Prognosen 2016: Die Astrowoche-Labertaschenparade – sehr viel Blabla, und ein wenig Konkretes von Herrn Schott

7 01 2016

Alle Jahre wieder gehört der größte Teil der von irgendwelchen Astrologen oder Hellsehern veröffentlichten Jahresvorschauen in eine Kategorie, die man als reines Blabla bezeichnen müsste. Das ist auch für das Jahr 2016 nicht anders, wie das Beispiel des bereits erwähnten Astrogipfel der Werbepostille Astrowoche zeigt. Dieses Jahr durften 6 Astrologen etwas über das kommende Jahr sagen, und die Zusammenfassung ist wenig spektakulär, wenngleich ein wenig düster:

Die Angst wird zu unserem ständigen Begleiter, der sich wie ein düsterer Schatten über unserem Leben ausbreitet. Über unseren Urlaub, über heitere Stunden in unseren Städten. Gewalt droht in diesem Marsjahr 2016, noch mehr Kriege, Aggression, Terror, erhöhte Spannungen zwischen den Religionen.

Auch die Flüchtlinge sind natürlich Thema, und ganz allgemein kann man auch ein wenig labern:

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab, die Kluft zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner, aber wir werden auch zu unerhofften Lösungen finden, das sagen uns die Sterne.

Ob man für solche Sätze einen Blick in die Sterne gebraucht hätte? Wenn die „unverhofften Lösungen“ wengstens irgendwie beschrieben worden wären … … aber nein, es bleibt bei den Weisheiten der sprichwörtlichen Binse. Noch mehr gefällig? Biteschön:

Und der Unfrieden in diesem angespannten Marsjahr 2016 überträgt sich auf die Familien. Es wird mehr Scheidungen geben, härtere Kämpfe im Beruf und eine große Kälte, die Todesopfer fordert. Für Europa schaut es 2016 sehr schlecht aus, für Deutschland sehr gut.

Wie das mit der Todesopfer fordernden Kälte genau gemeint ist wird natürlich nicht erklärt, aber das macht auch nichts. Schaut man sich die Texte im Einzelnen an findet man – mit einer Ausnahme – nicht viel mehr. Über Michael Allgeiers (Chefastrologe der Astrowoche, Leiter von Astro-Kolleg Allgeier & Noe) Geschichtsverständnis hatte ich ja schon geschrieben, Prognosen über die obige Zusammenfassung hinaus gibt es da allerdings nicht. Bei Erich Bauer ist das ein wenig anders, der will zumindest etwas über das Fernsehprogramm im neuen Jahr wissen:

2016 wird etwas geboten. Sportveranstaltungen werden noch mehr aufgebläht, und das Fernsehprogramm besteht bestimmt nicht aus romantischen Liebesschnulzen, sondern aus Actionfilmen und, das natürlich auch, aus Reportagen über Plätze, an denen Krieg herrscht.

Ernst ist das wahrscheinlich nicht gemeint, denn dass die Programme auf Rosamunde-Pilcher-Schnulzen verzichten glaubt Herr Bauer wohl selbst nicht. Nummer drei in der Gipfelrunde ist der „Gründungsastrologe der Astrowoche und Nostradamus-ExperteKurt Allgeier. Der Vater des schon erwähnten Michael Allgeier versucht sich als Wetterprophet („Schuld“ hat natürlich eine astrologische Konstellation):

Sie wird von Ende Mai bis in die ersten Oktobertage gegeben sein und könnte in dieser langen Strecke endloses Regenwetter auslösen.

Dazu kommt noch ein wenig Europaskepsis und der Hinweis, dass es auch 2016 Kriege geben wird. Kommen wir zu Nummer 4, Christine Schoppa, die als Astrologin mit Schwerpunkt Gesundheit und Partnerschaft vorgestellt wird. Frau Schoppa hat überwiegend positives Blabla im Programm und empfiehlt ein monatliches Schutzritual gegen alle negativen Energien:

Senden Sie im Jahr 2016 einmal im Monat, immer wenn der Mond in den Fischen steht, Liebe hinaus in die Welt. Stellen Sie sich die Weltkugel vor, hüllen Sie diese in Gedanken in goldenes Licht und sprechen Sie dabei folgende Worte: Dieses goldene Licht soll mich und die Welt vor Hass, Krieg und Gewalt schützen.

Wenn’s nur so einfach wäre …

Weiter mit Nummer 5, Gabriele Sperzel (Astrologin und Autorin im Engelmagazin), die aber auch gar nichts irgendwie Konkretes zu sagen hat. Wesentlich mehr will da Konstantin Schott wissen, denn er beschreibt sogar einige Szenarien:

  • Der Mittelstand der USA verarmt und lebt in riesigen Zeltstädten.
  • Gleichzeitig werden neue Energierohstoffvorkommen in Amerika eine international vollkommen veränderte wirtschaftliche Situation heraufbeschwören.
  • In diesem Zusammenhang ist ein großer Börsencrash zu erwarten, der unsere westliche Welt erschüttern wird. Dramatische Pleiten sind die Folge.
  • Unsere Wirtschaft muss sich gegen amerikanische Konzerne durchsetzen, die sich nahezu aggressiv in Europa engagieren.
  • Es kommt zu Änderungen innerhalb der Regierungskoalition aufgrund einer Stärkung der Sozialdemokratie.
  • Es kann zu einer Teilung von Nord- und Süditalien kommen, aber wahrscheinlich nur wirtschaftlicher Natur.

Immerhin, da sind ja tatsächlich ein paar Prognosen dabei, die am Jahresende besprochen werden können! Ich glaube zwar nicht, dass der amerikanische Mittelstand in riesigen Zeltstädten leben wird, aber immerhin ist Herr Schott der einzige Astrogipfelteilnehmer, der sich tatsächlich so etwas wie Prognosen zutraut.

Alles in allem erwiesen sich die Teilnehmer des „Astrogipfel“ – mit Ausnahme von Herrn Schott – als Binsenweisheiten plappernde Labertaschen. Aber mehr sollte man von denen ja sowieso nicht erwarten …

(Die 5 Schwurbler und der mutige Herr Schott sind die Nummern 6 bis 11 der Astrologen / Wahrsager / Hellseher für 2016)

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