Meine Volkshochschule (vhs Mainz) ist nur noch peinlich …

9 09 2014

Mein Versuch die Lokalpresse (AZ Mainz) über die Lächerlichkeit einiger Kurse “meiner” Volkshochschule zu informieren war leider nicht erfolgreich, aber inzwischen gab es in der Folge eines offenen Briefs auf dem gwup-Blog ein ganz kleines Shitstörmchen auf der facebook-Seite der vhs Mainz, das nach einer versuchten Erklärung der vhs ein klein wenig angeschwollen ist. Der von der vhs eingestellte Text ist aber auch wirklich so was von peinlich …

Noch mal kurz um was es eigentlich geht: Die vhs Mainz bietet unter anderem einen Kurs namens “Pendelpraxis I” an, in dem die Kunden – gegen Zahlung einer Kursgebühr – lernen sollen “Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und mehr auf Verträglichkeit und biologische Qualität zu testen“.  Dies ist entweder (höchst unwahrscheinlich) eine wissenschaftliche Weltsensation oder (ziemlich sicher bis zum Beweis des Gegenteils!) der übliche esoterische Schwachsinn, der bisher noch bei jedem ordentlichen Test versagt hat. Der Kurs kann also nicht leisten was er verspricht und ist daher eine Mogelpackung, ja man könnte sogar von Betrug an den Kunden reden – oder würde man sich nicht betrogen fühlen wenn z. B. in einem Sprachkurs Englisch die Kursleitung dieser Sprache gar nicht möchtig wäre? Hinzu kommt, dass es ja noch mehr hanebüchene Kursangebote gibt, aber dazu später noch mehr.

Es beginnt mit einer schon ‘mal etwas eigenartigen Überschrift:

Ein Wort in eigener Sache 

Und dann beschwert sich die vhs darüber, dass einzelne Leute die Seite der vhs wegen des angebotenen Pendelkurses negativ bewertet haben und weist darauf hin, dass dies nur wegen diesem Kurs erfolgte. Nun ja, es ist ja auch eine Beleidigung für den Intellekt wenn eine öffentliche Bildungseinrichtung esoterischen Unsinn anbietet statt – gemäß dem eigenen Leitbild – die Menschen aufzuklären. Dann versucht die vhs  irgend etwas zu erklären, aber was eigentlich? Auf das Thema der Kritik selbst wird jedenfalls kaum eingegangen, dafür wird ein wenig mit Zahlen jogliert – ich habe mit erlaubt den Text Satz für Satze und auch die Rechnerei zu kommentieren (in rot):

Volkshochschulen stehen allen Menschen offen. Richtig, aber was hat das mit der Kritik zutun?

Sie trennen nicht, sondern sie verbinden. Blabla!

Sie teilen nicht auf, weder nach sozialer Herkunft noch nach akademischer und nicht akademischer Ausbildung. Noch mehr Blabla!

Sie sind Orte der Offenheit und Toleranz und bieten damit auch Menschen mit unterschiedlichen und gegensätzlichen Auffassungen die Möglichkeit, individuelle Bildungsbedürfnisse zu befriedigen. Seit wann hat Bildung etwas mit gegensätzlichen Auffassungen zu tun? Soll eine vhs auch die “Bildungsbedürfnisse” von Kreationisten, Anhängern der Hohlwelttheorie oder gar Holocaustleugnern befriedigen? Besonders bei Letzterem würde jede vhs – zurecht – wohl Probleme bekommen, obwohl dies ja auch nach Meinung der Vertreter dieses Wahnsinns “nur” eine gegensächliche Auffassung von Geschichte ist!

Volkshochschulen sind damit ein Abbild unserer pluralen Gesellschaft, und das ist auch gut so. Noch immer keine Antwort auf die konkrete Kritik!

Die Teilnahme an Veranstaltungen der Volkshochschule basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Was für eine Binsenweisheit!

Niemand wird gezwungen gegen seinen Willen eine bestimmte Veranstaltung zu besuchen. Natürlich nicht!

Erwachsene entscheiden selbst, welche Themen sie interessieren und sind daher engagiert bei der Sache. Was hat das jetzt mit dem Pendelkurs zu tun?

Und auch das ist gut so. Zu oft bei dem scheidenden Berliner Bürgermeister zugehört?

Manchmal hilft auch ein Blick auf Zahlen, um eine vermeintliches Problem angemessen zu bewerten. Na dann her mit den Zahlen!

Die Volkshochschule Mainz hat im vergangenen Jahr 74042 Unterrichtsstunden durchgeführt. Der – einzige – Pendelkurs umfasst 9 Unterrichtsstunden. Dies entspricht einem Anteil von 0,12 Promille. OK, in soweit richtig gerechnet.

Selbst wenn man alle Veranstaltungen, die im Übrigen auch unter der Überschrift „Esoterik“ angeboten werden, zusammennimmt, ergibt dies 77 Unterrichtsstunden. Als ob es eine Rechtfertigung ist wenn man zugibt nicht nur ausnahmsweise einmal sondern sogar mehrfach esoterischen Unsinn angeboten zu haben. Dass die Überschrift stimmt macht das Ganze nicht besser.

Dies entspricht einem Anteil von 1 Promille, d. h. von 1000 durchgeführten Unterrichtsstunden entfällt 1 Unterrichtsstunde auf den Bereich Esoterik. Ja, und das ist genau die eine pro Tausend Stunden zuviel, denn damit wird nicht aufgeklärt sondern – wie mehrere Kommentatoren zurecht anmerkten – Volksverdummung betrieben.

Schließlich – auch durch dauerhaftes Wiederholen wird aus einer Unwahrheit keine Wahrheit. Ein wahrer Satz! Und aus esoterischen Hirngespinsten wird auch an einer vhs keine Bildung!

