Lottojackpot die Zweite – Herr Tjaden berichtet über sich selbst

30 01 2009

Vor einigen Tagen hatte ich die Meldung von Herrn Tjaden gefunden, der sich von einem Hellseher einen Satz Lottozahlen geben liess und sie dann auf seiner Webseite versteckte. Udo vom RatgeberNews-Blog fühlte sich verarscht, weil er die Zahlen auf der angegebenen Webseite nicht finden konnte – und hatte jetzt möglicherweise Pech. Herr Tjaden berichtet nämlich aktuell wieder über die Sache und behauptet, die von dem hellsichtigen Unternehemensberater aufgeschriebenen Zahlen hätten 5 Richtige mit Zusatzzahl gebracht … … das wären immerhin knappe 70.000 Euro gewesen, aber bei der eher durchschnittlichen Zahl von 26 glücklichen Gewinnern in dieser Gewinnklasse dürften die Zahlen des selbst ernannten Wahrsagers keine Rolle gespielt haben.

Die Frage wo und wie Herr Tjaden die Zahlen versteckt hat ist bisher übrigens nicht beantwortet, aber wer danach gesucht hat kann das jetzt lassen:  Das Ergebnis der Ziehung 1, 3, 15, 22 (Zusatzzahl), 24, 38, 47 muss ja bis auf eine Zahl auf dem Zettel des Wahrsagers und damit auch irgendwo bei Herrn Tjaden gestanden haben …

Lottotipper sollten sich ihre Einsätze übrigens noch ein paar Tage sparen: Der Jackpot kann ja nur am nächsten Mittwoch gezogen werden – da der Wahrsager „gesehen“ haben will, dass der Glückspilz nicht nur 6 Kästchen ausfüllt sondern dass daneben eine Zeitung aus dem Februar lag, kann der Siegesschein frühestens am Sonntag ausgefüllt werden – es sei denn der Tipper hat seinen Schein neben einer Tageszeitung aus dem Vorjahr ausgefüllt.

Immerhin schafft es Herr Tjaden – eigenen Angaben zufolge – von der Redaktion der Bildzeitung wahrgenommen zu werden und soll nun für Samstag und nächsten Mittwoch einen Lottoschein abgeben. Bei der aktuellen Zeihung hatte er das dummerweise versäumt. Jetzt sagt der Wahrsager die Zahlen 2, 4 und 17 voraus – und mehr wird von Herrn Tjaden wieder einmal nicht verraten. Herr Tjaden sollte sich außerdem entscheiden, welchen Vornamen sein Wahrsager trägt: Im neuen Text heißt er zunächst Wilfried, weiter unten wieder Werner (wie in der ersten Meldung).

Irgendwie riecht das sehr nach versuchtem Selbstmarketing im Rahmen der Jackpoteuphorie – vielleicht hat der Herr das ja nötig.

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Astrologiequiz bei eltern.de – Falsche Antworten und Nonsensgeschwafel

30 01 2009

Die Zeitschrift Eltern erscheint seit 1966 monatlich im verlag Gruner & Jahr, hat derzeit eine Auflage von ca. 360.000 Exemplaren und erreicht damit 1,55 Millionen Leser – wenn man den Informationen auf Wikipedia glauben will. Dazu gibt es eine Webseite mit einer ziemlich aktiven Community und vielfältigen Themen rund um Kinder und Schwangerschaft. Seit heute gibt es in der Rubrik Familie und Urlaub beim Thema „Familienleben“ ein kleines Quiz zu bestaunen, das allerdings einen gravierenden Haken hat: Bei einigen der Fragen sind alle angebotenen Antworten schlicht und einfach falsch! Ob es daran liegt, dass man auf der Familienleben-Seite einen Link zu diesem Quiz vergeblich sucht?

