Mehrheit der Orakeltiere setzt auf schwarz-gelb (drei Astrologen auch) – mit neuen Updates!

22 05 2013

Zum anstehenden Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München durften wieder mal ein paar Viecher das ergebnis voraussagen – und wahrscheinlich werden bis Samstag noch ein paar dazu kommen. Dabei war die Meldung aus dem Handelsblatt wohl etwas voreilig, denn dass sich alle Orakeltiere einig wären, davon kann keine Rede sein. OK, Orang-Utan Walter (aus dem Dortmunder Zoo, wenn der auf die Bayern setzt kriegt er keine bananen mehr), Schabrackentapir-Baby Baru aus dem Leipziger Zoo und die Zwergotter Ferret und Mörmel aus dem Tierpark Aue haben tatsächlich auf einen Sieg des BVB gesetzt, aber das aus den Vorjahren bekannte Trötorakel Nelly aus dem Serengetipark Hodenhagen war da anderer „Meinung“ und kickte eindeutig ins Dortmunder Tor (war auch bei der ARD in „brisant“ zu sehen).

Auf youtube gibt es noch weitere Orakeltiere, deren Prognosen wie folgt ausfallen:

  • beim Hunderennen laufen beide Tiere ins Münchner Tor, das soll auf ein 2:0 für Dortmund hin deuten (allerdings wurden mindestens ein Hund von einem offensichtlichen BVB-Fan vom Dortmunder Tor weg gescheucht) Update: Ich hab erst jetzt gemerkt, dass diese Glanzleistung der Prognostik aus dem ZDF-Fernsehgarten stammt …)
  • drei von vier Schnecken futtern den Salat bei den Bayern-Bierdeckeln: 3:0 für Dortmund
  • das „Cocorakel“ vom Trostberger Tagblatt frißt aus dem Bayernschälchen, also Sieg für Bayern!

Warum sich die wahrscheinlich bayrischen Besitzer so freuen, dass ihr Hund aus dem Dortmunder Schälchen frißt weiß ich allerdings nicht – sie finden es einfach gut, dass das Tier überhaupt das Futter findet, und deuten diese „Prognose“ gleich gar nicht. Ebenso ist das bei Katze Lena, die sich auch von furchtbarer Musik nicht davon abhalten lässt ihre Brekkies aus dem Schälchen neben dem Bild mit den Dortmunder Spielern zu knurpsen. Aber ob das jetzt wie bei den klassischen Tierorakeln auf einen Sieg von Dortmund hinweist, oder ob sich deshalb – wie beim oben erwähnten Schneckenorakel – die Bayernfans mehr Hoffnung machen können (wenn sie dann an so einen Unsinn glauben wollen), das ist nicht so ganz klar. Nach den bisher eindeutigen Prognosen liegt Dortmund mit 5:2 vorne, also genau dem Ergebnis des letztjährigen DFB-Pokalfinales.

Ob es für die BVB-Fans ein gutes Omen ist, dass auch ein Astrologe ihr Team im Vorteil sieht? Laut Thomas Georgievsieht es für den frisch gebackenen deutschen Meister im Stundenhoroskop ziemlich düster aus„. Ich vermute ‚mal, dass es bis Samstag noch weitere Prognosen geben wird – sei es tierische oder astrologische. Wenn ich noch etwas finde werde ich Updates nachreichen.

Update 23.5.:

Wie erwartet wurden noch weitere tierischen Champions-League-Final-Orakel entdeckt, und wenn man den Tieren glauben darf, dann siehts für die Bayern wirklich schlecht aus. Fangen wir mit den Tentakelträgern an: Ein Krake namens Paul aus dem Sealife in Oberhausen (wer erinnert sich nicht?) hat nach über 73 Minuten auf Dortmund gesetzt, seine Artgenossin, die Krakendame Rosi aus Rosenheim ist sich schon nach knapp 6 Minuten sicher: Bayern gewinnt.