Die Behauptung, hier würden Steuergelder eingesetzt, ist schlicht falsch. Na ja, immerhin zahlt die vhs keine Steuern – alleine dadurch ergibt sich eine Art Bezuschussung.

An dieser Stelle können und sollen nicht die komplizierten und nach Bundesland unterschiedlichen Bezuschussungen in der Weiterbildung dargelegt werden. Nein, müssen sie auch nicht! Aber immerhin geben sie zu, dass es bisweilen Bezuschussungen gibt. Für das Thema Pendel- und andere Esoterikkurse ist dies allerdings unerheblich.

Nur – wer solche Behauptungen aufstellt, sollte sich, an den eigenen wissenschaftlichen Ansprüchen gemessen, vorher sachkundig machen. Und das war alles? Am Ende statt dem Versuch einer Argumentation ein billiges Ablenkungsmanöver – traurig, dass “meine” (ich habe mehrere Kurse dort besucht) vhs sich so lächerlich macht.

Die Kommentare auf dieses Armutszeugnis in “beleidigter Leberwurst”- Stimmung waren eindeutig – ein paar Beispiele:

Die Verträglichkeit von Lebensmitteln durch Pendeln zu ermitteln oder gar zu verbessern, dürfte wohl unstreitig “Humbug” sein und nicht wissenschaftlich aufgeklärt. Bei der In Anspruch genommenen Neutralität verbietet es sich, solch einen unwissenschatlichen Kram anzubieten. Ich finde, dass sich die VHS, die auf welchem Weg auch immer staatliche Vorteile in Anspruch nimmt, zum Mittäter einer Täuschung gegenüber den Kursteilnehmern macht und damit einen Schaden sowohl finanziell herbeiführt (Kursgebühr und Verschwendung öffentlicher Förderung) als auch moralisch (Förderung von Humbug, Täuschung der Teilnehmer).

Wie ärmlich. Auf den berechtigten Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit, ja sogar aktiver Volksverdummung reagiert die VHS Mainz mit einem Belehrungspamphlet in ablenkendem, altväterlichem Politikerduktus. 

Wenn ich im letzten Jahr 9 schwere Körperverletzungen begangen habe und insgesamt 77 Gewalttaten, wird das dann dadurch entschuldigt, das ich 73.965 Menschen, denen ich in Fußgängerzonen und im Straßenverkehr begegnet bin, nichts angetan habe? Nichts anderes ist die Argumentation hier. Für eine Bildungseinrichtung ungeeigneter Unsinn bleibt für eine Bildungseinrichtung ungeeigneter Unsinn, egal wie sinnvoll der Rest ist.

Und ein weiterer Kommentator hatte noch folgende Bitte:

Liebe(r) Verfasser(in) des obigen Textes, ich bitte Sie, den Anteil Ihres esoterischen Angebots am Gesamtprogramm noch einmal zu berechnen, diesmal inklusive wirklich aller esoterischer und pseudowissenschaftlicher Inhalte; ich und viele weitere hier helfen gerne.

Na klar helfen wir, also ich zum Beispiel. Ich habe mir das aktuelle Kursprogramm nochmal durchgeschaut und folgende eindeutig esoterischen Kursangebote gefunden:

U12301 Pendelpraxis I 9
U12302 Mit der Wünschelrute unterwegs 12
U12303 Jahresabschiedsritual 2,67
U12304 Tarot – die Grundlagen des Kartenlegens 16
U12305 Tarot, ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung 20
U12306 Tarot, ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung Workshop 4
U12201 Astrologie Basics 16

Das sind jetzt 79,67 Stunden – aber damit sind wir noch nicht am Ende, denn auch in anderen Kursbereichen lauert Esoterik satt. Nehmen wir zum Beispiel Schüßlersalze, zwei weitere Kurse in der völlig unkritisch (Aufklärung???) mit esoterischen Heilungsversprechen die Kunden verdummt werden:

U82101 Schüßler-Salze 4,3
U82100 Schüßler-Salze 4,3

So richtig lächerlich wird es wenn man in Kursbeschreibungen hanebüchenen Nonsens wie den folgenden liest:

Die Probleme einer adäquaten Ernährung werden aus feinstofflicher Betrachtung besprochen: Über die Nahrung haben wir mit feinstofflichen Wirkungen zu tun, die uns belasten oder beleben.

Durch die feinstoffliche Betrachtung kann verstanden werden, was in diesen Situationen geschieht.

… setzt genau in diesem scheinbaren Nichts – nämlich in den feinstofflichen Ebenen – an.

Diese Zitate stammen aus den folgenden Kursbeschreibungen:

U82106 Hilfe, wer zieht mir Energie ab? Hintergründe und Tipps 2
U82107 Hilfe, wer zieht mir Energie ab? Hintergründe und Tipps 4,3
U82108 Anspannung, Ängste, innere Unruhe – woher kommen sie, wie lösen sie sich? 2
U82109 Anspannung, Ängste, innere Unruhe – woher kommen sie, wie lösen sie sich? 4,3
U82118 Nahrung – die Basis unserer Lebensfreude, Essen wir mehr als wir sehen? 2
U82119 Nahrung – die Basis unserer Lebensfreude, Essen wir mehr als wir sehen? 4,3

… und wenn das keine Esoterik ist, was soll das bitte sonst sein? Aber es gibt noch mehr:

U72100 Feng-Shui – Basics 6,6
U24103 Gesünder wohnen – Erdstrahlen und Elektrosmog 4
U81734 Handreflexzonen-Therapie 4
U81735 Handreflexzonen-Therapie 4

Dabei sind weitere Kurse aus verschiedenen Themenbereichen, die von Heilpraktikern (!!!) gehalten werden (vielleicht sollte sich ‘mal ein Psychologe das diesbezügliche Angebot der vhs Mainz ansehen …), ebenso wenig berücksichtigt wie einige Kurse zur traditionellen chinesischen “Medizin” . Immerhin haben wir jetzt schon

125,77 Esoterikstunden

und das sind wahrscheinlich noch lange nicht alle.