Aber der Reihe nach. An der ersten Frage ist nichts zu beanstanden, gefragt wird nach der wörtlichen Bedeutung des Wortes Horoskop und natürlich sind die Antworten „Ihre Sterne“ oder „In die Zukunft blicken“ falsch. „In die Stunde blicken“ ist richtig. Bei Frage 2 wird es aber schon heikel. Die Frage lautet

So manches junge Elternpaar kann der Versuchung nicht widerstehen, ein Geburtshoroskop ihres Babys erstellen zu lassen. Doch was genau wird es ihnen verraten?

und die möglichen Antworten sind:

Die Zukunft ihres Kindes.

Die charakterlichen Eigenschaften ihres Kindes.

Das Verhältnis zwischen ihnen und ihrem Kind.

Tja, hier ist schon mal keine einzige Antwort richtig. Die Quizautoren werten die Antwort „charakterliche Eigenschaften“ als richtig, aber das konnte die Astrologie bisher nie belegen und die „Erklärung“ dazu ist absoluter Nonsens: „Zwischen den Astrologen herrscht jedoch keine Einigkeit, ob sich das Baby instinktiv den zu seinem Charakter passenden Geburtszeitpunkt wählt oder ob umgekehrt der Geburtszeitpunkt den Charakter bestimmt.“ Den Rest des Beitrags lesen »





Lotto Jackpot: Wieder mal versucht’s ein Wahrsager …

27 01 2009

28 Millionen Euro im Lotto-Jackpot – das ist doch der ultimative Test für die Wahrsager- und Hellsehergilde. Beim großen Jackpot im November 2007 hatte sich Emmanuel Charis blamiert – ob’s dieses Mal besser klappt? Heinz-Peter Tjaden ist zwar kein Hellseher, aber er hat einen besucht und sich von ihm etwas zum Lotto-Jackpot voraussagen lassen. Immerhin wissen wir nun, dass der Jackpot auch noch am nächsten Samstag zu gewinnen ist – denn der Wahrsager Werner Schneider sagt

„Am Mittwoch klappt es noch nicht“, sagt Werner Schneider, bietet mir einen Platz an, setzt sich ebenfalls hin und schließt die Augen. „Dazu müsste die 3 gezogen werden“, fügt er hinzu. „Diese Zahl sehe ich nicht.“

Was er dann sieht, schildert er so: Einen Mann, der in einer kleinen Annahmestelle einen Lottoschein ausfüllt. Sechs Kästchen füllt er aus. Neben ihm liegt eine Tageszeitung. Das Datum – nicht Januar, Anfang Februar 2009.

Zu dumm nur, dass Herr Tjaden die vom Wahrsager erhaltenen Zahlen nicht offen nennt sondern auf seiner Webseite versteckt. Vielleicht hat ja jemand Lust zum Suchen … … ich habe heute Besseres zu tun.





Cargo-Kult-Warentester

22 01 2009

Der von dem bekannten Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman geprägte Begriff der Cargo-Kult-Wissenschaft steht als Metapher für (formal bzw. syntaktisch richtige) Abläufe und Prozesse im Wissenschaftsbetrieb und im Umgang mit Technologie, bei denen der Status und Symbolgehalt dieser Vorgänge den tatsächlichen Nutzwert übersteigt. In Cargo-Kult-Wissenschaften wird versucht, durch eher symbolische Handlungen wirtschaftlichen Erfolg und öffentliche Anerkennung zu erreichen. Angewendet hat Feynman den Begriff insbesondere auch auf Para- und Pseudowissenschaften, wenn sie „ihre Theorien mit dem Erwerb von Formalia und Statussymbolen des Wissenschaftsbetriebs aufzuwerten versuchen“ oder sich generell so gebärden, als würden sie wissenschaftlich arbeiten.

