Zeig’s uns Mr. White! Hol`dir den Nobelpreis!

27 03 2010

„Eliyantha Lindsay White“ lautet der wohlklingende Name eines Mannes, den Mahinda Rajapakse – so heißt der Präsident von Sri Lanka – seit vielen Jahren gut kennt. Mr. White bezeichnet sich selbst als Arzt, ja sogar als Leibarzt des Präsidenten, und er will nun viele britische englische Fußballfans glücklich machen, indem er den derzeit verletzten Superstar David Beckham binnen kurzer Zeit von seiner schweren Sportverletzung heilt. Schaffen will er das – laut einer aktuellen Meldung im Focus – mit Heilkräutern, Meditation und einer speziellen Ernährung, denn der Mann betreibt ayurvedische Medizin – also nicht . Die Behauptung von Mr. White verspricht ja Vieles:

„Seine Verletzung kann leicht behandelt werden. Innerhalb von drei Tagen wird er in der Lage sein, wieder zu spielen“

OK, ich bin kein Arzt, aber dass eine gerissene Achillessehne durch Heilkräuter, Meditation und eine spezielle Ernährung binnen 3 Tage wieder so zusammenwächst, dass sie die hohen Belastungen des Profifußballs „klaglos erträgt“, das glaube ich nicht. Jetzt hoffe ich, dass der Kickerstar tatsächlich das Angebot annimmt und nach Sri Lanke fliegt – und ich wette, dass – falls dieses eintritt – zum Einen Beckham nicht binnen dreier Tage wieder wird Fußball spielen können und zum Zweiten Mr. White bestimmt eine lächerliche Ausrede dafür präsentieren wird, warum es in diesem Falle nicht geklappt hat.

Ansonsten: Los Mr. White! Zeigen sie was sie können – und falls David Beckham ncht mitspielen will, täglich gibt es weltweit mit Sicherheit genug Menschen, denen bei einer solchen – oder ähnlichen – Verletzung geholfen werden muss. Der Medizinnobelpreis ist ihnen sicher, wenn sie das wirklich können …





Nachtrag zum Tag der Astrologie

24 03 2010

Am vergangenen Samstag war ja – von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – der „Tag der Astrologie“. Zwar wies der Deutsche Astrologenverband auf seiner Webseite auf diesen Tag hin, aber die Ankündigung „Rund um diesen Tag führen viele der insgesamt 33 Regionalstellen des DAV besondere Veranstaltungen durch.“ wird durch den Veranstaltungskalender konterkariert: Lediglich 3 Veranstaltungen (und davon zwei nicht am 20.) berufen sich auf diesen Tag. Sogar auf dem „Informationspool“ Astrologie.de fand sich nur ein einziger Artikel, der diesen Tag (ganz am Ende) erwähnte, und dessen Titel mich durchaus erstaunte:

Hat die Verschiebung der Erdachse Einfluss auf die Astrologie?

Im Artikel wird zu Beginn auf eine Meldung aus der Frankfurter Rundschau (über die vom Erdbeben in Haiti ausgelösten, minimalen Verschiebungen der Erdachse um 8 cm) verwiesen – aber warum dieser erwähnt wird bleibt im weiteren Verlauf  schleierhaft. Der Autor erklärt nämlich lediglich den Unterschied zwischen – astrologischen – Sternzeichen und – astronomischen – Sternbildern, erwähnt die Präzession der Erdachse und erklärt dann – vollkommen richtig:

Wir sehen schon, dass moderne Astrologen keine Beziehung zwischen den Sternansammlungen am Firmament und dem Tierkreis annehmen.

Das ist zwar keine neue Erkenntnis, aber immerhin wird sie auch mal von Astrologenseite öffentlich erwähnt. OK, in Lehrbüchern zur Astrologie wird das in der Regel auch erklärt, aber gegenüber den Kunden verschweigen die Astrologen meiner Erfahrung nach fast ausnahmslos, dass die Sternzeichen schlicht und einfach keine Entsprechung am Himmel haben. Im nächsten Satz fehlt dann allerdings das 5. Wort („willkürlich“):

Der Tierkreis ist eine Einteilung des Sonnenjahres in einen Zwölfer-Rhythmus, er beschreibt die Planetenbahnen in ihrem Lauf durch das Sonnensystem von der Erde aus gesehen.