Ich versuche das jetzt ‘mal auf der Seite der vhs Mainz zu verlinken – vielleicht gibt es ja noch eine Reaktion ….





Zwischendurch ein wenig Musik …

17 07 2014

Dieses Jahr habe ich es ja nicht zum TAM – The Amaz!ng Meeting – geschafft, und deswegen auch das Intro zur Veranstaltung verpasst. George Hrab lässt sich vom weltweiten Hype um den Pharrell Williams Song “Happy” inspirieren, schreibt den Songtext ein wenig um und heraus kommt dieses schöne Video mit Namen “Randi“:





Pendeln, Wünschelruten, Astrologie, Tarot: Wie sich (m)eine Volkshochschule wieder einmal lächerlich macht!

15 07 2014

Schon vor einem Jahr hatte ich über ein paar meiner Meinung nach höchst zweifelhafte Kurse in “meiner” Volkshochschule geschrieben, meine damals an die Verantwortlichen gemailte diesbezügliche Anfrage blieb bis heute unbeantwortet. Inzwischen ist das neue Programm der vhs Mainz da, und geändert hat sich leider nichts, im Gegenteil: jetzt gibt’s auch noch Kurse im Kartenlegen! Das eigene Leitbild, in dem das Wort “Aufklärung” an prominenter Stelle zu finden ist, scheint den Verantwortlichen selbst wohl nicht bekannt zu sein.  Ich habe deshalb folgenden Leserbrief an die Lokalzeitung geschrieben, vielleicht greift man dort ja das Thema auf:

Volkshochschule Mainz: Leitbild Aufklärung?

Die Volkshochschule Mainz hat tolle Angebote! Man kann dort Sprachen lernen und Schulabschlüsse nachmachen, es gibt interessante Kurse zu Geschichte und Kultur, zur beruflichen Fortbildung usw. – doch es gibt leider auch Angebote, bei denen den zahlenden Kunden lediglich die Kursgebühr aus der Tasche gezogen wird. Wenn man in einem Kurs z.B. lernen soll, mit einem Pendel “Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und mehr auf Verträglichkeit und biologische Qualität zu testen” (Kurs U12301), dann hat die Kursleiterin entweder der Naturwissenschaft noch völlig unbekannte Fähigkeiten entdeckt (die ihr bei einem entsprechenden Nachweis Preisgelder von bis zu einer Million Dollar einbringen würden) oder der Kurs ist schlicht und einfach eine Mogelpackung (für 45 €). Ähnlich ist es mit einem Kurs zum Gehen mit der Wünschelrute (U12302, 45 €) – eine Nachfrage beim Institut für Geowissenschaften an der Uni Mainz würde zeigen, dass die für den Kurs versprochene Suche nach “Störzonen wie Wasseradern, Verwerfungen, sowie das Globalgitternetz und Currynetz” schlicht und einfach unsinnig ist, da nichts davon in der von den Protagonisten dieser esoterischen Szene propagierten Form existiert. So richtig ärgerlich wird dieses Thema wenn in einem weiteren Kurs (U24103, 10 €) noch die Angst vor diesen nicht existenten Gefahren geschürt wird. Wäre es nicht eher Aufgabe der Volkshochschule ihre Kunden darüber aufzuklären (!!) was hinter diesen vermeintlichen Phänomenen steckt? Muss eine Volkshochschule offensichtlichen esoterischen Unsinn wie Astrologie (Kurs U12201) oder Kartenlegen (Kurse U12304, U12305 und U12306) wirklich mit Kursen adeln? In ihrem Leitbild orientiert sich die vhs Mainz “an den Prinzipien der Aufklärung, Demokratie und Würde des Menschen.” Bei den genannten – und einer ganzen Reihe weiterer – Kurse geht es jedoch nicht um Aufklärung sondern um Verklärung längst widerlegter, esoterischer Fantastereien. Dies ist meines Erachtens auch nicht mit den ebenfalls im Leitbild zu findenden “Werten der Offenheit, Toleranz und Freiheit der Meinungen” abgedeckt, denen sich die vhs Mainz zurecht verpflichtet fühlt. Offenheit und Toleranz haben da ihre Grenzen, wo offensichtlicher Unsinn beginnt. Ein Beispiel möge das erläutern: Das bekannte Phänomen, dass beim Waschen einzelne Socken verschwinden, darf – wer will – mit der Existenz eines in der Waschmaschine lebenden, aber sehr scheuen und meist unsichtbaren, „Sockenmonsters“ erklären. Müssen Offenheit und Toleranz wirklich so weit gehen, dass die vhs Mainz im nächsten Jahr den Kurs “So fange ich ein Sockenmonster!” anbietet? Unsinniger als die oben genannten Kursangebote wäre dies jedenfalls nicht!

 





Fußball-WM 2014: Astrologen sehen bessere Sterne für Argentinien – oder für Deutschland!

13 07 2014

Noch wenige Stunden bis zum Finale der Fußball-WM und neben den Statistikern und den unvermeidlichen Orakeltieren liegen auch ein paar Prognosen von Sterndeutern vor, die ich den Lesern hier nicht vorenthalten möchte.