Das gilt auch für die Cargo-Kult-Warentester. Genau so wie die Stiftung Warentest werden Produkte getestet und bewertet … … allerdings nach esoterischen Regeln, und wie und was da so getestet wird, das kann man wunderbar beim Life-Testinstitut nachlesen. Die Liste der Testmethoden ist schon bemerkenswert. Schaut man sich beispielsweise bei der ersten Methode ein wenig um, dann wird das Urteil Cargo-Kult oder Wissenschaftsmimikri klar: Als Beleg für die Wirksamkeit des Gerätes „Prognos“ gilt der Artikel eines gewissen Herrn Udo Arndt – der aber nicht in einer wissenschaftlichen Publikation sondern in der Zeitschrift esotera erschienen ist sowie eine „Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin e.V“, in der mit Prof. Meyl ein Skeptikern nicht unbekannter Pseudophysiker vertreten ist. Ähnliche Belege mit esotera-Artikeln (von Udo Arndt)  gibt es natürlich auch für andere der so genannten Testmethoden, die dann für einzelne Menschen den „Zustand seiner Lebensenergie und welche Einflüsse sich positiv oder negativ darauf auswirken“ messbar machen sollen. Was Lebensenergie bedeuten soll wird natürlich diskret verschwiegen – aber nach dem Prinzip ex falso quodlibet muss man das ja auch nicht erklären – es würde womöglich ja das Geschäft schädigen. Denn das Testen muss bezahlt werden und auch für die Nutzung des als Gütesiegel gedachten Testlabels zu Werbezwecken wird eine Rechnung erstellt.

Ob sich dieses Gütesiegel durchsetzt ist allerdings zu bezweifeln. Gefunden habe ich es bisher lediglich bei Produkten des esoterischen Internetversands „Allesgesunde„. Dieser wirbt auch schon mal im Rahmen eines Artikels von Udo Arndt zum Thema „Was hilft bei Elektrosmog“ – und natürlich kann man alle positiv getesteten Produkte dort bestellen. Anruf genügt, bestellt wird unter 0641-935698 – komisch nur, dass sich die  Faxnummer des Testers/Autors Udo Arndt davon nur in einer einzigen, der letzten, Ziffer unterscheidet …

Ein Blick ins Impressum von Allesgesunde bzw. Life-Testinstitut verschafft Klarheit. Zwar sind die  Ortsangaben verschieden (Life Testinstitut:  Mundingen, Allesgesunde:  Emmendingen), Straße und Hausnummer sind jedoch identisch – und natürlich auch die Postleitzahl … … kein Wunder, denn Mundingen ist ein Stadtteil von Emmendingen.  Natürlich könnte es ein phänomenaler Zufall sein, dass Udo Arndt sein Testinstitut im gleichen Haus betreibt wie der Webshop, der mit seinen Tests wirbt. Aber wenn ich ehrlich bin glaube ich nicht an solche Zufälle.





Zufriedene Kunden halfen nicht: Wahrsagebetrüger zu 20 Monaten verurteilt

15 01 2009

Wie der „Standard“ berichtet wurde ein Ehepaar, dass auf Esoterikmessen die Leute um mindestens 80.000 Euro erleichterte, jetzt zu 20 Monaten Haft verurteilt. Ob die anderen Angebote der jeweiligen Esoterikmessen weniger Betrug waren hat das Gericht natürlich nicht untersucht – interessant ist jedoch, dass eine Kundin, die dem Hartz-IV-Pärchen 17.000 Euro bezahlt hat trotz der Geständnisse dabei blebt, dass ihr geholfen wurde: Seit der Behandlung seien viele ihrer Probleme gelöst, Schmerzen von Verwandten seien verschwunden. „Der Familienfluch ist beseitigt.“ – Da fragt man sich ernsthaft, was denn noch passieren muss, damit die Kundin merkt dass sie ihr Geld schlicht zum Fenster hinaus geworfen hat. Hoffentlich geht es ihr nicht so wie der Frau, über die die FAZ bereits im Oktober 2007 berichtete: diese hatte ihre gesamten Ersparnisse und einen – extra dafür aufgenommenen – Kredit an „liebevolle esoterische Berater“ vertelefoniert …