Äh, na ja. Der Tierkreis ist gerade – willkürlich – so gemacht worden, dass alle Planeten auf jedem Punkt dieses zweidimensionalen „Kreises“ irgendwann erscheinen (also haben alle aus Sicht des Tierkreises die „selbe Bahn“). Dass dies nichts mit der Realität zu tun hat, Abstände zu den Planeten ebenso ignoriert werden wie Bahnabweichungen von der Ekliptik, das verschweigt der Autor natürlich ganz dezent. Immerhin kriegt er noch die Kurve zur verschobenen Erdachse …

Solange ein Erdbeben die Erde nicht „aus der Bahn wirft“, solange stimmen die Aussagen der Astrologie.

… und liefert dann die übliche astrologische Selbstbeweihräucherung. Dabei war die ganze Erdachsengeschichte doch gar nicht notwendig, denn die Aussagen der Astrologen stimmen ja bekanntlich immer, auch wenn sie das falsche Horoskop, den falschen Tierkreis oder völlig unsinnige Geburtsdaten benutzen …

Florian Freistetter nahm den Astrologietag zum Anlass und kommentierte einen aktuellen Artikel aus dem gleichen Informationspool der Astrologin Birgit von Borstel. Das nicht gerade überraschende Ergebnis lautete, dass die Dame außer einer Menge Schwurbelei nichts zu ihrem selbstgewählten Thema „Wissenschaft vs. Astrologie“ beitragen kann, da sie schlicht und einfach keine Ahnung von Wissenschaft und ihrer Methodik hat. In ihrem aktuellen Artikel fehlt allerdings die ansonsten unter Esoterikern so beliebte Erwähnung der Quantenmechanik … … aber das hatte Frau von Borstel ja auch gar nicht mehr nötig, denn  das hatte sie ja bereits im Januar 2007 unter dem fast gleichen Titel „Wissenschaft vs. Astrologie“ erledigt:

Das ganzheitliche System der Astrologie und das Paradigma der Wissenschaft von einem mechanistischen Universum schließen sich grundsätzlich gegenseitig aus. Dieses Paradigma wird übrigens auch moderneren Thesen wie der Teilchenphysik nicht mehr gerecht – die Quantenmechanik konnte z.B. nicht von der klassischen Mechanik abgeleitet werden, da sie voraussetzt, dass die Materie gleichzeitig Aspekte des Teilchens wie auch des Wellenverhaltens aufweist.

Teilchenphysik und Quantenmechanik gehören also nicht zum Paradigma der Wissenschaft? Diese Erkenntnis dürfte diversen Physikern ziemlich neu sein! Den letzten Abschnitt ihres damaligen Textes mag ich übrigens am liebsten, ist er doch ein weiteres Paradebeispiel für die einzige Disziplin, in der ich vielen Esoterikern wahre Meisterschaft zugestehe: Die wahllosen Verknüpfung vermeintlich bedeutsamer Buzzwords zu völlig sinnfreien und lächerlichen Texten. Der Abschnitt beginnt ein wenig wirr, denn zumindest mir ist vollkommen unklar, welche alten Theorien sich hier wem oder was öffnen sollen:

Vielleicht ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, bis die Astrologie bis sich die Wissenschaft einer Erweiterung der alten Theorien über die Welt öffnet.

Es folgt ein Buzzwordsatz mit Globalisierung, Klimawandel und irgendeinem „Wandel des Bewusstseins“, der natürlich nichts mit Astrologie zu tun hat …

Die fortschreitende Globalisierung und Themen wie der Klimawandel tragen zumindest einen Teil zum Wandel des Bewusstseins bei, dass alles miteinander verbunden ist.