Anfangen möchte ich mit einem Text, der auf einer Seite namens neptun-jupiter.de zu finden ist. Der Beginn gibt wenig – astrologische – Hoffnung:

Wie bereits früher erwähnt, haben aber derzeit weder Jogi Löw noch die BR Deutschland besonders gute Planeten-Aspekte.

Aber das macht ja noch nichts, denn:

Mit Argentinien sieht es nicht viel besser aus.

Trotzdem schließt der Autor aus dem Horoskop von Löw:

Auch wenn allgemein viele ernsthafte Themen zu überwiegen scheinen, so meine ich, dass Deutschland sehr große Chancen hat, das WM Finale zu gewinnen.

Da er aber noch nicht ganz überzeugt scheint zieht der Astrologe noch einen Vergleich zum Horoskop des Finales von 1990 und findet:

Hingegen für Deutschland als günstig erweist sich, dass dort, wo am 8. Juli 1990 der Jupiter stand auf 21° Krebs- diesmal die Sonne sitzt. Es ist wie ein neues Licht, was auf das alte (deutsche) Glück von damals scheint.

Irgendwie ist dieser Astrologe also für einen deutschen Sieg.

Anders sieht es bei meinen Lieblingsastrologen von Loop! aus. Dort deutet Autor meta das Horoskop des argentinischen Trainers zum Finale und schreibt:

Nehmen wir den freundlichen älteren Herrn, Alejandro Sabella, als Beispiel. Pünktlich zum Finale darf er sich über Auslösungen freuen, die man nur als Jackpot-Transite bezeichnen kann. 

Und der Jackpot wäre – na klar – der WM-Titel:

In einer Welt, in der nur die klassischen, astrologischen Zuordnungen gelten, muss der zukünftige Weltmeister-Trainer Alejandro Sabella heißen, alles andere wäre quasi „kosmisch irregulär“.

Zum Glück aber kann man in der Astrologie alles auch ganz anders sehen – je nachdem wo und wie man hinschaut. Meta zeigt das mit folgendem Satz:

In einer anderen Welt also, in einer merkurischen, wird der Sieger nicht Alejandro Sabella heißen, weil dieser vermaledeite Jupiter ausgerechnet an diesem Sonntag im Quadrat zu seinem Merkur stand.

Und in welcher Welt leben “wir” nun? Traut sich der Autor hier eine Aussage zu? Ich muss – ehrlich überrascht – zugeben, dass es doch tatsächlich eine Prognose gibt, und zwar folgende:

Und ehrlich gesagt, es ist alles genauso, wie ich es hier schildere. Platt betrachtet, gewinnt (leider) Argentinien.

So einfach geht das mit einer Prognose, da braucht man gar nicht stundenlang in alle nur erdenklichen Richtungen fabulieren … … aber für einen Astrologen gibt es natürlich auch hier noch eine Hintertür:

Wenn man damit nicht leben möchte und nach Auswegen aus dieser Misere sucht, findet man tatsächlich Hinweise, dass es auch anders kommen könnte.

Ja, genau! Es kann so oder anders kommen – das wird man abwarten müssen. Und wie immer gibt es keine Begründung warum man gerade dieses eine oder diese beiden oder irgendwelche ganz anderen Horoskope zur Vorabanalyse benutzt hat – stattdessen aber ein paar Hinweise auf die früheren “Erfolge” der eigenen Deutungstechnik (dazu äußere ich mich nächste Woche noch ausführlich).

Also haben wir bis jetzt so etwas wie ein 1:1 bei den Astrologenprognosen. Da bei der AstroArena noch kein Text zum Finale eingestellt ist (Update: jetzt, 15 Minuten vor dem Spiel gibt es einen: der sportastrologe setzt auf Deutschland!) schauen wir ‘mal nach Portugal zu Joao Medeiros. Der sieht gute Chancen für Deutschland, aber nur wenn das Spiel exakt pünktlich angepfiffen wird. Ganz anders sieht es die Mehrheit der selbst ernannten Experten bei dieser Diskussion auf einem englischen Astrologie-Portal, hier scheint der “astrologische Sieger” ganz klar Argentinien zu sein, auch wenn einzelne zu widersprechen versuchen. Bei Adam Smith scheint auch Argentinien die etwas besseren Sterne zu haben, trotzdem spricht er sich für einen knappen deutschen Sieg aus.

Auf dieser indischen Astrologieseite soll Argentinien in der ersten Hälfte in Führung gehen, aber “As Germany has better planetary support during the second half, Germany may be able to win the Final.” OK, die deutsche Mannschaft könnte also danke einer starken 2. Halbzeit gewinnen. Oder eben auch nicht …

Irgendwie habe ich den Eindruck also ob die Mehrheit der Astrologen für das Finale einen kleinen Vorteil für die Argentinier aus den Sternen liest, dieses aber dann – auf Grund der letzten Ergebnisse – irgendwie wieder relativieren möchte. OK, wir werden sehen, welche Manschaft gewinnt und wie die Astrologen das dann im Nachhinein erklären. Denn das Erklären im Nachhinein funktioniert immer …

 

 





Das Orakeltierfinale zur Fußball-WM 2014: Tiere geben Messi keine Chance (bis jetzt)! – mit 3 Updates

12 07 2014

Die letzte Orakeltierrunde steht an, und es geht doch tatsächlich ums Finale, das Endspiel, die ultimative Entscheidung ob sich die die hiesigen Fans des Kickerspektakels am späten Sonntag Abend bierselig in den Armen liegen – oder ob ein Meer von Tränen durch Deutschlands Kneipen fließt. Nachdem es bei den Statistikern doch durchaus spannend aussieht jetzt ein Blick auf den – scheinbar immer größer werdenden – Orakelzoo.

