Labertaschenparade 2012, Teil 3: Kleine Blogauswahl und mehr

8 07 2012

Gerade mal 22 Astrologen, Hellseher und andere Zukunftsschwurbler hatte ich bisher hier erwähnt – da wird es langsam Zeit den großen Rest der Auguren, die sich für 2012 so Manches ausgedacht haben, zumindest namentlich zu erwähnen. OK, so richtig Überraschendes ist nicht dabei – erstaunlich war nur jene Hellseherin, die Science-Blogger Ulrich Berger überzeugen wollte und zu einem Test einlud

Hier erst mal 13 weitere (von inzwischen etwa 80) Kandidaten, die vielleicht am Jahresende im Rückblick erwähnt werden (die verlinkten Seiten zeigen nicht unbedingt auf einen für den Jahresrückblick relevanten Artikel):

  • Christa Heidecke (Vorsicht! Höchste Schwurbelstufe!)
  • Ursula Ortmann („im psychischen und physischen Bereich bahnbrechende Erneuerungen und Erfahrungen„)
  • Menega Sabidussi (Blabla a la „Seien Sie vom 13. bis 20. Juli im Strassenverkehr und auch sonst besonders umsichtig…“)
  • Stefan Arens (Energiegeblubber)
  • Stefan Ringstorff (Politik und Spamkommentare)
  • Aylin Bulanik (viel Politik und eine falsche Bürgermeisterprognose für Frankfurt)
  • Hellgard Nitsche (Klimawandel ist toll: „Als ob es nicht eine Tatsache ist, dass es der Erde in Warmzeiten immer besser ging, dass es mit mehr Killergas CO2 geradezu paradiesisch auf Erden war, mit einem üppigen Pflanzenwuchs und Bienen so groß wie heute Hasen sind.„)
  • Martin Michalowski (nur Werbung und ein wenig Beruhigung: „Die schrecklichen Prophezeiungen kann ich für 2012 und besonders auch für den 21.12.2012 nicht bestätigen.“ – dazu ein Text, der schon im Titel wunderbaren Unsinn verbindet: „Astromedizin ist kosmische Homöopathie„)
  • Joachim Nusch (Schwarzsehereien und Gelaber)
  • Norbert Giesow (auch hier wird schwarz gesehen …)
  • Monika Heer (sieht sogar ein wenig Positives!)
  • KarinMayer (der übliche Rundumschlag)
  • Petra Dörfert (Keine Prognosen und der folgende, durchaus überraschende Satz: „Um all das vorauszusagen benötigen wir jedenfalls keine Astrologie.„)

Egal was 2012 noch passiert: Wetten dass fast alle hier Genannten im Nachhinein ihre Texte als eingetroffene Prognose gewertet sehen wollen?


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9 responses

9 07 2012
Horst Lauer - Der Skeptiker

Verehrter Herr Kunkel, mein Sohn ließ nun bedauerlicherweise doch auf sich warten, sein mobiles Telefon ist plötzlich abgeschaltet und seine Sekretärin verwies auf eine Besprechung. Nun denn, so habe ich mich entschlossen, mit meinem Lapsus nicht länger zu hadern und meinen Leserbrief auf die gute alte Weise schlicht und ergreifend noch einmal abzutippen.

Wie ich schon an falscher Stelle schrieb, möchte ich Ihnen wieder einmal zurufen: Chapeau!

Gar meisterlich ausgeführt, beleuchten Sie in leicht verständlicher Weise mittels einer einfach anzuwählenden Verknüpfung die Internetz Seiten dieser unwissenschaftlichen Zeitgenossen.

Ihr Internetpranger hat Vorbildcharakter, und ich habe vorhin bereits die Verknüpfung zu diesem wunderbaren Blogartikel an meine beiden Söhne geschickt. Unser Andreas wird das gewiß wieder einmal nicht gutheißen, aber nun, das verwundert nicht. Er läßt seine Frau auch gewähren, obwohl diese einen Arzt aufsucht, der dem Aberglauben der Naturheilkunde frönt. Unser guter Michael jedoch, er wird Ihren Beitrag sicher zu schätzen wissen, denn er hat unsere Hoffnungen in Sachen Lebenshaltung bisher nicht enttäuscht und durch mein Schreiben am falschen Ort war er zwischenzeitlich schon mit dem Vorgang befaßt. Es wird jedoch noch einmal zu überprüfen sein, ob er auch Ihren Text aufmerksam gelesen hat.

