Noch mehr Labertaschenprognosen für 2013 …

3 01 2013

Auch in der BILD am Sonntag durften ein paar Astrologen über das Jahr 2013 schwadronieren. Bei diesem „Astrologengipfel“ fanden sich ein paar alte Bekannte aus dem Astrowochengeblubber wieder: Erich Bauer, Michael Allgeier und Antonia Langsdorf. Dazu mit Sabine Woelky noch eine Astrologin, die sich nahtlos in die Riege dieser Nichts-aus-den-Sternen-lesen-Könner einreiht. Beispiele gefällig? Bitteschön! Eine wunderbare Sequenz (mit meinen Kommentaren in rot)

BILD am SONNTAG: Der Mond steht vor allem für Gefühle. Erwartet uns ein harmonisches Jahr?

ERICH BAUER: Es wird auf jeden Fall ein wechselhaftes Jahr, manches unterliegt starkem Wandel, sowohl politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich gesehen, aber auch bezogen auf die individuelle Entwicklungen der Menschen. Meine Antwort lautet also: Eher nein . . . (Blablabla)

CHRISTIANE WOELKY: . . . weil der Mond auch launisch ist. Mal voll, mal halb, mal gar nicht zu sehen. Wichtigster Rat: Nicht starr an alte Gewohnheiten klammern, sondern loslassen lernen. (Äh ja, das mit dem Wechseln zwischen voll, halb und gar nicht zu sehen macht der Mond doch jedes Jahr, was soll also dieser Satz????)

ANTONIA LANGSDORF: Es gilt, 2013 das Glück zu entdecken, das jenseits von Geld, Karriere und Konsum liegt. (Na herrlich! Und welches Glück ist das ihrer Meinung nach, Frau Langsdorf???)

Aber es geht ja noch weiter, und immer im gleichen Stil.

BamS: Findet die Euro-Krise zu einem guten Ende?

MICHAEL ALLGEIER: Pluto steht 2013 und 2014 auf der Sonne des Euro: Pluto bedeutet Transformation und Tod, die Sonne steht für das Leben. Die schwerste Krise steht noch bevor, ob unsere Währung diese zwei Jahre überlebt, ist fraglich. (… und was hat Herr Allgeier jetzt aus den Sternmen gelesen? Überlebt der Euro jetzt? Oder doch nicht?)

CHRISTIANE WOELKY: Es kann gut sein, dass Griechenland die Euro-Zone noch verlässt. (Auch hier: Bitte eine Prognose Frau Woelky, ein Ja oder ein Nein!!!!!)

ANTONIA LANGSDORF: Wenn wir bis 2014 durchhalten, haben wir die Krise überwunden. (… das hat Frau Langsdorf schon mal angemerkt …)

Bei der Frage nach der Bundestagswahl finden sich immerhin drei Prognöslein, wobei die beiden Damen auf eine Große Koalition setzen::

BamS: Wer gewinnt die Bundestagswahl 2013, Angela Merkel oder Peer Steinbrück?

ANTONIA LANGSDORF: Merkel ist Krebs, Steinbrück ist Steinbock. Zusammen funktionieren die beiden Sternzeichen wie ein Traumpaar. Ich glaube, es kommt zu einer Großen Koalition. (Oha! Frau Langsdorf glaubt! Und was sagen die Sterne?)

CHRISTIANE WOELKY: Beide haben zur Bundestagswahl gute Sterne, aber Angela Merkels stehen noch ein bisschen besser. Demnach schafft sie es, oder bleibt bei einer Großen Koalition zumindest Kanzlerin. (Merkel bleibt uns also erhalten)

MICHAEL ALLGEIER: Am Wahltag haben wir den Mond im Stier, das steht für die Erhaltung des Status quo. (Das heißt wohl, dass auch die bisherige Koalition gemäß Herrn Allgeier weiter regieren wird – oder habe ich das falsch verstanden?)

Ansonsten gibt es noch ein wenig Promiblabla (wobei sich bei der Frage nach einer Schwangerschaft im monegassischen Fürstenhaus Woelky und Bauer nicht einig sind, während Langsdorf und Allgeier der Schwedenprinzessin Madeleine von der geplanten Hochzeit abraten) und das wars dann.