Fangen wir mit dem besten Orakeltier des Turniers an: Gürteltier Taka! Dieses mal wird nicht nur schnurstracks das Futter aus dem deutschen Häuschen gefuttert, das argentinische wird auch noch heftig ins Wanken gebracht! Aber irgendwie scheint die Kommentatorin ein wenig an Amnesie zu leiden: klar, Taka lag wohl jedes Mal richtig – aber nicht dadurch, dass er immer zum “deutschen Futter” rannte, sondern weil er – so ein Zeuge von einer Tageszeitung, siehe hier – auch gerade beim Spiel gegen Ghana (zur Erinnerung liebe Moderatorin: am Ende stand es 2:2, es war also kein Sieg der deutschen Mannschaft) wohl das Futter verweigert haben soll, was man ja dann als (richtigen!) Unentschiedentipp gelten lassen könnte. Aber egal, den Krake-Paul-Hype hat sowieso kein Tier erreichen können. Nach dem Taka-tipp sieht es also so aus:

Deutschland – Argentinien 1 : 0

Ich finde es ja schön, dass ich nicht (mehr) als Einziger Orakeltiere sammele, denn für das Finale haben diverse andere Presseorgane meine Arbeit erleichtert. So meldet ran.de gleich die Ergebnisse von vier Tieren (Trörakel Nelly, die Bayern3-Ferkel, die Spreewaldpinguine und eine mir bisher unbekannte Sau Paulo eines österreichischen Radiosenders – übrigens: rot bedeutet Deutschland, hellblau Argentinien) – der neue Zwischenstand (unter Berücksichtigung von Taka):

Deutschland – Argentinien 4 : 1

In den Ruhrnachrichten sind es drei Tiere, deren Tipps protokolliert werden: neben dem bereits frühere erwähnten Gürteltier Wenona sind es eine Ziege namens Kicki und ein Schwein namens Rocky. Neuer Spielstand:

Deutschland – Argentinien 7 : 1

Bei diesem “Ergebnis” tauchen natürlich bei den Fußballfans die ganz frischen Erinnerungen  an das Halbfinale auf, und es gab tatsächlich jemanden, der dieses Ergebnis “vorausgesagt” hatte. Und ja, es wurde dokumentiert – eigentlich sollte es ja eine Aufnahme für ein Video zum Lernen der deutschen Sprache sein (eine klasse Idee übrigens, diese Seite easy-languages.org ist wirklich epfehlenswert), aber nach dreieinhalb Minuten kommt der entscheidende Tipp (und der anwesende Brasilianer möchte natürlich lieber ein 7:1 für seine Mannschaft haben …):

Der Mann mit den Tiefkühlpizzen hört übrigens auf den Namen Tim Porps und ist Sportstudent – die spontan für seinen Supertipp gespendete Kiste Bier hat er sich für diesen mutigen Tipp wirklich verdient. Und für das Finale tippt er auf ein 4:1 (das hatten wir oben schon) – das ist nicht ganz so wild wie diese Simulation mit irgendeinem Fußballspielprogramm bei Chip.de, denn das ergäbe ein 8:0.

Nun aber zurück zu den Tieren, also zu denen, die schon etwas orakelt haben. Zum Beispiel das Nasenbärorakel von SportBild, und das setzt auf Deutschland, ebenso wie Hund Bizkit (hier hat der Moderatorendarsteller natürlich auch die falsche Prognose vom Ghanaspiel vergessen und kann außerdem den “‘schland” nicht halten), Mops Berta (mit Elfmeterschießen), Pferd Schimmelchen (bei dem miesen Moderator ist es gut dass das Video sehr kurz ist), Hund Sherloki (wo zuerst gefressen wird, das ist der Sieger),  Hund Lilli (wer zuerst gefressen wird verliert!), Hund Ginger, zwei Meerschweinchen, Kaninchen Püppi, Pferd Boy, ein Vogel, Hund Otto … … gibt es eigentlich gar keine Tiere, die Argentinien bevorzugen? Doch! Hund Kina zum Beispiel! Aber das ist bisher wirklich die – neben der oben erwähnten “Sau Paolo”, aber die ist ja aus Österreich (!!!) – fast einzige Ausnahme. Mal sehen, was da in den nächsten Tgen moch dazu kommt, Auf jeden Fall ist der aktuelle Zwischenstand:

Deutschland – Argentinien 18 : 2

Wenn das Spiel genauso eindeutig ablaufen sollte wird es am Sonntag Abend ja fast langweilig werden …

Am Ende noch ein paar spezielle Fälle: Huhn Emma frißt die argentinischen Körner, aber ob das jetzt bedeuten soll, dass Argentinien gewinnt oder gefressen wird, darauf möchte man sich irgendwie nicht einigen. “Hühner sind einfach dumm.” sagt der Huhnbesitzer – was die Frage aufwirft warum man gerade dieses Orakel ausgesucht hat. Bei Meerschweinchen Rosi ist das Ergebnis auch unklar, denn das Tier rennt dauernd zwischen den beiden mit den Namen der Finalteilnehmer beschriebenen Zetteln herum – warum dann trotzdem ein “Deutschland gewinnt” erscheint ist ebenso unklar wie bei diesem Video! Der SpiegelOnline Staubsauger ist ganz auf der Deutschland-Linie, das lächerliche Bierorakel auch und bei Handymans ehrlichem Würfelorakel kann man sogar den Tipp auf ein mögliches Endergebnis erkennen: 3:1 für Deutschland.

Bis zum Finale geht’s hier weiter – mit Updates und noch mehr Orakeltieren!