Verehrter Herr Kunkel, Sie leisten einen großartigen Beitrag zur allgemeinen Volksaufklärung, und es wäre gewiss begrüßenswert, wenn Sie Ihren Internetpranger stetig erweitern und auch andere verwirrte Zeitgenossen darstellen, welche dem unwissenschaftlichen Treiben Vorschub leisten. Ich denke dabei unter anderem, jedoch nicht ausschließlich, an:

– Meditierer
– Anhänger des Yoga-Kultes
– Naturheilkundegläubige
– Vegetarier
– Sympathisanten des unsittlichen Dr. Freud
– Sonnenanbeter
– Freikörperkultler
– Parteigänger der antiautoritären Gesinnung

Gerade die um sich greifende Ausbreitung dieses sonderbaren, gar fremdländischen Yoga-Kultes sollte uns skeptisch denkenden Menschen keine Ruhe lassen. Ich frage Sie, was ist so falsch an unserer guten, alten Gymnastik, daß unsere jungen Menschen sich diesem Kult anschließen, bei dem schwer verdrehte Gedankengänge in die Köpfe vor allem unserer jungen Mädel getrichtert werden, während diese sich zu verrenken angehalten sind, um ihre Gegenwehr zu schwächen?

Unsere Schwiegertochter war eine gewisse Zeit in den Fängen dieses Kultes, der sich unserorts als Yoga-„Schule“ tarnt. Es steht meines Erachtens zu befürchten, daß die Hingabe unserer Schwiegertochter an die Naturheilkunde ein Spätschaden des Besuches dieser „Schule“ war. Ich habe unseren Sohn bereits mehrfach ermahnt, er möge alsbald rechtliche Schritte gegen diese Bande einleiten, aber er will mir nicht gehorchen.

Sie aber, verehrter Herr Kunkel, würden einen weiteren großartigen Beitrag zur Vernunft und Sachlichkeit leisten, nähmen Sie auch oben bereits erwähnte Personengruppen mit in Ihren wundervollen, digitalen Pranger auf.

Stets hochachtungsvoll!
Horst Lauer

9 04 2013
Jenni Flieg

Nitsche: “Als ob es nicht eine Tatsache ist, dass es der Erde in Warmzeiten immer besser ging, dass es mit mehr Killergas CO2 geradezu paradiesisch auf Erden war, mit einem üppigen Pflanzenwuchs und Bienen so groß wie heute Hasen sind.“)

so kenne ich das auch. was ist daran falsch?

10 04 2013
wahrsagercheck

@Jenni Flieg

Welcher Nitsche sagt das? Ist das ein Klimaforscher?

Ich verlasse mich da eher auf die Profis der Szene. Linktipp: http://www.klimafakten.de/behauptungen/top-10
(dort sind die Behauptungen selbstverständlich mit Quellen unterlegt)

10 04 2013
Jenni Flieg

Hallo Herr Wahrsagercheck!
Was sollen diese Links?
Sie sollen sagen, warum die Aussagen falsch sind und keine Propagandaseiten verlinken.
Außerdem macht die verlinkte Seite den Eindruck, hier soll eine Klimaidelogie (Ideologien sind wie Religionen, man muss daran glauben!) propagiert werden.,
Lesen Sie einmal das Buch Ian Moirris: „Wer regiert die Welt? Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden.“
Dort steht auch, dass Warmzeiten immer Blütezeiten der Zivilisation waren.
Hier ein anderes Zitat aus dem Indernet:
Die Auswertung von Bohrkernen aus Eis und Sedimenten ergibt ein recht gutes Bild der großräumigen Temperaturentwicklung der vergangenen Erdzeitalter. Eis- und Warmzeiten lösten einander ab. Danach befinden wir uns zurzeit in der Warmzeit eines Eiszeitalters, das durch Gletscher an mindestens einem der Pole gekennzeichnet ist. Warmzeiten innerhalb eines Eiszeitalters sind immer relativ kurze Epochen. In der Zeit zwischen 8000 und 6000 vor Christus war es auf der Nordhalbkugel deutlich wärmer als heute, während der CO2-Gehalt der Atmosphäre ein Minimum von etwa 260 ppm (parts per million) durchlief, um danach ohne jeden menschlichen Einfluss anzusteigen, gleichzeitig sank die Temperatur.

Völkerwanderung Reaktion auf beginnende Kaltzeit

Mindestens die Nordhalbkugel der Erde erlebte etwa zu Christi Geburt eine „kleine“ Warmzeit, die es den Römern erlaubte, bis nach England vorzudringen. Um das Jahr 300 wurde die Warmzeit durch eine Kaltzeit abgelöst. Die sinkenden Temperaturen in Nordeuropa veranlassten die Germanen vor allem in Skandinavien, in den Süden zu ziehen. Die im Jahr 375 beginnende Völkerwanderung war eine eindeutige Reaktion auf die beginnende Kaltzeit.

Diese Kaltzeit dauerte rund 500 Jahre und endete etwa um 800. Eine neue Warmzeit begann, die es den Wikingern ermöglichte, Grönland – „Grünland“ – zu besiedeln und von dort aus unter Leif Eriksson im Jahr 992 Nordamerika zu besuchen, von dem er durch einen Händler gehört hatte. Eriksson landete im heute kalten Neufundland und fand dort wilden Wein vor, so dass er den Landstrich Vinland nannte. Während dieser warmen Periode wuchsen im Rheinland Feigen und Oliven, während am Niederrhein und in England Wein angebaut wurde.