Herr D., verschwundene Prognosen, taggenaue Treffer und ein Deja-Vu

10 01 2009

Als ich im Laufe der letzten Tage des abgelaufenen Jahres einen kurzen Beitrag zu ein paar vorliegenden Prognosen für 2009 schrieb war mir nicht klar, was ich damit auslösen würde. Es begann eigentlich recht harmlos und hatte gar nichts mit dem Blogbeitrag zu tun, denn die Mail, die ich am 30.12. von Herrn Lieblein erhielt hatte mich eher erheitert. Darin stand übrigens, dass ich die Kopie von D.’s Texten von meiner Webseite nehmen sollte, da die Webseite „Planetenwelt“ dieser Veröffentlichung nicht zugestimmt habe und dass ansonsten rechtliche Schritte eingeleitet würden. OK, gefragt hatte ich wirklich nicht, aber ich hatte den Text selbstverständlich mit einer vollständigen Quellenangabe und einem Link versehen … … denn Prognosen ohne Quellenangabe verwende ich generell nicht. Dass ich den Text dann von meiner Webseite entfernt habe hat übrigens nichts mit den angedrohten rechtlichen Konsequenzen zu tun, ich habe dies schon öfters getan, wenn man mich freundlich darum gebeten hat. In diesem Fall konnte ich mir aber einen Kommentar nicht verkneifen, denn die Androhung rechtlicher Konsequenzen fand ich übertrieben und deplaziert.

Was danach kam ist bereits bekannt: Einen Tag später wurde ich von Herrn D. aufgefordert auch den Link zu seiner Seite zu löschen, in einer weiteren Mail informierte mich Herr D. unter der Überschrift „Erfreulich“, dass er die Sache seinem Medienanwalt übergeben werde.

Da sich auch andere Blogger plötzlich mit dem Thema beschäftigten sah sich Herr D. dann wohl auch genötigt, einen Kommentar zu der ganzen Situation abzugeben – und er tat dies, in dem er sich im Blog von Stefan Niggemeier zum Artikel „Schicksalsstromausfall bei Herrn Lestat“ zu Wort meldete. Thema war dabei auch eine verschwundene Prognose, die Ulrich Berger in seinem Blog „Kritisch Gedacht“ zitierte und die auf der Webseite des Herrn D. nicht mehr zu finden waren (im google-Archiv abr schon …).  Diese Prognose – zur US-Präsidentenwahl und übrigens völlig falsch – gibt es zwar noch im Internet, aber eben nicht mehr auf Herrn D.’s eigener Seite sondern im Archiv von astrologie.de.

Interessant an der ganzen Sache ist zunächst mal die – in Diskussionen mit Astrologen und anderen Esoterikern immer wieder zu beobachtende – „Zielverschiebung“, mit der Herr D. seine Aktionen rechtfertigt. Erst war es das Zitieren seiner Prognosen, dann die Verlinkung die ihm nicht gefiel – schlußendlich gibt er im Kommentar 44 bei Stefan Niggemeier zu, dass er sich über meine Kommentierung geärgert hat.  Tja, da hätte er eben bessere, bzw. exaktere Prognosen stellen müssen, denn nebulöses Geraue kann man nur als solches bezeichnen.  Dass Herr D. sich nun einer Art „Hexenjagd“ ausgesetzt sieht ist wirklich amüsant – das hatte er offensichtlich trotz seiner behaupteten Fähigkeiten nicht vorausgesehen. Seine sonstigen Ausflüchte („Im Übrigen fallen natürlich immer Texte von meiner HP raus, um Neuem zu weichen. „) zur verschwundenen Prognose braucht man nicht zu kommentieren – denn komischerweise fliegen Texte, die er für „Treffer“ hält selbstverständlich nicht von der Webseite. Aber der Text ist ja noch da, und außer seinen grottenfalschen Spekulationen zur US-Präsidentenwahl soll ja der Rest seiner Prognosen  eingetroffen sein – behauptet er zumindest im Kommentar Nr. 60:  „Allerdings ist der Rest der Prognose sogar auf den Tag eingetreten!

Schauen wir uns also den Rest seiner „taggenau eingetroffenen“ Prognose an:

„Berufliche Krisen und Unfallgefahren zeigen die Sterne vom 15. Oktober bis 5. November an. Der Höhepunkt dieser Konstellation ist die Phase kurz vor Neumond vom 24. bis 26. Oktober. Also: Passen Sie auf sich auf!“

Interessant, aber für wen soll dieses Blabla gelten?