In dieser kleinen Fotoserie haben sich gleich 5 tierische Prognostiker verewigt. Zwei davon schickt der Dortmunder Radiosender 91.2 ins Rennen, und klar, dass Kaninchen „Drops“  auf Dortmund setzte. Der Sender hatte außerdem noch die superwitzige Idee zwei Katzen zwischen Futterschälchen (BVB) und Kaktus (FCB) wählen zu lassen. Das Ergebnis war wenig überraschend. Die Präferenz für das Dortmunder Logo teilen auch eine Amsel (Futterwahl) und ein Hund aus dem Chiemgau (dieser hinterlässt dort allerdings sein Häufchen). Da fällt Hund Paula, der den Bayern-Fressnapf wählt, kaum mehr ins Gewicht.

Noch eindeutiger ist die Präferenz für Dortmund bei den Astrologen. Neben dem oben erwähnten Herrn Georgiev setzen auch Christian Kraut ( in seinem Capriquaricorn Blog) und die Britin Sally Kirkman auf den BVB.

Und noch ein Votum für die Dortmunder findet sich: Das FirstAffair Erotik Orakel sieht die Dortmunder ebenfalls im Vorteil – aber ob ein Erotikranking wirklich etwas über das Ergebnis eines Fußballspiels aussagen kann? Ich weiß ja nicht …

Update 2 (6 Stunden vor dem Finale):

Und hier die letzten tierischen Orakel zum Champions League Finale:

Es bliebt also bei der Mehrheit für schwarz-gelb (auch wenn diese Samlung natürlich – wie immer – keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt).

Und auch von Astrologenseite gibt es noch etwas: Bei der Astrologiezeitung Loop! wird schon jetzt irgendwie der Spielverlauf beschrieben – auf eine Nennung des Siegers alerdings verzichtet. Dafür gibt es ein paar Uhrzeiten, an denen etwas passieren könnte. Also irgend etwas, irgendwie ist das alles schon wieder sehr kryptisch, denn es liest sich zum Beispiel so:

Mars am DC (20:05 h bzw. 21:05 h MESZ) :  Das ist ein erster Paukenschlag. Mars als Symbol für einen Angriff, der eventuell Folgen hat. Steht ein Planet genau auf einer der Hauptachsen wird in der zu erzählenden Geschichte ein Marker gesetzt. Jetzt findet etwas Wichtiges statt, die Geschichte bekommt eine einschneidende Wendung.

OK, eine Wendung kann man in alles hineindefinieren … … aber was ist damit:

Alleine dieser Umstand schreibt einen Teil unserer Geschichte fest: in der Zeit zwischen 20:02 h und 20:12 h wird dieses Spiel einen Ereignishöhepunkt erreichen. Der Umstand, dass als Auslöser Mars fungiert weist tatsächlich auch auf ein mögliches Tor (evtl. sogar zwei in kurzem Abstand) hin. Nimmt man nun das Gesamtbild drängt sich einem der Eindruck auf, dass Jupp Heynckes der Nutznießer dieses Moments sein müsste, denn zumindest der Uranus von Klopp steht schwer unter mundanem „Aspektbeschuß“. Merkur und Venus sind kurz davor ein exaktes Quadrat zu bilden, nimmt man jetzt all das zusammen, würde man als klassischer Wald- und Wiesenastrologe Omas Klein-Häuschen darauf verwetten, dass die Bayern jetzt in Führung gehen.

Oh, eine klare Aussage? Nein, natürlich nicht:

Allerdings könnte das Häuschen dann auch schnell weg sein, denn ganz so einfach lässt sich der Kosmos dann doch nicht in die Zeitkarten schauen. Das etwas passieren wird und das Spiel einen Höhepunkt erreicht, ist sicher. Um heraus zu finden, wer der wahre Nutznießer sein wird, bedarf es aber mehr als nur der Zusammenfügung einzelner, gängiger Faktoren. Denn Kloppo hat Uranus und Merkur in seinem Radix im Sextil zueinander stehen, unter solchen Voraussetzungen kann ein Quadrat dann manchmal auch nur formgebend für etwas Positives sein.

Und wieder scheut der Autor eine klare Aussage, außer der, dass zwischen ungefähr der 17. und der 27. Spielminute (die Zeitanagben entsprechen der Londoner Zeit) irgendetwas Wichtiges passieren wird. Es werden natürlich noch weitere Zeitpunkte genannt, aber statt des ganzen Textes hätte mich viel mehr eine halbwegs exakte Prognose interessiert … … war aber wieder ‚mal nichts.





Wie funktionieren Bachblüten?