… gefolgt von der nicht unüblichen Rechtfertigung der Astrologie mittels der Erwähnung der Psychologie (… wobei natürlich hartnäckig verschwiegen wird, dass es für die Astrologie eben keine empirischen Belege gibt):

Bis dahin kann man Astrologie wie gehabt unter empirischen Gesichtspunkten betrachten, ähnlich wie die Psychologie. Und mit dieser wissenschaftlichen Zunft harmoniert sie ja wunderbar, […]

Ach wirklich? Nee, das tut sie wirklich nicht! Vielleicht solte man vor einer solchen Behauptung einfach mal einen Psychologen fragen? Diesen Text hatte ich schon mal verlinkt, tue es aber immer wieder gerne.

[…] wenn man für diese Verbindung offen ist.

Nö, das harmoniert nur dann, wenn man bedingungslos an die Astrologie glaubt und sich von der wissenschaftlichen Psychologie endgültig verabschiedet hat.





Futurama erklärt Homöopathie …

18 03 2010

… ganz kurz und ohne Schnickschnack in folgender Szene:

Wer’s ein wenig ausführlicher mag, der kann ja dem britischen Comedian Matt Kirshen lauschen:





Wir basteln uns ein Argument für eine Verschwörungtheorie: per e-Petition!

10 03 2010

Eines der schwachinnigsten Themen aus dem reichhaltigen Fundus der Verschwörungstheoretiker sind die so genannten „Chemtrails„. Irgendwie sollen über die Kondensstreifen von Flugzeugen irgendwelche Substanzen oder Nanopartikel großflächig verteilt werden um irgendwie ganz superböse die Menschen oder das Wetter oder was auch immer zu manipulieren. Für Verschwörungstheoretiker ist es natürlich viel einfacher, daran zu glauben, dass zigtausende von Piloten, Servicetechniker auf Flughäfen, Hersteller der Chmikalien bzw. Nanopartikel und so weiter alle absolut verschwiegen sind, als die Ergebnisse der – reichhgaltig vorhandenen – wissenschaftlichen Forschungen zu diesem Thema anzuerkennen. Wobei die Wissenschaftler selbstverständlich auch in die Verschwörungstheorie eingeweiht sein müssen, denn warum sonst würden sie die Wahrheit über die bösen Chemtrails in ihren Forschungsergebnissen so beharrlich unterschlagen?

Eine Schwäche hat der ganze Chemtrailschwachsinn sowieso: Bisher habe ich noch nicht einmal von einem Kronzeugen gehört, einem aus der Riege der zigtausend Beteilgten, der irgend einen Beleg dafür liefern könnte, dass diese – natürlich nicht genannten – Chemikalien oder Nanopartikel (oder beides?) tatsächlich an dem ein oder anderen Flugzeug heimlich aus den von den Chemtrailverschwörern genannten Gründen appliziert wurden. Das macht aber nichts, denn es gibt ein anderes „Argument“, das mindestens ebenso eindrucksvoll erscheint und das man leicht binnen weniger Minuten selbst erzeugen kann. Und das geht so:

  1. Registrieren auf der Petitionsseite unserer Bundesregierung
  2. Eine e-Petition erstellen, wie z.B. diese, die kurz und knackig fordert:  Der Deutsche Bundestag möge beschließen , daß der Einsatz von Geoengineering im Luftraum über Deutschland verboten wird.

Da steht jetzt zwar nichts von Chemtrails, aber genau das ist mit „Geoengineering“ gemeint. Und für die Verschwörungstheoretiker ist das wirklich ganz toll, denn jetzt steht das Thema sogar auf einer offiziellen Regierungsseite. Und auch wenn Verschwörungstheoretiker ja den bösen Mächtigen immer irgendwie alles zutrauen und ihnen permanent Vertuschungen und Lügen vorwerfen, eine „offizielle“ Erwähnung der Verschwörungstheorie auf einer Regierungsseite gilt als absoluter Beweis dafür, dass an der Sache doch irgendetwas dran sein muss. Das meint auch ein Mensch aus der Community eines (nicht eingetragenen) Vereins von Hobby-Verschwörern in ihrem Forum (hier die unschöne Kopie auf WebCite®):

ich find die petition super… wird wahrscheinlich den kurs der regierenden nicht ändern, aber wenigstens kann man jetzt auf eine petition verweisen die auf einer regierungsseite steht …

Ist das nicht herrlich? Und es wird sogar noch besser: Wird die e-Petition abgeschmettert oder gar gelöscht, dann kann man weiter auf die böse Regierung schimpfen, die das Thema – wieder einmal – unter den Teppich gekehrt bzw. schlicht und einfach „wegzensiert“ hat.