Update 1, Samstag, 13:30 Uhr:

Der Orakeltierupdate am Samstagmorgen dürfte den Argentiniern wenig Hoffnung machen. Rentier Dancer, Hund Max, Pferd Nasar, Orang Utan Barito (nimmt erst beide Taschen, läßt dann aber die weiß-blaue liegen), Hund Tiffy, noch ein Hund namens Krümel, Kater OHRfield, Tapir Prinz, Nasenbär Nasinho (frißt zuerst deutsch, wechselt dann die Schälchen öfter, am Ender wieder das deutsche Schälchen) – irgendwie sind sich die Orakeltiere seltsam einig und setzen alle auf einen deutschen Sieg, nur Kuh Elsa frißt zuerst aus dem argentinischen Eimer (lässt sich dann aber von einem Bullen namens Bimbo zum deutschen Eimer drängen). Neuer Zwischenstand:

Deutschland – Argentinien 27 : 3

Dabei habe ich ein paar zweifelhafte Orakelsprüche gar nicht mitgezählt. So sind sich auch die Betreuer aus Chemnitz sicher, dass der Orakelspruch ihres Gürteltiers auf einen deutschen Titel hindeuten muss. Dabei kickt das Tier eindeutig nur (!!) den argentinischen Ball – zwar weg vom aufgebauten Tor, aber meines Erachtens muss man Flitz dann doch eher für Argentinien zählen. Das ergibt dann

Deutschland – Argentinien 27 : 4

Ganz schwierig ist der Orakelspruch der Wollschweine Hanni und Nanni zu bewerten. Die beiden Schweine – jedes mit einer Fahne “geschmückt” – rennen wieder einmal um die Wette zur Futterstelle, und die Fahne die als erstes dort ankommt gehört dem Sieger die zweite dem Verlierer. Blöderweise trugen allerdings beide eine deutsche Fahne, so dass der Orakelspruch sowohl auf Sieg als auch auf Niederlage für die deutsche Mannschaft lauten müsste – ein ganz klares Eigentor der Organisatoren!

Update 2, Samstag, 18:00 Uhr:

Eben gefunden: Die Satireseite “der Postillion“wollte eine weitere lustige WM-Geschichte basteln und berichtete unter dem Titel “Vierjähriger in Hamburger Kindergarten hat als Einziger Halbfinal-Ergebnis korrekt getippt” über einen – eben – Vierjährigen namens Marcel der als Einziger das Ergebnis des Brasilienspiels beim “Spaß-Tippspiel der Käfergruppe” richtig vorausgesagt haben soll. Stimmt natürlich nicht – da gab es ja noch (siehe oben) diesen Sportstudenten aus Münster – und noch jemanden:

Der kleine Augustin (4) aus dem Rüdesheimer Kindergarten “Knallerbse” hat genau das getan, was der Postillion sich zusammenfantasiert hatte und beim Kindergartentippspiel tatsächlich auf einen 7:1 Sieg gegen Brasilien getippt (mit Fotobeweis!!) und damit “eine saure Gummibärchenstange in schwarz-rot-gold” gewonnen. Auch das Finale hat er schon getippt: Augustin setzt wieder auf einen 7:1 Sieg für die deutsche Mannschaft. Ob ihm die zuständige “Erzieherin der Igelgruppe” auch dieses Mal den Tipp ausreden wollte wie vor dem Halbfinale?

Update 3, Sonntag 13:30 Uhr:

Weitere Tiere setzen auf einen deutschen Sieg: Hund Aggi, ein Meerschwenchenorakel, Kater Kalle (gut produziertes Video), Hund Cosma, Hund Barnie (frißt erst die Wurst – danach aber auch das Stück Steakfleisch), Hund Snoopy, die Südwestpressemöpse und auch Katze Findus. Aber auch Argentinien hat neue Fans gewonnen, denn dieses Mopsorakel, Hund Carlos, Greifvogel Olga, dieser chinesische Streifenhamster namens Tinkerbell und Hund Kimberly orakeln eine deutsche Niederlage heute Abend. Damit lautet der aktuelle Zwischenstand:

Deutschland – Argentinien 35 : 9

Warum man den Naumburger Orakelhund in ein blaues (!!) Sambakleidchen (!!) gesteckt und ihn mit einem Krönchen verziert hat ist irgendwie unklar. Das sichtlich irritierte Tier bekommt dann ein Leckerchen und Frauchen jubelt – aber warum? Hat sie schon ‘mal “vorgefeiert”?





Fußball-WM 2014 – vor dem Finale: Statistischer Vorteil für Argentinien?

10 07 2014

Nach den beiden Halbfinals befindet sich die hiesige Fußballwelt in – nach dem 7:1 gegen Brasilien besonders freudiger – Erwartung des Showdowns am nächsten Sonntag. Bevor ich mich ab Samstag um die Orakeltiere kümmere heute ein kurzer Blick auf die Sicht der Statistiker.

Beim schweizer Mathematiker Roger Kaufmann sieht es für die deutsche Mannschaft richtig gut aus:

Deutschland wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 56,3% Weltmeister!

Zu Beginn des Turniers war das noch anders, da hatten seine Berechnungen den Argentiniern mit 13,2% eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Titelgewinn geliefert als für die deutsche Mannschaft (10,2%). Offensichtlich werden bei seinen Berechnungen die aktuellen Ergebnisse recht stark gewichtet, wie sonst soll man diesen Wechsel erklären?

Bei Fußballmathe sieht es allerdings ein wenig anders aus:fubama01Die Berechnungen ergeben einen kleinen Vorsprung für die Südamerikaner, und das obwohl vor dem Halbfinale die statistischen Titelchancen der deutschen Manschaft nur bei Fußballmathe höher lagen als die der Argentinier. Allerdings waren dort bei beiden Halbfinals der jeweils unterlegenen Mannschaft die besseren Chancen eingeräumt worden – vielleicht ein gutes Omen für die Löw-Kicker?