18 05 2013

Na ja, gar nicht – aber Wolfgang Nitschke kann das viel besser erklären:





Tieffluggebot für Hexen?

15 05 2013
Unsinnige Gesetze gibt es ja immer wieder. Auf dieser Webseite findet man eine Vielzahl zum Teil wirklich herrlicher Beispiele, die an der geistigen Gesundheit der jeweiligen Gesetzgeber zweifeln lassen. Insbesondere aus den USA findet man dort Material ohne Ende, zum Beispiel gilt in New York folgendes:

Sie dürfen niemand Grüßen, indem Sie Ihren Daumen in die Nase stecken und mit den Fingern wackeln.

Stellt man sich das bildlich vor fragt man sich unwillkürlich, wer denn auf eine solch schwachsinnige Idee kommen könnte. Das sieht doch so bescheuert aus, dass der Delinquent sich so lächerlich macht, dass eine Bestrafung nun wirklich unnötig ist. Immerhin weiß ich jetzt auch, dass ich bei meinem geplanten USA-Kurztrip im Juli nicht mit einem Kamel auf einer Autobahn reiten werden darf. Nicht dass ich Solches vor hatte – aber es ging ja auch gar nicht um irgendwelche komischen Gesetze in den Staaten, sondern um eines, in einem ganz bestimmten Staat, und der liegt in Afrikas Süden. Es handelt sich um Swasiland, und gemäß dieser Meldung (die ein Skeptikerkollege auf Facebook gepostet hatte):

dürfen dort Hexen mit ihren Besen nicht höher als 150m fliegen!

Im Falle der Zuwiderhandlung soll eine Strafe von bis zu 500.000 Rand (das sind weit über 40.000 Euro) verhängt werden können. Quatsch? Klar! Aber ob es ein Quatsch der Gesetzgebung in dem Königreich ist, oder einfach eine durch nichts abgesicherte Nonsensmeldung ist nicht wirklich klar. Immerhin werden in der Meldung weitere Irrationalitäten der entsprechenden Regierung benannt – und es gibt weitere Quellen (hier und hier, die aber natürlich abgeschrieben sein könnten). Für die Seriosität der Quelle spricht allerdings, dass eine andere Story von heute Nachmittag inzwischen als hoax gekennzeichnet wurde. Aber wer an fliegende Hexen glaubt, der glaubt wohl auch, dass ein Schwede sich mittels an einem Hornissennest praktizierten sexuellen Handlungen aus dem Genpool entfernt hat …

 




Dieses Mal am Montag: Lesebefehle! Folge 4: Neuer Homöopathieblog, Impfen und Heilmittelwerbegesetz

13 05 2013

Meiner Enthaltsamkeit beim Schreiben von Blogartikeln sind auch die Lesebefehle zum Opfer gefallen. Auch das soll sich wieder ändern …

Mit den wissenschaftlichen Studien zum Thema Homöopathie beschäftigt sich ein neuer Blog seit Anfang Mai. Das Ziel von Autor Dr. Norbert Aust ist es dabei, die von Homöopathieanhängern immer wieder zitierten, vermeintlich positiven, Studien zu analysieren. Schon der erste Text zu einer – auch in der Sendung des BR erwähnten – schweizer Studie zu Homöopathie und ADHS ist absolut lesenswert. Auf jeden Fall ein Block zum bookmarken (ist das jetzt eigentlich korrektes Deutsch?):

Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

Bei panagrellus hatte ich schon länger nicht mehr vorbei geschaut, und damit fast ein Highlight versäumt . Er bezieht sich beim Abdruck einer wirklich eindrucksvollen Grafik zum Thema „Impfen“ auf den „Skeptical Dad“ Matt Kaiser, der die Grafik bei Mathew Herper (Forbes) gefunden hatte. Erstellt hat das Bild der Grafiker Leon Farrant. Erklärungen gibt es natürlich unter:

Impfen, impfen, impfen

Die im Heilmittelwerbegesetz versteckten Fallstricke haben kürzlich die DHU ins Stolpern gebracht. Sie waren so stolz darauf, dass Ursula Karven nicht nur für sie warb, sondern sich auch für den Playboy nackig machen durfte. Blöd nur, dass die Richter vom OLG Karlsruhe die Werbung der DHU als Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz einstufte. Näheres im GWUP-Blog:

Gericht verbietet Schüßler-Werbung mit Ursula Karven

Und wenn wir schon bei Schüßler-Salzen sind: Auf die folgende Beschreibung zu Schüßler-Salzen in Excanwahns Bullshit-Blog kann man nicht oft genug hinweisen:

Beschüßlersches Biodingsbums

… und auf jeden Fall bis zum Ende lesen. Der Nachtrag nach dem Quellenangaben ist absolut köstlich!