Ob ich jetzt auch eine e-Petition erstellen soll? Immerhin verschwinden – nicht nur bei mir zu Hause – immer wieder einzelne Socken und ich fordere deswegen die Bundesregierung auf, sich endlich einmal um die Erforschung dieser – unter Skeptikern ja fast schon sprichwörtlichen – Sockenmonster zu kümmern und endlich Gegenmaßnahmen gegen diese Viecher einzuleiten. Es ist doch wirklich ein Skandal, dass man die Bevölkerung weiter darunter leiden lässt. Die Zahl der täglich verschwindenden Einzelsocken geht sicher in die Tausende und alleine der finanzielle Schaden für die Bevölkerung (die ja Geld für neue Sockenpaare ausgeben muss) dürfte sich pro Jahr auf mehrere Millionen Euro beziffern lassen. Das liegt eindeutig daran, dass die sockenproduzierende Industrie und der dazugehörige Handel durch gezielte Lobbyarbeit diese dringend notwendigen Forschungen verhindert sowie bereits besetehende Forschungsergebnisse unterdrückt. Es wird Zeit, dass sich das endlich ändert, deshalb wird meine Petition wohl so lauten:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen , daß die in vielen Waschmaschinen offensichtlich beheimateten „Sockenmonster“ endlich grundlegend erforscht und diese Forschungeergebnisse veröffentlicht werden, um der leidenden Bevölkerung endlich effektive Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

Ich war übrigens letzte Woche wieder betroffen, dieses Mal hat’s eine meiner Wundersocken erwischt! Bei der einzureichenden Petition könnte ich also genau so – wie Kommentatoren aktuell bei der Chemtrail Geoengineering-Petition – Zeugnis ablegen. Klar, dank des blauen Himmels sieht man Kondensstreifen, vor denen man sich fürchten kann, weil in diese irgendetwas „hineingesprüht“ worden sein soll, und genau das wird in meinem Lieblingsbeitrag aus dem Forum auch erwähnt:

Bei uns das gleiche, gestern abend Sternenklarer Himmel, gestern den ganzen Tag blauer Himmel und heute Morgen fingen sie schon wieder an erst vor der Sonne zu Sprühen und mittlerweile fliegen sie in Formation nebeneinander und ziehen dicke Streifen

Ob das daran liegen könnte, dass ein Flughafen in der Nähe ist?

Raum: frankfurt

Dacht‘ ich’s mir doch …





Astrologische Bildungsgutscheine (Teil 6): Jetzt fließt die Kohle …

8 03 2010

… und zwar aus den Töpfen der Bundesanstalt für Arbeit in die Taschen der einzigen, für die Annahme von solchen Bildungsgutscheinen bisher zertifizierten, Sternenschwurbelausbildungsstätte. Jetzt berichtete die Hamburger Morgenpost darüber, und über diesen Artikel ist ganz aktuell etwas bei Astrodicticum Simplex zu lesen (… bin mal gespannt, was aus dem Interview mit der Zeitung wird, das Florian dort ankündigt).  Etwas ausführlicher geht übrigens die Webseite der Kursveranstalterin selbst auf die zwei jetzt aus Steuermitteln geförderten Damen ein. Im Artikel geht es dabei zunächst um das Urteil des Bundesverfasungsgerichts zu Hartz IV und Frau Fritsch ordnet dieses Urteil zunächst mal astrologisch ein

Nimmt man die Unterzeichnung des Grundgesetzes als Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland, so ergibt sich eine interessante Radix zur Betrachtung der Qualitäten dieses Landes:

Bundesrepublik Deutschland

Unterzeichnung des Grundgesetzes, 23.05.1949, 17:00 Uhr, Bonn

Die Berufung, Mitgefühl zu entwickeln (MC im Krebs), wird von einer starken Neptunstellung in Konjunktion zum Aszendenten im 12. Haus und im Trigon zum AC-Herrscher Venus untermauert. Im Bewusstsein ist nicht immer alles so klar, wie es erscheint, wohl ist aber die Stimmung von starker Empathie und dem Wunsch nach Harmonie im Umgang miteinander geprägt. Da nicht immer alles so klar ist (rückläufiger Merkur) bedarf das Grundgesetz offenbar starker Hüter, also eines Verfassungsgerichts, das in wichtigen Fragen entscheidende Klärung schafft, um Neptun auf den richtigen Weg zu bringen und Dinge deutlich zu machen.