Von Spannungen geprägt ist vor allem die letzte Wochen im Oktober. Vor allem in dieser Zeit drohen Unfallgefahren.

Für wen drohen Unfallgefahren? OK, für jeden, der sich in den Straßenverkehr begibt, und nicht nur in der letzten Woche im Oktober sondern an 365 Tagen im Jahr.

Mit zu den möglichen Szenarien gehört auch ein Erdbeben.

Ein Erdbeben? Wo? Welche Stärke? Erdbeben gibt es auf diesem Planeten jeden Tag

Die Sterne raten für diese Zeit zu unbedingter Vorsicht. Das gilt auch für Dinge, die Sie unterschreiben, also beispielsweise Verträge.

Bei Verträgen sollte man immer vorsichtig sein und das Kleingedruckte lesen …

Mars und Neptun stellen sich ab 3. November »quer«.

Uiuiui – klingt ja ganz gefährlich!

Der schwierige Neptun-Einfluss kann Unwetter, Überschwemmungen, Probleme durch Giftstoffe oder die Ausbreitung epidemischer Krankheiten bedeuten.

Und? Was ist davon eingetreten? Wo hat Herr D. seine taggenauen Treffer für diese – übrigens durch die Formulierung „ab“ nicht taggenaue! – Prognose aufgelistet? Und was ist das Besondere daran, wenn irgendwo auf der Welt eines dieser Themen durch die Nachrichten geht?

Durch das T-Quadrat von Saturn, Venus und Uranus kann es Anfang November außerdem zu Unruhen oder zumindest zu einer plötzlich steigenden Unzufriedenheit der Menschen kommen. Diese Phase mahnt unter anderem zur Zurückhaltung in Sachen Liebe und Partnerschaft. Unter dieser Konstellation ist ein Scheitern von Friedensverhandlungen auf politischer Ebene sehr wahrscheinlich.

Dieser Abschnitt ist einfach herrlich wenn man bedenkt, dass das Ganze ja taggenau eingetroffen sein soll: Welche Unruhen wurden hier vorausgesagt? Welche steigende Unzufriedenheit der Menschen (und wie wurde das gemessen?)? Wieso geht es dann zwischendurch wieder um Liebe und Partnerschaft? Und an welche Friedensverhandlungen denkt Herr D., wenn er seine Prognosen als taggenau eingetroffen bezeichnet? Ich vermute mal, dass er hier nicht antworten wird, obwohl mich seine Antworten auf Basis seiner vollmundigen Behauptungen wirklich interessieren würde.

Der Fernsehkritiker hat durch seinen Kommentar 62 in Niggemeier’s Blog übrigens ein wunderschönes Deja-Vu bei mir ausgelöst: Gestern abend blieb ich beim Zappen auf Astro TV hängen, als niemand anderes als Herr D. persönlich einer Anruferin gute Gewinnchancen im März oder April aus den Karten herauslesen zu können glaubte. Vorher hatte er vorsichtshalber gefragt, ob sie überhaupt an Glücksspielen teilnimmt (es war leider die „anonyme Runde“, so dass man die Anruferin Christa nicht hören konnte), denn das schienen die Karten ja nicht zu zeigen. Der YouTubeLink des Fernsehkritikers lieferte zwischen 1:00 und 1:10 genau die gleiche Prognose (mit unterschiedlichem Monat)… … und der Rest ist nicht nur durch die präzise Kommentierung sehenswert. Wie Herr D. ab Minute 2 eine ihm völlig fremde Person auf Basis des Geburtsdatums als beziehungsunfähigen Lügner (und einiges mehr) charakterisiert ist schon ein starkes Stück. Im Deutschen Astrologen Verband dürfte Herr D. ja wohl nicht sein, denn gegen dessen „Gelöbnis“ (Punkt III. der „Berufsordnung„) verstößt Herr D. hier durchgehend. Im Gelöbnis steht:

Dazu gehört, dass ich nicht ohne Zustimmung der Horoskopeigner im Auftrage Dritter (etwa einer Partnerin / eines Partners oder gar eines Arbeitgebers) Gutachten erstellen werde, die den Horoskopeignern zum Nachteil gereichen könnten.