Kleiner Bettelpost

11 05 2013

Es gibt Dienste im Web, die müsste man sofort erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe. Nein, ich meine nicht facebook oder Twitter, ich meine einen der genialsten kleinen Dienste, den das Web zu bieten hat:

WebCite®

Das Problem ist Folgendes: Egal ob für einen Blog oder für eine wissenschaftliche Arbeit, das Zitieren von Internetquellen ist nicht ganz trivial. Während man bei dem Zitieren von Texten aus Büchern durch die Angabe des Buches und der Seite, von der das Zitat stammt, auf der sicheren Seite ist hat man bei Quellen aus dem Internet das Problem, dass diese sich jeder Zeit ändern können.  Was tun? Die Webseite ausdrucken, einen Screenshot ziehen oder einfach auf der Festplatte speichern? Alles nicht so optimal! Und genau hier hilft WebCite® ein.

WebCite® sichert Webseiten im aktuellen Zustand, und liefert dafür eine spezielle WebCite®-URL (die außerdem noch Datum und Uhrzeit der Speicherung erfasst).  Damit ist es viel leichter und effektiver Quellen aus irgend welchen Webseiten zu benutzen (ok, es gibt Webseiten, bei denen das mit WebCite® nicht funktioniert – diese sind aber eher selten). Ein wunderbarer Dienst, der nicht einmal etwas kostet. Allerdings st dieser Dienst jetzt gefährdet, denn die Betreiber melden auf ihrere Webseite folgendes:

WebCite will stop accepting new submissions end of 2013, unless we reach our fundraising goals to modernize and expand this service.

OK, das Projekt braucht Geld, und ich habe auch schon brav meinen Obulus geleistet, damit dieser Dienst weiter bestehen kann. Ich fände es schön, wenn noch mehr Leute dieses Projekt mit einer kleinen Spende unterstützen würden. Nähere Informationen gibt es übrigens bei FundRazr.

Also Leute, gebt reichlich für einen guten Zweck, auch wenn diese Spende nicht von der Steuer abgesetzt werden kann.





Katastrophenschnepfe auf Zeitreise

9 05 2013

Eigentlich wollte ich mich ja schon im Januar mit der zweiten der beiden Katastrophenschnepfen aus den Vorjahren beschäftigen, mit Christiane Durer. Ihre peinlichen Schwurbeleien für 2013 hatte ich mir schon damals als pdf heruntergeladen, aber es hat eben ein wenig gedauert. Dabei vermeldet sie schon auf Seite 1 Sensationelles:

Dies war meiner ersten Reise ins Jahr 2013 etwa im Oktober 2012.

Die Frau hat in diesem Satz zwar leichte grammatikalische Schwierigkeiten, behauptet aber in der Zeit reisen zu können. Sensationell! Bleibt natürlich die Frage wieso sie uns dann in den letzten Jahren immer so viel Unsinn erzählt hat … aber egal. Mal schauen, was sie auf ihrer Reise so gefunden hat

Das Jahr 2013 – für Europa und die Welt

OK, das Jahr zu finden war nicht schwer, aber was wird passieren?

Das Jahr 2013 wird ein bedrückendes Jahr. Vorbei der Jahr-­2012-­Untergangs-­Hype. Vorbei das adrenalingesteuerte Warten auf den Weltuntergang.

Richtig! Das mit dem Weltuntergangshype ist tatsächlich vorbei! Aber das wußten wir doch alle schon, denn das war ja 2012 …

Die Welt vieler Menschen ist untergegangen. Nicht nur in Griechenland, Spanien oder Italien.

Ähhh, und wieso jetzt? Hab‘ ich da etwas verpasst?

2013 gleicht einem Erwachen in der Realität.