Ein herrlicher Text! Reine Leere – und natürlich erklärt sie nirgendwo, warum sie gerade dieses Datum benutzt (wie lange dauerte die Unterzeichnung denn? Hat sie um 17:00 Uhr begonnen oder geendet? Und warum hat sie nicht die folgende Mitternachtsstunde genommen, denn da trat das Gesetz in Kraft…), wobei dies bekanntlich sowieso egal sein dürfte.

Vor dem Interview mit den beiden Damen, deren Ausbildung jetzt auch von meinen Steuern bezahlt wird, wird kurz auf deren Lebenslauf eingegangen, aber diesen möchte ich wirklich nicht kommentieren. Gegen Ende werden die beiden dann nach Tipps gefragt „für den Umgang mit der Arbeitsagentur bzw. Arge, um an den Bildungsgutschein zu kommen“. Klar, für die Ausbildungsstätte ist es sehr wichtig, dass man noch mehr Leute in Selbstbetrug ausbilden und sich dies vom Steuerzahler bezahlen lassen kann. Während die erste Dame da noch auf ganz profane Überredungskünste gesetzt zu haben scheint…

Ich denke, es ist ganz wichtig, den Mitarbeitern bei den Behörden klar zu machen, dass es sich hier um einen seriösen Beruf mit Zukunftsperspektiven handelt, der vielfältige Möglichkeiten bietet. Es zeichnet sich im Moment ja schon der Trend ab, dass die seriöse Astrologie immer mehr Akzeptanz finden wird.

… will die andere keine Ratschläge geben …

Leider kann ich keinerlei konventionelle Ratschläge geben, da es bei mir anscheinend ganz anders gelaufen ist als bei den meisten, mit denen ich bis jetzt geredet habe oder von denen ich gehört habe.

… hat aber trotzdem eine Vermutung für ihren Erfolg:

Aber ich bin wohl auch die Einzige, die generell bei Behördengängen in der Wartezeit still für sich Licht-Meditation betreibt.

Und? Hat’s geholfen?

Tatsächlich bin ich in der Folge dann auch immer sehr kooperativen Sachbearbeitern zugeteilt worden.

Wow! Ein Wunder! Kooperative Sachbearbeiter dank Lichtmeditation – das ist doch wirklich der Tipp des Tages! Man sollte die Dame allerdings fragen, welche Art der Licht-Meditation denn dafür angewendet werden muss – bei google liefert das Stichwort immerhin ca. 246.000 Ergebnisse …





Michael Shermer erklärt was Skeptiker so tun (feat. Katie Melua)

4 03 2010

Vielleicht bin ich ja zu doof dafür, aber irgendwie schaffe ich es nicht das knapp viertelstündige Video mit Michael Shermer hier einzubetten – dann muss ich die ca. 15 Minuten halt einfach verlinken Michael Shermer redet sehr schnell, ist der Herausgebers des Skeptic Magazine, kommentiert regelmäßig im „Scientific American“ und hat einige interessante Bücher geschrieben. Im jetzt endlich eingebetteten Video erklärt er mit was sich Skeptiker so beschäftigen (der Titel „Why people believe strange things“ ist meines Erachtens nicht so ganz passend) und stellt am Ende noch eine spezielle, wissenschaftlich korrekte Strophe zu Katie Meluas Hit „Nine Million Bycicles“ vor. Im Original singt sie:

We are twelve billion light years from the edge – That’s a guess

No one can ever say it’s true – but I know that I will always be with you

Den 12 Milliarden Jahren wagte Simon Singh, der damals gerade sein insbesondere für interessierte Laien  sehr schön zu lesendes Buch „Big Bang“ herausgebracht hatte, zu widersprechen und Katie Melua outete sich daraufhin als ehemals begeistertes Mitglied des  Astronomieclubs, entschuldigte ihr Versehen (das natürlich aus lyrischen und metrischen Gründen durchaus verzeihlich war) und sang für Simon Singh die Strophe neu:

We are 13.7 billion light years from the edge of the observationable universe – that’s a good estimate with well-defined error bars

And with the available information I predict, that I will always be with you

Ich geb‘ ja zu, dass die 2. Version ein wenig holprig ist, aber dafür richtiger – man kann eben nicht alles haben (… gerade einige meiner absoluten Lieblingspopsongs von Peter Gabriel oder Kate Bush haben höchst esoterische Texte – z.B. „More than this“ oder „Cloudbursting“ …).

Und hier der Link: Michael Shermer on strange beliefs





Mit Karmapunkten auf dem Himmelsstrich

3 03 2010

Die zehn verrücktesten sozialen Netzwerke“ lautete  eine der heutigen Überschriften bei Shortnews, aber diese Meldung war doch zu kurz, als dass man Näheres zu diesen verrückten Netzwerken lesen konnte. In der Originalmeldung bei d-news ist da schon wesentlich mehr zu finden und man erfährt, dass es ein soziales Netzwerk für Bartträger ebenso gibt wie eines für Vampirfans mit Gothicfaible (mit immerhin über 2 Millionen Registrierungen). Obwohl ich es ziemlich unsinnig finde,  sich in immer mehr dieser Netzwerke anzumelden und dann doch nicht mitzubekommen was da so läuft (… weil man sich ja noch um seinen Blog, Twitter und die 27 anderen Netzwerke kümmert …) haben dann doch zwei aus der Liste mein Interesse geweckt.

Als erstes habe ich mich bei nclüdr umgesehen, denn dort wird wirklich etwas tolles versprochen:

nclüdr is the social network where everyone and everything is your friend.

Na herrlich, aber was bedeutet das? Auf der Startseite gibt’s auch eine kurze Erklärung: „Tired of only having 60, 100, 200 friends? nclüdr is the most awesomest ultimate social network ever.“ Man soll also schnell ganz, ganz viele Freunde kriegen? Der nächste Satz wird dann noch besser:

upload photos or publish notes • get the latest news from your friends • post videos on your profile • tag your friends • use privacy settings to control who sees your info • NOT WITH nclüdr!

OK, die letzten 3 Worte sagen eigentlich alles und auch das Testimonial einer unter dem Namen „Robert E. Lee“ firmierenden Reiterstatue zeigt um was es hier tatsächlich geht: I believe this to be a fine social networking website. Of course, I must admit here in public that I don’t know what social networking is exactly …

Nicht ganz so gefaked scheint das „Wir segnen uns“-Spielchen auf der Line for Heaven (klar, das darf man mit Himmelsstrich übersetzen). Dort kann man sich kostenlos anmelden und – eben – andere Leute segnen. Dafür kriegt man sogar etwas, nämlich einen Karmapunkt. Für eine Beichte gibt’s deren 5 und wenn man weitere Personen für das Netzwerk wirbt gibt es noch viel mehr Karmapunkte (50) – und alle bringen seinen „Besitzer“ näher zu Gott. Und wenn man den ganzen Tag so um sich herum gesegnet und zwischendurch ein wenig gebeichtet hat, es aber immer noch nicht reicht mit den Punkten, dann haben die Betreiber noch einen ganz traditionellen Weg des Punkteerwerbs im Programm, den sie 1:1 beim mittelalterlichen Ablaßhandel abgekupfert haben:

Need to move up faster in line? Send us a buck and you’ll get 10 Karma points. Send us two and we’ll give you 20 Karma points… get it?
You will get 10 Karma Points added to your account for each US dollar donated.

Am Preis merkt man sofort, dass das nicht ernst gemeint sein kann, denn so billig kann der Weg zu Gott wirklich nicht sein. Als Atheist kann mir das eh egal sein, aber jetzt frage ich mich, was ich mit meinem Karmapunkt machen soll, den ich gleich nach dem Anmelden erworben habe, in dem ich mich selbst gesegnet habe … … das geht nämlich auch, zumindest ein Mal täglich.








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