Dass hier der Astrologen Verband davon ausgeht, dass solche „Gutachten“ für irgend etwas gut sein sollen, das steht natürlich auf einem anderen Blatt.





Nachhilfe im Prozentrechnen: Was sind 100%?

5 01 2009

In Wikipedia steht: Zahlenangaben in Prozent (lat.-it. vom Hundert, Hundertstel) dienen der Veranschaulichung und dem Vergleichbarmachen von Größenverhältnissen, indem die Größen zu einem einheitlichen Grundwert (Hundert) ins Verhältnis gesetzt werden. Normalerweise halte ich mich bei Prozentangaben zu Trefferquoten zurück – es sei denn es macht tatsächlich Sinn eine Prozentangabe zu berechnen. Bisher war das erst zwei Mal der Fall, und beides Mal ging es um den Astrologen Karsten F. Kröncke – ein Mal um seine „Abwärtsprognosen“ (die er seit 2005 nicht mehr veröffentlicht) und beim 2.Mal um seine DAX-Prognosen (deren Trefferquoten er seit 2008 übrigens ordentlich dokumentiert – vorher hat er bei seinen behaupteten Trefferquoten entweder bisweilen übertrieben oder er war damals der Prozentrechnung nicht mächtig).

Jetzt wirbt die Astrologin Iris Treppner mit hohen Trefferquoten, und da schaue ich doch gerne mal nach, ob hier nicht doch ein wenig Nachhilfe im Prozentrechnen gefragt ist. Frau Treppner hat nicht nur eine ganze Reihe von Webseiten registriert (http://www.astro-pferde.com/, http://www.astro-wetten.com/, http://www.treppner-kartenlegen.de/), hinterlässt bisweilen positive Kommentare zum Wahrsagercheck (z.B. hier oder da), war bei den RTL-Wahrsagern zu sehen und lässt sich von der Regenbogenpresse zu Prognosen hinreißen. Hier geht es allerdings um eine andere Webpräsenz von ihr: http://www.astro-boerse.com/. In ihrer Rückschau auf 2008 behauptet sie eine Trefferquote von 86% – belegt sie aber nicht. Hübsch auch ihr Kommentar: „Werte, bei denen ich keine 65 % erreicht habe, werden in Zukunft von der Website entfernt“. Klar, wenn ich alle Fehlprognosen entferne, dann muss ja ein hoher Prozentsatz herauskommen. Besonders interessant ist ihre Behauptung, sie hätte beim Goldpreis zu 100% richtig gelegen, bietet sie doch deshalb ihre Goldprognosen für 2009 und 2010 gegen ein geringes Entgelt von 150 Europro Jahr – zum Kauf an. In diesem Fall bietet sie ihre Belege als pdf-Datei zum Download an, und die musste ich mir natürlich anschauen und hätte sie gerne mit dem Goldfixing von 2008 verglichen. Das geht allerdings gar nicht, denn Frau Treppner legt sich überhaupt nicht fest was sie meint, wenn sie schreibt, der Goldpreis könnte an einem bestimmten Datum steigen oder fallen. Gilt das gegenüber dem Vortag? Und wenn ja geht es um das Vormittagsfixing gegenüber dem Nachmittagsfixing des Vortags oder sollen die beiden Nachmittagsfixings verglichen werden? Geht es um den Preis in Dollar, britischen Pfund oder Euro? Und das mit dem ungefähren Datum habe ich ja schon in den oben verlinkten Texten über Herrn Kröncke im Detail ausgeführt.

Aber die genaue Sicht ist bei einer 100%-Behauptung gar nicht notwendig, denn 100% heißt, dass jede Prognose richtig sein muß – und sie sagte ja z.B. auch Folgendes voraus:

Februar/März/April – geschäftliche und wirtschaftliche Hochburg, der Kurs könnte noch einmal kräftig steigen

Tja, Der Goldpreis lag beim ersten Fixing am 1.2. bei 933 USD, Ende April (Nachmittagsfixing 30.4.) jedoch bei  871 USD. Eine wahrlich kräftige Steigerung …








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