Aber nicht nur die Berechnungen bei Fußballmathe geben Messi die etwas größeren Chancen auf den Titel, beim WorldCup-Simulator sieht das Ergebnise in der “Normaleinstellung” fast exakt gleich aus:

wc01Das ändert sich aber sofort, wenn man die Gewichtung des “Heimvorteils” herausnimmt:wc03 Nun hat die deutsche Mannschaft in etwa die gleiche Siegeswahrscheinlichkeit wie auf der Webseite von Roger Kaufmann:

wc02Es scheint also auf jeden Fall spannend zu werden, und natürlich sagen die Wahrscheinlichkeiten nichts über die Tagesform der Spieler oder die Laune des Schiedsrichters am nächsten Sonntag aus. Da manche ja außerdem davon ausgehen, dass die brasilianischen Zuschauer im Stadion lieber einen deutschen Sieg sehen wollen, habe ich noch versucht im Simulator den “Heimvorteil” umzukehren:

wc04Blöderweise weigert sich das Programm aber mit einer negativen Gewichtung zu rechnen … … also habe ich den Heimvorteil wieder auf 0 gesetzt und  ein eigenes Rating hinzugefügt. Dieses gibt der deutschen Mannschaft einen zusätzlichen Vorteil auf Grund der erwarteten Zuschauerunterstützung, und nun steigt die Wahrscheinlichkeit eines deutschen Sieges natürlich stark an:

wc05Man ist fast geneigt daraus auf einen 2:1-Sieg zu schließen (was natürlich nicht gemeint ist), aber der würde den Fans ja schon genügen um am späten Sonntagabend das Wochenende mit einer (kleinen?) Weltmeisterfeier ausklingen zu lassen. Bis dahin dürfen die Fans (beider Mannschaften natürlich) weiter die Daumen für ihren Favoriten drücken, irgendwann in der Nacht von Sonntag auf Montag wissen wir dann Bescheid welche Mannschaft den Pokal aus Brasilien mit nach Hause nehmen darf.

 





Fußball-WM 2014 – vor dem Halbfinale: Statistiker für Brasilien, Mehrheit der Orakeltiere sieht Deutschland vorne (mit Updates, einem Blutegel und Voodoo!)

7 07 2014

Updates vom 8.7., 15:00 Uhr in rot!

Updates vom 8.7., 17:30 Uhr in grün!

spätere Updates in blau!

Morgen Abend steigt das erste Halbfinale der Fußball-WM, und nach den bisherigen Ergebnissen waren die Statistiker mit ihren Simulationen gar nicht so schlecht. OK, Spaniens Scheitern in der Vorrunde war eine Überraschung, aber mit Brasilien, Argentinien und Deutschland haben es drei Favoriten unter die letzten vier Mannschaften geschafft – nur die Holländer waren zu Beginn nicht so ganz auf der Rechnung der verschiedenen statistischen Spielereien. Für das erste Halbfinale sind sich die drei von mir betrachteten Simulationsrechnungen aber einig:

Brasilien gewinnt!

Die Wahrscheinlichkeiten für einen brasilianischen Sieg werden mit 63% (WorldCup-Simulator), 66,2% (Roger Kaufmann) und 62,11% (Fußballmathe.de) angegeben. Beim 2. Halbfinale ist das Ergebnis nicht ganz so eindeutig, denn während beim WorldCup-Simulator und bei Roger Kaufmann Argentinien die Favoritenposition innehat (65% bzw. 55,8%) setzt Fußballmathe auf einen holländischen Sieg (61,43%). Die Titelwahrscheinlichkeiten sehen jetzt übrigens so aus:

R.Kaufmann Fussballmathe WorldCup-Simulator
Brasilien  43,1%   32,15%   41%
Deutschland  16,9%
  20,58%   20%
Argentinien  23,9%
  19,52%   28%
Niederlande  16,3%   27,74%   10%

Außer bei Fußballmathe ist die Reihenfolge also klar: Brasilien vor Argentinien und Deutschland – nur bei Fußballmathe haben die Niederlande eine Chance. Dienstag und Mittwoch Abend werden wir sehen ob eine große Wahrscheinlichkeit auch dieses Mal wieder ein Indiz für einen folgenden Sieg ist.

Dass die Tiere – wie üblich – mehrheitlich auf die deutsche Mannschaft setzen ist keine Überraschung, hier ist natürlich der Wunsch der Fans Vater des zu deutenden Geschehens. Bei den Nasenbären von Sport-Bild hat man dieses Mal irgendwie  einen Sieg nach Verlängerung und Elfmeterschießen aus dem Geschehen gedeutet, ebenso bei Werbemops Berta. Bei Rentier Dancer entscheiden die völlig unparteiischen “Orakelschiedsrichter” beim aus beiden Näpfen fressenden Tier auf einen deutschen 2:1 Sieg, Hund Canela frißt das deutsche Leckerchen (das brasilianische möchte er auch noch, aber das wird ihm verweigert), die Pinguine haben irgendwie einen deutschen Ball erwischt, die Puchheimer Möpse sind sich einig, Kuh Faironika, diese Schildkröten (warum eigentlich?), Hase Püppi (mit Hilfe eines zweiten Viehs),  Hund Kimberly, die SüdwestpressemöpseEisbär Anori, Gürteltier Tatu und Pferd Schimmelchen. Auch das gespannte Warten auf den Orakelspruch von Gürteltier Taka hat inzwischen eine Ende: eine weitere Stimme für Deutschland!