Sandra Schiffer nennt sich „Dozentin“, ist aber eigentlich – so sagt sie selbst – „Berufshexe“. Für ihre Heimatstadt Duisburg sagt sie voraus:

„Im neuen Jahr“, so prophezeit das Medium vom Dellviertel, „wird es eine große Hilfe von Außen für diese Stadt geben, eine finanzielle Wohltat, die uns alle weiterbringt.“ Die Karte „Rad des Schicksals“ zusammen mit der Karte „Harmonie“ sagen ihr das ganz genau. Dann muss es ja stimmen. Das Universum, so sagt sie, hält für diese Stadt eine großen Geldsack bereit. Wunderbar!

Sie weiß aber auch, was mit diesem „Geldsack“ nicht gebaut wird:

A propos Geldsack: Könnte der dann nicht auch beim furchtbaren Murkel-Bau „Mercatorhalle“ hilfreich sein? Wann erklingt hier wieder Musik der Philharmoniker? Oh, der Blick der Kartenleserin, er verfinstert sich, sie starrt auf einzelne Karten mit den symbolträchtigen Namen „Fünf der Kelche“ und „Münzritter“, die sie so eben auf den Glastisch geblättert hat und sie orakelt: „Hier kann eigentlich nur noch ein Wunder helfen, dass im Jahr danach wieder die Musik erklingt.“ Au weh, selbst der verschobene Neueröffnungstermin vom Sommer 2014 steht also auf wackligen Füßen, um den Pfusch am Bau in der Mercatorhalle komplett zu beseitigen? „Es fehlt das Geld, ein Münzritter, ein großzügiger Sponsor muss sich finden.“

Die Lübecker Nachrichten hatten nicht nur Martina Kaczmarek ins Rennen geschickt, mit Angelika Lindenau-Hoos darf auch im Lokalteil der Stadt Lübeck eine Wahrsagerin die Zukunft erpendeln:

Auch für die Zukunft Lübecks hat die Wahrsagerin nun das Pendel geschwungen. Zwar bestehe zwischen Elementen wie Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft viel Konfliktpotenzial im kommenden Jahr, es gebe aber auch viel Hoffnung für die Stadt. So sehe sie etwa in 2013 einen großen asiatischen Investor in der Hansestadt investieren. „Das bringt Lübeck wieder weiter voran“, sagt sie. Und ohnehin würde das viele Wasser, das Lübeck umgibt, positive Energien in die Stadt leiten — auch wenn im Mondjahr 2013 mit viel Hochwasser zu rechnen sei.

Ein asiatischer Investor also in Lübeck und Duisburg erhält unverhofft Geld – wer’s glauben will …

(Aktueller Zwischenstand: 25 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)

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2 responses

3 01 2013
gnaddrig

CHRISTIANE WOELKY: . . . weil der Mond auch launisch ist. Mal voll, mal halb, mal gar nicht zu sehen.(…)

Mir will nicht in den Kopf, wie man ausgerechnet den Mond als launisch bezeichnen kann. Der macht das mit dem ständigen Zu- und Abnehmen ja nicht nur jedes Jahr, sondern seit Jahrmilliarden zuverlässig jeden Monat mit geradezu beängstigender Regelmäßigkeit. Weniger launisch könnte er kaum sein.

Ein launischer Mond würde die Mondphasen mal durcheinanderwerfen, mal ein paar Tage lang Neumond spielen, sich als Nibiru verkleiden oder einfach die Richtung wecheln. Tut der alte Langweiler aber nicht. Von daher, wer sich den Mond als Vorbild nehmen wollte, müsste sich einen extrem regelmäßigen Lebensstil zulegen, immer zur gleichen Zeit immer das gleiche essen, immer zur gleichen Zeit aufs Klo gehen usw.

Jedenfalls zeigt Frau Woelky hier sehr schön, dass Astrologie eben nur leeres Gerede ist, das mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

25 01 2013
Madame Etoile und die Lila Flieder Töne der Astrologen @ gwup | die skeptiker

[…] mehr Labertaschenprognosen für 2013, Wahrsagerchecks-Blog am 3. Januar […]

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