Europäischer Sommer mit 15 Grad Höchsttemperatur

Um 1300 machte sich eine neue Kaltzeit bemerkbar. Sie zwang die Wikinger, Grönland aufzugeben. Die tiefsten Temperaturen in Mitteleuropa wurden zwischen 1500 und 1700 erreicht. Hier stieg die Temperatur im Sommer gelegentlich nur bis etwa 15 Grad Celsius, Ernten fielen aus, Hungersnöte suchten die Menschen heim. Der Bodensee fror häufig zu, Schnee im Hochsommer war keine Seltenheit. In dieser Zeit änderten sich die Temperaturen von Jahr zu Jahr dramatisch, während der CO2-Gehalt nahezu konstant blieb.

Ab 1800 hätten die Temperaturen allmählich wieder ansteigen sollen, doch sorgte die Explosion des isländischen Vulkans Laki im Jahr 1783 für jahrelange niedrige Temperaturen, deren Auswirkungen bis Ägypten reichten. Dort gab es im Jahr 1784 eine Hungersnot, weil der Regen im Bereich der Nilquellen wegen der verdunkelten Atmosphäre ausblieb und damit der notwendige Nilschlamm zur Düngung der Felder. Der Laki hatte länger als ein Jahr Hunderte von Millionen Tonnen Staub und Gase in die Atmosphäre geblasen. Sie hielten die Sonnenstrahlen fern und ließen die Erdoberfläche abkühlen. Danach erfolgte der Temperaturanstieg nur langsam, allerdings nicht linear. Es gab wie in der gesamten Erdgeschichte warme und kalte Jahre, milde und kalte Winter, heiße und kühle Sommer.

10 04 2013
wahrsagercheck

@JenniFlieg

auf der von mir verlinkten Seite werden die dortigen behauptungen mit wissenschaftlichen Quellen belegt. Das mag Ihnen nichzt gefallen, ist aber so (wie jeder nachprüfen kann).
Es geht bei diesem Thema um – wie immer sehr schwierige – Abschätzungen zukünftiger Entwicklungen. Ich weiß nicht wer recht hat (das erfahren wir alle erst hinterher), aber ich vertraue da eher auf diejenigen Menschen, die tagein tagaus über dieses Thema forschen und ihre Aussagen – mit aller Unsicherheit – auch begründen können.
Wenn sie lieber einfache Antworten haben wollen, dann ist ihnen das unbenommen.

10 04 2013
Jenni Flieg

Sagen sie doch einfach was falsch ist und schwurbeln sie nicht so rum.

Ich habe Ihnen das Buch empfohlen! Ist das kein Beleg. Dann habe ich Ihnen aus der FAZ zitiert. Ist das kein Beleg.

Sagen Sie: Es stimmt nicht, dass Warmzeiten immer auch Blütezeiten der menschlichen Zivilisation waren.
Widerlegen Sie mir die Aussage, mehr erwarte ich nicht.
Sagen Sie das stimmt nicht, Kaltzeiten waren die Blütezeiten der Zivilisationen.

Ist das so schwer zu begreifen?

10 04 2013
wahrsagercheck

@ Jenni Flieg
ich habe auf eine Seite verwiesen, auf der echte Forschungergebnisse verlinkt sind – nicht auf Presseartikel.
Ich habe nie behauptet, dass ich mich bei diesem Thema auskenne – deswegen verlasse ich mich auf die Experten. Sie haben keine Exoerten (bzw. deren wissenschaftlichen ergebnisse) verlinkt. Müssen sie auch nicht – aber was in der FAZ oder sonstwo steht ist der Forschung nun mal schlichtweg schnurz.

10 04 2013
Jenni Flieg

Geben Sie es doch zu: Sie können es nicht wiederlegen.
Bringen Sie meinetwegen Zitate von ihrer Seite, die belegen:“Warmzeiten waren keine Blütezeiten der menschlichen Zivilisation“.

Wussten Sie noch nicht, dass ein blanker Link kein Beleg Ihrer Aussagen ist?
Sie müssen schon richtig zitieren.

10 04 2013
wahrsagercheck

@Jenni Flieg
Ich schreibe keinen Blog zu diesem Thema (habe noch nicht einmal einen Artikel zu diesem Thema geschrieben), habe mir nur erlaubt zu erwähnen, dass die Profis bei diesem Thema sich einiger Dinge ziemlich sicher sind. Natürlich ist ein Link kein Beleg, aber hinter diesem Link verbergen sich eine ganze Menge von Belegen … … man muss diese nur lesen.

Dies ist aber hier schlicht und einfach kein Thema …

Wenn Sie über dieses Thema diskutieren wollen, machen sie es dort wo die Profis sich äußern, zum Beispiel bei Geogreffito in den Sciende Blogs …

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