Noch mehr Tipps auf Deutschland von Hund Tiffie, Gürteltier Arnold, Polarfüchsin Ronja, ein Blutegel (!!), Hund Otto, Hund Lucky, Igel Sonic, Junghund Schreddi, Katze Lucky, Hund Coco (dauert sehr lange, das Tier musste ja erst geweckt werden, obwohl zwei laute und nervige Typen die ganze Zeit irgendwelchen Blödsinn erzählen), Fluffy & Elton, die Eichhörnchen Flipsi und Flapsi (nach Verlängerung!), Mops Winston, ein namenloser Hund, Hund Kira (braucht lange um den brasilianischen Ballon zu zerstören, aber am Ende klappt’s dann doch) und Gürteltier Flitz (na ja, irgendwie werden beide Bälle beschnuppert, aber nur der deutsche gekickt – ins Finale?).

 

Auf Brasilien setzen hingegen Hund Billie, Artgenosse Aggi und sein Kollege Sherloki, letzterer lag allerdings bisher bei allen Tipps zu 22:00 Uhr Spielen daneben, so dass dieser Orakelspruch fast schon wieder Hoffnung gibt. Schafbock Hansi ist dieses Mal auch mehr auf Samba eingestellt, das brasilianische Meerschweinchen sowieso und auch Zwerghamster Erwin mag sein Futter lieber brasilianisch. Dazu kommen noch Hilde aus Bonn, die Schweinchen von Bayern3 (Niederlage per Eigentor nach 10 Sekunden!) und noch zwei Möpse: dieser und Marvin. Auch dieser Hahn, Kaninchen Lulu, eine Schildkröte namens Herr Lehmann, ein Hund namens Anton (der bisher eine ganz miese Quote hatte: 1 Treffer bei 5 Versuchen) und vertrauen eher dem WM-Gastgeber.

Bis jetzt (15:00 Uhr) (17:30 Uhr) sieht es also so aus:

10 x Sieg (davon 2 x im 11m-Schießen) – 6 x Niederlage

15 x Sieg (davon 2 x im 11m-Schießen) – 10 x Niederlage

30 31 x Sieg (davon 2 x im 11m-Schießen) – 14 15 x Niederlage

Da fehlen natürlich noch eine ganze Menge von Orakeln, aber die werden morgen im Laufe des Tages laufend ergänzt. Besonders interessant ist natürlich weiterhin Taka, das Gürteltier, das bisher noch den allerbesten Eindruck aller Orakeltiere machte – auch wenn die Deuter sich beim Ghana-Spiel offensichtlich vertan hatten und aus Quotengründen auf einen Sieg für Deutschland tippten, obwohl Taka die Nahrungsaufnahme vollständig verweigert hatte.

Nicht mitgezählt wurde Orakelhund Ginger aus Rosenheim, denn das der lieber zum Futter mit der deutschen Fahne rennt, wenn es an der brasilianischen gar nichts zum Schnabulieren gibt hat ja wohl nichts mit Orakelei zu tun. Noch schlimmer ist es bei Meerschweinchen Schweini von Radio Gong: Der Weg zur brasilianischen Höhle wird einfach verbarrikadiert – und auch der Kommentar ist eher unlustig.

Spannend war es bei der von der Rhein-Zeitung in Bad Kreuznach initiierten “Simulation” mit zwei Schülermannschaften. OK, ein richtiges WM-Orakel ist das ja nicht, aber das Ergebnis wäre durchaus im Sinne der hiesigen Fans: Deutschland siegt im 11m-Schießen mit 4:2 nachdem es in der regulären Spielzeit einen 2:0 Vorsprung verspielt hatte … … insbesondere der Ausgleich kurz vor Schluß wäre Garant für reichlich Nervenkitzel und ein Wechselbad der Emotionen!

Bleibt noch das Lemurakel, aber irgendwie scheint das Durcheinander nicht deutbar zu sein. OK, allzu lustig war das eh nicht. Eine traurige Nachricht für den Orakelzoo kommt aus Remscheid: WM-Orakel “Özil” musste leider eingeschläfert werden – aber natürlich nicht wegen falscher Prognosen sondern ganz profan wegen einer schweren Krankheit.

Aus dem Kölner Restaurant Delphi wird ein Sieg des deutschen Lorbeerblatts über das brasilianische gemeldet – ob man diesem Orakel vom Delphi wirklich trauen kann? Oder doch lieber dem – gleichen – Ergebnis des SpiegelOnline Staubsaugers? Natürlich würde ein solches Ergebnis den Menschen in Brasilien nicht allzu gut gefallen, und damit das nicht passiert hat Voodoo-Priester Helio Sillman schon die richtige Taktik parat, mit der er die deutsche Mannschaft zu verhexen gedenkt:

“Ich nehme die Führungsspieler und binde ihre Beine zusammen, damit sie auf dem Rasen nicht laufen können”

Dass das wirken wird ist ja klar, denn im Spiel gegen Kolumbien hat es ja auch “geklappt”:

Vor dem Achtelfinale gegen Kolumbien hatte sich Sillman deren Toptorschützen James Rodríguez und dessen Mitspieler Juan Cuadrado herausgepickt. Er machte zwei Vodoo-Puppen und zog ihnen ihr gelbes Nationaltrikot an, dann band er ihre Beine zusammen. Bei der Nationalhymne zündete er zwei Kerzen an, um den Fluch zu verstärken. “Das muss für das ganze Spiel ausreichen”, sagte Sillman.

Blöd nur, dass er dem Spieler der Superstar Neymar im Viertelfinale foulte nicht die Beine zusammengebunden oder dem Schiedsrichter die gelben Karten weggezaubert hatte …

… und wer Lust auf einen Liveticker der besonderen Art hat, der möge diesem Link folgen: dort wird das ganze Spiel “astrologisiert” …








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