. Aber vielleicht hast du ja einen Spitznamen für deine Familie. Unser Team prüft deinen Vorschlag gerne. Wende dich hierfür in einer kurzen E-Mail an: service@deinnutella.de. Viele Grüße, dein nutella Deutschland-Team

Tja, nicht alle wollen Vornamen oder Kosenamen a la „Schatzi“ auf einem nutella-Glas lesen oder verschenken, da haben die Kunden schon ein wenig mehr Fantasie wie man auch der Facebookseite dazu entnehmen kann. So ist das ein schönes Beispiel für eine nicht zu Ende gedachte Werbeidee. Was „personalisieren“ bedeutet definiert also nutella ganz speziell … … schade!








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