Echt? Sind wir vorher nicht in der Realität erwacht?

Die Welt hat sich total verändert, unmerklich, so wie der Neptun es versprochen hat. Und es ist noch lange nicht zu Ende.

Soooo total verändert hat sich die Welt ja nun doch nicht. Auch wenn es dieser Neptun ja irgendwie versprochen zu haben scheint.

Wir befinden uns in der Phase, in der die EU-­Wirtschafts-­Diktatur errichtet wird. Wir befinden uns mitten im Paradigmenwechsel.

Klingt ja furchtbar! Eine Wirtschaftsdiktatur!

Das Ganze endet innerhalb weniger Jahre in einer feudalistischen Diktatur.

Ja was denn nun? Wirtschaftsdiktatur oder feudalistische Diktatur? Kann sich die Frau nicht entscheiden?

Danach wendet sie sich dem Wetter zu, und heute kann man – rückschauend – sogar so eine Ahnung einer richtigen Prognose erkennen:

Der Winter 2012/13 wird in Europa nicht nur sehr kalt und schneereich

Doch, kalt wars, Schnee gab’s auch, aber davon …

es kommt auch immer wieder zu Stromausfällen

… habe ich irgendwie nichts mitgekriegt. Nach dem kühlen Frühjahr macht sie den Sonnenhungrigen für den Sommer wenig Hoffnung:

Sogar der Sommer 2013 wird kalt

Wenigstens wird aus ihrer Sicht eines nicht passieren:

doch es handelt sich nicht um den Kältesommer, der den von Irlmaier u.a. prognostizierten Russen-Überfall vorausgeht.

Die fünf Seiten sinnloses – und von keinerlei Fachwissen tangiertes – Börsengelaber kommentiere ich jetzt nicht, denn was danach kommt müssten wir doch eigentlich längst in der Tagesschau sehen können:

Doch die Konstellation beschreibt die Zeit, kurz bevor massive Gewalt beginnt. Im April/Mai/Juni erleben wir in Europa Gewalt, Armut,
Bürgerkrieg und Zerstörung.

Blablabla … … und so gehts noch seitenweise weiter. Wobei der Text insgesamt gar nicht so lang ist, denn Frau Durer schafft es zum Beispiel den folgende Satz auf 4 Zeilen zu dehnen:

Unmittelbar nach der Bundestagswahl wird die Bundesrepublik Deutschland massiv attackiert werden und eine ihrer größten Krisen seit ihrem Bestehen stürzen, oder gestürzt werden.

Wir wüssten natürlich schon gerne, wer da das Land attakiert und wie, aber scheinbar war Frau Durer bei ihrer Zeitreise nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, so dass sie sich an die Details nicht mehr erinnern kann. Dafür hat sie noch Prognosen für einzelne Länder auf Lager:

In Spanien und Griechenland bringt der Uranus ab Frühjahr Revolutionen.

OK, vielleicht ist der Uranus mit der Bahn unterwegs und hat Verspätung, bisher war da jedenfalls nix mit Revolution.

Portugal erlebt eine Auflösung der Regierung und die Auflösung verschiedener Gesetze sowie eine schleichende Verarmung.

Eine Auflösung von Gesetzen? Was soll das denn sein?

China In China ist mit Aufständen zu rechnen. Diese enden sehr unerfreulich.

Unerfreulich für wen?

Dazu kommt noch mehr Gefasel übr die USA, Russland, Iran, Schweiz, „United Kingdom“ – irgendwie wird’s überall schlimmer, aber was will man von den Prognosen einer ausgewiesenen Katastrophenschnepfe auch anderes erwarten … … ach ja, natürlich, die üblichen Katastrophen:

Die extremen Wetterphänomene, die sich seit einigen Jahren häufen, werden noch öfter und intensiver auftreten. Extreme Hitze und noch extremere Kälte wechseln sich ab. Viele Menschen in einst warmen Ländern erleben Schnee und Eis, und erfrieren, weil sie keine Heizung
haben.
Es ist tatsächlich so, dass all die Katastrophen von Jahr zu Jahr immer häufiger und extremer auftreten. Es wird noch mehr Überschwemmungen und Erdbeben geben als 2011 und 2012. Außerdem kommt es erneut zu Vulkanausbrüchen und Umweltkatastrophen, evtl. sogar zu einer Nuklearkatastrophe.

Darüber hinaus wird die Erde von einem (kleinen!) Meteoriten oder Asteroiden (o.ä. … es könnte auch Weltraumschrott sein) getroffen. Die extremsten Konstellationen finden sich zwischen dem 29. Dezember 2013 bis 4.Januar2014.
Das Jahr 2013 wird ein Jahr der Unglücke. Viele meinen dann, dies hätte mit der Zahl 13 zu tun, doch dem ist natürlich nicht so. Es wird mehr Unglücke geben denn je. Auch Flugzeugkatastrophen, Zugunglücke, Umweltkatastrophen, Naturkatastrophen usw.

Immerhin äußert sie sich auch zu einem Ereignis, auf dessen Ergebnis man wirklich schon gespannt ist, zur Bundestagswahl:

Die Bundestagswahl in Deutschland

Derzeit ist auf jeden Fall erkennbar, dass Angela Merkel ihren unbedingten Machtwillen auch 2013 durchsetzen wird. Sie wird zwar gemobbt werden … aber sie hat jetzt auch wieder viel Glück und Erfolg.
Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat der SPD, wird 2013 mit noch massiveren Attacken zu kämpfen haben als 2012.

Die Grünen möchten gerne 15% erreichen. An der Spitze steht derzeit Jürgen Trittin. Er kann den Grünen tatsächlich zu diesem angepeilten Erfolg verhelfen. 2013 wird er bei den Deutschen außerordentlich beliebt werden und in vielen Talkshows und anderen öffentlichen Veranstaltungen mit großem Erfolg seine Ideen verkünden.
Für die FDP steht noch kein Spitzenkandidat fest. Falls dies Philipp Rösler mit seiner Sonne Neptun Konstellation sein sollte, wird die FDP 2013 wohl nicht mehr in den Deutschen Bundestag einziehen.

Aha, also Merkel bleibt an der Macht, die Grünen kriegen 15% und die FDP kommt in den Bundestag (Rösler ist ja nicht Spitzenkandidat – aber wieso hat Frau Durer das eigentlich nicht gesehen?). Durchaus möglich, aber als Prognose wirklich sehr sparsam.

Es soll ja vorkommen, dass Frauen sich auf einer Reise einen anzwitschern, und irgendwie scheint Frau Durer sich auf ihrer Reise ins Jahr 2013 auch ganz schön einen angetüdelt zu haben. Wie sonst sollte man erklären, dass sie sich eigentlich an gar nichts mehr so genau erinnern kann? Ansonsten müsste man ja annehmen, dass sie gar keine Zeitreise unternommen hat! Ach nein, dann würde sie ja ihre Leser und Kunden irgendwie betrügen – und das würde man ja niemals behaupten mögen wollen …

(Das war Nummer 35 Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2013)





Hellseherversagen von der widerlichen Art: Sylvia Browne

7 05 2013

In den USA ist die selbsternannte Hellseherin Sylvia Browne ein richtiger Star. Auch die JREF (James Randi Educational Foundation) hat sich immer wieder mit ihr beschäftigt, ja sie hat sich sogar vor vielen Jahren vor laufenden Fernsehkameras dazu bereit erklärt, sich der berühmten 1.000.000 Milion Dollar Challenge zu stellen:

Natürlich hat sie das dann doch nicht getan (wie andere auch, z.B. Nikki Pezaro), aber wie zynisch es ist zu behaupten, man könne mit Toten reden hat sich erst jetzt wieder gezeigt. 10 Jahre nach ihrer Entführung gelang jetzt in den USA Amanda Berry und zwei weiteren Frauen die Flucht von ihren Entführern. Sylvia Browne jedoch hatte 19 Monate nach der Entführung der Mutter von Amanda Berry im Rahmen einer Fernsehshow mitgeteilt, dass ihre Tochter nicht mehr am Leben sei.

“She’s not alive, honey,” Sylvia Browne told her matter-of-factly. “Your daughter’s not the kind who wouldn’t call.”

Tja, Mrs. Browne – und nun? Haben Sie sich schon entschuldigt?

UPDATE: Hier gibt es ein kurzes Video dazu … … und James Randi hat’s natürlich auch kommentiert.








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